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Einrichtung zur Schwingungserzeugung mittels Elektronenröhren Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Schaltung für Elektronenröhren zur Verstärkung,
Schwingungserzeugung oder Gleichrichtung, welche es ermöglicht, durch äußere Mittel
die charakteristischen Röhreneigenschaften zu verändern. Die Schaltung ist schematisch
in Abb. i der beiliegenden Zeichnung dargestellt. Es bedeutet E eine Elektronenröhre,
j und a die Anschlußstellen für den Gitter- und Anodenkreis, R,, einenWiderstand,
der beiden Kreisen gemeinsam ist (»Verkettungswiderstand«). Ein im Anodenkreis fließender
Strom erzeugt an dem Verkettungswiderstand einen Spannungsabfall, welcher über die
im Gitterkreis liegenden Apparate auf das Gitter wirkt. Das Verhalten der Röhre
wird durch den Verkettungswiderstand in der in Abb. 2 der Zeichnung dargestellten
Weise beeinflußt. Es stellen die Schaulinien i bis 5 den Anodenstrom in Abhängigkeit
von der Gitterspannung dar, und zwar Schaulinie i ohne Verkettungswiderstand, 2
mit einem Verkettungswiderstand von beispielsweise 2 ooo Ohm, Schaulinie 3 mit .l
000 Ohm, 4. mit 6 ooo Ohm und 5 mit 8 ooo Ohm. Man ist demnach in der Lage,
durch geeignete Bemessung des Verkettungswiderstandes die Steilheit einer Elektronenröhre
auf jeden beliebigen Betrag herabzusetzen.
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Die Wirkung des Verkettungswiderstandes ist eine ähnliche wie die
eines wesentlich größeren Vorschaltwiderstandes nur im Anodenkreis. Für den geradlinigen
Teil der Charakteristik ist die Wirkung in beiden Fällen dieselbe; der Vorteil des
#lerkettungswiderstandes ist in diesem Falle nur sein geringer Betrag. An den Krümmungsstellen
der Charakteristik ist aber das Verhalten der Röhre mit Verkettungswiderstand ein
anderes als mit Vorschaltwiderstand, und zwar kann die Krümmung der Kurve im ersten
Falle wesentlich schärfer sein als im zweiten, eine Eigentümlichkeit, welche für
die Anwen-<lung der Schaltung zu Gleichrichterzwecken von Bedeutung ist.
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Die besondere Bedeutung eines solchen schalttechnischen Verfahrens
zur Herabsetzung der Steilheit liegt darin, daß dieser Verkettungswiderstand einerseits
beliebig gewählt und anderseits periodisch geändert werden kann. Schon bei dem Audion
ist es bekannt, daß man zur gleichzeitigen Erzielung des Detektor- und Verstärkereffektes
den Ruhepunkt des Gitterpotentials nach :Maßgabe der einfallenden Schwingungen herunterdrückt,
also in Gebiete geringerer Steilheit, da nur dadurch eine Detektorwirkung möglich
ist. Andererseits bewirkt eine periodisch erfolgende Herabsetzung der Steilheit
bei der Erzeugung und Verstärkung von Wechselströmen eine Modulation, wie in der
folgenden Beschreibung durch zahlreiche Anwendungsbeispiele dargelegt ist. Es ist
bekannt, daß man jeden periodischen Modulationsvorgang von Schwingungen als ein
gleichzeitiges Vorhandensein mindestens zweier voneinander verschiedener Frequenzen
auffassen
kann. Die Modulation bedeutet also ganz allgemein das Vorhandensein mehrerer Frequenzen.
Wie im folgenden dargelegt wird, können gemäß der vorliegenden Erfindung, also auf
rein schalttechnischem Wege, tatsächlich gleichzeitig .mehrere voneinander verschiedene
Frequenzen in einer Röhre gesteuert oder automatisch erzeugt werden.
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Schaltet man dem in Abb. r dargestellten Widerstand R" einen Kondensator
parallel, so erhält der Verkettungswiderstand einen komplexen Wert. Erfindungsgemäß
werden dadurch zwei zeitlich verschiedene elektrische Vorgänge moduliert und selbsttätig
ausgelöst, indem zeitlich schnell verlaufende Vorgänge im wesentlichen ungehindert
über den Kondensator verlaufen, während langsamere im wesentlichen den Weg über
den Ohmschen Zweig wählen und dadurch das Gitterpotential in der Hauptsache nur
im ,Takte der langsameren Vorgänge beeinflussen. Dieses Verhalten der vorerwähnten
Schaltung macht sie für den Nachweis elektromagnetischer Schwingungen geeignet.
Abb.3 ,der Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel für diesen Zweck. In dem aus
der Selbstinduktion L und der Kapazität C bestehenden Schwingungskreise werden die
Schwingungen aufgenommen, z. B. durch Kopplung mit einer Antenne. Die Schwingungen
werden durch die Röhre verstärkt und gleichgerichtet, und zwar wird die Gleichrichterwirkung
im wesentlichen durch den verstärkten Anodenstrom hervorgerufen, der an dem Verkettungswiderstand
einen Spannungsabfall bewirkt, welcher das mittlere Gitterpotential herabdrückt.
Durch das Vorhandensein des Parallelkondensators K" geschieht dieser Vorgang langsamer
als im Schwingungstempo, in ähnlicher Weise wie bei dem bekannten Audion. Der gleichgerichtete
Strom kann durch ein im Anodenkreis eingeschaltetes Instrument, z. B. durch das
in Abb. 3 dargestellte Telephon T, nachgewiesen werden. Die Schaltung und ihre Wirkungsweise
ist dem bekannten Audion sehr ähnlich, hat jedoch diesem gegenüber den Vorteil,
daß die Aufgabe, das Gitterpotential herabzudrücken, nicht den einfallenden schwachen
Schwingungen, sondern dem bereits verstärkten Strom im Anodenkreis zugewiesen wird.
Es wird auf diese Weise eine höhere Empfindlichkeit erzielt.
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In Verbindung mit seiner Rückkopplungsschaltung zur Schwingungserzeugung
hat der Verkettungswiderstand mit Parallelkondensator die Wirkung, daß die Schwingungen
unter Umständen rhythmisch ein- und aussetzen. Die Frequenz des Ein- und Aussetzers
ist in erster Linie bestimmt durch die Zeitkonstante des Gebildes Widerstand mit
Parallelkapazität, ferner sind aber auch maßgebend dafür die Dämpfung des Schwingungskreises,
welche die Schnelligkeit des An- und Abklingens bestimmt, der Rückkopplungsgrad
und die sonstigen Betriebsverhältnisse. Im allgemeinen wird die Frequenz des Ein-
und Aussetzers irr akustischen Bereiche liegen, wenn .der rückgekoppelte Röhrengenerator
an sich hochfrequente Schwingungen erzeugt. Es wird auf diese Weise ein Verfahren
zur Erzeugung hörbarer Schwingungen mit hochfrequentem Trägerstrom gewonnen.
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Einen besonders starken Einfluß auf diesen selbsttätigen Modulationsvorgang
hat die Vorspannung des Gitters. In Abb. q. ist als Ausführungsbeispiel eine Anordnung
zur Schwingungserzeugung mit einem zum Zwecke der selbsttätigen Modulation eingefiigten
Verkettungswiderstand dargestellt. Dabei ist mit Hilfe des Potentiometers P die
Möglichkeit einer veränderlichen Einstellung der Gittervorspannung gegeben. Von
besonderer technischer Bedeutung ist in diesem Falle die Abhängigkeit des Anodengleichstroms
J, und des mittleren Wechselstroms 1S im Schwingungskreis von der Gittervorspannung.
Diese Beziehung ist in der Abb. 5 als Schaulinienbild dargestellt, und zwar in Schaulinie
r ohne Verkettungswiderstand, in Schaulinie a mit einem Verkettungswiderstand von
etwa q. 000 Ohm, in Schaulinie 3 mit einem solchen von etwa 8 ooo Ohm. Die
Kapazität des Parallelkondensators war in den beiden letzten Fällen von der Größenordnung
o,o t # t F, die Wellenlänge der hochfrequenten Schwingungen von der Größenordnung
z km. Die Kurven der Abb. 5 stellen also sowohl die Abhängigkeit des Anodengleichstroms
wie auch die des Wechselstroms im Schwingungskreis von der Gitterspannung dar; verschieden
gewählt sind lediglich die Maßstäbe der Ordinaten. Die in der Schaulinie t dargestellte
Beziehung ist bereits bekannt. Es tritt beim Verändern der Gittervorspannung, von
einem stark negativen Werte ausgehend nach der positiven Richtung hin, an eineue
stelle ein plötzliches Einsetzen der Schwingungen auf; bei weiterer Erhöhung des
Gitterpotentials nimmt die Amplitude der Schwingungen nur mäßig zu, im allgemeinen
mit geringerer Steilheit, als der Steilheit der statischen Röhrencharakteristik
entspricht. Beim Zurückgehen der Gittervorspannung nach der negativen Seite hin
reißen die Schwingungen an einer anderen Stelle wieder ab, als sie vorher eingesetzt
hatten. Die Schaulinie weist also eine Hysteresisschleife auf. Aus diesem Verhalten
sind bekanntlich die ungünstigen Ergebnisse
mit der so genannten
unmittelbaren Gitterbesprechung von Röhrensendern für drahtlose Telephonie zu erklären,
bei welcher die Gittervorspannung im Rhythmus der Sprache verändert wird; denn durch
diese Hysteresisschleife und die sprunghafte Änderung der Steilheit der in Betracht
kommenden Kennlinie entstehen erhebliche Verzerrungen. Erfindungsgemäß werden diese
Verzerrungen durch den Verkettungswiderstand stark herabgesetzt. Die Schaulinie
2 in Abb. 5 läßt erkennen, daß durch den Verkettungswiderstand die Hvsteresisschleife
stark zusammengedrückt und die Höhe des Kennliniensprungs ermäßigt wird. Der Parallelkondensator
verhindert dabei eine wesentliche Herabsetzung der Intensität der hochfrequenten
Schwingungen. Der Verlust in dem Verkettungswiderstand läßt sich durch eine geringe
Erhöhung der Anodengleichspannung ausgleichen. Es ist bereits .bekannt, claß man
lediglich durch lose Rückkopplung die Hysteresisschleife und die sprunghaften Änderungen
der Kennlinie herabsetzen kann; dabei wird aber eine geringere Leistungsausbeute
des Senders infolge der losen Rückkopplung unvermeidlich, während sich bei der Verkettungsschaltung
eine derartig weitgehende Lockerung der Rückkopplung nicht notwendig macht.
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Im Falle verhältnismäßig fester Rückkopplung bleibt ein Sprung der
Kennlinie bestehen; es ist aber mit Hilfe des Verkettungswiderstandes möglich, die
Hysteresisschleife sehr eng zusammenzudrücken, so daß sie für viele technische Anwendungen
keinen Nachteil mehr bedeutet. Bei fester Rückkopplung wird auch die Steilheit vor
und nach dem Sprung außerordentlich gering, und es entsteht letzten Endes eine Kennlinie
von der in Abb.6 dargestellten Form. Sieht man ganz von dem Vorhandensein hochfrequenter
Schwingungen ab und betrachtet lediglich die Beziehungen zwischen dem Anodengleichstrom
und der Gittergleichspannung, so hat man mit der Kennlinie nach Abb. 6 eine außerordentlich
hohe (theoretisch unendlich große) Steilheit mit sehr scharfer Begrenzung nach oben
und unten gewonnen, wofür sich eine Reihe von technischen Anwendungsgebieten ergibt.
In Betracht kommen z. B. die Messung des Scheitelwertes von Wechselspannungen sowie
sonstige Wechselspannungsmessungen für «-elche die Verwendung von Elektronenröhren
bereits vorgeschlagen ist, welche aber wegen des allmählichen Anstiegs der statischen
Kennlinie infolge der Maxwellschen Geschwindigkeitsverteilung der Elektronen über
eine bestimmte Grenze der Genauigkeit bisher nicht gebracht werden konnten, wie
von S c h o t t k y näher nachgewiesen worden ist (Wissenschaftl. Veröffentlichungen
des Siemens-Konzerns, Bd. i, Heft 2, S. i io). Mit Hilfe der Verkettungsschaltung
läßt sich ein beinahe plötzlicher Kennlinienanstieg erreichen und die IVIeßgenauigkeit
für Wechselspannungen erheblich steigern. Eine Grenze ist dabei nur durch die Frequenz
gezogen, insofern als die Frequenz der Hilfsschwingung verhältnismäßig groß gegenüber
der zu messenden sein muß.
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Weitere wertvolle Anwendungen für eine Verstärkeranordnung mit einer
Kennlinie nach Abb.6 ergeben sich überall da, wo die Aufgabe besteht, mit außerordentlich
geringen Reizen einen verhältnismäßig starken Strom auszulösen, und ferner die Forderung
gestellt wird, daß der ausgelöste Strom einen bestimmten Wert unabhängig von der
-Stärke des Reizes annimmt. Ein Beispiel für eine solche Anwendung ist die Befreiung
von starken atmosphärischen Störungen beim Empfang drahtloser Signale. Während die
Signale hinsichtlich ihrer Amplitude während der ganzen Zeichendauer konstant bleiben,
sind die Schwingungshöhen der Störungen verschieden. Die Wahrscheinlichkeit, daß
die Zeichenamplitude gerade mit der Störamplitude zusammenfällt, ist weiterhin außerordentlich
gering. Stellt man nun beim Arbeiten mit einer Röhre, deren Charakteristik die Form
der Abb.6 hat, das Ruhepotential am Gitter kurz vor den unteren Anspringpunkt, derart,
daß die Scheitelwerte der Signale gerade genügen, um den Sprung des Anodenstroms
auszulösen, so werden Störungen, deren Amplitude geringer als die Zeichenamplitude
ist, völlig unterdrückt. Stärkere Amplituden werden dagegen auf die normale Größe
herabgesetzt. Da ferner die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, daß der zeitliche
Verlauf (Frequenz) der Störungen mit dem der Signale genau übereinstimmt, bietet
die Verwendung von Resonanzschaltungen - in bekannter Weise das Mittel, die auf
die Signalamplitude begrenzten Störungen weiter zu unterdrücken; dabei ist vorausgesetzt,
daß die Begrenzung vor Anwendung der Resonanzmittel vorgenommen worden ist, z. B.
durch Einfügen eines Verstärkers mit Verkettungsschaltung als Bindeglied zwischen
einer möglichst aperiodischen Antenne und einem Resonanzkreis.
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Die Schaulinie 3 in Abb. 5 zeigt den Fall, daß der Verkettungswiderstand
so hoch gewählt worden ist, daß die weiter oben erwähnte selbsttätige Modulation
eintritt. Dann ist nämlich nicht nur die Hysteresisschleife ganz zusammengedrückt,
sondern auch der Spannungsabfall am Verkettungsw-iderstand beim Einsetzen der Schwingungen
so
groß geworden, daß das wirksame Gitterpotential dadurch sofort auf einen Wert herabgedrückt
wird, bei dem die Schwingungen wieder abreißen. Dieser Fall liegt im allgemeinen
vor, wenn man mit verhältnismäßig fester Rückkopplung und großem Verkettungswiderstand
arbeitet. Der Bereich der Gitterspannung, in welchem dabei die selbsttätige Modulation
eintritt, ist ziemlich groß. Er ist in der Schaulinie 5: der Abb. 5 durch Schraffierung
gekennzeichnet. Geht man von stark negativen Werten der Gittervorspannung aus nach
positiven Werten hin, so setzen die Schwingungen an etwa derselben Stelle ein wie
bei niedrigem Verkettungswiderstand, und zwar in der modulierten Form. Bei weiterer
Erhöhung der Vorspannung ändert sich der Anodengleichstrom bzw. der Strom im Schwingungskreise
nur mäßig; doch tritt gleichzeitig eine Änderung der Frequenz der selbsttätigen
Modulation ein. Diese Frequenzänderung ist nicht immer stetig; vielmehr kann man
die Verhältnisse so wählen, daß an einzelnen Stellen sprunghafte oder doch sehr
steil verlaufende Frequenzänderungen eintreten. Bei weiterer Steigerung der Gittervorspannung
setzt dann an einer bestimmten Stelle die selbsttätige Modulation aus, und die Schwingungen
bleiben kontinuierlich; dabei tritt eine plötzliche starke Zunahme des Anodengleichstroms
bzw. des Schwingungsstroms ein. Beim Zurückgehen der Gittervorspannung setzt die
selbsttätige Modulation und damit ein sprunghafter Abfall des Anodengleichstroms
bzw. des Schwingungsstroms an derselben Stelle ein, an der zuvor der sprunghafte
Anstieg auftrat; wenigstens ist es möglich, die Rückkopplung und die Dämpfung des
Schwingungskreises so zu wählen, daß diese beiden Stellen zusammenfallen, eine Hysteresisschleife
sich also nicht bildet. Die obenerwähnten technischen Anwendungen der Verkettungsschaltung,
bei denen es auf die Auslösung eines genau begrenzten Stromes durch Reize beliebiger
Größe bis herab zu sehr niedrigen Reizwerten ankommt, lassen sich so durch Verwendung
eines verhältnismäßig hohen Verkettungswiderstandes bei gleichzeitiger Verlegung
des Ruhepunktes der Gittervorspannung kurz vor dem Übergang von dem Zustand der
selbsttätigen Modulation in den der kontinuierlichen Schwingungen weiter ausgestalten.
Denn dieser Grenzpunkt ist weniger labil und leichter einstellbar als der obenerwähnte
Grenzfall, bei dem gerade noch keine Selbstmodulation eingesetzt hat.
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Wertvolle technische Anwendungen ergeben sich auch aus der starken
Abhängigkeit der Modulation von den Betriebsverhältnissen. Außer der Gittervorspannung
kommt hierbei noch die Rückkopplung und insbesondere die Dämpfung des Schwingungskreises
in Betracht. Geringe Dämpfungsänderungen rufen eine merkliche Änderung des Modulationstons
hervor, und man kann daraus ein Verfahren zum Dämpfungsvergleich herleiten.
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Ähnlich wie eine Herabsetzung der Dämpfung wirkt das Einfallen von
Schwingungen in den Schwingungskreis, die in ihrer Frequenz mit den erzeugten Schwingungen
übereinstimmen. Dadurch wird die Höhe des Modulationstons verändert, und es treten
z.B. drahtloseSignaledeutlich hervor. DerTon im Ruhezustand (negative Zeichen) und
der Ton beim Einfallen der Signale (Zeichen) ist deutlich zu unterscheiden, und
beide lassen sich in bekannter Weise durch akustische Selektionsmittel voneinander
trennen. Dieses außerordentlich empfindliche Verfahren zum Nachweis elektromagnetischer
Schwingungen, insbesondere drahtlos-telegraphischer Zeichen, unterscheidet sich
von dem üblichen Überlagerungsverfahren dadurch, daß keine Interferenzwirkung verwendet
wird, sondern der Ton im Empfänger durch ein anderes Hilfsmittel, nämlich die Verkettungsschaltung,
nach vorliegender Erfindung erzeugt und durch die einfallenden Schwingungen lediglich
verändert wird. Zur weiteren Steigerung der Empfindlichkeit kann man natürlich außerdem
einen fremden Hilfssender (Überlagerer) verwenden. Außer der Frequenzänderüng des
Modulationstons tritt beim Einfallen der Zeichen eine starke Änderung des Anodengleichstroms
ein. Mgn kann diese Änderung auch unmittelbar zur Aufzeichnung der Signale verwenden,
indem man z. B. in den Anodenkreis ein Relais einschaltet. Es zeigt sich, daß auch
bei schwacher Zeichenstärke die Änderung des Modulationstons und des Anodengleichstroms
verhältnismäßig groß ist, wenn man mit einer Röhre großer Leistung arbeitet. Die
vorliegende Erfindung stellt also ein Hilfsmittel dar, durch sehr geringe Reize
auch größere Leistungen zu steuern. Dabei ist die Empfindlichkeit gegen Fremdstörung
außerordentlich gering. Zur weiteren Störbefreiung beim drahtlosen Empfang kann
man die letzterwähnte Empfangsmethode mit dem oben ausgeführten Begrenzungsverfahren
verbinden. Dabei muß man die Hilfsschwingung wesentlich höher wählen, da ihr nur
die Eigenschaft einer Trägerwelle zukommt. Man kann aber in diesem Falle die Frequenz
der selbsttätigen Modulation so groß wählen wie die der einfallenden Signale, um
unmittelbar hinter der die Begrenzung ausführenden Anordnung die Resonanzwirkung
eintreten zu lassen.
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Die Form der durch die selbsttätige Modulation
entstehenden
Schwingungen ist im allgemeinen ziemlich verzerrt. Man kann die Kurvenform in bekannter
Weise dadurch verbessern, daß man z. B. einen auf die Modulationsfrequenz abgestimmten
Resonanzkreis in den Anodenkreis einfügt. Dabei zeigt es sich, daß bei Veränderung
der Abstimmung dieses Resonanzkreises die Modulationsfrequenz innerhalb gewisser
Grenzen mitgenommen wird, so daß man im wesentlichen die Eigenschwingung dieses
Kreises erregt. Eine ähnliche Erscheinung tritt ein, wenn man mit dem Schwingungskreis
einen zweiten (hochfrequenten) Kreis koppelt. Bekanntlich hat ein System aus zwei
gekoppelten Kreisen zwei Eigenschwingungen, die bei der freien Erregung sich als
Schwebungen bemerkbar machen. Es ist ferner bekannt, daß beim gewöhnlichen Röhrengenerator
mit angekoppeltem Sekundärkreis nur eine der beiden Koppelschwingungen unterhalten
wird. Man kann nun bei einem Röhrengenerator mit selbsttätiger Modulation nach vorliegender
Erfindung beim Ankoppeln eines Sekundärkreises die Verhältnisse so wählen, daß die
Schwebungsfrequenz der beiden Koppelschwingungen mit der Modulationsfrequenz zusammenfällt.
Man gewinnt auf diese Weise ein Verfahren zum Erregen beider Koppelschwingungen
zweier gekoppelter Kreise. Dabei zeigt es sich, daß innerhalb ziemlich weiter Grenzen
bei Änderung der Kopplung und damit der Schwebungsfrequenz beide Koppelschwingungen
unterhalten werden, d. h. der Schwebungston geändert wird, auch wenn man an den
die Frequenz der selbsttätigen Modulation ohne angekoppelten Sekundärkreis bestimmenden
Größen (Verkettungswiderstand, Parallelkondensator usw.) keine Änderung vornimmt.
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Alle die obenerwähnten Verfahren zur Erzeugung modulierter Schwingungen
oder zum lsmpfang von Schwingungen mit Hilfe modulierter Hilfsschwingungen können
dahin abgeändert werden, daß Schwingungen oder Modulationsfrequenz an sich noch
nicht erzeugt werden, daß aber Rückkopplung oder (bzw. und) Verkettungswiderstand
so gewählt werden, daß die Schwingungen oder die Modulationsfrequenz oder beide
dicht vor dem Anschwingen stehen. Es genügt dann ein geringer synchroner Reiz von
außen, um je nach Wahl der Verhältnisse die Schwingungen, die Modulationsfrequenz
oder beide auszulösen, ähnlich wie das bei dem bekannten Verfahren der Dämpfungsreduktiön
für den 1lmpfang hochfrequenter Signale verwendet wird. Für den Empfang telegraphischer
Zeichen ist die Dämpfungsreduktion bekanntlich von großem Vorteil infolge der Erhöhung
der Resonanzselektivität; dasselbe gilt für den Empfang finit selbsttätiger Modulation.
Ferner ist bekannt, daß man den selbstschwingenden Zustand des Empfängers beim hochi'requenz-telephonischen
Empfang vermeiden niuß, daß aber eine gewisse Dämpfungsreduktion zur Steigerung
der Empfindlichkeit sehr vorteilhaft ist. Bei dem Empfänger mit Verkettungsschaltung,
für den im Grunde dasselbe gilt, gewinnt man gegenüber dem gewöhnlichen Verfahren
den Vorteil größerer Empfindlichkeit, da man zwei Möglichkeiten der Regelung in
der Hand hät. Mit Hilfe der Rückkopplung wird in üblicher Weise eine Dämpfungsreduktion
zur Steigerung der Resonanz erzielt, während der Verkettungswiderstand mit Parallelkondensator,
solange sein Wert noch verhältnismäßig klein ist, eine Modulationstendenz ergibt;
die günstig ist für die Aufnahme der Amplitudenschwanlungen beim Telephonieempfang.
Ähnlich w. ie nach obigen Ausführungen die Frequenz der selbsttätigen Zlodulation
verhältnismäßig leicht durch ein fremd eingeprägtes Schwingungsgesetz (z. B. Resonanzkreis)
abgedrängt werden kann, ist auch bei der Modulätionstendenz eine stark ausgeprägte
Selektivität für einen bestimmten Ton nicht vorhanden; es werden vielmehr alle in
der Sprache vorkommenden Frequenzen annähernd gleichmäßig hervorgeholt, wobei die
Modulationstendenz eine beträchtliche Verstärkung bewirkt.