DE459454C - Selbsttaetige Feuerwaffe mit kurz zurueckgehendem Lauf - Google Patents
Selbsttaetige Feuerwaffe mit kurz zurueckgehendem LaufInfo
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Description
- Selbsttätige Feuerwaffe mit kurz zurückgehendem Lauf. Gegenstand der Erfindung sind solche Einrichtungen, durch welche die Rücklaufenergie (i1103 kurz zurückgehenden Laufes für die Ver schlußbcwegung besser als bei den bisher bekannten Waffen dieser Art nutzbar gemacht werden kann, das öffnen des Verschlusses verzögert wird und das Lüften der abge-,chossenen Patronenhülse durch einen kräfti-"le11 frontalen Schlag erfolgt.
- Diese Zwecke werden in der Erfindung mittels der eigenartigen Einrichtung eines Hebelmechanismus, dann durch die eigenartige Form der Steuerflächen der Verschlußhauptteile. schließlich dadurch erreicht, daß die Gewichte der einzelnen beweglichen und der feststehenden Teile zweckmäßig bemessen «erden.
- In der_ Abbildungen des Erfindungsgegenstandes sind: Abb. 1 ein Längsschnitt in der vertikalen Ebene, welcher den geschlossenen Verschluß zeigt, Abb. 2 ein Längsschnitt, wobei derSelllitten bis zum Beginn der Entriegelung zurückge-:choben erscheint.
- Abb.3 zeigt den Mechanismus in Längsschnitt bei vollkommen geöffnetem Verschluß. Abb. 4. ist eine Vorderansicht des Hebel-Inechanismus, Abb. 5 ein Querschnitt durch den Verschluß.
- Abb.6 zeigt die Anordnung der Steuerflächen des Schlittens, Abb. 7 die Seitenansicht einer weiteren .\usführungsfortn des Mechanismus.
- Der Mechanismus besteht aus einem Lauf 1, welcher im Gehäuse 2, 3 sich um 1 bis 2 cm verschieben kann. Er wird durch die Feder :I in der vordersten Lage erhalten oder jeweilig in diese Lage vorgeführt.
- Der starr verriegelte Geradezugverschluß ist, wie gewöhnlich, zweiteilig, bestehend aus einem Verschlußstück 5, welches die Abstützung der Patronenhülse besorgt, und aus einem Schlitten 7, welcher die notwendigen Bewegungen des Verschlußstückes 5 bewerkstelligt.
- Das ;'erschlußstück 5 ist hier als ein Drehverschluß abgebildet, kann aber auch nach irgendeinem anderen System (Block-, Riegelusw. Verschluß) gewählt werden.
- Der Schlitten 7 ist in der dargestellten Ausführungsform unter dem Verschlußstück 5 angebracht. Es kann aber derselbe an irgendeiner anderen Seite des Verschlußstückes 5 oder im Innern desselben liegen oder dasselbe umfassen. Dieser Schlitten 7 erhält einen leeren Gang im Verhältnis zum Verschlußstück 5, indem seine Steuerfläche 9, welche das öffnen des Verschlußstückes 5 besorgt, einen gewissen Abstand von der korrespondierenden Steuerfläche des Verschlußstückes hat. Die Verbindung der beiden Verschlußteile kann durch Nuten und Leisten oder Zapfen oder Arme oder in irgendwelcher anderen Art erfolgen. Der Schlitten 7 steht unter der Wirkung einer Vorholfeder 12, welche (las Schließen des Verschlusses besorgt.
- Der Abfeuerungsmechanismus kann beliebig gewählt und ausgeführt werden.
- Zwischen Lauf i und Schlitten 7 ist der Haupthebel 26 oder 30 (siehe Abb. 1, 2, 3, d. und 7) eingeschaltet. Dieser Hebel kann am Lauf oder am Gehäuse oder am Griffstück oder auch am Verschlußstück angebracht Werden. Sein Zweck ist, einen möglichst großen Teil der Rücklaufenergie des Laufes i auf den Schlitten 7 zu übertragen.
- Hierzu ist der Haupthebel 26 oder 3o derart gelagert oder derart geformt, daß derselbe in der ersteh Periode der Laurbe@"egung praktisch wirkungslos mitgenommen wird und erst in der letzten Periode der Laufbewegung zur Geltung gelangt.
- Ist der Hebel am Lauf oder an einem der beiden Verschlußteile angelenkt, so wird sein Anschlag 29 so weit von seinem kurzen Arme 28 Verlegt, daß letzterer im letzten Abschnitte (leg Laufbewegung gegen diesen Anschlag stößt, somit die Hebelwirkung erst in diesem 1Tonieirt eintritt.
- Wird der Haupthebel 3o am Gehäuse 3 anrelenkt (Abb. 7), so befindet sich die Stoßfläche 31 am Lauf; und der erforderlicho Abstand wird zwischen dem Rücken des Stoßhebels 30 und der Stoßfläche 31 eingerichtet (Abb.7). Somit erfolgt die Hebelwirkung auch hier erst im letzten Abschnitte der Laufbewegung.
- Im hinteren Teil des Gehäuses 2 wird in manchen Fällen ein Fanghebel 15 angebracht, dessen Aufgabe weiter unten beschrieben wird. Der hier beschriebene Mechanismus arbeitet in der folgenden `weise: Sobald beim Schuß die Geschoßbewegung im Lauf beginnt, fangen die beweglichen Teile, Lauf i, Verschlußstück 5 und Schlitten 7, an, in unverindertcr Lage ge.-ineinsam zurückzugehen. Dieser Abschnitt der Rückbewegung (lauert so lange, his das Geschoß die Mündung des Laufes verläßlich verlassen hat und die beweglichen Teile ihre maximale Rücklaufgeschwindigkeit ungehindert erreichen konnten. Auch die Hebelwirkung darf in dieseln Abschnitte der Rückbewegung der beweglichen Teile noch nicht eintreten, weil sonst dieselben ihre maximale Rücklaufgesehwindigkeit oder Rücklaufenergie nicht erreichen würden und außerdem infolge des bei der Einschaltung des Hebels unvermeidlich auftretenden exzentrischen Stoßes auch die Laufschwingungen gestört, also die Präzision des Schusses beeinträchtigt werden würde.
- Sobald das Geschoß die- Laufmündung verlassen hat, tritt in der oben beschriebenen i eise die Hebelwirkung ein. Hierbei wird die bereits vorhandene Rücklaufenergie des Schlittens 7 dadurch erhöht, daß ein weiterer Teil der Rücklaufenergie des Laufes auf den Schlitten 7 übertragen wird. Bei den gewöhnlich ang< wendeten Hebelübersetzungen und Gewichtsverhältnissen kann die. Rücklaufgeschwindigkeit des Schlittens 7 bis auf (las Doppelte, seine Rücklaufenergie also bis auf das Vierfache gesteigert «-erden.
- Um die Ökonomie - dieser Energieübertragung zu erhöhen, darf auch während der Hel;elwirkung vom Schlitten 7 möglichst keine Arbeit geleistet werden. Zu diesem Zwecke wird der leere Gang zwischen Schlitten 7 und Verschlußstück eingeschaltet, welcher dann auch eine willkommene Verzögerung im öffnen des Verschlusses mit sich bringt.
- Die Hebelwirkung spielt sich den Gesetzen des teilweise elastischen Stoßes gemäß ab, so daß dieselbe sich auf eine ganz kurze Strecke des letzten Abschnittes der Laufbewegung beschränkt. Den festen Drehpunkt des Hebels bilden die feststehenden Gewehrteile, Gehäuse, Vorderschaft, Kolben usw., welche also ebenfalls einen Teil des Stoßes erhalten. Um den Stoß für den Schlitten richtig nutzbar machen zu können, muß ein gewisses Gewichtsverhältnis zwischen den Gewichten des Laufes, des Schlittens und der feststehenden Teile - innerhalb gewisser Grenzen - beobachtet werden.
- Aus dem hier Gesagten geht hervor, (laß der Haupthehel26 oder 30 in letztern Ende lediglich dazu dient, dem Schlitten l im geeigneten Zeitpunkt einen Stoß zu versetzen, wozu (theoretisch) eine unendlich kurze Bewegung des Hebels 26 oder 30 geniigt.
- Somit ist (leg Haupthebel 26 oder 30 der Erfindung von solchen Hebeln, welche in mehreren anderen selbsttätigen Verschlußmechanisinen vorkommen, wo dieselben das Lüften (leg Patronenhülse oller das Entriegeln des Verschlusses oder die Beschleunigung der Rückbewegung des bereits geöffneten Verschlusses u. dgl. besorgen, im Grundprinzip verschieden.
- Bei der Rückbewegung des Schlittens 7 bleibt der Verschlußkörper 5 mit dem Lauf so lange verriegelt, bis die vordere St°_uerfläche 9 des Schlittens 7 an der entsprechenden Vorderen Steuerfläche des Armes io des Verschlußkörpers 5 angelangt ist (Abb. 2). Durch die weitere Rückbewegung des Schlittens 7 wird nun der Ver schlußkörper 5 zuerst entriegelt. Jetzt gelangt der Verschlußarm io in die von der vorderen Steuerfläche 5 des Schlittens 7 gebildete knieförmige Rast 12 (Abb. 7). Somit hört die "Drehbewegung des Verschlußkörpers 5 auf, und er empfängt vom Schlitten ; einen kräftigen Stoß, wodurch die Patronenhülse, die voin Verschlußkörper mittels der Auszieherl:ralle in der gewohnten Weise gefaßt ist, gelüftet wird.
- Nach diesem Stoß geht da: ungefederte Verschlußstück 5 frei zurück und wirft die abgeschossene Hülse aus. Der Schlitten mu13 mit seiner übriggebliebenen Geschwindigkeit seine Rückbewegung entgegen der Wirkung der Vorholfeder i2 vollenden. Zu diesem Zweck darf der (iescll%#,-iildigiieitsverlust deh Schlittens 7 beim Zusammenstoß mit (lern Verschluß j ein gewisses -Maß nicht überschreiten. Es ist also notwendig, (laß auch die Gewichte des Verschlußstüclces @ und des Schlittens 7 in einem bestimmten, günstigen Verhältnis zueinander stehen, damit das richtige, vollständige Offnen des Verschlusses gewährleistet sei. Beim richtigen Gewichtsverhältnis dieser beiden Teile kommt das Verschlußstück 5 gewöhnlich rechtzeitig in seiner hintersten Lage an, uni vorn vorgehenden Schlitten ; nicht zu früh erfaßt und vorgeführt zu werden. Sollte aber dies aus irgendeinem Grunde nicht der Fall sein, so muß man den Fanghebel 15 anwenden, welcher den zurückgehenden Schlitten; auffängt und so lange festhält, bis das ebenfalls zurückgehende Verschiußstück 5 die Nase 18, dadurch also auch den Fanghebel 15, niederdrückt und hierdurch den Schlitten befreit. Hierauf schließt sich der Verschluß.
- Der Fanghebel 15 kann auch als Unterb: echer verwendet werden, indem er bei seiner Abwärtsbewegung den Stollen 23 etwas vorwärts drückt, :o daß der Stangenhebel 2-t frei «-ird und den Hahn richtig fangen kann.
- Auch ist es zweckmäßig, den Schlitten 7 in :einer vordersten Lage durch eine Nase 16 des Fangliebrls 15 zu unterstützen, wodurch der Fanghebel 1 5 auch als Sicherung gegen vorzeitiges Abfeuern der Waffe dienen kann, weil er den Stollen 23 des Abzuges nur in seiner obersten Lage, also nur bei ganz geschlossenem Verschluß, freigibt.
- Der beschriebene Versclilußmechanismus hringt außer den geschilderten Vorteilen auch noch die wichtige Annehmlichkeit mit sich, daß sich der Rückstoß der ganzen Waffe in folge der guten Ausnutzung der Rücklaufenergie der beweglichen Teile, dann infolge der stufenweisen L"bermittlung des Rückstoßes an die unbeweglichen Teile schwächer und elastischer als bei nichtautomatischen oder auch bei den meisten automatischen Waffen fühlbar macht, so daß man mit einem geringeren Gewichte der Waffe auskommt bz #,v. starke Patronen bei geringerem Gewichte der Waffe verwenden kann.
Claims (3)
- PATi?NTANSPRÜCIIE: i. Selbsttätige Feuerwaffe mit kurz zurückgehendem Lauf, dadurch gekennzeichnet, (laß der Lauf (i) mit einem Stoßhebel (26, 30) auf einen Schlitten (7) wirkt, wobei die Stoßfläche (128, 130) des Stoßhebels (26, 30) von seiner Anschlagfläche (29, 31) uni den größeren Teil der ganzen Länge der Laufbewegung entfernt ist, währenddessen die Steuerfläche (9) des Schlittens (7), durch welche dieser den Verschlußkörper (j) entriegelt, von der zugehörigen Steuerfläche des letzteren um ein -Zehrfaches der Länge der Laufbewegung entfernt liegt, derart, daß der Lauf (i) mit :einer höchsten Rücklaufgeschwindigkeit dem Schlitten (7) mittels des Stoßhebels (26, 30) einen Schlag v er-.etzen und. die Riicklaufgeschwindigkeit des Schlittens (;) auf (las höchst erreichbare -Maß bringt. wobei aber der Verschlußkörper (5) erst nach Beendigung der Laufbewegung entriegelt und geöffnet wird.
- 2. Selbsttätige Feuerwaffe nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Entriegelungsfläche (9) des Schlittens (7-) in eine knieförmige Rast (I 12) übergeht, so daß der entriegelte Verschlußkörper (5-) vom Schlitten (7) schlagartig gelüftet und zurückgeworfen wird.
- 3. Selbsttätige Feuerwaffe nach den Ansprüchen i und 2, gekennzeichnet durch einen Fanghebel (15) mit drei Nasen (16, 17, 18), deren eine (16) den Schlitten (7) in seiner vordersten Lage unterstützt, die zweite (17) den Schlitten (7) in seiner hintersten Lage fängt und festhält, bis die dritte Nase (18) durch den ebenfalls hinten anlangenden Verschlußkörper (5) niedergedrückt, also die Nase (17) aus der Rast (19) des Schlittens gedrängt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK91215D DE459454C (de) | 1924-10-06 | 1924-10-07 | Selbsttaetige Feuerwaffe mit kurz zurueckgehendem Lauf |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE121840X | 1924-10-06 | ||
| DEK91215D DE459454C (de) | 1924-10-06 | 1924-10-07 | Selbsttaetige Feuerwaffe mit kurz zurueckgehendem Lauf |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE459454C true DE459454C (de) | 1928-05-08 |
Family
ID=25750838
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK91215D Expired DE459454C (de) | 1924-10-06 | 1924-10-07 | Selbsttaetige Feuerwaffe mit kurz zurueckgehendem Lauf |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE459454C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US10107577B2 (en) | 2017-03-07 | 2018-10-23 | Heckler & Koch Gmbh | Lockable self-loading firearm apparatus |
| US10203172B2 (en) | 2015-12-10 | 2019-02-12 | Glock Technology Gmbh | Pistol with a rotary barrel |
| US10209019B2 (en) | 2017-02-27 | 2019-02-19 | Glock Technology Gmbh | Pistol |
-
1924
- 1924-10-07 DE DEK91215D patent/DE459454C/de not_active Expired
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US10203172B2 (en) | 2015-12-10 | 2019-02-12 | Glock Technology Gmbh | Pistol with a rotary barrel |
| US10209019B2 (en) | 2017-02-27 | 2019-02-19 | Glock Technology Gmbh | Pistol |
| US10107577B2 (en) | 2017-03-07 | 2018-10-23 | Heckler & Koch Gmbh | Lockable self-loading firearm apparatus |
| DE102017002190B4 (de) | 2017-03-07 | 2022-01-27 | Heckler & Koch Gmbh | Verriegelbare Selbstlade-Handfeuerwaffe |
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