DE45703C - Webstuhl zur Herstellung von Geweben mit Kreuzstich- oder Halbstich-Stickerei - Google Patents
Webstuhl zur Herstellung von Geweben mit Kreuzstich- oder Halbstich-StickereiInfo
- Publication number
- DE45703C DE45703C DENDAT45703D DE45703DA DE45703C DE 45703 C DE45703 C DE 45703C DE NDAT45703 D DENDAT45703 D DE NDAT45703D DE 45703D A DE45703D A DE 45703DA DE 45703 C DE45703 C DE 45703C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- stitch
- threads
- embroidery
- loom
- cross
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Lifetime
Links
- 239000004744 fabric Substances 0.000 title claims description 3
- 238000004519 manufacturing process Methods 0.000 title claims description 3
- 238000006073 displacement reaction Methods 0.000 claims description 5
- 230000037431 insertion Effects 0.000 claims 1
- 238000003780 insertion Methods 0.000 claims 1
- 238000009941 weaving Methods 0.000 description 2
- 241001388119 Anisotremus surinamensis Species 0.000 description 1
- 210000001520 comb Anatomy 0.000 description 1
- 238000005034 decoration Methods 0.000 description 1
- 238000010586 diagram Methods 0.000 description 1
- 230000001788 irregular Effects 0.000 description 1
- 239000000463 material Substances 0.000 description 1
Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D03—WEAVING
- D03D—WOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
- D03D31/00—Lappet, swivel or other looms for forming embroidery-like decoration on fabrics
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Looms (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 86: Weberei.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. März 1888 ab.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine.n Webstuhl, welcher die Halb- und Kreuzstich-Canevas-Stickerei
auf mechanischem Wege zur Ausführung bringt, und zwar so, dafs der netzartige Untergrund, auf welchem mit der
Hand gestickt wird, nach dieser Erfindung gleichzeitig mit dem Halb- oder Kreuzstich gewebt
werden kann.
Erreicht wird die mechanische Herstellung dieser Halb- und Kreuzstich-Stickerei dadurch,
dafs bei dem Weben eine Theilung der Kettenfäden stattfindet.
Die das sogenannte Fach bildenden Fäden laufen in gewöhnlicher Weise vom Kettenbaum
oder von Kettenspulen ab und geben das Muster, dieselben sollen deshalb Musterfäden
genannt werden. Sie allein bilden den Haibund Kreuzstich, während in dem Fache eine
Anzahl Kettenfadenspulen angebracht ist, die im Verein mit dem Schufs den Untergrund
oder den Canevas herstellen. Durch Heben und Senken der Musterfäden und regelmäfsige
oder unregelmäfsige seitliche Verschiebung der im Fache angebrachten Kettenfadenspulen, bald
nach der einen, bald, nach der anderen Seite, findet eine schräge, einfache oder kreuzweise
Umschlingung des im Fache liegenden Kettenfadens statt, je nachdem ein Musterfaden zu
Halbstich oder zwei Musterfäden zu Kreuzstich gehoben werden; dadurch aber wird ein
der Canevas-Handstickerei gleiches oder ähnliches Product geschaffen.
Der Vortheil gegen die Handstickerei liegt aufserdem noch darin, dafs das mittelst des
vorliegenden Webstuhles hergestellte Gewebe einen vollständigen Abschlufs auf den Seiten
besitzt, während die Handstickerei diesen nicht haben kann, da man bei dieser stets einen
Rand von Canevas unbestickt lassen mufs. Ferner gestattet die Erfindung, alle möglichen
Variationen durch den Schufs anzubringen und den Abschlufs auf beiden Seiten mit Fransen,
Schlingen, Bommeln und anderen Verzierungen auszustatten, was bei der Canevas-Stickerei unmöglich
ist.
Dabei kann der Rahmen, welcher die im Fache gelagerten Kettenfadenspulen trägt, auch
noch eine auf- und abgehende Bewegung erleiden, um den von diesen Spulen ablaufenden
Faden aus der Schützenbahn herauszubringen und letztere für das Durchschiefsen des Schützens
freizumachen.
In Fig. ι ist die allgemeine Anordnung der Haupttheile eines Webstuhles dargestellt, um
die Hinzufügung des Apparates, durch welchen die Canevas-Stickerei bewirkt wird, zu
veranschaulichen.
Γ ist der Kettenbaum, 2 der Waarenbaum, 3, 3 sind die Schäfte zur Fachbildung und 4
ist die Lade, d d sind die vom Kettenbaum 1 ablaufenden, das Fach bildenden Musterfäden,
während 5 der Apparat ist, von dessen Spulen die Fäden b ablaufen.
Die Anordnung des Apparates 5 ist in Fig. 2 in Seitenansicht, in Fig. 3 in Endansicht und
in Fig. 4 in Grundansicht dargestellt. In diesen Figuren bedeuten wiederum d die vom Kettenbaum
ablaufenden, das Fach bildenden Musterfäden und 4 die Lade. Die Spulen oder Rollen α tragen die Fäden b. Die Spulen a
sitzen lose mit ihren centralen Oeffnungen auf den Zapfen c, welche seitlich von den senk-
rechten Stäben e eines Rahmenwerkes abstehen. Die Entfernung zwischen zwei Zapfen c
ist so bemessen, dafs, wenn eine Spule oder Rolle α seitlich von einem Zapfen c abgeschoben
wird, sie bereits auf den Nachbarzapfen c aufgeschoben ist, ehe sie den ersten
Zapfen verläfst. Die Verschiebung wird durch senkrechte Stangen ff bewirkt, welche von
einer verschiebbaren Platte g vorstehen. Die senkrechten Stangen ff können auch nach
oben verlängert und oben in einer zweiten Platte g befestigt sein, so dafs sie mit den
beiden Platten g g einen Rahmen bilden. Die eine der Platten g ist durch Zugstange bei h
mit einem Excenter, einer Kurbel oder irgend einem durch den Webstuhltrieb in Bewegung
gesetzten Theil verbunden, so dafs die Verschiebung der Platte g in der einen oder
anderen Richtung eine Verschiebung der Spulen oder Rollen α zur Folge hat. Diese Verschiebungsbewegung
ist so bemessen, dafs sie mit der Fachbildung alternirt, so dafs also diese
beiden Bewegungen zusammen eine Umschlingung bei beiden Fäden b und d zur Folge
haben, welche, wenn sie in regelmäfsiger Weise vor sich geht, eine Nachbildung der Canevas-Handstickerei
herbeiführen, wie sie im Grundrifs Fig. 4 angedeutet ist. Die Spulen oder Rollen α können in bekannter Weise mit
Bremsvorrichtungen in Gestalt von Gewichten, Federn oder dergleichen Mitteln ausgestattet
sein, um die Kettenfäden gespannt zu erhalten.
Die Nachbildung der Canevas-Stickerei wird dadurch bewerkstelligt, dafs, nachdem Röllchen
α mit Faden b auf den rechten Zapfen c gestellt ist, folgende Bewegungen vor sich
gehen:
1. Bewegung: Ein Faden d wird aus seiner unteren Lage gehoben, so dafs er höher als
Röllchen α mit Faden b zu stehen kommt.
2. Bewegung: Röllchen α wird mittelst Stange f von rechts auf den linken Zapfen c
geschoben.
3. Bewegung: Der zweite Faden d, wenn es Kreuzstich sein soll, wird wie bei 1. gehoben.
4. Bewegung: Der Schufsfaden wird zwischen d und b gebracht und angeschlagen.
5. Bewegung: Der erste Faden d fällt in seine frühere Lage nach unten.
6. Bewegung: Das Röllchen α rückt vom linken auf den rechten Zapfen c.
7. Bewegung: Der zweite Faden fällt wie der erste bei 5.
Hiernach wiederholen sich die Bewegungen von ι. an. Bei Halbstich ist nur ein Faden d
vorhanden, es fällt dann hierfür Bewegung 3. und 7. aus.
Alle Fäden, welche nicht gebraucht werden, bleiben unten liegen. Diese Zahl ist unbeschränkt
und dem Muster angemessen, deshalb können die vielfältigsten Muster mit jedem Material unter den gewöhnlichen Vorrichtungen
mittelst Jacquard-Maschine oder auch nur
Kämmen gebildet werden.
Es ist nicht ausgeschlossen, den Apparat 5, anstatt wie in Fig. 4 in gerader Linie, wie im
Diagramm Fig. 5 in gebogener oder gebrochener Linie anzuordnen, um eine zu grofse Spannung
der Ketten- und Musterfäden b und d an dem Punkt x, Fig. 4, wo dieselben den
Kamm i des Apparates 5 verlassen, bei gerader Anordnung des Apparates zu vermeiden.
Es kann sich auch empfehlen, den Apparat 5 durch Gegengewicht ausgeglichen aufzuhängen,
wie in Fig. 1 angedeutet ist, und dem Rahmenwerk dieses Apparates eine auf- und abgehende
Bewegung zu ertheilen, dergestalt, dafs die Fäden b der Spulen α entweder gehoben oder
gesenkt sind, wenn der Schützen das Fach durchschiefst, da die Mittellage der Fäden b
im Fache den freien Flug des Schützens verhindern bezw. beeinträchtigen kann.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Webstuhl, auf welchem die gleichzeitige Herstellung eines Grundgewebes und einer dasselbe bedeckenden Kreuzstich- oder Halbstich-Stickerei dadurch bewirkt wird, dafs auf schmalen Spulen (a) enthaltene Grundfäden (b) von Musterfäden (d), die in gewöhnlicher Art aufgebäumt sind, umwickelt werden unter abwechselnder Fachbildung dieser Musterfäden, Querverschiebung der Kettenfadenspulen und Eintragen von Grundschufsfäden.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE45703C true DE45703C (de) |
Family
ID=320855
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT45703D Expired - Lifetime DE45703C (de) | Webstuhl zur Herstellung von Geweben mit Kreuzstich- oder Halbstich-Stickerei |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE45703C (de) |
-
0
- DE DENDAT45703D patent/DE45703C/de not_active Expired - Lifetime
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE3344278A1 (de) | Verfahren und textilmaschine zur herstellung von bestickten stoffen | |
| DE45703C (de) | Webstuhl zur Herstellung von Geweben mit Kreuzstich- oder Halbstich-Stickerei | |
| DE1960871A1 (de) | Kettenwirkmaschine | |
| DE2227490A1 (de) | Vorrichtung zur Erreichung der Steuerung der Bewegungen des Fadenführorgans bei einer Textilmaschine | |
| DE62755C (de) | Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von plüschartiger Waare auf Häkelgalonmaschinen oder Kettenwirkstühlen | |
| DE3707139C2 (de) | ||
| DE616874C (de) | ||
| DE2406172A1 (de) | Verfahren und einrichtung zur herstellung von kleidungsstuecken aus einander benachbarten warenbahnen mittels verbindungsfaeden waehrend der herstellung dieser warenbahnen | |
| DE42835C (de) | Webstuhl für Sammtgewebe (z. B. Smyrna-Teppiche) | |
| DE35346C (de) | Webstuhl zur Herstellung von gemusterten Plüschteppichen mit der in Patent 24 474 geschützten Verschiebung der Nadelhalter in Verbindung mit einer Jacquard-Einrichtung | |
| DE573015C (de) | Vorrichtung fuer Rutenwebstuehle zum Herstellen von Kettenflorgeweben | |
| DE2162786C3 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Doppel-Florgewebe | |
| DE553898C (de) | Vorrichtung zur Herstellung eines Rutengewebes | |
| AT138981B (de) | Schaftmaschine. | |
| DE141414C (de) | ||
| DE3041874C2 (de) | ||
| DE14410C (de) | Neuerungen an Webstühlen | |
| DE1862C (de) | Neuerungen an Webestühlen zur Verstellung figurirter gazebindiger Gewebe | |
| DE26592C (de) | Maschine zur Fabrikation von Fischernetzen | |
| DE296732C (de) | ||
| DE606160C (de) | Strickmaschine, insbesondere Rundstrickmaschine, mit einer Vorrichtung zum Verstricken von Kettenfaeden | |
| DE445097C (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Formgeweben | |
| DE62378C (de) | Jacquardmaschine mit zwei Kartenprismen | |
| DE73124C (de) | Florkettenregulator tür Webstühle zur Herstellung von gemustertem Doppelplüsch | |
| DE18096C (de) | Webstuhlgeschirr für Damastgewebe zur Fachbildung mit ungekreuzten Kettenfäden |