-
Verfahren zum Pasteurisieren von insbesondere gashaltigen Flüssigkeiten.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zum Pasteurisieren von Flüssigkeiten,
die Gasarten enthalten, «-elche bei der Erwärmung abgegeben werden, von denen es
aber erwünscht ist, daß die Flüssigkeiten sie nach dem Pasteurisieren in einer und
derselben Menge wie vorher enthalten. Unter diesen Flüssigkeiten kommt insbesonder
e Bier in Betracht. Ferner betrifft die Erfindung geeignete Vorrichtungen zur Ausführung
des Verfahrens.
-
Bekanntlich wird Bier nach seinem Abzapfen auf Flaschen pasteurisiert,
und besonders, wenn es exportiert werden soll, ist es von großer Bedeutung, daß
die Pasteurisierung vollkommen ist.
-
Da das Volumen der Flüssigkeit sich während des Pasteurisierens sogar
recht erheblich ausdehnt, können die Flaschen, in denen die Flüssigkeit pasteurisiert
wird, nicht vollständig gefüllt sein. Diese Tatsache verursacht verschiedene Unannehmlichkeiten.
Die im Flaschenhalse befindliche kleine Luftmenge bewirkt erstens, daß die Flüssigkeit
beim Versand in den Flaschen geschüttelt werden kann, «-as im allgemeinen unerwünscht
und für Flüssigkeiten, die wie Bier absorbierte Gasarten enthalten, sogar sehr schädlich
ist, und «-as viel schlimmer ist: diese kleine Luftmenge läßt sich - jedenfalls
mit den in den Brauereien gewöhnlich verwendeten Pasteur isierungsvorrichtungen
- nicht vollkommen sterilisieren. ,je größer die Luftmenge im Flaschenhalse ist,
um so größer ist die Gefahr für die Haltbarkeit des Bieres.
-
Die Erfindung hilft diesen Mängeln vollständig ab, indem man erfindungsgemäß
die Flüssigkeit auf die Pasteur isierungswärme in Behältern mit dehnbaren Wänden
erwärmt, welche Behälter vor dem Pasteurisieren praktisch genommen vollständig mit
der Flüssigkeit gefüllt werden, wobei sie nach der auf das Pasteurisieren folgenden
Abkühlung einem Außendruck ausgesetzt «=erden, um das Volumen der Behälter auf die
ursprüngliche Größe zurückzubringen.
-
Wenn die Erwärmung vorüber ist und die Kühlung eintritt, wird das
Flüssigkeitsvolumen auf seine ursprüngliche Größe zurückgehen; da aber das im erweiterten
Behälter hierdurch entstehende Vakuum in der Regel nicht ausreicht, um den Behälter
auf sein ursprüngliches Volumen zurückzubringen, so wird der Behälter nach sler
Abkühlung nicht ganz mit der Flüssigkeit gefüllt sein, sondern oben einen kleinen,
mit Gasarten und Dämpfen von der im Behälter befindlichen Flüssigkeit gefüllten
Raum besitzen.
-
Da die Flüssigkeit in dem Behälter versandt werden soll, in welchem
das Pasteurisieren stattgefunden hat, so muß man aus folgenden Gründen den kleinen
Luftraum oben im Behälter entfernen: z. um zu erzielen, daß die Flüssigkeit nicht
während des Versandes schüttelt, :2. um zu verursachen, daß die Flüssigkeit
die
ganze Menge der während des Pasteurisierens abgegebenen Gasart wieder absorbiert
und 3. weil der erweiterte Behälter eine weit geringere Widerstandsfähigkeit äußeren
Einflüssen gegenüber hat, wenn er mit einem Gemisch von Flüssigkeit und Gasart gefüllt
ist, als wenn er vollständig mit Flüssigkeit gefüllt ist.
-
Erfindungsgemäß wird der kleine Luftraum, wie erwähnt, dadurch entfernt,
daß der erweiterte Behälter einem Außendruck ausgesetzt wird, der das Volumen des
Behälters auf seine ursprüngliche Größe zurückbringt.
-
Wenn dies geschehen ist, ist die pasteurisierte Flüssigkeit in einem
Behälter eingeschlossen, der vollständig mit Flüssigkeit gefüllt ist, welche Flüssigkeit
die volle in der nicht pasteurisierten Flüssigkeit enthaltene Menge von Gasarten
enthält.
-
Erfindungsgemäß verwendet man zur Durchführung des Verfahrens Behälter,
in denen ein oder mehrere Teile der Wände aus w eicherem oder dünnerem Material
sind als der ' Rest, so daß diese Teile Bewegungen ausführen können, die das Volumen
des Behälters vergrößern und ihn später auf das ursprüngliche Volumen zurückführen.
-
Verfahren, gashaltige Flüssigkeiten in Behältern mit ausdehnbaren
Wänden zu pasteurisieren, die nach dem Abkühlen wieder auf ihr ursprüngliches Volumen
zurückgehen, -ind bereits bekannt. Bei den bekannten Verfahren bedient man sich
jedoch Behälter mit Wänden aus elastischen oder metallischen Membranen oder Behältern,
die mit beweglichen Schließorganen oder beweglichen Stempeln o. dgl. ausgestattet
sind.
-
Nach der Erfindung werden Behälter mit sich ausdehnenden Wänden angewendet,
die sich also in fester Verbindung mit dein übrigen Teil des Behälters befinden.
Pfropfen, Stempel oder ähnliche Mittel anzuwenden,'wie sie in den bekannten Verfahren
und Einrichtungen im Verhältnis zu dem übrigen Behälter beweglich angebracht sind,
ist selbstverständlich komplizierter und unzuverlässiger, als (lern Behälter als
Ganzes eine solche Form zu geben, daß ein Teil, der in fester Verbindung mit dem
übrigen Teil des Behälters ist, sich ausdehnen und wieder in seine ursprüngliche
Stellung zurückgehen kann. Durch Anwendung eines äußeren Druckes ist die Gewähr
gegeben, daß der Raumgehalt des Behälters auf seine ursprüngliche Größe zurückgeht.
-
Auf der Zeichnung sind eine Ausführungsform derartiger Behälter und
eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Anlage dargestellt.
-
Abb. r ist eine Seitenansicht der Anlage mit einer Seitenwand, teilweise
entfernt, so claß man einen ausdehnbaren Behälter mit seinem. kleinsten Volumen
sieht.
-
Abb.2 zeigt einen ausdehnbaren Behälter bei seinem größten Volumen.
-
Abb. 3 ist eine Endansicht der Anlage nach Abb. r, und Abb. 4 ist
ein Grundriß derselben.
-
In der dargestellten Ausführungsform besteht der ausdehnbare Behältera
aus einer Metallflasche, deren Boden aus weicherem oder dünnerem Metall ist als
der Rest der Flasche. Wenn der in der Flasche vorhandene Druck dem kalten Zustand
entspricht, d. h. bei gewöhnlicher Temperatur, ist der Boden b1 der Flasche nach
innen gewölbt; zufolge seiner Dünnheit oder Weichheit im Verhältnis zu den anderen
Teilen der Flasche kann er sich aber nach außen biegen (b= in Abb. 2), wenn der
Innendruck während des Pasteurisierens steigt.
-
Man kann z. B. die Flasche aus Aluminium herstellen, wobei die Flasche
selbst aus härterein, der Boden aus weicherem Aluminium besteht.
-
Wenn solche Flaschen mit einem Volumen - von etwa 25 1 ausgeführt
werden, können sie wirtschaftlich mit den gewöhnlichen Glasflaschen konkurrieren,
indem sie dann so billig ausgeführt werden können, daß sie nicht brauchen an die
Brauereien bzw. an andere Fabriken, wo Flüssigkeiten pasteurisiert werden, zurückgesandt
zu werden. Ferner wird, wie oben erwähnt, die pasteurisierte Flüssigkeit weit mehr
haltbar und weit besser aufgehoben, als wenn die Pasteurisierung in Behältern (z.
B. Flaschen) stattgefunden hat, wo ein kleiner Luftraum notwendig vorhanden sein
muß.
-
Man kann vielerlei Vorrichtungen zum Pasteurisieren der Flüssigkeit
in Behältern mit ausdehnbaren Wänden sowie vielerlei Vorrichtungen zur Ausübung
des äußeren Drucks auf die Behälter nach dem Pasteurisieren verwenden. Dieser Druck
kann z. B. ein hydraulischer Druck sein, der unmittelbar auf den Behälter ausgeübt
wird. Auch braucht der Behälter keine Flasche mit beweglichem Boden zu sein, indem
auch andere Teile des Behälters beweglich sein können. Die Behälter können auch
dem Außendruck dadurch ausgesetzt werden, daß bei der Abkühlung ein verkleinerter
Innendruck hervorgerufen wird. Die im folgenden beschriebene Anlage ist deshalb
nur eine unter vielen, d-ie zur Durchführung des Verfahrens benutzt werden können
und eignet sich besonders, wenn man die erwähnten Behälter mit beweglichem Boden
benutzt.
-
In der gezeigten Ausführungsform besteht die Anlage aus einem an sich
bekannten Pasteurisierungsgefäß h, wozu warmes Wasser zur Erzeugung der Pasteurisierungstemperatur
und
kaltes Wasser zum Kühlen geleitet werden kann. Das Gefäß ist in miteina-vIer verbundene
Räume geteilt, in welche, die ausdehnbaren Flaschen angebracht sind.
-
Erfindungsgemäß ist in jedem dieser Räume mitten auf dessen Boden
ein Sockel c angeordnet, auf welchem die Flasche mit ihrem Bollen ruht, so daß der
Boden ungefähr an (1(#r Mitte unterstützt wird. Zwischen je zwei Flaschenreihen
im Gefäß erstreckt sich über dem letzteren ein Baum d, längs welchem ein nach beiden
Seiten des Baumes ausschwingbarer Hebel e verschiebbar ist. Die Flaschen a sind
durch einen aufgeschraubten Deckel g mit den nötigen Dichtungen geschlossen. Wenn
die Pastetirisierung beendet ist, und die Flaschen somit die in Abb. a dargestellte
Form haben, werden sie attihr ursprüngliches Volumen dadurch zurückgeführt, daß
der Hebel c über iede einzelne Flasche geschoben und durch Handkraft oder mechanisch
gegen den Deckel, gedrückt wird, welcher Druck in Verbindung mit der Reaktion vom
Sockel c den nach außen gewölbten Boden b-' in die nach innen gewölbte Lage bl zurückbringt,
so (laß (las Volumen der Flasche seine ursprüngliche Größe annimmt.
-
Der Hebel e kann einen besonderen Teil f besitzen, der (las Eingreifen
des Hebels mit (lein Deckel sichert.