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Verfahren zur Herstellung von Produkten aus plastischen Stoffen, insbesondere
Biskuitgebäck und ähnlichen Eßwaren, durch Schneid- und Prägewerkzeuge. Die Priorität
der Anmeldungen in England vom 4. Juni und 13. Dezember 1924 ist in Anspruch geno
mmen. Die Erfindung bezieht sich auf diejenige Art der Herstellung von Biskuitgebäck
und ähnlichen Eßwaren (wie Zuckerplätzchen sowie von Lehmziegeln und anderen Gegenständen
dieser Art), bei der eine plastische NZasse in Blattform gepreßt und geschnitten
wird, und zwar auf die Herstellung mittels Schablonenmesser, in denen Druckblöcke
oder Stempel arbeiten.
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Die Erfindung will dieseHerstellungsweise durch ein Verfahren verbessern,
demzufolge auf die blattförmige Masse das Messer zunächst nur bis zu einem gewissen
Grad zur Wirkung gebracht wird und dann erst der Druckblock oder Stempel. Bei solchem
Vorgehen wirkt das Schablonenmesser hinreichend begrenzend auf die Masse, so daß
ein untunliches Ausbreiten derselben vermieden wird, wogegen die gewünschte Formgebung
erst durch den Druckblock oder Stempel erfolgt.
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Nach diesem begrenzten bzw. teilweisen Schneiden kann man das Messer
und den Druckstempel Relativbewegungen verschiedener Art gegeneinander ausführen
lassen zwecks Loslösens der Biskuits o. dgl., die an den Druckstempeln hängenbleiben
wollen.
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Ein Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die unterbrochene Schneidbe"vegung
erst dann wiederaufgenommen wird, wenn der
Druckblock oder -stempel
zum Anhalten gekommen ist, zu welchem Zeitpunkt alles überstehende Material über
die Schneidkante .der Messer hinausgeschoben ist.
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Zur Ausführung der Erfindung kann man sich irgendwelcher Stempel-
und Messerköpfe und eines Getriebes, das die vorstehend angegebenen Bewegungen bewirkt,
bedienen, doch erscheint es vorteilhaft, dem Messerkopf seine Bewegung durch den
ihn begleitenden Kopf der Druckstempel zu erteilen, die beide federnd miteinander
verbunden sind, und mit dem Messerkopf ein Getriebe zu verbinden, daß die oben bezeichneten
Bewegungen herbeiführt.
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Eine Schneid- und Preßvorrichtung gemäß der Erfindung ist auf der
Zeichnung in einer beispielweisen Ausführungsform dargestellt, und zwar zeigt Abb.
i eine Vorderansicht mit teilweisem Schnitt der in ihren wesentlichen Teilen dargestellten
Vorrichtung, Abb. 2 eine Stirnansicht zu Abb. i mit teilweisem Schnitt, Abb. 3 dieselbe
Stirnansicht unter Fortlassung einiger Teile zur besseren Verdeutlichung, Abb. q.
eine Zusammenstellung von fünf schematischen Ansichten mit teilweisen Schnitten,
welche die dargestellten Einzelteile der Vorrichtung in den weiter unten zu dein
in Abb.5 gegebenen Schaubild erläuterten Stellungen zeigt, Abb.5 das eben erwähnte
Schaubild der Bewegungsvorgänge von Messer und Stempel. Abb. 5a, 5b und 5c sind
abgeänderte Ausführungen zu Abb. 5 und dienen zur Erläuterung der Abb. 6, 7, B.
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Abb. 6, 7 und 8 sind abgeänderte Ausführungen zu Abb. q..
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Zufolge dem durch Abb. i bis 5 veranschaulichten Beispiel kommen Druckstempel
a zur Anwendung, die am Rand bei b einen Ausschnitt haben, um aus dem Teil Biskuits
mit hochstehenden Rändern oder mit Mittelteilen, die dünner sind als die Randpartien,
zu erzeugen. Diese Druckstempel a sind in Schablonenmessern c der bekannten Art
so angebracht, daß sie zu keiner Zeit darüber hinausragen. In der Lage Abb. q.a
bei Beginn einer Bewegungsperiode haben die Stempel a ihren Höchstabstand von den
Kanten der Messer c, wobei sie Löcher d in der Messerwandung freilegen. Die eigentlichen
Stempel a können ohne Rücksicht auf die Druckflächen gleichmäßigen Querschnitt haben
und durch Löcher in einem Messerkopf f hindurchgehen, deren Form mit derjenigen
der Messer c übereinstimmt, und können an einem Kopf g befestigt werden, der seinerseits
an einem Balken h sitzen oder selbst als solch ein Balken ausgebildet sein kann,
der in der erforderlichen Weise in Bewegung gesetzt wird, wozu die Arme i dienen.
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Der Kopf f für die Messer (Abb. 3) kann von dem Kopf g oder Balken
h für die Druckstempel a durch kräftige Federn j (Abb. i) getrennt sein,
so daß sie sich nur dann synchron bewegen, wenn nicht durch besondere Mittel die
Bewegung aufgehalten oder geändert wird.
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Wie dargestellt, ist der Messerkopf f durch Säulen k mit der Plattem
verbunden, deren Ansätze n in Führungen o des Balkens h
laufen und
an Spindeln p mit Gewindeköpfen angefügt sind, die durch den Balken h und durch
die Federn j hindurchgehen.
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Die Spindeln p sind mit ihren oberen Enden an einem Balken r befestigt,
der mit einem Paar beweglicher Platten s versehen ist, die je von einer Nockenscheibe
t angetrieben werden, die ihrerseits ihren Antrieb von einem Winkelräderpaar u erhalten.
Ein Winkelräderpaar v am Balken. r ermöglicht die Einstellung dieses Balkens mit
der Hand gegenüber den Teilen f, g; h. Mit w sind einstellbare Feststellmuttern
bezeichnet, die dazu dienen, die Lage des Kopfes f zum Kopf g festzulegen.
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Die ganze Anordnung ist derart, daß, ausgehend von der bei Abb. q.a
gezeigten Anfangslage der Teile, die Messer c und die Druckstempel a zusammen auf
das Teigblatt x zugehen, wobei keine Relativbewegung zwischen den Messern und den
Stempeln stattfindet, bis die Messer bis zu einem bestimmten Grad in den Teig eingedrungen
sind (Abb. q.b) und dann von den Nockenscheiben t angehalten werden, während die
Stempel a ihren Weg fortsetzen. Die zwischen diesen Teilen befindliche Luft entweicht
dabei durch die Löcher d". Wenn die Druckstempel a am Ende ihres Hubes ankommen
(Abb. 4c), werden die Messer c von den Nockenscheiben t freigegeben und vollenden
ihren Hub rasch unter der Wirkung der Federn j (Abb. 4d), worauf die Druckstempel
a
ihren Rückhub antreten, bei dessen Ausführung die Messer sich nicht bewegen,
bis die ursprüngliche Ausgangsstellung der Messer c relativ zu den Stempeln a wieder
erreicht ist (Abb. 4e), worauf die Messer und die Stempel gemeinsam in die Ausgangslage
zurückgehen.
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Diese Bewegungsverhältnisse sind durch das Diagramm (Abb.5) verdeutlicht,
worin die Abszisse die Zeit und die Ordinate dve zurückgelegten Wege angibt. Dabei
ist zu beachten, daß die Nockenscheiben t während eines Doppelhubes der Maschine
eine vollständige Umdrehung machen, und daß die Nockenscheiben in Abb. i und 2 in
der Lage
gezeichnet sind, die dem Zustand im Augenblick 7 der Abb.
5 entspricht.
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Vom Zeitpunkt r bis zur Mitte zwischen den Punkten 5 und 6 entsteht
keine Relativbewegung zwischen den Messern und den Druckstempeln, «-o dann die ersteren
von den Nockenscheiben angehalten werden. Dieses Anhalten dauert bis zum Zeitpunkt
7, wo die Nocke eingreift, auf der die Platten s laufen.
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Die Einstellung der Muttern w und die Tiefe des Absatzes der Nockenscheiben
t sind so gewählt, daß im Zeitpunkt 7 die Messer c von dem Tisch y angehalten werden,
auf dem das Teigblatt x liegt, so daß nun ein Zwischenraum zwischen den Muttern
w und dem Balken li entsteht, der gerade genügt, um die Messer bis zur Mitte zwischen
den Zeitpunkten 8 und 9 festzuhalten, wo sie sich dann wieder gemeinsam mit den
Stempeln a bewegen.
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Der Balken 1a ist mit Zapfen hl- dargestellt, die durch Gleitstücke
lzz hindurchgehen, an deren einem ein Zapfen für gewöhnlich festgemacht ist, z.
B. durch den mittels einer Schraube verstellbaren Stift 10 (Abb.2). Diese Anordnung
ist so, daß, wenn die Zapfen frei sind, die verschiedenen Balken und Köpfe um die
Zapfen geschwungen werden können, damit man die Messer und die Druckstempel nachsehen
und reinigen kann.
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Aus der vorstehenden Beschreibung geht hervor, daß verschiedene Ausführungsmöglichkeiten
bestehen; z. B. kann man, bevor das -Messer c vorrückt, um das begrenzte Teigstück,
wie beschrieben, abzutrennen, auf die Stellung Abb. ,4c die Stellung Abb. 6a folgen
lassen" bei der der Stempel a etwas zurückgenommen ist. Dadurch wird jegliche Neigung
des Teigstückes zum Anhaften am Stempel a überwunden, die dagegen auftreten würde,
wenn der Stempel a seine vorherige Lage beibehielte.
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Die Stellung Abb.6b zeigt in der geänderten Ausführung die Lage der
Abb. ¢d. Die Stellungen sind in Abb. 4e und Abb. 6c dieselben.
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Das Diagramm Abb. 5a zeigt in größerem Maßstab als Abb. 5 angenähert
die erforderlichen Bewegungen.
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In ähnlicher Weise kann gewünschtenfalls beim Hochgehen des Messers
c dem Stempel a eine Vorwärtsbewegung relativ zum Messer c gegeben werden, so daß
er als Ausstoßkolben wirkt, falls das abgetrennte Teigstück an diesen Teilen hängenbleibt.
Diese Bewegung kann entweder dadurch erzielt werden, daß man den Stempel d feststehend
macht, -während das Messer c zurückgeht, oder das Messer c nach seinem Rückgang
von der Teigfläche hinweg feststellt und dann den Stempel a vorgehen läßt. Im ersteren
Fall folgt auf die Lage Abb. q.d die Lage Abb. 7, die im Diagramm Abb.5b angegeben
ist, während im zweiten Falle auf die Lage Abb. q.d die Lage Abb.8 folgt, die im
Diagramm Abb. 5c angegeben ist.