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Einrichtung zur Herstellung von Verdünnungen (Dilutionen). Die Erfindung
betrifft eine Einrichtung zur Herstellung von Verdünnungen (Dilutionen) im allgemeinen
und im besonderen von solchen zur Anfertigung homöopathischer Heilmittel, bei welchen,
-,crie man jetzt weiß, die sogenannten Dvnamisierungseffekte eine wesentliche Rolle
spielen.
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Die Erfindung besteht im wesentlichen aus einem Flaschenträger oder
einem Träger für einen beliebig anderen Behälter zur Herstellung
der
Verdünnungen, welcher in einem geeigneten Gestell beweglich so angeordnet ist, daß
er abwechselnd Drehbewegungen und hin und her gehende Bewegungen ausführt, welche
vereint eine energische Schüttelung der Flasche und ihres Inhaltes zur Folge haben.
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Diese verschiedenen Bewegungen können von einer einheitlichen Hauptwelle
abgeleitet werden, welche ihrerseits durch einen Elektromotor z. B. getrieben wird
und auf welcher eine Doppelkupplung bekannter Art angebracht ist. Diese setzt entweder
ein Schneckenrad nebst endloser Schraube zur Erzeugung der umdrehenden Bewegung
des Flaschenträgers oder eine Daumenscheibe in Tätigkeit, die im Verein mit einer
Rückzugsfeder die hin und her gehenden Bewegungen hervorbringt.
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Der bewegliche Flaschenträger ist außerdem mit einer Vorrichtung zum
hermetischen Verschließen der Flasche versehen, welche an den hin und her gehenden
- nicht aber an den drehenden - Bewegungen des Flaschenträgers teilnimmt. Die Mündung
der Flasche stellt sich unterhalb des Verschlusses dann ein, wenn die Schüttelbewegung
der Flasche eingeleitet werden soll. .
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Die Schaltung der Doppelkupplung bewirkt abwechselnd die Drehbewegungen
und die hin und her gehenden Bewegungen des Flaschenträgers. Die Steuerung der Ventile
der Füllvorrichtung und die Einstellung des Auffang-oder Sammelbehälters für die
Dilutionen kann elektrisch mit Hilfe von Elektromagneten geschehen, die im geeigneten
Moment erregt werden oder deren Erregung durch drehbare Schleifkontakte unterbrochen
wird, die sich entsprechend der Anzahl der Touren des Elektromotors oder einer beliebigen
anderen Antriebsvorrichtung umdrehen.
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Auf den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Abb. i ist ein Grundruß der Einrichtung unter Wegfall der Einfüllvorrichtung.
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Abb. 2 ist eine Seitenansicht, aus der im besonderen der Antrieb der
Hauptwelle und die Doppelkupplungen ersichtlich sind.
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Abb. 3 ist eine um 9o° versetzte teilweise Ansicht der Abb. 2 mit
Schnitt durch die Flasche, ihres Behälters und der Verschließvorrichtung während
der Rüttelbewegungen. Dieser Schnitt ist entsprechend einer schrägen Ebene, welche
einen Winkel von 3o bis 430 in bezug auf die senkrechte Ebene bildet, ausgeführt.
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Abb. .4 ist ein senkrechter, zu Abb. zum 900
versetzter Schnitt
und zeigt außer den Einzelheiten des Flaschenträgers und seines Antriebes die Einfüllvorrichtung
und die Vorrichtung zum Sammeln oder :Auffangen der fertiggestellten Dilutionen.
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Abb. 5 zeigt schematisch die elektrischen Verbindungen der Elektromagnete
zur Ingang-Setzung der Einrichtung. Dieses Schema ist nur beispielsweise angegeben
und bildet nicht Gegenstand der Erfindung.
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Die Flaschen, welche beispielsweise die in den Abbildungen mit A bezeichnete
Form besitzen können, sind in einem Kasten i eingeschlossen, der am Ende einer Stange
2 angebracht ist, welche eine drehende und eine hin und her gehende Bewegung ausführt
und in einer Führung 3 im Innern des Gestelles :4 gelagert ist.
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Die Stange 2 ist am hinteren Ende bei 2' kantig ausgebildet und trägt
eine Endplatte 5, gegen welche sich eine Daumenscheibe 6 der Welle 7 anlegt. Dieser
kantige oder prismatische Teil 2' der Stange 2 geht frei beweglich durch ein Schneckenrad
8 hindurch, welches mit einer endlosen Schraube 9 einer Welle io in Eingriff steht.
Zwischen das Schneckenrad 8 und die Scheibe 5 ist eine Feder ii herumgelegt, welche
in eine Nut 5' der Scheibe 5 eingreift und ständig das Schneckenrad 8 nach links
drückt.
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Eine Feder 12 umgibt die Stange 2 innerhalh ihres Lagers 3 und legt
sich gegen einen ver= stärkten Teil 2" derselben, so daß diese sich in Richtung
des Pfeiles f zu verschieben bestrebt ist. Auf das dem Kasten 'i benachbarte Ende
der Stange 2 ist ein Trägerarm 13 aufgesetzt, welcher zwischen zwei festen Scheiben
1.4, die durch Stifte 15 mit der Stange 2 verbunden sind, liegt, so daß der Arm
13 an allen hin und her gehenden Bewegungen der Stange 2 teilnimmt. Durch das andere
Ende 13' des Trägerarmes 13 geht ein Stift 16, der fest mit dem Gestell 4 verbunden
ist und. den Trägerarm 13 daran verhindert, sich an den Drehbewegungen der Stange
2 zu beteiligen. Auf der Welle 7 der Daumenscheibe 6 sitzt eine Klauenkupplung 21
fest auf, welche mit einer Gegenkupplung 23 in Eingriff treten kann, die auf dem
kantigen Teil 22' der Welle 22 verschiebbar ist. Die Welle 22 ruht in Lagern 24.
und wird durch einen Elektromotor 25 unter Vermittlung eines Riemens'26 und einer
Seheibe 27 getrieben. Die Welle io der endlosen Schraube 9 kann durch die Welle
22 unter Vermittlung eines Zahngetriebes 28 und eines Kupplungsteiles 29 in Umdrehung
versetzt werden. Dieser Kupplungsteil 29 sitzt auf der Welle 22 und kann in Eingriff
mit dem Kupplungsteil 23 gebracht werden. Der Eingriff des, Kupplungsteiles 23 mit
dem Kupplungsteil 21 oder mit dem Kupplungsteil 29 erfolgt durch einen Hebel 30,
welcher bei 31 drehbar ist, und durchzweiElektromagnete 32 bis 33, welche abwechselnd,
sobald sie erregt sind, das untere Ende des Hebels 30 anziehen. Auf die Welle
22 ist ein Zahnrad 34. aufgesetzt, welches mit einem Zahnrad 35 der Welle 36 einer
endlosen Schraube 37 kämmt, welche letztere ihrerseits mit einem Zahnrad 38 in Eingriff
steht, auf welches kreisbogenförmige, unter sich isolierte Kontakte a, b,
c, d, e und ein einen geschlossenen
Kreis bildender isolierter
Kontakt f aufgesetzt sind. Mit diesem letzteren sind die übrigen Kontakte elektrisch
verbunden.
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Auf den Kontakten schleifen Bürsten ", h, i, j , k,
deren letztere,
k, mit einem der Pole der elektrischen Leitung verbunden ist, während die übrigen
Kontakte mit einem der Antriebselektromagnete entsprechend dem Schema der Abb.5
in Verbindung stehen.
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Die Einfüllvorrichtung für die Flaschen (Abb. 4.) besteht im wesentlichen
aus einein Behälter 39 geeigneter Größe, der oberhalb der Flaschen angeordnet ist.
Die beiden Enden dieses auf einem geeigneten Träger aufruhenden Behälters werden
abwechselnd durch zwei Ventile 40 verschlossen, die auf einer Stange 41 aufsitzen.
Die Bewegung der Ventilstange 41 erfolgt durch einen Hebel 42, der bei 43 drehbar
ist und sich auf eine Scheibe 44 des Endes der Stange 41 auflegt. Eine um das obere
Ende der Stange 41 herumgelegte Feder 45 ist bestrebt, die Stange 41 mit den Ventilen
40 zu heben. Der Hebel 42 wird durch den Anker 46 des Elektromagneten 47 gedreht.
Bei. 48 mündet das Zuleitungsrohr der zu behandelnden Flüssigkeit in den Behälter
39 ein. Die Flüssigkeit befindet sich z. B. in einem Reservoir konstanten Niveaus
bekannter Art aufgespeichert. Die Füllung des Behälters 39 erfolgt selbsttätig,
sobald das obere Ventil 40 von seinem Sitze abgehoben wird, d. h. sich senkt.
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Man kann nach Wunsch das Fassungsvermögen des Behälters 39 in der
Weise ändern, daß man z. B. Glaskugeln 39' oder andere derartige Körper in denselben
einbringt. Zum Sammeln der fertiggestellten Dilutionen wird unter die Flasche A
ein Sammelbehälter 49 eingestellt, welcher beweglich am Ende einer Stange 5o sitzt,
die mit dem Anker 5i eines Elektromagneten 52 fest verbunden ist.
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Die Arbeitsweise des Apparates ist folgende Die zur Behandlung dienende
Flasche A wird in den Kasten i eingesetzt; solange der Kupplungsteil 23 weder mit
der Gegenkupplung 21 noch mit der Gegenkupplung 29 in Eingriff steht, befindet sich
die Flasche in der Senkrechten, d. h. in der Ruhestellung unterhalb des Ausmündungsrolires
des Behälters 39. Der Behälter 39 enthält eine Menge Flüssigkeit, die genau der
entspricht, welche in die Flasche _-1 überzufüllen ist. Das untere Ventil 40 ist
in diesem Augenblicke geschlossen. Man setzt dann den Motor 25 inTätigkeit.
und dieser bewirkt die kontinuierliche Umdrehung der Welle 22 und des Zahnrades
38. Letzteres führt eine entsprechende gleiche Anzahl Touren aus wie die Welle 22,
so daß eine vollständige Operation, d.11. Füllung, Schüttelung und Entleerung der
Flasche und Rückkehr in die Einfüllstellung, stattfindet, während das Rad 28 eine
volle Umdrehung ausführt. Die Bürste i tritt von dem Kontakte d des
Rades 38 herab, der Elektromagnet 47 hört auf, erregt zu werden, die Feder 45 liebt
den Hebel 42 und damit die beiden Ventile .1o, so daß der Behälter 39 seinen Inhalt
in die Flasche d übertreten läßt. Hierauf gleiten die Bürsten ä über den Kontakt
a des Rades 38, der Elektromagnet 32 wird erregt, zieht das Ende des Hebels 3o an,
wodurch die Kupplungsteile 23 und 29 in gegenseitigen enEingriff treten, die endlose
Schraube g beginnt sich zu drehen, nimmt hierbei die Stange 2 mit und infolgedessen
auch den Kasten i mit der darin geschlossenen Flasche .-1. Diese Drehbewegung hört
auf (da die Bürste ä den Kontakt a verläßt), sobald die Mündung der Flasche durch
den Verschluß i5 überdeckt ist; sie tritt ein infolge einer Winkelbewegung
der Flasche um 3o bis 40' in bezug auf die Senkrechte. In diesem Moment, d. h. bei
erfolgter Füllung, ist somit die Flasche verschlossen. Die Bürste ü kommt dann in
Berührung mit dem Kontakte c des Rades 38, schließt den Erregerstromkreis des Elektromagneten
33, dieser zieht den Hebel 30 in entgegengesetzter Richtung und kuppelt die
Teile 23 und 2i. Die Welle 7 der Unrundscheibe 6 tritt dann in rasche Umdrehung
und erteilt unter Gegenwirkung der Feder i2 der Stange 2 (unter Mitnahme des Armes
i3), dem Kasten i und damit der Flasche A eine rasche hin und her gehende Bewegung
im Sinne der Pfeile f' und f.
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Die in der Flasche enthaltene Flüssigkeit wird während einer bestimmten
Zeit heftig geschüttelt. In dem Augenblicke, wo die Bürste h den Kontakt c verläßt
und der Kontakt ä sich auf den Kontakt b des Rades 38 zu legen beginnt, wird der
Erregungsstromkreis des Elektroinagneten 32 wieder geschlossen, wodurch wie vorher
die Umdrehung der endlosen Schraube 9 eingeleitet wird. Die Flasche A beendet ihre
vollständige Umdrehungsbewegung und stellt sich wieder in die Einfüllage, in welcher
die Erregung des Elektromagneten 32 aufhört und die Flasche zur Aufnahme einer neuen
Füllung stillsteht. Im Laufe der Drehbewegung der Flasche d geht die Bürste j über
den Kontakt c des Rades 38, der Elektromagnet 52 wird erregt und der Sammelbehälter
49 unterhalb des Behälters _1 eingestellt, so daß letzterer sich entleeren kann,
sobald er sich in umgestürzter Stellung oberhalb des Behälters 49 befindet. Der
Elektromagnet 52 bleibt nur so kurze Zeit erregt, daß die Entleerung der Flasche
stattfinden kann.
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Die Neufüllung des Behälters 39 beginnt selbsttätig bereits während
der voraufgegangenen Operationen, sobald die Bürste i über den Kontakt d des Rades
38 geht, wodurch die Erregung des Elektromagneten 47 stattfindet.
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Auf der Welle des mit Kontakten versebenen Radas 38 kann ein beliebiges
Zählwerik angebracht
werden, welches strichpunktiert in Abb. i
mit 53 bezeichnet ist.
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Selbstverständlich können bauliche Änderungen in den Einzelheiten
vorgenommen werden, im besonderen in den Antriebsmechanismen, in der Erregung der
Elektromagnete im gewünschten Moment und während der nötigen Zeitdauer, ohne daß
an dem Prinzip der Erfindung etwas geändert wird.