DE44372C - Verfahren zur Vergährung von Maischen unter Anwendung von Wärm- und Kühlschlangen - Google Patents
Verfahren zur Vergährung von Maischen unter Anwendung von Wärm- und KühlschlangenInfo
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- C12C—BEER; PREPARATION OF BEER BY FERMENTATION; PREPARATION OF MALT FOR MAKING BEER; PREPARATION OF HOPS FOR MAKING BEER
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. Januar 1888 ab.
Das von mir vorgeschlagene und praktisch erprobte Verfahren zur Verminderung des
Steigeraumes bezw. Erzielung einer gröfseren Ausbeute bei alkoholhaltigen Maischen beruht
im wesentlichen auf der Anwendung eines beweglichen Rohrsystems, welches, in den
Bottich eingehängt, einmal mittelst einer auf- und abgehenden Bewegung die Kohlensäure
mechanisch aus der Maische entfernt und sodann mittelst hindurchgelassenen warmen oder
kalten Wassers die Maische anwärmt oder abkühlt.
Das Verfahren bei der Gährungsführurig gestaltet sich wie folgt: Der Bottich wird
bis auf 6 bis 8 cm, je nach dem Zuckergehalt der Maische (24 bis 270 B.), befüllt und bleibt
bis zum nächsten Morgen der Angährung in gewöhnlicher Weise überlassen. Um denselben
aber bei der geringen Steigehöhe vor dem Uebersteigen zu bewahren, ist es bei meinem Verfahren erforderlich, das Angähren
in einem möglichst langsamen Tempo erfolgen zu lassen, und dies geschieht dadurch,
dafs die in gewöhnlicher Weise zubereitete und angestellte Hefe nicht vorgestellt wird,
während bisher ein kräftiges Angähren der Maische und demgemäfs das Vorstellen der
Hefe als nothwendig galt, und letzteres um so mehr, je concentrirter die zu vergährenden
Maischen waren.
Am zweiten Tage der Gährung wird das bewegliche Rohrsystem in den Bottich eingehängt
und durch Maschinenkraft bewegt. Infolge dieser auf- und abgehenden Bewegung der Rohre in der Maische wird hinter denselben
ein gewissermafsen luftverdünnter Raum hergestellt, nach welchem die sich entwickelnden
Kohlensäurebläschen durchbrechen, da nach dieser Seite hin der Widerstand immer geringer ausfällt, als auf dem directen Wege
nach oben durch die ganze auflagernde Maische. Die Bläschen folgen mit jedem Hube
den aufwärts gehenden Rohren oder werden von denselben gehoben und gelangen so an
die Oberfläche, wo sie zerplatzen. Infolge des successiven Wegschaffens der Kohlensäure wird
die Steigkraft der Maische sehr eingeschränkt und die Gährung eine sehr gleichmäfsige; indem
ein explosives Steigen und Fallen der Maische nicht mehr eintritt, reicht der belassene
Steigeraum aus.
Es sei hier noch speciell darauf hingewiesen, dafs eine Bewegung der Maische, wie sie
zvyecks besserer Vergährung seiner Zeit.vorgeschlagen
und versucht wurde, hierbei weder erstrebt noch erreicht wird. Der Augenschein lehrt, dafs die Maische in ihrer Masse beinahe
stillsteht und nur geringe perpendiculäre Schwankungen macht. Durch das Auf- und
Abgehen des Rohrsystems soll nicht die Wirkung eines Rührwerks hervorgebracht, sondern
nur die Kohlensäure mechanisch beseitigt bezw. ein Weg für sie gebahnt werden.
Durch das unterlassene Vorstellen der Hefe würde die Maische, sich selbst überlassen,
in der steueramtlich festgesetzten Frist von 72 Stunden die zur vollständigen Vergährung
erforderliche Wärmemenge nicht mehr produciren können. Es mufs daher von aufsen Wärme zugeführt werden, und dies geschieht
dadurch, dafs sofort nach Inbewegungsetzung des Rohrsystems warmes Wasser so lange
(2. Auflage, ausgegeben am ιη. Oktober igoo.)
durch dasselbe geleitet wird, bis die Temperatur der Maische sich auf 22 bis 230R. gehoben
hat und die Hauptgährung eingetreten ist. Dies geschieht nach etwa 3 Stunden, also
bedeutend früher als nach dem alten Verfahren, und kommt die so gewonnene Zeit, was hierbei
als wesentlich zu betrachten ist, der Wirkung der Diastase während der Nachgährung
zu Gute. Sobald die Temperatur von höchstens 230R. erreicht ist, wird das warme Wasser
durch kaltes ersetzt und die Menge desselben so bemessen, dafs nach beendeter Hauptgährung
dieselbe Temperatur von 230R. vorhanden ist. Sodann wird der Bewegungsmechanismus ausgerückt und der Zuflufs des
Kühlwassers so r'egulirt, dafs am zweiten Morgen nach dem Abstellen die Bottiche mit
20 bis 210R. stehen bleiben. Hierauf werden
die Kühler herausgenommen und die Bottiche in gewöhnlicher Weise der Nachgährung überlassen.
Wie sich aus Vorstehendem ergiebt, ist die Anwendung des warmen Wassers für das Verfahren
wesentlich und durchaus erforderlich, und es läfst sich die Wirkung desselben durch
eine höhere Abstelltemperatur deshalb nicht erreichen, weil der geringe Steigeraum für die
energischere Angährung bis zum nächsten Morgen nicht ausreichen und somit der beabsichtigte
Zweck verfehlt würde.
Von den mehrfachen Vortheilen des neuen Verfahrens sei nur angeführt, dafs durch dasselbe
der Steigeraum gegen bisher um mehr als 50 pCt. vermindert und infolge dessen die Ausbeute
vom Maischraum an Alkohol um 0,50 bis 0,75 pCt. gehoben wird.
Claims (4)
1. langsames Angährenlassen der Maische,
2. Beschleunigung der Hauptgährung durch Erwärmung der Maische mittelst der
Schlangen auf 22 bis 23 ° R.,
3. Halten dieser Temperatur durch darauf folgendes Kühlen und
4. Bewegen der Maische durch Heben und Senken der Schlangen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE44372C true DE44372C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT44372D Expired - Lifetime DE44372C (de) | Verfahren zur Vergährung von Maischen unter Anwendung von Wärm- und Kühlschlangen |
Country Status (1)
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