DE4430296C2 - Vorrichtung zum seitlichen Ausrichten von Bogen - Google Patents
Vorrichtung zum seitlichen Ausrichten von BogenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum seitlichen Aus
richten von Bogen vor der Übergabe an eine Bogen verarbei
tende Maschine, insbesondere eine Druckmaschine, mit einem
im Takt der ankommenden Bogen arbeitenden, pneumatischen
Seitenzugorgan, durch das die Bogen gegen einen Seitenan
schlag gefördert werden, bestehend aus mindestens einem quer zur
Förderrichtung über zwei Umlenkrollen umlaufenden,
perforierten, endlosen Saugband, dessen oberes Trum mit
seiner Oberseite in der Transportebene der Bogen oder in
geringem Abstand unter dieser verläuft, und aus einem unter
dem oberen Trum des Saugbandes angeordneten, an die Saug
seite eines Gebläses angeschlossenen Saugkasten mit einer
von dem oberen Trum des Saugbandes abgedeckten Öffnung.
Vorrichtungen dieser Art werden benötigt, um Bogen paßge
recht in eine Bogen verarbeitende Maschine einlaufen lassen
zu können.
Bei einer aus der DE 27 35 711 A1 bekannten Vorrichtung der
angegebenen Art ist ein einziges Saugband vorgesehen, das
über eine Schlupfkupplung angetrieben wird, die so einge
stellt wird, daß sie unmittelbar nach dem Anschlagen der
Druckbogen an die Seitenmarke zu schleifen beginnt. Durch
das Anordnen der Schlupfkupplung kann das Saugband kontinu
ierlich angetrieben und die maximal notwendige Saugkraft
zur Bogenförderung ausgenutzt werden. Eine Einrichtung zur
Einstellung des Saugdrucks ist nicht vorhanden.
Aus der DE 27 17 554 A1 ist eine Einrichtung zum Ausrichten
und Zuführen von Bogen an Druckmaschinen bekannt, bei denen
der Bogen nach seiner Vereinzelung vom Anlegerstapel den
Ausrichteorganen auf dem Anlegetisch in einer schuppenför
migen Staffel zugeführt wird. Die Einrichtung umfaßt einen
unterhalb des Anlegetisches angeordneten Sauggurt, separat
einstellbare Bürstenrollen und eine seitlich am Anlegetisch
angeordnete Seitenzieheinrichtung. Bei dieser Einrichtung
läuft der Sauggurt mit wechselnder Geschwindigkeit um. Er
kann schräg oder quer zur Förderrichtung der Bogenstaffel
angeordnet sein. Durch den Sauggurt wird der jeweils erste
Bogen aus der Bogenstaffel seitlich versetzt, wodurch er in
den Wirkungsbereich der Seitenzieheinrichtung gelangt,
durch die der Bogen an die Seitenmarke gezogen und seitlich
ausgerichtet werden kann. Nach seiner Ausrichtung wird der
Bogen in die Maschine gefördert und gleichzeitig um einen
bestimmten Betrag seitlich entgegen der Ausrichtung zurück
versetzt. Hierzu können Sauggurte so angeordnet sein, daß
sie den Bogen zur anderen Seite des Anlegetisches versetzen
können.
Es ist weiterhin aus der DE 36 07 882 C1 ein Ausrichtetisch
bekannt, bei dem Bogen aus Papier, Pappe oder dergleichen
mit Hilfe eines Führungslineals und eines diesbezüglich
schräglaufenden Saugbandes mit einem darunter angeordneten
Saugkanal gefördert und gleichzeitig ausgerichtet werden.
Um die Bogenabführung durch das nachgeschaltete Aggregat
nicht zu beeinträchtigen, ist in dem Boden des Saugkanals
eine Öffnung vorgesehen, die von einer Platte abgedeckt ist
und teilweise durch Verschieben der Platte freigegeben wer
den kann, wodurch bogenablaufseitig die Saugkraft auf der
Oberfläche des Saugbands verringert wird.
Nach der DE 33 11 196 C2 erfolgt das seitliche Ausrichten
auf einem rotierenden Ausrichtzylinder mit mindestens zwei
Reihen Vordermarken, wobei jeder Reihe Vordermarken je eine
senkrecht zur Bogenförderrichtung hin- und herbewegbare
Saugziehleiste vorgelagert ist, die sich im wesentlichen
über die gesamte Bogenbreite erstreckt. Die Saugziehleisten
bewegen den Bogen aber nicht an einen Seitenanschlag, son
dern halten ihn unverrutschbar fest, während ihre seitliche
Bewegung durch einen Meßvorgang gesteuert die Lageabwei
chung korrigiert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art zu schaffen, die ohne eine Ände
rung der Laufrichtung des Saugbands einen Wechsel der
Anschlagseite ermöglicht.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß nach einem
ersten Vorschlag das Saugband zwischen den Umlenkrollen
einmal um 180° gedreht, so daß das obere und das untere
Trum einander kreuzen, wobei zwischen den Umlenkrollen
Hilfsrollen derart angeordnet sind, daß die beiden oberen,
gegenläufig bewegbaren Trums des Saugbands mit einem
möglichst großen Teil ihrer Länge in der Transportebene der
Bogen oder in einem geringen Abstand unter dieser verlaufen
und wobei unter jedem der oberen Trums des Saugbands
ein Saugkasten mit einer von dem Saugband abgedeckten Öff
nung angeordnet ist und der an den beiden Trums des
Saugbandes erzeugbare Unterdruck auf voneinander abwei
chende Werte einstellbar ist.
Bei der erfindungsgemäßen vorgenannten Ausgestaltung der
Vorrichtung bewegen sich in der zur Seitenausrichtung von
Bogen geeigneten Drehrichtung die beiden oberen Abschnitte
des Saugbandes in entgegengesetzter Richtung nach außen, so
daß ohne eine Änderung der Bewegungsrichtung des Saugbandes
durch alleinige Beaufschlagung des in Transportrichtung
gesehen linken oder rechten Saugkastens mit einem Unter
druck der Bogen nach links oder rechts transportiert werden
kann, je nachdem auf welcher Seite sich der Seitenanschlag
befindet. Zur Umsteuerung von einer Anschlagseite auf die
andere ist daher keine Umschaltung des Saugbandantriebs
erforderlich, sondern lediglich eine entsprechende Steue
rung der Beaufschlagung mit Saugluft. Dies führt vor allem
bei einem direkten mechanischen Antrieb des Saugbandes zu
einer erheblichen Vereinfachung und kostengünstigen Her
stellung. Weiterhin ist von Vorteil, daß mit dieser Ausge
staltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ein Glattstrei
chen der auszurichtenden Bogen und damit eine Verringerung
der Doublierneigung erreicht werden kann, indem das eine
Saugband mit einer niedrigeren Saugkraft betrieben wird als
das andere. Zweckmäßigerweise wird hierzu der dem Seitenan
schlag näherliegende Saugkasten mit einem auf die Papier
qualität und auf optimales Ausrichten der Bogen abgestimm
tem Unterdruck und gleichzeitig der andere Saugkasten mit
einem niedrigeren, zum Glattziehen der Bögen ausreichenden
Druck beaufschlagt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kommt
für die Seitenausrichtung mit einem intermittierend nur in
einer Laufrichtung bewegten Saugband aus, dessen Beauf
schlagung mit Unterdruck in bekannter Weise im Takt der
ankommenden Bogen erfolgen kann. Schwingungen können
dementsprechend allenfalls noch aus dem intermittierenden
Betrieb des Saugbandes resultieren, sie sind auf jeden Fall
aber sehr viel geringer, als bei den bekannten Vorrichtun
gen, weil nur kleine Massen bewegt werden und weil ein
Rückstellen in eine Ausgangsposition entfällt. Die erfin
dungsgemäße Vorrichtung ist daher für hohe Maschinen
geschwindigkeiten besonders geeignet.
Zur Lösung der genannten Aufgabe können nach einem weiteren
Vorschlag der Erfindung anstelle eines gekreuzten Saugban
des zwei quer zur Förderrichtung der Bogen nebeneinander
jeweils über zwei Umlenkrollen umlaufende, perforierte,
endlose Saugbänder vorgesehen sein, die intermittierend
gegenläufig bewegbar sind, wobei jedem Saugband ein separa
ter Saugkasten zugeordnet ist und der an den Saugbändern
erzeugbare Unterdruck auf voneinander abweichende Werte
einstellbar ist. Die Umlenkrollen beider Saugbänder können
dabei durch ein Umkehrgetriebe miteinander gekuppelt sein,
so daß nur ein Antrieb für beide Bänder benötigt wird. Auch
mit dieser Ausgestaltung der Vorrichtung werden die zuvor
genannten Vorteile erreicht.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfin
dung kann der Seitenanschlag durchschiebbar ausgebildet
sein, so daß er für rechten und linken Anschlag brauchbar
ist. Ferner kann im Bereich des Seitenanschlags erfindungs
gemäß eine Fotozelle vorgesehen sein, mit der der Ausricht
vorgang überwacht werden kann.
Der Antrieb für das Saugband erfolgt vorteilhafterweise
über eine der Umlenkrollen, die ihrerseits über eine
Schwinge mit Freilauf, über einen Kurbelantrieb mit Frei
lauf oder über einen Schrittmotor intermittierend antreib
bar ist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbei
spiels näher erläutert, das in der Zeichnung dargestellt
ist. Es zeigen
Fig. 1 in perspektivischer Ansicht ein sich kreuzendes
Saugband eines Ausführungsbeispiels der erfin
dungsgemäßen Vorrichtung und
Fig. 2 eine vereinfachte Schnittdarstellung der Vorrich
tung gemäß Fig. 1.
Bei der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung 20 ist zum
seitlichen Ausrichten eines Bogens 21 senkrecht zu dessen
Förderrichtung 22 ein um zwei Umlenkrollen 23, 24 umlau
fendes, endloses, perforiertes Saugband 25 angeordnet. In
der Mitte 26 der Arbeitsbreite der Vorrichtung 20 ist das
Saugband 25 gekreuzt und beiderseits des gekreuzten
Bereichs mittels Hilfsrollen 27, 28 geführt, die jeweils an
der Innenseite des Saugbands 25 anliegen. Zum Bogen 21 hin
ist der gekreuzte Bereich zusätzlich durch ein Formstück 29
abgedeckt, dessen Unterseite ebenfalls Führungsfunktion
hat. Durch die gekreuzte Anordnung bildet das Saugband 25
zwei untere Trums 30, 31 und zwei obere Trums 32, 33. Im
gekreuzten Bereich zwischen den Hilfsrollen 27, 28 geht das
untere Trum 30 in das obere Trum 33 und das untere Trum 31
in das obere Trum 32 über, wobei das Saugband dazwischen
jeweils um 1800 gedreht ist. Für den vorgesehenen Zweck der
Seitenausrichtung wird das Saugband 25 in der Drehrichtung
angetrieben, in der die oberen Trums 32, 33 in der Lauf
richtung 34a und 34b bewegt werden, d. h. sich von der Mitte
26 aus auseinander bewegen. Über dem Saugband 25 ist ein
doppelseitiger Seitenanschlag 35 angeordnet, der für linken
und rechten Bogenanschlag durchschiebbar ist. Der Seitenan
schlag 35 weist eine Bohrung 40 auf, die zur Führung auf
einer nicht dargestellten Traverse dient.
Im Schnittbild gemäß Fig. 2 sind schematisch zwei Saug
kästen 36, 37 gezeigt, die beiderseits der Hilfsrollen 27,
28 zwischen den oberen Trums 32, 33 und den unteren Trums
30, 31 angeordnet sind. Jeder Saugkasten 36 bzw. 37 enthält
einen Ventilator 38 bzw. 39. Die beiden Ventilatoren 38, 39
sind unabhängig voneinander ansteuerbar.
In Betrieb wird die gewünschte Anschlagseite für die seit
liche Ausrichtung des Bogens ausschließlich durch die
Ansteuerung der Ventilatoren 38, 39 bestimmt. Die Bewe
gungsrichtung des Saugbandes 25 ist unverändert gleich.
Soll der Bogen 21, wie in der Zeichnung gezeigt, mit seiner
linken Kante ausgerichtet werden, so wird der Ventilator 38
des linken Saugkastens 36 eingeschaltet, wodurch das linke
obere Trum 32 des Saugbandes 25 den Bogen erfaßt und an den
Seitenanschlag 35 bewegt. Das gleichzeitig in der entgegen
gesetzten Richtung bewegte obere Trum 33 bleibt weitgehend
wirkungslos und gleitet hierbei unter dem Bogen 21 hin
durch. Soll zusätzlich ein Glattstreichen des Bogens
bewirkt werden, so kann gleichzeitig mit dem Einschalten
des Ventilators 38 auch der Ventilator 39 eingeschaltet
werden, wobei jedoch durch eine geeignete Regelung die
Saugleistung des Ventilators 39 im Verhältnis zu der des
Ventilators 38 erheblich vermindert wird. Dies kann bei
spielsweise durch Herabsetzung der Ventilatordrehzahl oder
auch durch Verkleinerung des Saugquerschnitts mit Hilfe
eines Schiebers erfolgen. Bei dieser Betriebsweise wird von
dem oberen Trum 33 ebenfalls eine, wenn auch erheblich
kleinere Seitenzugkraft auf den Bogen übertragen, so daß
der Bogen quer zu seiner Förderrichtung glattgestrichen
wird.
Zur Umsteuerung der Vorrichtung 20 auf Rechtsanschlag ist
es lediglich erforderlich, den durchschiebbaren Seitenan
schlag 35 auf der rechten Seite zu positionieren und die
Beaufschlagung der Saugkästen 36, 37 entsprechend umzu
kehren, so daß die alleinige oder größere Seitenzugkraft
von dem oberen Trum 33 des Saugbands 25 ausgeht. Eine
Umsteuerung des Saugbandantriebs ist hierzu nicht erfor
derlich.
Claims (6)
1. Vorrichtung zum seitlichen Ausrichten von Bogen vor der
Übergabe an eine Bogen verarbeitende Maschine, insbe
sondere eine Druckmaschine, mit einem im Takt der an
kommenden Bogen arbeitenden, pneumatischen Seitenzugor
gan, durch das die Bogen gegen einen Seitenanschlag
gefördert werden, bestehend aus mindestens einem quer
zur Förderrichtung über zwei Umlenkrollen umlaufenden,
perforierten, endlosen Saugband, dessen oberes Trum mit
seiner Oberseite in der Transportebene der Bogen oder
in geringem Abstand unter dieser verläuft, und aus
einem unter dem oberen Trum des Saugbandes angeord
neten, an die Saugseite eines Gebläses angeschlossenen
Saugkasten mit einer von dem oberen Trum des Saugbandes
abgedeckten Öffnung, dadurch gekennzeichnet, daß das
Saugband (25) zwischen den Umlenkrollen (23, 24) einmal
um 1800 gedreht ist, so daß das obere und das untere
Trum einander kreuzen, wobei zwischen den Umlenkrollen
Hilfsrollen (27, 28) derart angeordnet sind, daß die
beiden oberen, gegenläufig bewegbaren Trums (32, 33)
des Saugbands (25) mit einem möglichst großen Teil
ihrer Länge in der Transportebene der Bogen oder in
einem geringen Abstand unter dieser verlaufen und wobei
unter jedem der oberen Trums (32, 33) des Saugbands ein
Saugkasten (36, 37) mit einer von dem Saugband (25)
abgedeckten Öffnung angeordnet ist und der an den bei
den Trums (32, 33) des Saugbandes (25) erzeugbare
Unterdruck auf voneinander abweichende Werte einstell
bar ist.
2. Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1,
dadurch gekennzeichnet, daß zwei quer zur Förderrich
tung der Bogen nebeneinander jeweils über zwei
Umlenkrollen umlaufende, perforierte, endlose Saugbän
der vorgesehen sind, die gegenläufig bewegbar sind,
wobei jedem Saugband ein separater Saugkasten zugeord
net ist und der an den Saugbändern erzeugbare Unter
druck auf voneinander abweichende Werte einstellbar
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Umlenkrollen beider Saugbänder durch ein
Umkehrgetriebe miteinander gekuppelt sind.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Seitenanschlag (35)
wahlweise für rechten oder linken Anschlag durchschieb
bar ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Antrieb für das Saugband (25) über eine
Umlenkrolle (23 bzw. 24) erfolgt, wobei diese über eine
Schwinge mit Freilauf, über ein Kurbelgetriebe mit
Freilauf, oder über einen Schrittmotor intermittierend
antreibbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des Seitenan
schlags (35) eine Fotozelle zur Überwachung des Aus
richtvorgangs vorgesehen ist.
Priority Applications (2)
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4430296A1 DE4430296A1 (de) | 1996-02-29 |
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Family Applications (1)
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| DE4430296A Expired - Fee Related DE4430296C2 (de) | 1994-08-26 | 1994-08-26 | Vorrichtung zum seitlichen Ausrichten von Bogen |
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Also Published As
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