DE4414908C2 - Verfahren und Vorrichtung zum partiellen Längsschneiden oder Längsperforieren von Bedruckstoffen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum partiellen Längsschneiden oder Längsperforieren von BedruckstoffenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum partiellen Längs
schneiden oder Längsperforieren von Bedruckstoffen unter
Verwendung einer Vorrichtung, bei der an den zu perforie
renden oder zu schneidenden Stellen ein oder mehrere dreh
bare Kreismesser an eine Gegenfläche eines Schneid- oder
Perforierzylinders gedrückt werden, auf der der Bedruck
stoff aufliegt. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Vor
richtung zur Durchführung des Verfahrens.
Zum partiellen Längsschneiden oder Längsperforieren von
Bedruckstoffen in Druckmaschinen ist es bekannt, daß der
Bedruckstoff über einen Schneid- oder Perforierzylinder
transportiert wird. Über dem Zylinder sind ein oder mehrere
Kreismesser angeordnet, die entweder mechanisch oder pneu
matisch an den zu schneidenden oder zu perforierenden Stel
len an eine unter dem Bedruckstoff angeordnete Gegenfläche
des Zylinders, beispielsweise Schneid- oder Perforierbän
der, gepreßt werden, wobei der Bedruckstoff zerschnitten
oder perforiert wird. Diese bekannte Verfahrensweise macht
eine aufwendige Steuerung der Bewegung der Kreismesser not
wendig, damit die verschiedensten Druckaufträge ausgeführt
werden können. Bei der mechanischen Steuerung ist ein
beachtlicher Bauaufwand erforderlich, insbesondere für die
verstellbaren Kurvensteuerungen. Die pneumatische Lösung
ist ebenfalls aufwendig, weil eine elektronische Steuerung
benötigt wird, die wegen der Totzeiten der Pneumatik hohen
Anforderungen genügen muß.
Aus der DE-OS 21 26 519 ist eine Schneideinrichtung an
Bogendruckmaschinen bekannt. Bei dieser bekannten Schneid
einrichtung ist auf dem Druckzylinder in Umfangsrichtung
ein schneidkantenloses, dünnes Stahlband aufgespannt, das
mit einem in einem schwenkbaren Hebelarm drehbar gelager
ten, nicht separat angetriebenen Kreismesser zusammenwirkt.
Ein auf dem Druckzylinder aufliegender Bogen wird bei Dre
hung des Druckzylinders zwischen das Stahlband und das
Kreismesser geführt und dadurch geschnitten. Diese Schneid
einrichtung ist nicht für partielles Schneiden vorgesehen.
Aus der DE 91 15 864 U1 ist weiterhin eine Offset-Druckma
schine für Einzel- und Mehrfachbogen mit einer Sonderein
richtung zum mechanischen Bearbeiten des Bogens, nämlich
zum Formstanzen und/oder Querprägen bekannt. Diese Sonder
einrichtung ist auf dem Gummituchzylinder angeordnet und
arbeitet mit dem Gegendruckzylinder zusammen. In dem
Bereich, in dem das Formstanzwerk gegen den Zylinder arbei
tet, ist zum Schutz des Aufzugs des Gegendruckzylinders als
Stanzgegenauflage ein Metall oder eine Folie lösbar auf dem
Aufzug befestigt. Es ist zudem aus der DE-PS 6 26 726 ein
Verfahren sowie eine Vorrichtung zum wechselseitigen Quer
perforieren und Vorfalzen von Formularbändern o. dgl.
bekannt. Hierbei arbeiten die die Perforiermesser tra
genden, rotierenden Zylinder mit Gegendruckzylindern zusam
men. An den Stellen, auf denen die Perforiermesser auf den
Gegendruckzylinder auftreffen, ist zur Verbesserung der
Perforation ein dünner nachgiebiger Belag aufgeklebt. Bei
beiden bekannten Vorrichtungen ist eine aufwendige Steue
rung notwendig, da die Gegendruckzylinder und die jeweils
mit diesen zusammenwirkenden, die Perforier- bzw. Stanzvor
richtung tragenden Zylinder parallel und synchron angetrie
ben werden müssen, um ein paßgenaues Präge- oder Stanzer
gebnis zu erzielen. Die bekannten Vorrichtungen bzw. das
bekannte Verfahren sind außerdem nicht zum Längsschneiden
bzw. Längsperforieren des Bedruckstoffs vorgesehen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
anzugeben, mit dem Bedruckstoffe auf einfache und kosten
günstige Weise längsperforiert oder partiell längsgeschnit
ten werden können und das leicht und schnell an die Anfor
derung des jeweiligen Auftrags anpaßbar ist. Es ist weiter
hin Aufgabe der Erfindung, mit geringem Aufwand eine hierzu
geeignete Vorrichtung zu schaffen.
Diese Aufgabe wird gemäß dem Verfahren dadurch gelöst, daß die
Gegenfläche des Schneid- oder Perforierzylinders an den zu
perforierenden oder zu schneidenden Stellen durch Unterle
gen in einen wenigstens um die Dicke des Bedruckstoffes
größeren Abstand von der Drehachse des Schneid- oder Perfo
rierzylinders gebracht wird und daß das Kreismesser zur Ge
genfläche in einem definierten Abstand fest positioniert
wird, in dem die Schneide des Kreismessers die Gegenfläche
nur an den Stellen größeren Abstands zur Drehachse berührt.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist einfach und kostengün
stig durchführbar, da keine Steuerung der Bewegung der
Kreismesser erforderlich ist. Die Kreismesser werden nicht
zum Schneid- oder Perforierzylinder hin bewegt, sondern mit
einer einfachen Vorrichtung einstellbar in einem definier
ten Abstand zu diesem gehalten. Der Abstand der Kreismesser
zur Gegenfläche des Schneid- oder Perforierzylinders wird
dabei so eingestellt, daß die Messer die Gegenfläche nur an
den Stellen berühren können, an denen die Gegenfläche einen
größeren Abstand zur Drehachse des Zylinders aufweist. Bei
einer Drehung des Schneid- oder Perforierzylinders wird der
Bedruckstoff nur an diesen Stellen gegen die Kreismesser
gepreßt und dabei längs geschnitten oder perforiert. Die
Stellen, an denen perforiert oder geschnitten werden soll,
werden zuvor entsprechend den Erfordernissen zur Ausführung
des jeweiligen Druckauftrags durch Erhöhung der Gegenfläche
geschaffen. Dies kann vorteilhaft durch Unterlegen
(Zurichten) einer die Gegenfläche bildenden Auflage, bei
spielsweise Schneid- oder Perforierbändern, erfolgen.
Als Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Ver
fahrens eignet sich ein Schneid- oder Perforierzylinder,
der eine Gegenfläche mit an den zu perforierenden oder zu
schneidenden Stellen einen wenigstens um die Dicke des
Bedruckstoffes größerem Abstand von der Drehachse des
Schneid- oder Perforierzylinders hat, und ein Kreismesser,
das in einem definierten Abstand zur Gegenfläche fest posi
tionierbar ist, und zwar derart, daß die Schneide die
Gegenfläche nur an den Stellen größeren Abstands zur
Drehachse berührt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann auch aus mehreren
über dem Schneid- oder Perforierzylinder angeordneten
Kreismessern bestehen. Zur Halterung und Einstellung des
oder der Kreismesser können Stellschrauben vorgesehen sein.
Die Stellen größeren Abstands können durch die Formgestalt
des Schneid- oder Perforierzylinders gebildet sein. Erfin
dungsgemäß ist dazu vorgesehen, daß der Schneid- oder Per
forierzylinder an den zu schneidenden oder zu perforieren
den Stellen erhaben ist.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist der Schneid- oder Perforierzylinder jedoch
mit einer Auflage versehen, die zur Vergrößerung des
Abstands von der Drehachse an den zu schneidenden oder zu
perforierenden Stellen Abschnitte größerer Dicke aufweist
oder an diesen Stellen unterlegt ist. Die Auflage kann aus
einem oder mehreren Bändern aus Federstahl bestehen. Zum
Unterlegen der Bänder eignen sich vorzugsweise Streifen aus
selbstklebendem Material, aus Gummi, Kunststoff oder Blech.
Um ein passergerechtes Zurichten der Unterlagen zu erleich
tern, kann erfindungsgemäß weiterhin vorgesehen sein, daß
die Auflage mit einem Maßstab versehen ist. Ebenso kann der
Perforier- oder Schneidzylinder in axialer und/oder
Umfangsrichtung mit Maßstäben versehen sein.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbei
spiels näher erläutert, das in der Zeichnung dargestellt
ist. Die Zeichnung zeigt eine Vorrichtung zum partiellen
Längsschneiden von Bedruckstoffen bei einer Bogenoffset
druckmaschine. Die Vorrichtung besteht aus einem Schneidzy
linder 1, der mit Bändern 2 aus Federstahl bespannt ist, um
den Schneidzylinder 1 zu schonen und eine harte Gegenfläche
für die parallel zueinander angeordneten Kreismesser 3 zu
erhalten. An den Stellen, an denen ein Bedruckstoff 6 par
tiell geschnitten werden soll, sind die Bänder 2 mit einer
streifenförmigen Unterlage 5 unterlegt. Die Dicke der
Unterlage 5 ist gleich oder größer als die Dicke des
Bedruckstoffs 6.
Die Kreismesser 3 sind an einem Halteelement 7 drehbar
gelagert, das um eine zur Achse des Schneidzylinders 1 und
zur Drehachse der Kreismesser 3 parallele Achse am Maschi
nengestell 8 schwenkbar gelagert ist. Durch Stellschrauben
4, die das Halteelement 7 mit dem Maschinengestell 8 ver
binden, wird der Abstand der Kreismesser 3 zum Schneidzy
linder 1 auf ein solches Maß fest eingestellt, daß die
Kreismesser 3 nur an den unterlegten Sektionen die Bänder 2
berühren. Dreht der Schneidzylinder 1 unter den Kreismes
sern 3 in Pfeilrichtung durch, so wird der Bedruckstoff 6
nur an den unterlegten Stellen von den Bändern 2 gegen die
Kreismesser 3 gepreßt und dadurch geschnitten.
Claims (10)
1. Verfahren zum partiellen Längsschneiden oder Längsper
forieren von Bedruckstoffen unter Verwendung einer Vor
richtung, bei der an den zu perforierenden oder zu
schneidenden Stellen ein oder mehrere drehbare Kreis
messer an eine Gegenfläche eines Schneid- oder Perfo
rierzylinders gedrückt werden, auf der der Bedruckstoff
aufliegt, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenfläche
(2) des Schneid- oder Perforierzylinders (1) an den zu
perforierenden oder zu schneidenden Stellen durch
Unterlegen in einen wenigstens um die Dicke des
Bedruckstoffes (6) größeren Abstand von der Drehachse
des Schneid- oder Perforierzylinders (1) gebracht wird
und daß das Kreismesser (3) zur Gegenfläche (2) in
einem definierten Abstand fest positioniert wird, in
dem die Schneide des Kreismessers (3) die Gegenfläche
(2) nur an den Stellen größeren Abstands zur Drehachse
berührt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Bildung der Gegenfläche des Schneid- oder Perfo
rierzylinders (1) dieser mit einer Auflage (2) versehen
wird und daß die Auflage (2) an den zu perforierenden
oder zu schneidenden Stellen mit Streifen unterlegt
wird, die wenigstens so dick sind wie der Bedruckstoff
(6).
3. Vorrichtung zum partiellen Längsschneiden oder
Längsperforieren von Bedruckstoffen, bei der an den zu
perforierenden oder zu schneidenden Stellen ein oder
mehrere drehbare Kreismesser an eine Gegenfläche eines
Schneid- oder Perforierzylinders gedrückt werden, auf
der der Bedruckstoff aufliegt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gegenfläche (2) des Schneid- oder Perforierzy
linders (1) an den zu perforierenden oder zu schneiden
den Stellen einen wenigstens um die Dicke des Bedruck
stoffes (6) größeren Abstand von der Drehachse des
Schneid- oder Perforierzylinders (1) hat und daß das
Kreismesser (3) zur Gegenfläche (2) in einem definier
ten Abstand zur Gegenfläche (2) fest positionierbar ist
derart, daß die Schneide des Kreismessers (3) die
Gegenfläche (2) nur an den Stellen größeren Abstands
zur Drehachse berührt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Kreismesser (3) mittels einer Stellschraube (4)
gehalten und in seinem Abstand zur Gegenfläche (2) ein
stellbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schneid- oder Perforierzylinder
an den zu schneidenden oder zu perforierenden Stel
len erhaben ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schneid- oder Perforierzylinder
(1) mit einer Auflage versehen ist, die an den zu
schneidenden oder zu perforierenden Stellen Abschnitte
größerer Dicke aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schneid- oder Perforierzylinder
(1) mit einer Auflage (2) versehen ist, die an den zu
schneidenden oder zu perforierenden Stellen unterlegt
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Unterlegen Streifen aus selbstklebendem Mate
rial, aus Gummi, Kunststoff oder Blech vorgesehen sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Auflage mit einem Maßstab ver
sehen ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schneid- oder Perforierzylinder
(1) in axialer und/oder Umfangsrichtung mit Maßstäben
versehen ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19944414908 DE4414908C2 (de) | 1994-04-28 | 1994-04-28 | Verfahren und Vorrichtung zum partiellen Längsschneiden oder Längsperforieren von Bedruckstoffen |
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4414908A1 DE4414908A1 (de) | 1995-11-02 |
| DE4414908C2 true DE4414908C2 (de) | 1998-03-12 |
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ID=6516722
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|---|---|---|---|
| DE19944414908 Expired - Fee Related DE4414908C2 (de) | 1994-04-28 | 1994-04-28 | Verfahren und Vorrichtung zum partiellen Längsschneiden oder Längsperforieren von Bedruckstoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4414908C2 (de) |
Cited By (4)
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1994
- 1994-04-28 DE DE19944414908 patent/DE4414908C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4414908A1 (de) | 1995-11-02 |
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