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Doppelschützenwehr. Bei Doppelschützenwehren, bei denen eine der Wehrtafeln
hinter einem über den oberen oder unteren Horizontalriegel vorspringenden Wandteil
der anderen Wehrtafel verschoben werden kann, muß die Lage der Horizontalriegel
der den vorspringenden Wandteil tragenden Tafel so gewählt werden, daß die Resultierende
des auf diese Tafel wirkenden Kraftanteils zwischen dem oberen und unteren Riegel
verläuft, also nicht außerhalb der Riegel in den vorspringenden Wandteil fällt.
Die Lage der Riegel dieser Wehrtafel und damit die Größe des vorspringenden Wandteils
bzw. der durchführbaren gegenseitigen Verschiebung der Tafeln ist also abhängig
von der Lage der Kraftresultierenden. je mehr die eine der beiden Tafeln hinter
dem vorspringenden Wandteil der anderen verschoben werden soll, das heißt also,
je höher der vorspringende Wandteil ist, um so näher rückt die Resultierende an
den diesem Wandteil nächstliegenden Riegel heran, big sie im äußerst zulässigen
Grenzfall damit zusammentrifft. In diesem Fall aber wäre die Materialausnutzung
des entsprechenden Schützenteils schlecht, da man die beiden ungleichmäßig belasteten
Riegel nur ungern ungleichmäßig ausbildet.
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Dieser Mißstand wird auch nicht wesentlich behoben, wenn man das vorspringende
Stück der einen Wehrtafel gegen die andere abstützt, da dem eine statische Unbestimmtheit
in das System gebracht wird.
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Die Erfindung hat nun den Zweck, eine möglichst große Verschiebbarkeit
der beiden Schützentafeln gegeneinander zu ermöglichen und die beiden Riegel gleichmäßig
auszubilden, ohne die genannte schlechte wirtschaftliche Ausnutzung des Materials
in Kauf nehmen zu müssen.
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Der angestrebte Zweck wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß der
vorspringende Wandteil gelenkig mit der zugehörigen Tafel verbunden wird. Er ist
dabei durch Rollen o. dgl. gegen die andere Tafel abgestützt.
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Es wird auf diese Weise eine andere Verteilung der äußeren Kräfte
auf den ganzen Verschlußkörper erzielt, indem die beiden Tafeln und das Zwischenglied
je eine hesondere
Belastungsfläche bilden, in deren Schwerpunkten
die entsprechenden Kraftresultierenden liegen. Bei der oberen und unteren Schützentafel
liegt diese Resultierende also zwischen den Horizontalriegeln, so daß die Kräfte
durch diese Riegel auf die Laufrollen o. dgl. und durch diese auf das Mauerwerk
verteilt werden. Die am Zwischenglied angreifenden Kräfte aber können gleichmäßig
auf den oberen Riegel der unteren und den unteren Riegel der oberen Tafel verteilt
und von da wieder durch die Laufrollen o. dgl. in das Mauerwerk geleitet werden.
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Bei dieser Anordnung hat man es in der Hand, die Riegel an der oberen
bzw. unteren Tafel so zu verteilen, daß trotz der zusätzlichen Belastung der dem
Zwischenglied benachbarten Riegel eine annähernd gleiche Riegelbelastung erfolgt,
so daß die Riegel gleichmäßig ausgeführt werden können, also eine gute Materialausnutzung
erfolgt und die einheitliche Reihenherstellung der Riegel ermöglicht wird.
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Auch die Ausnutzung der hinter dem Zwischenglied verschiebbaren Schützentafel
wird bei dieser Einrichtung eine bessere als bisher. Da die Gesamtbelastung der
den vorspringenden Wandteil tragenden Tafel trotz der zusätzlichen Belastung des
diesem Wandteil benachbarten Riegels immer noch geringer ist als bei den bisher
üblichen Doppelschützen mit einem durch Kragträger starr verbundenen vorspringenden
Wandteil, so rückt auch die Lage der aus beiden Belastungen sich ergebenden Resultierenden
weiter in das Feld der entsprechenden Tafel hinein, so daß auch der dem vorspringenden
Wandteil entsprechende Horizontalriegel weiter in das Feld gelegt werden kann. Ist
also z. B. der vorspringende Wandteil an der unteren Schütze vorgesehen, so kommt
der obere Horizontalriegel tiefer zu liegen, wodurch eine größere Absenkbarkeit
des oberen Schützes erreicht wird. Andererseits dagegen erhält das obere Schütz
eine entsprechende Mehrbelastung und wird daher besser ausgenutzt wie bisher.
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Auch hinsichtlich des Materialverbrauchs bzw. der Materialausnutzung
wird durch die Einrichtung der Erfindung ein Vorteil erzielt. Nur bei ganz großen
Doppelschützen werden nämlich bisher die Spanten (Kragträger) des vorspringenden
Wandteils als Blechträger ausgeführt, und nur bei diesen ist somit die Möglichkeit
gegeben, die Querschnittsverhältnisse der Träger an jeder Stelle dem auftretenden
Kräftemoment entsprechend auszubilden und eine gute Materialausnutzung herbeiz uführen.
Bei kleineren und mittleren Doppelschützen aber, das heißt in den meisten Fällen,
werden als Kragträger aus baulichen Gründen Walzträger benutzt, deren einheitlicher
Querschnitt dem größten Moment entsprechend gewählt ist. Da dieses größte Moment
nur an einer Stelle auftritt, so ist die Materialausnutzung natürlich sehr schlecht.
Da andererseits die Spanten einen Hauptgewichtsanteil der Schützenteile, beispielsweise
der unteren, ausmachen, so ist es ersichtlich, daß das Gewicht der Schützen wesentlich
geringer wäre, wenn eine bessere Ausnutzung des Materials für die Spanten möglich
wäre. Diese Gewichtsersparnis und die bessere Materialausnutzung werden durch die
Erfindung ebenfalls erreicht, weil die langen Kragträger durch einfache Balkenträger
des Zwischengliedes ersetzt werden können, deren Länge lediglich der Höhe des Zwischengliedes
zu entsprechen braucht. Außerdem können die Spanten der einzelnen Wehrtafeln zwischen
den Riegeln bedeutend leichter ausfallen und besser ausgenutzt werden.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
bei dem das Zwischenglied an die untere Schützentafel angelenkt ist. Die untere
Schützentafel i ist in üblicher Weise durch die Horizontalriegel 2, 3 mittels der
Rollen q. gegen das Mauerwerk abgestützt. Am oberen Rand ist an diesem Schütz i
mittels des Gelenkes 6 das Zwischenglied 7 befestigt. Dasselbe stützt sich mittels
der am oberen Rand vorgesehenen Rollen 8 gegen den unteren Teil des oberen Schützes
9, das mittels der Riegel i o, ii und der Rollen 12- gegen das Mauerwerk 5. abgestützt
ist.
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In der Höchststellung des oberen Schützes 9 fällt der Stützpunkt der
Rollen 8 vorteilhaft in die Ebene des unteren Horizontalriegels io (Abb. i), während
bei abgesenkter oberer Schütze der Stützpunkt dieser Rollen in die Ebene des oberen
Horizontalriegels i -i zu liegen kommt, wie aus der Abb, 2 ersichtlich ist.