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Gamaschenwalkmaschine. Bei der bekannten Garnaschenwalkniaschine besteht
der Nachteil, daß der zum 'Walken des Leders erforderliche Block sich im Innern
der Maschine sich befindet, wodurch sich der ganze 'Torgang beim Walken nicht überwachen
läßt, so daß in den meisten Fällen nicht die gewünschte Form in der Gamasche erreicht
wird. Zieht sich z. B. das Leder zu wenig und kommen die Einspannschienen nicht
zusammen, so muß der eingesetzte Walkblock durch einen kleineren Block ersetzt «-erden,
andernfalls an den Längskasten der Gamasche der Verschluß nicht angebracht werden
kann. Liegt dagegen das Leder zu lose um den Block, oder dehnt es sich stark, so
muß entweder ein größerer Block eingesetzt oder das Leder an seinen Längskanten
beschnitten werden. Dieser Arbeitsvorgang erfordert mithin ein mehrmaliges öffnen
und Zudrehen der Maschine, was sowohl äußerst zeitraubend als auch teuer ist. Außerdem
können nur diejenigen Walkhölzer verwendet werden, die dem Einspannrahmen angepaßt
sind, da die Hölzer dementsprechend geformt sind. Es können somit keine bereits
vorhandenen Hölzer in der Maschine Verwendung finden, so daß die Hersteller von
Gamaschen neue Serien von Walkhölzern beziehen müssen, welches keineswegs als vorteilhaft
bezeichnet werden kann. Sodann besteht noch der weitere Nachteil. daß beim Einspannen
des Leders dieses auf einmal in seiner ganzen Länge eingespannt werden muß, welches
durch die vorher festgelegte Schnittform in Leder sehr langsam und schwierig vor
sich geht, so daß vielfach beim Zusammenpressen der Gamasche sich das Leder wieder
aus dem Einspannrahmen herauszieht, sobald der Druck sich wesentlich erhöht. Mit
diesem veränderlichen Druck ist aber stets zu rechnen, wodurch stets große V erzögei
ungen im Arbeitsgang eintreten. Sobald nun die gewalkte Gamasche aus der Maschine
herausgenommen wird, muß diese so lange in der Einspannvorrichtung bleiben, bis
das Leder vollständig getrocknet ist, mithin ein Bearbeiten der Gamasche unmöglich
wird, solange die Einspannvorrichtung nicht entfernt worden ist. Ist letzteres bei
genügender Trocknung des Leders endlich möglich, so wird das Leder beschnitten und
die Gamasche auf dem Walkblock aufgenagelt, welches wiederum Leder- und Zeitverlust
finit sich bringt. Hieraus geht hervor, daß jeweils so viele Einspannrahmen zii
jeder Maschine erforderlich sind, als Gamaschen jeden Tag hergestellt werden sollen,
welches das Verfahren in der Herstellung von Gamaschen in einer derartigen Maschine
direkt illusorisch macht, andernfalls eine ganz bedeutende Verteuerung der fertigen
Gamasche unvermeidlich ist. Alle diese schwerwiegenden Nachteile behindern die Einführung
einer derartigen Maschine, da sie ohne Vorteile gegenüber den üblichen Handwalken
ist.
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Die vorliegende Erfindung beseitigt genannte Nachteile in vollkommener
Weise, und zwar derart, daß der Walkblock auf der Maschine sitzt, sich leicht einsetzen
und herausnehmen läßt, sowie ein gutes Beobachten des L eders beim Walken zuläßt.
Dabei können alle bisherigen Walkblöcke ohne Rücksicht auf ihre Form Verwendung
finden, während das Leder an seinen Längskanten durch unterteilte und entsprechend
geformte Spannbacken gehalten wird. Diese Spannbacken ermöglichen ein Einklemmen
des dünnsten Leders bis zu i cm Stärke, ohne daß die Gefahr besteht, bei Auftreten
von besonders starkem Druck ein Herausziehen des Leders
aus den
Spannbacken lierbuizuführen. Ist (lie Gamasche in der Maschine fertig, so werden
ihre Längskanten von Spannschienen erfaßt und festgeklemmt, und hierauf wird der
Wallblock mit dem festgeklemmten Leder aus der Maschine herausgenommen, worauf (las
übliche Feststiften der übereinander gelegten Längskanten vorgenommen wird. Alsdann
können die Spannschienen entfernt und die Gamasche zur weiteren Bearbeitung, wvie
Schleifen, Lackieren und Polieren, getrocknet werden. Es besteht somit der große
Vorteil, daß die Gamasche in einen Arbeitsgang um den Wallblock gelegt werden kann,
ohne daß Teile cler Maschine mit dieser verbunden bleiben. Selbst die Spannschienen
werden nur für eine kurze Zeit benötigt, wodurch die Anschaffung einer größerer
Anzahl derartiger Schienen für eine Maschine nicht erforderlich ist. Wesentlich
bei dieser Maschine ist, daß das Leder über die Wade allseitig fest anschließend
herumgezogen wird, welches bisher auf maschinellem Wege nicht möglich war.
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In derZeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der Gamaschenwalkniascliiiie
dargestellt, es zeigt: Abb. i eine Seitenansicht eines Aufspannbalkens auf der Außenseite,
Abb.2 einen Grundriß von Abb. i, Abb. 3 eine Seitenansicht desselben auf der Innenseite,
Abb. d. einen Schnitt nach . 1-B der Abb. i, Abb.5 eine Seitenansicht der Aufspannschienen,
Abb. 6 eine Seitenansicht von Abb. 5, Abb.7 eine Ansicht einer zugehörigen Spannzwinge,
Abb. 8 eine teilweise Seitenansicht eines Walkblockhalters, Abb. 9 eine Seitenansicht
der :Maschine von der Stirnseite aus bei eingespanntem Leder, Abb, io eine gleiche
Ansicht der Maschine bei fertiggepreßter Gamasche und aufgesetzten Spannschienen
und Abb. i i eine Ansicht des herausgenoininenen Wallblockes mit festgespannter
und gestifteter Gamasche.
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Der als Traverse ausgebildete Balken i ist an seinen Enden durchbohrt
und mit den Gewindebuchsen 2 versehen. Nach der Mitte zti steigt der Balken an seiner
Oberkante ungleichmäßig schräg an und ist auf seiner Innenseite von oben nach unten
mit den drei Ausnehmungen 3 versehen, welche der Form der eingesetzten und in diesen
geführten Backen d. angepaßt sind. Letz_teie werden durch die auf den Balken i mittels
Schrauben 5 befestigte Platte 6 abgedeckt und zwischen dieser und den Balkenausnehmungen
3 gehalten und geführt. Über die Oberkante- der Platte 6 greifen die, Backen klauenartig
hinweg. An den unteren Kanten der Backen .I sind mittels Gewindezapfen die Zahnstangen
8 befestigt, welche in dem Balken i in Ausnehmungen ruhen. In die Zahnstangen 7
greift je ein Zahnrad 9, welche durch die Wellen io mit den Schneckenrädern i i
verbunden sind. Letztere können durch die Schnecken 12 und Handr::der 13 gedreht
werden, welche Bewegung sich auf die Zahnräder 8 und Zahnstangen 7 ühertr ägt, und
hierbei werden die Backen .4. entsprechend der Drehrichtung auf- öder abwärts verschoben.
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`Vie aus Abb. 9 und io ersichtlich ist, sind in den Lagern 1.4 des
Maschinenrahmens i 5 zwei Aufspannbalken auf zwei Gewindespindeln i6 mit je einem
Rechts- und Linksgewinde in ihren Buchsen 2 gelagert, und diese Aufspannbalken können
durch ein an die Spindeln 16 angeschlossenes Z: bersetzungsgetriebe zueinander bewegt
werden. Zwischen beiden Gewindespindeln 16 sind zwei gegenüberstehende, in Trägern
17 drehbare Walk-Nockhalter 18 mit Zapfen i9 angeordnet, welche unter dem Einfluß
de i Zugfedern 2o stehen (Abb.8).
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Soll nun das vorbereitete Leder auf einen Wallblock gespannt werden,
s._, wird zunächst der Wallblock 21 in Pfeilrichtung von der Seite durch den Maschinenrahmen
15 in die 1-Iaschine eingeführt und dann zwischen den vorher auseinandergedrehten
Aufspannbalken nach oben gebracht, wobei die Walkblockhalter 18 nach hinten zurückgezogen
und dann mit ihren Zapfen i9 in entsprechende Kasten im Wallblock 21 zum Eingriff
gebracht werden. Die Federn 2n verhindern ein unbeabsichtigtes Zurückbewegen der
@@'alhblockhalter 18, i9, wodurch der Wallblock -21 in seiner Lage gesichert wir:!.
Hierauf wird das Leder 22 über den Wallblock 21 gelegt und dessen Längskanten von
vorn nach hinten zwischen den Platten 6 und Backen .4 bzw. deren Klauen eingelegt
und hierbei durch Drehen des betreffenden Handrades 13 stufenweise eingespannt.
Da nun die Platten 6 und Backen d. in ihren oberen Kanten der Wadenlinie vom Wallblock
21 angepaßt sind und an jedem Balken i je drei Spannbalken .I unabhängig voneinander
verschiebbar sind, so läßt sich das Leder 22 an seinen Längskanten ohne Schwierigkeiten
einspannen. Hierauf werden die Aufspannbalken mittels ihrer Spindeln i6 auf die
Mitte der Maschine zu unterhalb vom Wallblock 21 bewc gt, wobei sie das Leder mitnehmen
und allmählich fest um den Wallblock spannen, wobei die krumme Linie der Spannbalken
.I. ein allseitig festes Aufziehen des Leders auf dem Wallblock 2i bedingen, insbesondere
wird las Leder straff über die Wade gezogen, ohne daß noch Hohllagen
verbleiben
(Abb. io). Nachdem die Gamaschenform gespannt ist, werden die in Abb. 5, 6 und 7
dargestellten Spannschienen angesetzt. Letztere bestehen aus den Schienen 23 mit
gedrehtem Lappen 24 sowie auf den Innenseiten aufgesetzten Schienen 25, die an ihren
Enden sich als Halter 26 abbiegen, welche an ihren gegenüberliegenden Seiten die
Zapfen 27 besitzen. Diese Schienen 23,25
werden mit ihren Zapfen 27 in entsprechende
Kasten in den Stirnseiten des Walkblocks 21 eingehängt, so daß die Schienen auf
dem Leder neben den Spannbacken 4. aufliegen, worauf auf deren Lappen 24 j e eine
Spannzwinge 28 (Abb. 7) aufgesetzt und derart angezogen wird, daß die Schienen das
Leder fest am Walkblock anpressen. Nun werden die einzelnen Spannbacken :1 mittels
ihrer Handräder 13 geöffnet, die Walkblockhalter 18, i9 zurückgelegt und der Walkblock
mit dem aufgespannten Leder aus der Maschine herausgenommen. Die Längskanten des
Leders werden übereinandergelegt und hierauf durch Stifte 29 befestigt, worauf die
gespannte Gamasche den Trocknungsprozeß durchmacht. Nach dem Stiften der Gamasche
«-erden die Spannschienen sofort vom Walkblock entfernt, so daß letzterer ohne irgendwelches
Maschinenzubehör ist. In dieser Weise können fortlaufend die Gamaschen gewalkt werden,
ohne daß Störungen oder Verzögerungen eintreten, da der ganze Arbeitsgang fortlaufend
beobachtet werden kann. Dabei besteht der Vorteil, daß mit Hilfe der Spannschienen
die um den Walkblock gelegte Gamasche stets festgeklemmt und anschließend gestiftet
werden kann, ohne Rücksicht darauf, ob die Aufspannbalken zusammenliegen oder nicht.
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Der Walkblockhalter 17, 18 ist in einem Lager 30 führbar gelagert
und in geeigneter Weise, z. B. mittels einer Schraubenspindel, senkrecht einstellbar.