DE434217C - Anordnung zur Umformung mehrphasiger sinusfoermiger Wechselspannungen in gleichfoermige Spannungen oder von gleichfoermigen Spannungen in mehrphasige sinusfoermige Wechselspannungen - Google Patents
Anordnung zur Umformung mehrphasiger sinusfoermiger Wechselspannungen in gleichfoermige Spannungen oder von gleichfoermigen Spannungen in mehrphasige sinusfoermige WechselspannungenInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
21. SEPTEMBER 1926
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
- M 434217 KLASSE 21 d2 GRUPPE
(C31161
Marcel de Coninck in Le Havre, Frankr.
gleichförmige Spannungen oder von gleichförmigen Spannungen in mehrphasige
sinusförmige Wechselspannungen.
Für diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage vom 2. Juni 1911 die Priorität auf Grund
der Anmeldung in Frankreich vom 30. September 1920 beansprucht.
Den Gegenstand der Erfindung bildet eine einen für derartige Zwecke genügenden
Anordnung, die zur Umwandlung mehrpha- Wirkungsgrad.
siger Wechselspannungen, insbesondere sol- Es sind zwar bereits mechanische Vorrich-
cher von sinusförmigem Verlauf, in gleich- . tungen zur Umformung von Gleichstrom in
5 förmige Spannungen oder umgekehrt zur Um- Wechselstrom bekannt geworden, bei denen 15
Wandlung der letztgenannten Spannungsform j ein Kollektor verwendet wird, dessen Lamel-
in die erste dienen soll. Die neue Anordnung läßt sich insbesondere bei den in industriellen
Betrieben gebrauchten Spannungen, Leistun- xo gen und Frequenzen verwenden und besitzt
len untereinander durch Widerstände verbunden sind, von denen einige Null sein können,
derart, daß man an den auf dem Kollektor umlaufenden Bürsten eine Wechselspannung
von mehr oder weniger trapezförmigem Verlauf abnehmen kann. Diese Vorrichtungen
sind indes nicht zur Umwandlung von Wechselströmen, wie sie die Praxis benötigt, geeignet,
deren Form bekanntlich nur wenig von der einer theoretischen Sinuslinie abweicht.
Die Kurve der Spannung, welche diese Apparate liefern, entfernt sich sehr wesentlich
von einer Sinuslinie und würde infolgedessen ίο zur Entstehung sehr starker harmonischer
Ströme Veranlassung geben. Zwar ist es gelungen, bei gekoppelten Spulenkreisen der genannten
Art die Oberwellen, insbesondere der dreifachen Periode, zu beseitigen. Doch erreichten die übrigen harmonischen Ströme
höherer Ordnung beispielsweise noch das Zehnfache des Normalstromes, selbst bei Leerlauf, so daß eine Benutzung der erwähnten
Vorrichtung in der Praxis nicht in Frage kommt.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, eine Anordnung zur Umformung von mehrphasigen
sinusförmigen Wechselspannungen in gleichförmige Spannungen oder zur Um-Wandlung
letzterer Spannungsform in die erstere zu schaffen, die sich auch für Anlagen der Praxis benutzen läßt, ohne daß die obenerwähnten
Nachteile auftreten. Das wird dadurch erreicht, daß in Verbindung mit der.
Erzeugung einer besonders geformten, z. B. trapezförmig verlaufenden Spannungskurve
magnetisch wirkende Vorrichtungen vorgesehen sind, durch welche die Spannungsdifferenzen
kompensiert werden, die jeweilig zwisehen der am Kollektor entnommenen Spannung
und der wesentlich in einer Sinuslinie verlaufenden Spannung des mit dem Umwandler
\'erbundenen Verbrauchastromkreises bestehen. Durch die genannten magnetisch
wirkenden Vorrichtungen werden also die harmonischen Ströme höherer Ordnung unterdrückt,
die bei den lediglich mit Ohmschen Widerständen arbeitenden Apparaten auftreten,
und es werden infolgedessen die in diesen Fällen in den Widerständen und an den Übergangsstellen des Kollektors entstehenden
Energieverluste vermieden.
In Abb. ι ist schematisch ein Umformer dieser Art dargestellt. Der umlaufende Teil
desselben besteht im wesentlichen, wie es bei derartigen Umformern an sich bekannt ist,
aus einem. Kommutator C, dessen Lamellen mit verschiedenen Punkten mit einer gleichzeitig
mit dern· Kommutator umlaufenden Widerstandswicklung verbunden sind. Zwei
einander gegenüberliegende Punkte P P' dieser Wicklung sind je mit einem von zwei
Schleifringen B B' verbunden, deren Bürsten an· dem positiven und negativen Pol einer
Gleichstromleitung U liegen. Auf dem Kommutator C schleifen in gleichen Abständen
mehrere feste Bürsten. In dem in Abb. r dargestellten Falle, der einem zweipoligen Umformer
für dreiphasigen Wechselstrom mit nicht verketteten Phasen entspricht, sind sechs Bürsten vorhanden. Je zwei gegenüberliegende
Bürsten P F' stellen den Anfang und das Ende einer der Phasen I1 T1 Π, ΙΓ,
IH, III' dar.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung, bei der Umformung von Gleichstrom in Wechselstrom
ist folgende:
Der Kommutator und die mit ihm verbundene Widerstandswicklung R werden mittels
eines kleinen Motors, der nur die Reibung zu überwinden hat, gedreht. Alsdann werden
die Punkte P P', zwischen denen dauernd eine gleiche Spannung U herrscht, nacheinander
mit den Leitungen der Bürsten F1, F1', F2, F2',
Fs, Fs' verbunden, wodurch jeder der Phasen
I1 II, III eine veränderliche Potentialdifferenz
aufgedrückt wird, die sich zweimal bei jeder Drehung des Kommutators umkehrt. Es entsteht auf diese Weise in jeder Phase
eine Wechselspannung, deren Periode gleich ist der Zeit einer Umdrehung des Kommutators.
Befinden sich die Verbindungslinien der verschiedenen Bürstenpaare in gleichen Abständen voneinander, so erhalten die Bürstenpaare
der einzelnen Phasen in gleichen Zeitabständen das Spannungsmaximum, d. h. also, man erhält die Spannungsschwankungen
eines Mehrphasenstroms.
Die Spannung zwischen zwei einander gegenüberliegenden Bürsten ändert sich mit
der Winkelstellung der Punkte P P' zu diesen Bürsten. Trägt man diese Spannungsdifferenz
als Funktion der Zeit auf (d. h. also als Funktion der Winkelstellung des Kommutators,
wenn dieser mit gleichförmiger Geschwindigkeit umläuft)·, so erhält man eine Kurve, die im allgemeinen nicht sinusförmig
verlaufen wird.
Nimmt man beispielsweise zur Vereinfachung der Betrachtung an, daß der ganze
Widerstand der Wicklung R an einer Stelle zusammengedrängt ist, die um den vierten
Teil eines Kreisumfanges von den Punkten PP' entfernt ist, und daß die anderen Lamellen
des Kommutators kurzgeschlossen seien, so tritt an einander gegenüberliegenden Bürstenpaaren der in Abb. 2 dargestellte
Spannuragsverlauf ein.
Entwickelt man die Gleichung dieser Spannungskurve nach der Fournierschen Reihe, so
würde, falls die Kurve vollkommen rechtwinklige Knicke aufwiese, das erste Glied
der Reihe als Amplitude der Spannung ergeben U1 == 1,27 U. Das dritte Glied der
Reihe ergibt U3 = 1I3 U1, das fünfte Glied
Us = 1I5 U1 usw.
Verläuft die Funktion nicht rechtwinklig,
sondern etwa trapezförmig, so ändern sich die Amplituden U1, U3 nicht wesentlich, während :
dagegen die durch die höheren Reinenglieder dargestellten Amplituden erheblich kleiner
werden.
Nimmt man an, daß bei einer derartigen Kurvenform jedes der Bürstenpaare mit einer
der drei Phasen einer Sychronmaschine verbunden sei, so wird die Stärke der Ströme,
ίο die unter dem Einfluß der auf das dritte
Reihenglied folgenden Glieder entstehen, sehr schnell abnehmen, da einerseits, wie oben erwähnt,
die Amplituden der Spannungen, die ! diesen höheren Gliedern entsprechen, immer geringer werden und anderseits die Reaktanz
der Synchronmaschine mit der Frequenz der höheren Glieder zunimmt.
Es ist daher nur erforderlich, die dritte Oberwelle der Spannungskurve zu unterdrücken.
Dies könnte durch eine Steigerung der Reaktanz der sinusförmige Wechselspannung liefernden Synchronmaschine oder auch
durch Vorschalten von Drosselspulen vor der Maschine geschehen, jedoch hat eine derartige
Lösung den Nachteil, daß damit ein Mehrverbrauch an magnetisieren der Kraft bzw.
eine Herabsetzung des Wirkungsgrades verbunden ist.
Nach der Erfindung soll daher mit dem Umformer eine feststehende Vorrichtung verbunden
werden, die den Strom aus dem dritten Reihenglied unterdrückt, ohne den Strom aus dem ersten Reihenglied zu beeinflussen.
Diese Vorrichtung (s. Abb. 3) besteht für eine dreiphasige Maschine aus einer Reaktanzspule
A mit geschlossenem magneti- \ schem Kreis, auf der sich drei Wicklungen A1,
A2, A3 befinden, von denen je eine in eine ■
der Phasen I, II, III eingeschaltet ist. Es > läßt sich leicht zeigen, daß die Reaktanz eines '
derartigen Systems für den Strom aus dem : ersten Reihenglied gleich Null ist. Es wird ;
nämlich für die drei Spulen der magnetische j Fluß durch drei Vektoren dargestellt, die j
gegeneinander um 1200 verschoben sind; ihre j
geometrische Summe ist also gleich Null. Der dem ersten Reihenglied entsprechende Strom
erzeugt somit kein magnetisches Feld und infolgedessen auch keine Gegenspannung. Dagegen
sind die dem dritten Reihenglied entsprechenden Stromstärken in den drei Wicklungen
in jedem Augenblick einander gleich; infolgedessen kann sich ein magnetisches Feld von der dreifachen Frequenz der Grundschwingung
ausbilden, so daß die dreifache Frequenz abgedrosselt wird. Bemerkt sei, daß derartige Anordnungen zur Beseitigung
der dritten Oberschwingungen an sich bekannt sind.
Im vorstehenden wurde nur die Umformung von Gleichstrom in Wechselstrom betrachtet.
Es liegt jedoch auf der Hand, daß die Erfindung sich in gleicher Weise auch zur Umwandlung
von Wechselstromenergie, die einer mehrphasigen Stromquelle z. B. sinusförmiger Spannung entnommen ist, in Gleichstromenergie
benutzen läßt.
Auch hier wird durch die Erfindung die Aufgabe gelöst, in der mehr oder weniger
trapezförmig verlaufenden Eigenspannung des Wandlers die übergeordneten harmonischen
Spannungen auszugleichen, so daß an den Klemmen der Wandlereinrichtung nur die Grundwelle der Spannung übrigbleibt, die
im wesentlichen gleich und entgegengesetzt der dem Apparat zugeführten Wechselspannung
ist. Die Rolle, welche die den Erfindungsgegenstand bildenden magnetischen Vorrichtungen beim Ausgleich dieser höheren
Harmonischen spielen, wird bei Umkehrung der Energierichtung nicht geändert. Ebenso
haben auch die zwischen den Lamellen angeordneten Widerstände in diesem Falle die
Wirkung, daß die Schwingungen der höheren harmonischen Spannungen gedämpft werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Anordnung zur Umformung mehrpha- go siger sinusförmiger Wechselspannungen in gleichförmige Spannungen oder von gleichförmigen Spannungen in mehrphasige sinusförmige Wechselspannungen, dadurch gekennzeichnet, daß in an sich bekannter Weise mittels eines umlaufenden Kollektors, dessen Lamellen durch Ohmsche Widerstände verbunden sind, deren Größe mit dem Abstand der betreffenden Lamellen von der Lamelle, weleher der Gleichstrom zugeführt wird, zunimmt und in der Nähe der Zuführungslamelle Null sein kann, eine trapezförmige Wechselspannung erzeugt wird, welche im wesentlichen außer der Grundwelle nur die dritte Oberwelle enthält, und daß die einzelnen Phasen des Wechselstromes in an sich bekannter Weise durch Spulen, welche durch einen gemeinsamen Eisenkreis gekoppelt sind, geführt werden, um die Oberspannungen von dreifacher Periode zu unterdrücken.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR434217X | 1920-09-30 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE434217C true DE434217C (de) | 1926-09-21 |
Family
ID=8899567
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC31161D Expired DE434217C (de) | 1920-09-30 | 1921-09-27 | Anordnung zur Umformung mehrphasiger sinusfoermiger Wechselspannungen in gleichfoermige Spannungen oder von gleichfoermigen Spannungen in mehrphasige sinusfoermige Wechselspannungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE434217C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE759893C (de) * | 1938-07-31 | 1953-06-08 | Siemens Schuckertwerke A G | Umformungsanordnung |
| DE930099C (de) * | 1952-08-02 | 1955-07-11 | Witt & Westphalen | Widerstandsumformer zur Umformung von Gleichstrom in Ein- oder Mehrphasenwechselstrom |
| DE1000506B (de) * | 1952-01-03 | 1957-01-10 | Maschf Augsburg Nuernberg Ag | Wechselrichter zur Feinsteuerung von Hebezeugen |
-
1921
- 1921-09-27 DE DEC31161D patent/DE434217C/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE759893C (de) * | 1938-07-31 | 1953-06-08 | Siemens Schuckertwerke A G | Umformungsanordnung |
| DE1000506B (de) * | 1952-01-03 | 1957-01-10 | Maschf Augsburg Nuernberg Ag | Wechselrichter zur Feinsteuerung von Hebezeugen |
| DE930099C (de) * | 1952-08-02 | 1955-07-11 | Witt & Westphalen | Widerstandsumformer zur Umformung von Gleichstrom in Ein- oder Mehrphasenwechselstrom |
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