DE707092C - Gleichstromerzeuger ohne Kommutator und Schleifringe - Google Patents
Gleichstromerzeuger ohne Kommutator und SchleifringeInfo
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- H—ELECTRICITY
- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02K—DYNAMO-ELECTRIC MACHINES
- H02K99/00—Subject matter not provided for in other groups of this subclass
- H02K99/10—Generators
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Power Engineering (AREA)
- Synchronous Machinery (AREA)
Description
Elektrische Maschinen, welche ohne Kommutator Gleichstrom zu erzeugen vermögen,
sind die bekannten Unipolarmaschinen in scheiben- oder trommeiförmiger Ausführung.
Solche Maschinen sind ausgeführt und im Betrieb, z. B. beim Murphywerk in Detroit.
Sie benötigen jedoch Schleifkontakte, denn der Strom muß über Schleifringe abgenommen
werden. Vorschläge von Noeggerathi und
Ugritnoff sollen die Maschine verbessern, indem der Strom über Quecksilberkontakte
abgenommen wird. Diese Art Maschinen vermögen selbst bei hohen Umdrehungszahlen
nur geringe Spannungen zu erzeugen und sind daher nur für solche und große Stromstärken
geeignet. Es ist seit langem bekannt, daß die Verwendung von Gleichstrom hoher Spannung
wesentliche Vorteile gegenüber dem Wechselstrom oder Drehstrom bietet, wenn es
ao sich um Kraftübertragung handelt und sich der Gleichstrom so einfach behandeln ließe
wie der Drehstrom. Anlagen, bei denen mehrere Kollektormaschinen zur Erzeugung hoher
Spannung in Reihe geschaltet sind, sind bekannt. In der Hochfrequenztechnik, im Rundfunk,
werden Hochspannungsgleichstrommaschinen mit Kommutator seit langem angewandt. Von diesen gehen aber hochfrequente
Störungen aus, die durch besondere Einrichtungen beseitigt werden müssen. Die Bestrebungen,
kommutator- und schleifringlose Gleichstrommaschinen zur Erzeugung beliebiger
Spannungen und Leistungen zu bauen, sind seit langem vorhanden. Eine solche Maschine hat den Vorteil, für hohe Spannungen
eingerichtet werden zu können, deren Begrenzung nur durch die Konstruktion und Isolationsfestigkeit der Materialien gegeben ist.
Hochfrequente Störungen sind nicht oder nur in geringem Maße vorhanden. Die Haltbarkeit
und Betriebssicherheit ist wegen des Fortfalls der Bürstenreibung stark vergrößert, die
Wartung verringert. Neben einer großen Anzahl anderer Vorschläge ist auch eine kommutatorlose
Gleichstrommaschine bekanntg'eworden, die trotz der besonderen Erregungsart
durch phasenverschobene Wechselströme auf dem elektromagnetischen Prinzip des Ein-
und Austretens von magnetischen Kraftlinien in Wicklungen bekannter Art beruht, womit
nur Wechselstrom bekannter Art erzeugt werden kann.
Die Maschine nach der Erfindung basiert auf dem neuen Grundprinzip der Erzeugung
mehrerer phasenverschobener Wellen- oder unsymmetrischer Wechselspannungen, die,
durch Reihenschaltung summiert, konstante Gleichspannung ergeben. Die Induzierung
jeder der Wellenspannungen geschieht mittels des bekannten elektromagnetischen Prinzips
in neuartig angeordneten Wicklungen, deren Einzelspannungen während der Drehung zu
bestimmten Zeiten gegeneinander und zu anderen Zeitpunkten miteinander wirken, wobei
das Gegeneinander wirken zu Zeiten kleiner
Feldstärke und das Miteinanderwirken zu Zeiten großer Feldstärke der Erregung stattfindet,
wodurch die Entstehung einer Wellenspannung oder einer unsymmetrischen Wechselspannung
möglich wird.
Die Erzeugung einer einzelnen Wellenspannung ist in Abb. ι im Prinzip dargestellt, und
zwar zum leichteren Verständnis unter Verwendung von Schleifringen. Abb. 2 zeigt im
Prinzip die erfindungsgemäße Ausführungsform der Maschine ohne Schleifringe. Der
Erfindungsgegenstand kann sinngemäß auch bei Ringwicklungen und bei Ausführung mit
•5 ausgeprägten Polen angewandt werden. Er soll des leichteren Verständnisses wegen zunächst
an der Abb. 1 erläutert werden.
In Abb. ι ist α der Läufer des Wellenstromgenerators.
Dieser aus lamellitrtem Eisenblech bestehende Läufer ist mit den Wicklungen b
und c versehen, welche beide hintereinandergeschaltet sind. Der Läufer α ist zwischen
den Polen (I1 und d2 drehbar angeordnet. Die
Enden der beiden hintereinandergeschalteten Wicklungen sind an zwei Schleifringe e und /
geführt, von wo der induzierte Strom durch Schleifbürsten abgenommen werden kann.
Starr mit dem Läufer α gekuppelt ist irgendeine Antriebsmaschine g, ferner eine nur für
die Erregerleistung bemessene Erregermaschine h. Die Pole i derselben sind durch
Gleichstrom erregt, der bei mehrphasiger Ausführung der fertigen Maschine gemäß Abb. 3
von deren Klemmen entnommen werden kann. Im Läufer k der Erregermaschine wird in
üblicher Weise Wechselstrom induziert, der zur Erregung der Feldpole J1 und d2 des
Generators dient. Die Kurvenform dieses Erregerwechselstroms muß zur Verwendung in der neuen Maschine durch die Ausführung
der Wicklung im Läufer k und die Polform von 2' geeignet eingerichtet werden. Die Erregermaschine
ist zugleich ein Frequenzwandler, in dem die Frequenz des Erregerwechselstroms
sich mit der Umdrehungszahl verändert. Zwischen der Frequenz des Erregerwechselstroms
und der induzierten Wellenspannung des Generators besteht somit ein konstantes Verhältnis. Auch die Phasenlage
zwischen dem Erregerwechselstrom und der in den Läuferwicklungen b und c induzierten
Wellenspannungen ist damit gegeben.
Die Erfindung basiert auf diesem Umstand.
Bezeichnet man die in Abb. 1 gezeichnete
JJ5 Stellung der Läufer α und k mit o°. so wird
in den Wicklungen b und c keine Spannung induziert. Bei Drehung nach 900 zu wird im
Fall von zunehmendem Erregerwechselstrom in b und c eine Spannung induziert. Die
gegenseitige Schaltung von b und c ist jedoch so, daß sich die beiden Spannungen aufheben,
solange die beiden Wicklungen sich unter demselben Pol befinden. Durch die erwähnte
Formgebung der Erregerwechselstromkurve, derart, daß die Zunahme des Feldes gering
bleibt bis zur Annäherung der Wicklung c an die ablaufende Polkante (I1 wird ein Spannungsverlust
umgangen. Erst wenn die Wicklung c in den Raum zwischen die Pole tritt, nimmt das Feld zu bis zum Maximum bei 900.
Zu gleicher Zeit fällt die Spannung in Wicklung c, und die in Wicklung b steigt. Beim
Eintritt der Wicklung in die auflaufende Polkante d2 und schon vorher kehrt sich die
Spannungsrichtung in c um, während sich in Wicklung b die Richtung infolge ihres Verbleibens
unter Pol d1 nicht ändert. Nach 900 Drehung ist also das Maximum der Spannungen
in b und c erreicht, wobei sie sich addieren wegen der Lagen der Wicklungen b
und c unter verschiedenen Polen. In gleicher Weise tritt ein Abfall der Spannung bei Drehung
bis auf i8o° ein, denn der Erregerwechselstrom fällt wieder auf Null. Bei weiterer
Drehung wechselt die Polarität von Ci1
und d2, weil deren Erregung durch den Wechselstrom der Erregermaschine erfolgt.
Die relative Lage der Wicklungen b und c zur Feldrichtung ist bei i8o° dieselbe wie in
Stellung o°. Bei Weiterdrehung nach 2700 und nach o° wiederholt sich der Vorgang.
Die in b und c induzierten Spannungen behalten dieselbe Richtung. Die Kommutierung
erfolgt somit bei der neuen Maschine durch Umkehren der Feldrichtung, und dieses wird
ermöglicht durch den Umstand, daß zu diesem Zeitpunkt sich die Spannungen aufheben.
Die Stellung des Läufers k der Erregermaschine und des Läufers α des Generators
zueinander ist bestimmt durch' die Phasenverschiebung zwischen Erregerspannung und
Er reger wechsel strom. Bei Abweichung von dieser Stellung wird Wechselstrom erzeugt,
und zwar bei 900 Verstellung am vollkommensten. Die neue Maschine arbeitet am
vollkommensten bei Erzeugung sin2-förmiger Wellenspannungen. Aber auch die Summierung unsymmetrischer, phasenverschobener
Wechsel spannungen ergibt mehr oder weniger guten Gleichstrom, nur ist die Ausnutzung
der Maschine dann weniger gut.
In Abb. 2 ist die prinzipielle Ausführung der neuen Maschine ohne Schleifkontakte dargestellt.
Beim Generator sind Ständer und Läufer vertauscht, so daß der Läufer nun- »15
mehr das Feld ist, das seine Wechselstromerregung unter Fortfall der Schleifringe e
und / erhält. In der Abb. 2 sind der Generator und die Erregermaschine der besseren
Übersicht wegen als zwei starr gekuppelte «ao Maschinen dargestellt. Der Fortfall der
Schleifringe gestattet jedoch die konstruktive
Vereinigung beider Maschinen in eine, etwa in der Weise, wie der Kommutator mit der
Maschine bei den bekannten Kollektormaschinen vereinigt ist.
Die Abb. 3 zeigt die prinzipielle Ausführung der neuen Maschine mit zwei um 900
phasenverschobenen Wellen- oder unsymmetrischen Wechselspannungen, die in Reihe geschaltet
sind und folglich nahezu konstanten
to Gleichstrom ergeben. Nach demselben Prinzip kann die neue Maschine auch beliebig
mehrphasig ausgeführt Averden.
Die Abb. 4 zeigt den zeitlichen Verlauf der in den Wicklungen b und c (Abb. 1) induzierten
EMKe und den zeitlichen Verlauf der zugehörigen Feld- bzw. Induktionsänderung. Die Kraftlinienveränderung ist dabei, um ein
einfaches, leicht verständliches Bild zu erhalten, unter Berücksichtigung der früher erwähnten
zweckmäßigen Form aus geraden Linien zusammengesetzt. In der Praxis wird eine Kurvenform gewählt, die einen möglichst
günstigen Verlauf der EMK b + c ergibt. Die Polflächen von dx und d2 umfassen in dem
theoretischen Beispiel der Abb. 1 den Läufer« je um 1200, und die Wicklungen δ und, c isind
räumlich um 6o° auf dem Läufer versetzt. Dementsprechend ergeben sich während der
Drehung die in Abb. 4 gezeigten Drehwinkel für die charakteristischen Punkte. Die in der
neuen Maschine induzierte EMK kann man sich aus zwei EMKe zusammengesetzt denken,
denn sie wird gebildet teils wie bei Maschinen bekannter Art, teils wie bei einem Transformator,
jedoch mit synchron zum Kraftfluß veränderlicher Spulenlage. Die erstere wird gebildet durch die Drehung bei voller Ausnutzung
aller Kraftlinien, die zweite durch ■variable Erregung unter Ausnutzung nur
eines Teiles aller Kraftlinien, nämlich derjenigen, welche zwischen den hier um 6o° zueinander
versetzten Wicklungen b und c hindurchgehen. Die erstere Spannungsfläche ist
dementsprechend weitaus größer als die zweite. Beide EMKe sind entgegengierichtet
und um 900 gegeneinander phasenverschoben. Die Abb. 4 zeigt der Einfachheit halber nur
die erstere EMK. Geeignete konstruktive Maßnahmen vermögen durch Hinarbeiten auf
dieses Ziel den Unterschied der beiden Spannungsflächen zu vergrößern.
In den Abb. 1 bis 3 ist in dem induzierten Teil des Generators stets die gleiche Wicklungsart
dargestellt. Der besseren übersieht halber sind in Abb. 3 die Stirnverbindüngen
nicht eingezeichnet. Die Kreuze und Punkte bei den Wicklungen bedeuten die Stromrichtung. Die Erregerwicklungen der
Erregermaschine h können als Nebenschluß-, Hauptstrom- oder Kompoundwicklung ausgeführt
werden und dadurch der neuen Maschine entsprechende Charakteristiken geben.
Der Regler / gestattet die Regelung der erzeugten Spannung, und auch in den Haupt
strom kann ein Widerstand gelegt werden. Die Reversierung der Spannung ist sowohl im
Haupstrom als auch im Erregerstrom der Erregermaschine möglich. Da die Maschine
auch als Motor laufen kann, sind die beschriebenen Funktionen sinngemäß auch hierbei 7»
anwendbar.
Claims (3)
1. Gleichstromerzeuger ohne Kommutator und Schleifringe, dadurch gekennzeichnet,
daß eine mit Gleichstrom erregte Erregermaschine in ihrem Läufer Wechselströme
induziert, die dem synchron mitlaufenden Anker einer zweiten Maschine zur Erregung zugeführt werden, deren
Ständer eine der Polzahl des Ankers entsprechende Zahl von gegeneinander versetzten
und derart angeordneten Wicklungen trägt, daß sich deren EMKe während der Drehung und des Richtungswechseis
des Flusses teils aufheben, teils zu Gleichspannungsimpulsen addieren.
2. Gleichstromerzeuger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise
unter Verwendung einer Erregermaschine mehrere phasenverschobene Gleichspannungsimpulse
erzeugt werden, die, durch Reihenschaltung summiert, annähernd konstante Gleichspannung ergeben.
3. Gleichstrommaschine nach Anspruch ι und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Generatorspannung die Erregermaschine selbst erregt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE707092T | 1930-10-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE707092C true DE707092C (de) | 1941-06-13 |
Family
ID=6617310
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930707092D Expired DE707092C (de) | 1930-10-28 | 1930-10-28 | Gleichstromerzeuger ohne Kommutator und Schleifringe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE707092C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1093893B (de) * | 1955-08-20 | 1960-12-01 | Siemens Ag | Kollektorloser Tachodynamo zur Erzeugung einer drehzahlproportionalen Gleichspannung |
| WO2025149928A1 (en) * | 2024-01-13 | 2025-07-17 | Veerabhadra Elite Electrodynamic Solutions Llp | A high-voltage direct current (hvdc) generation system using unidirectional voltage generators |
-
1930
- 1930-10-28 DE DE1930707092D patent/DE707092C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1093893B (de) * | 1955-08-20 | 1960-12-01 | Siemens Ag | Kollektorloser Tachodynamo zur Erzeugung einer drehzahlproportionalen Gleichspannung |
| WO2025149928A1 (en) * | 2024-01-13 | 2025-07-17 | Veerabhadra Elite Electrodynamic Solutions Llp | A high-voltage direct current (hvdc) generation system using unidirectional voltage generators |
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