DE428960C - Kreiselvorrichtung zur geographischen Ortsbestimmung - Google Patents

Kreiselvorrichtung zur geographischen Ortsbestimmung

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DE428960C
DE428960C DEL62133D DEL0062133D DE428960C DE 428960 C DE428960 C DE 428960C DE L62133 D DEL62133 D DE L62133D DE L0062133 D DEL0062133 D DE L0062133D DE 428960 C DE428960 C DE 428960C
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    • G01MEASURING; TESTING
    • G01CMEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
    • G01C21/00Navigation; Navigational instruments not provided for in groups G01C1/00 - G01C19/00
    • G01C21/10Navigation; Navigational instruments not provided for in groups G01C1/00 - G01C19/00 by using measurements of speed or acceleration
    • G01C21/12Navigation; Navigational instruments not provided for in groups G01C1/00 - G01C19/00 by using measurements of speed or acceleration executed aboard the object being navigated; Dead reckoning
    • G01C21/16Navigation; Navigational instruments not provided for in groups G01C1/00 - G01C19/00 by using measurements of speed or acceleration executed aboard the object being navigated; Dead reckoning by integrating acceleration or speed, i.e. inertial navigation
    • G01C21/166Mechanical, construction or arrangement details of inertial navigation systems

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Description

  • Kreiselvorrichtung zur geographischen Ortsbestimmung. Die Erfindung betrifft eine Kreiselvorrichtung zum Bestimmen der geographischen Länge und Breite für Wasser- und Luftfahrzeuge, welche ermöglicht, unabhängig von Himmelskörpern, Sternkarten, Sextanten und der Zeit von Greenwich die geographische Lage genau zu bestimmen.
  • Gegenüber den bekannten Vorrichtungen dieser Art beruht die Neuerung gemäß der Erfindung' im wesentlichen in der Anwendung eines in seinem Schwerpunkt drehbar gelagerten und sich selbst bewegenden Kreisels, der aus mehreren kreuz- oder sternförmig zueinander angeordneten Elektromotoren gebildet ist. Diese Elektromotoren drehen erfindungsgemäß mittels Luftschrauben diesen Kreisel, dessen Drehebene den künstlichen Horizont bestimmt.
  • Des weiteren betrifft die Erfindung die besondere Ausbildung der Lagerung dieses Kreisels und der Stromzuführung.
  • Der Gegenstand der Erfindung ist auf der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt. Abb. i zeigt eine Draufsicht teilweise im Schnitt, Abb. 2 einen senkrechten Schnitt nach der Linie A-4 der Abb. i, Abb. 3 einen senkrechten Schnitt durch die Lagerstelle, Abb. q. einen senkrechten Schnitt durch die Kontaktringanordnung nach der Linie B-B der Abb. 5 und Abb.5 eine Ansicht dieser Kontaktringe.
  • Die Vorrichtung ist zweckmäßig in ein Gehäuse eingebaut. An den Gehäusewänden i sind Rollen 2 drehbär gelagert, auf welchen ein Ring 3 rollen kann. In dein Ring 3 ist auf Körnerspitzen 4 ein Ring 5 drehbar gelagert, der mittels Körnerspitzen 6 einen Halbring 7 (Abb.2) trägt und mit diesem ein kardanisches Gelenk bildet. Der Halbring 7 ist mit Körner spitzen 8 versehen, auf welchen ein Ring 9 drehbar gelagert ist, der finit einem zu ihm senkrecht stehenden Ring io kreuzförmig verbunden ist. Der Ring io ist am Umfang als Zahnkranz ausgebildet, in den ein Zahnrad I i eines Uhrwerkes 12, welches mit dem Halbring 7 starr verbunden ist, eingreift.
  • Auf dem kreuzförmigen Doppelring g, io ist ein einen Elektromotor 13 tragendes Gestell rd. befestigt. Die Welle 15 des Elektromotors 13 ist mit einer Stahlkugel 16 starr verbunden, jedoch von dieser durch eine Isolierhülse 17 elektrisch getrennt. Die Stahlkugel 16 befindet sich genau im Mittelpunkt der Achsen der kardanischen Aufhängung, sowie des Doppelringes 9, io. Diese Stahlkugel 16 wird von einem Doppelkugellager 18 (Abb.3) ringförmig umschlossen und dient dem Kreisel als Stütz- und Drehpunkt. Das Doppelkugellager i8 ist mit dem Kreisel starr verbunden, der aus einem symmetrisch gestalteten Armkreuz i9 (Abb. i) mit-beispielsweise vier Armen besteht. Auf diesen Armen i9 sind Elektromotoren2o befestigt, die Luftschrauben 21 antreiben. Mittels der Luftschrauben 21 wird das Armkreuz ig samt den Motoren, welche gleichzeitig die Schwungmassen des Kreisels bilden, um die Kugel 16 gedreht. Die Elektromotoren 2o können in Blechmuffen auf dem Armkreuz i9 durch Schraubenklemmen festgehalten werden.
  • Zum Antreiben der Elektromotoren 2o wird vorzugsweise zweiphasiger Wechselstrom verwendet. Die Klemmen 22 (Abb. 2) des mit der Stahlkugel 16 verbundenen Elektromotors 13 sind an die strichpunktiert gezeichnete Stromleitung 23 angeschlossen und stehen auch mit der Stahlkugel 16 durch eine von der Welle 15 isolierte Muffe 2q. in leitender Verbindung. Die Stahlkugel 16 ist durch das Doppelkugellager i8 (Abb. 3) mit dem Armkreuz 19 leitend verbunden, an das mittels Leitungen 25 (Abb. i) die eine Klemme der Elektromotoren 2o angeschlossen ist. Die Stahlkugel 16 bildet den einen Pol der Stromzuführung zu den Elektromotoren 20. Die andere Stromleitung28 der Elektromotoren2o ist mit zwei Leitschienen 26 verbunden, die auf j e einer auf dem Armkreuz i9 angebrachten Isolierplatte 27 (Abb. a) befestigt und durch eine Leitung und einen feststehenden Schleifring 29 mit einem Ring 31 leitend verbunden sind. Dieser Ring 31 ist durch Isoliermaterial 30 von der Nabe sowie von dem Armkreuz i9 isoliert, und auf ihm schleift oder rollt der Ring 29. Der Ring 31 bildet somit den anderen Pol der Stromzuführung. Bei den in Abb. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Ring 29 durch eine Platte 3a ersetzt, die durch eine Leitung 33 an die Hauptklemme der Vorrichtung angeschlossen ist. Die Stromzuführung zu den Elektromotoren erfolgt in der üblichen parallelen Schaltungsform. Diese Art der Stromzuführung ermöglicht ein zweckmäßiges Arbeiten der Motoren, ohne den Kreisel in seiner Wirkung zu stören: In dem Ring 9 können je zwei mit Teilungen versehene Bogenteile 34 (Abb. i) angebracht sein, auf denen eine bei anderen Kreiselvorrichtungen bekannte Lichtstrahllinie spielen kann. Diese Lichtlinie wird durch einen Scheinwerfer 35 hervorgebracht, der am Armkreuz i9 befestigt ist, also mitkreist. Infolge dieser Drehung des Scheinwerfers trifft diese Lichtlinie auf vier Teilungen, und zwar werden zwei am Ring io angebrachte, nicht dargestellte Teilungen die östliche oder westliche Veränderung und die am Ring 9 befestigten Teilungen die nördliche oder südliche Breite anzeigen. Auch können mehrere solcher Scheinwerfer vorgesehen und versetzt zueinander -an dem Armkreuz i9 angebracht werden. An- Stelle dieser Lichtlinienanzeigevorrichtung kann auch eine mechanische Zeigervorrichtung verwendet werden, die eine Hebelübersetzung hat und in geeigneter Weise auf der Kugel 16 oder auf der Nabe des sich selbst drehenden Kreisels gelagert ist.
  • Die Stromzuführung zwischen den die kardanische Aufhängung bildenden Ringen kann beispielsweise nach Abb. q. und 5 ausgebildet sein. Der Ring 9 ist mit isolierten, zu der Körnerspitze 8 des Ringes .7 gleichachsigen Messingringen 36 und 37 versehen, auf welchen Stromzuführungslamellen 38, 39, die gleichfalls isoliert am Ring 7 befestigt sind, gleiten.
  • Die- Gewichtsmasse des sick selbst bewegenden Kreisels muß genau ausbalanciert sein, und zwar so, dafi dieser in wagerechter Schwingungsstellung keine einseitige Belastung aufweist. Um die Störungen, welche durch die Drehungswirkungen der Motoren entstehen, unwirksam zu machen, müssen je zwei Motoren als rechtsdrehend und je zwei als linksdrehend laufen oder aber, da dies. bei Wechselstrom mit in gleicher Richtung gewickeltenAnkern nicht möglich ist, j e zwei als Zug und zwei als Druckmotoren die Luftschrauben betätigen.
  • Das Messen der geographischen Lage erfolgt nach dem Inbetriebsetzen und Einstellen der Vorrichtung. Die Vorrichtung wird dadurch in Betrieb gesetzt, daß die Elektromotoren 13 und 2o eingeschaltet werden, wodurch der Kreisel vermöge der Zugkraft der Luftschrauben 2r gedreht wird. Die Stahlkugel 16 wird mittels des Motors 13 in gleicher Richtung gedreht, wodurch die Reibung des Kreisels auf der Kugel 16 gänzlich oder fast aufgehoben wird. Der Kreisel kann sich zum Gehäuse i sowohl in senkrechter als auch in wagerechterEbene drehen, wie es sich jeweilig durch die Erdumdrehung oder durch die örtlichen Veränderungen der Vorrichtung von selbst ergibt. Da die Stellungsänderungen des Kreisels infolge der beständigen- Erdumdrehungen. entstehen, muB das Uhrwerk 12 in Tätigkeit gesetzt werden. Denn infolge der Erdumdrehungen, welche den sich selbst drehenden Kreisel nicht beeinträchtigen, wird das Gestell 1:1 des Motors 13 und der Kreisel gestürzt, was schon in 8 Stunden den Kreisel hemmen würde, da der Drehungswinkel desselben nur 12o Grad beträgt. Dieser Drehungsfre;iheitsgrad kann allerdings auf iSo Grad erhöht werden, was indessen durch das von dem Uhrwerk 12 bewerkstelligte Nachdrehen im Sinne der Erdumdrehung nicht notwendig ist.
  • Der Kreisel kann auf jeden beliebigen Horizont eingestellt «-erden, welcher zum Unterschied von dem örtlichen als »künstlicher« bezeichnet wird. Dieser Horizont wird von (lein Kreisel so lange künstlich festgehalten, als die Motoren 2o sich drehen; dieser Horizont dient sodann als Grundlage der Messungsergebnisse.
  • Bedingung zur richtigen Einstellung der Vorrichtung ist, daß der Kreisel entweder wagerecht oder diagonal kreist (die Wahl des Horizontes ist gleichgültig), Ring io in Ostwestrichtung steht und die Zeiger in Nullstellung gebracht werden. Im Augenblick des Inbetriebsetzens muß eine Stoppuhr, welche in keiner Weise mit der Vorrichtung in Verbindung steht, in Tätigkeit gesetzt werden, oder falls die Zeigervorrichtung von einem Uhrwerk selbst in erwähnter Weise zur selbsttätigen Berichtigung im entgegengesetzten Sinne der Erdumdrehungen bewegt wird, muß diese gleichzeitig in Gang gebracht werden. Da die Erdumdrehungen gleichmäßig und genau vor sich gehen, müssen die auftretenden Uhrabweichungen von Zeit zu Zeit berichtigt «-erden. Nach dem Einstellen derVorrichtung und dein Ingangsetzen der Uhr kann das Gestell des Kreisels nach jeder Richttrug verstellt werden, was z. B. bei Kurven unvermeidlich ist. Nur im Augenblick der Ablesung wird durch den Ring 3 die Vorrichtung oder das kardanische Gestell in die Ostweststellung gebracht, doch müssen die Motoren 2o sowie die zur Berichtigung notwendige Uhr in Betrieb bleiben.
  • Die Messungsresultate ergeben sich durch die Verstellung des künstlichen Horizontes zum Ortshorizont. Die Werte der geograpbischen Breiten sind unmittelbar ablesbar, jene der geographischen Längen können mittelbar durch Abzug des mittels der Uhr bestimmbarenVeränderungswertes festgestellt werden, wie folgendes Beispiel zeigt: Die Motoren werden eingeschaltet. Ring io in Ostweststellung gebracht und der Kreisel auf irgendeinen Horizont eingestellt, ferner «-erden die Zeiger in Nullstellung gebracht sowie die Uhr in Gang gesetzt. Es sei angenommen, daß der Ausgangshafen 15 Grad io Minuten 2o Sekunden östlicher Länge nach Greenwich liegt. Nach 5 Stunden io Minuten 5o Sekunden seit des Inbetriebsetzens und Einstehens der Vorrichtung (die Abfahrtszeit des Fahrzeuges bleibt unberiicksichtigt), soll die Messung vorgenommen werden. Die Zeigerstellung ergebe (geographische Längenangabe): ;6 Grad 12 Minuten 20 Sekunden. Während der angegebenen Zeit wurde der Kreisel infolge der Erdumdrehungen um i j Grad 42 Minuten 3o Sekunden mit Bezug zur örtlichen Horizontalen verstellt. Da dies ein größerer Wert ist als der des :Messungsergebnisses, muß das Fahrzeug seinen Ort in westlicher Richtung verändert haben (also im entgegengesetzten Sinne der @ Erdtimdreliung), und zwar um i Grad 30 Minuten io Sekunden. Im Augenblick der Ablesung befand sich also das Fahrzeug 13 Grad .I0 Minuten io Sekunden östlich von Greenwich. Die Angaben des Zeigers für die geographischen Breiten sind unmittelbare Werte.

Claims (3)

  1. PATENT-AH spRü cHE: i. Kreiselvorrichtung zur geographischen Ortsbestimmung mit Hilfe eines künstlichen Horizontes, dadurch gekennzeichnet, daß ein in seinem Schwerpunkt gelagerter, sich selbst bewegender Kreisel als selbstständiges Gebilde aus mehreren kreuz- oder sternförmig zueinander angeordneten Elektromotoren (2o) gebildet ist, welche Luftschrauben (21) antreiben, mittels deren der Kreisel gedreht wird, dessen Drehebene den künstlichen Horizont bestimmt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, (laß der Kreisel auf einer Stahlkugel (16) gelagert ist, die den Drehpunkt einer kardanischen Aufhängung (.4 bis 8) bildet und von einem Doppelkugellager (18, Abb. 3) ringförmig so umfaßt wird, daß#der Kreisel freie Drehungsbeweglichkeit hat.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in die eine Stromleitung (25) der mitkreisenden Motoren (2o) die Stahlkugel (16) eingegliedert ist, welche von ihrem Stützpunkt (15, Abb.3) durch nicht leitenden Wirkstoff (17) getrennt ist, und die andere Stromleitung (28) über ein am Kreisel isoliert befestigtes Ringkugellager (26) geführt ist.
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