DE4258C - Neuerungen in der Fabrikation von Schachteln und dergl. aus Papiermasse - Google Patents
Neuerungen in der Fabrikation von Schachteln und dergl. aus PapiermasseInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21J—FIBREBOARD; MANUFACTURE OF ARTICLES FROM CELLULOSIC FIBROUS SUSPENSIONS OR FROM PAPIER-MACHE
- D21J3/00—Manufacture of articles by pressing wet fibre pulp, or papier-mâché, between moulds
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- Manufacturing & Machinery (AREA)
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Description
1878.
Klasse 54.
FREDERICK RANSOME und THOMAS MITCHESON GRAY in LONDON. Neuerungen in der Fabrikation von Schachteln u. dergl. aus Papiermasse.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. Januar 1878 ab.
Die vorliegende Methode zur Herstellung von Papierschachteln und anderen hohlen Gegenständen
aus Papiermasse besteht dem Wesen nach darin, dafs in die flüssige Masse ein mit
einer durchlöcherten Form versehener Formträger taucht und die auf der Form abgelagerte
Papiermasse einer so starken Pressung ausgesetzt wird, dafs das Wasser entfernt wird.
Die Form ist, wie schon erwähnt, durchlöchert und der Formträger hohl und ebenfalls
durchlöchert; derselbe steht mit einem Luftsaugeapparat in Verbindung, welcher das ausgepreiste
AVasser absaugt.
Die mit ihrer inneren durchlöcherten Form von dem Formträger entfernte Schachtel kann
dann in derselben oder in einer anderen Maschine noch mehr geprefst (mit oder ohne
Relief) und hierauf geleimt und angestrichen werden.
Da das Wasser oder der gröfste Theil desselben bei der ersten starken Pressung beseitigt
wird, so erhält man Schachteln, deren Oberfläche eben und nicht porös ist, wie dies bei
früheren Verfahren, wo ein Trocknen der leichten Pressimg vorherging, der Fall war.
Zur Anfertigung der Schachteln kann folgender Apparat dienen:
Zwischen einer Grundplatte und einer Kopfplatte ist ein beweglicher Papiermassenbehälter
angebracht, welcher auf und ab in Führungen durch hydraulische Kraft, z. B. mittelst Cylinder
und Kolben bewegt wird. An der Kopfplatte ist die Prefsform angebracht, bestehend aus vier
Theilen, deren zwei Theile passend gestaltet sind und welche sich gegen einander bewegen;
alle vier umschliefsen die Schachtel zuletzt gleichzeitig. Die Formträger sind um eine hohle, mit
einem Saugapparate verbundene Spindel angeordnet. Wenn der Massenbehälter in der gehobenen
Stellung sich befindet, wird einer der Formträger in die Masse getaucht und der entgegengesetzte
Formträger in die Prefsform, wo die die frühere Papiermasse umgebende durchlöcherte
Form auf ihren hohlen Träger stark geprefst wird. Der Arbeiter entfernt gleichzeitig
die mit geprefster Masse bekleidete Form (was auch automatisch geschehen kann) und setzt
eine andere Form auf. Der Massenbehälter geht dann herunter und damit auch die Formträger;
ersterer hat aber einen längeren Weg, als die Formträger zu machen. Ist der unterste Formträger
frei geworden, so machen die Formträger eine Viertelumdrehung, der Massenbehälter
steigt wieder empor, der unterste Formträger taucht in die Masse, der Arbeiter wechselt
die Formen und so fort.
Fig. ι der Zeichnungen ist eine Vorderansicht eines Apparates; Fig. 2 ist ein Verticalschnitt
nach A-B; Fig. 3 eine Oberansicht der Prefsform ; Fig. 4 und 5 sind Einzelheiten.
Der Apparat kann liegend und stehend angeordnet sein; die Grundplatte A des Apparates
ist durch die Säulen B mit der Kopfplatte C verbunden; D ist der Papiermassenbehälter, welcher
in den Führungen d gleitet und durch den Kolben E gehoben und gesenkt wird. Die
Stangen α α verbinden die Bodenplatte A mit dem Cylinder e dieses Kolbens, Fig. 1.
Der Behälter D wird von der Pumpe F durch das Rohr b mit Masse gefüllt; / ist ein am
Rohr befestigter Plungerkolben von passendem Durchmesser und Hub, welcher die für jede
Operation nöthige Papiermasse liefert; diese fliefst durch das Rohr c über.
Die vier hohlen durchlöcherten Formträger G G sind auf der hohlen Welle g angebracht und in
Fig. 4 in vergröfsertem Mafsstabe dargestellt, während Fig. 5 die Welle g zeigt. Letztere ist
mit zwei Kanälen g * g2 versehen, die mit einem
Saugapparate communiciren. Die vier Röhren G2 des Formträgers, Fig. 4, passen mit ihren unteren
Theilen G1 auf die Welle g und werden durch
Flantschen mit der Hülse I der Welle g durch Bolzen verbunden. G1 führt sich in einer ringförmigen
Nuth und wird durch eine Spiralfeder an die Welle g gedrückt. Auf jedem Ende der
Welle befindet sich ein Hebel /$' lose, welcher
mittelst Sperrklinke h 2 in die Vorsprünge h fafst
und mit einer mit länglichem Schlitz versehenen Stange /ι3 verbunden ist. Diese Stange wird
durch einen Zapfen k am Kreuzkopfe K beim Niedergange des Rohres E mitgenommen, wodurch
die Formträger eine Vierteldrehung erhalten.
Die Prefsform ist aus Fig. 3 ersichtlich. Die beiden Theile L L sind am äufseren Ende
schmäler gemacht und die zwei anderen Theile MM sind von entsprechender Form, und zwar bewegen
diese Theile sich langsamer, als die
Theile ZZ; alle vier Theile umschliefsen aber
zuletzt gleichzeitig die zu pressende Schachtel.
Die Bewegung der Theile Z M wird in diesem Falle durch vier Cylinder N bewirkt, deren
Kolben η und η' mit den Theilen Z und M
verbunden sind. Die gleichzeitige Bewegung der Kolben η wird durch die Winkelhebel O
gesichert; diese Hebel O sind an ihren Verbindungspunkten durch die Schrauben ο verstellbar.
Die zwei anderen Kolben η' brauchen nicht mit einander verbunden zu werden, weil
die Theile L ihre Bewegung entsprechend leiten. Die Hebel ο drehen sich um die am Kopf C
angebrachten Bolzen.
Der Apparat arbeitet wie folgt:
Die Papiermasse (die mit Vortheil etwas dünnflüssiger
wie gewöhnlich sein kann) wird vermittelst des Plungerkolbens / und des Rohres b
in den Behälter D gehoben, indem letzterer und der Kolben / sich senken; zuvor ist eine durchlöcherte
Form auf einen der Formträger G gesetzt, während derselbe in der horizontalen
Stellung sich befindet. Senkt sich der BehälterD
nebst Welle g, so kommt, nachdem ein Theil des Weges zurückgelegt ist, die Führung der
Welle g mit Ansätzen der Säulen B in Berührung und wird daselbst zurückgelassen; wenn der
Behälter D seiner niedrigsten Stellung nahe kommt, zieht der Zapfen k die Stange A3 herunter,
wodurch die auf die Vorsprünge h' des Rohres / wirkende Sperrklinke dem Rohr /
mit den Formträgern G eine Viertelumdrehung giebt; der Formträger mit der Form darauf
zeigt alsdann nach unten. Der Behälter D wird nun in die auf der Zeichnung gezeigte Stellung
gehoben. Zunächst taucht der nach abwärts gekehrte Formträger in die Papiermasse; während
der fortgesetzten Bewegung wird der Kreuzkopf K nahe seiner höchsten Stellung gegen die Führungen
H stofsen und somit die Welle g und die Formträger heben; am Ende des Hubes
wird der Kreuzkopf K die Form auf dem oberen Formträger (mit Papiermasse darauf) gegen den
Kopf P drücken; hiermit wird Druck in die Cylinder N gegeben, wodurch die Theile L,
von den Kolben η bewegt, schnell nach dem Mittelpunkt der Prefsform geschoben werden'
und darauf die Theile M, jedoch langsamer; alle vier Theile drücken zuletzt gleichzeitig.
Der Druck auf die äufseren Flächen der Kolben η η' wird dann vermindert, wodurch
der Druck auf die inneren Ringflächen derselben Kolben diese letzteren sammt den Prefsformtheilen
Z M in ihre ursprüngliche äufsere Stellung versetzt.
Das Ablafsventil für den Kolben b wird darauf geöffnet, der Behälter D senkt sich und der
Kolben/ drückt neue Masse in den Behälter D] ehe der Behälter aber seine tiefste Stellung erreicht
hat, wird der Welle g mit den Formträgern G eine Viertelumdrehung gegeben, wie
beschrieben; die mit geprefster Masse (d. h. also mit der so gefertigten Schachtel) versehene
Form wird alsdann von dem Formträger entfernt (automatisch oder von Hand) und eine
andere, d. h. leere Form, darauf gesetzt u. s. w.
Eine Modification dieses Apparates besteht in folgendem:
Der Prefscylinder befindet sich senkrecht über der Maschine oder an einem Ende derselben.
Der Massenbehälter erhält eine Bewegung und trägt drei oder mehrere Cylinder oder Röhren
in gleichem Abstande von der Axe; jeder Cylinder hat einen Kolben, welcher an einem Ende
mit einem Formträger versehen ist. Die Cylinder stehen mit einem Vacuumgefäfs in Verbindung.
Der erwähnte Prefscylinder ist so angeordnet, dafs ein Formträger nach dem andern unter oder
gegen denselben geführt wird. Die Formträgerkolbenträger werden nach einander über den
Massebehälter und darauf noch höher gehoben, so dafs der Formträger in die Prefsform gelangt,
worin die Seiten der zu pressenden Schachtel erst und dann der Boden oder die Endfläche
geprefst werden; der Formträger senkt sich dann und entfernt sich von der Prefsform. Die so
geprefste Schachtel wird dann mit der inneren durchlöcherten Form abgenommen und eine leere
Form auf denselben Formträger gesteckt; letzterer dreht sich dann, während er sich in die
Masse senkt, und dieselbe Operation wird, wie eben beschrieben, wiederholt.
Fig. 6 der Zeichnungen zeigt eine Vorderansicht, Fig. 7 einen Verticalschnitt nach C-D,
Fig. 8 ist die Oberansicht der Prefsform. Die Maschine ist vertical angeordnet, kann aber
mit geringen Modificationen auch horizontal arbeiten.
A ist der obere Prefscylinder, B der Massebehälter und C ein darauf befestigtes Stirnrad,
welches von dem Rade b, Schneckenrad b' und
Schraube ohne Ende b'1 getrieben wird; durch
die Ausrückkupplung c wird das Getriebe b periodisch automatisch aufser Wirkung gestellt,
so dafs das Stirnrad C und der Massebehälter B periodisch um ein Drittel einer Umdrehung
rotirt. DDD sind drei Cylinder, deren Kolben mit je einem Formträger dx versehen sind; die
Cylinder sind durch das Rohr e und Ventil <?'
mit einem Sauggefäfs E verbunden. Die Kolben tragen unten je eine Rolle /, welche auf der
Hubscheibe F rollt.
Die Wirkungsweise des Apparates ist folgende :
Wie in Fig. 7 dargestellt, befindet sich einer der Formträger in der höchsten Stellung und
in der Prefsform. Der Kolben a des Cylinders A ist in der tiefsten Stellung. H ist ein am Kolben
befestigter Kreuzkopf mit vier Keilstücken /ι, Fig. 6 und 8, welche in V-förmigen, an der
Platte / befestigten, senkrechten Nuthen geführt werden. Diese Keile wirken gegen die vier
Rollen kkkk, welche in den Armen gelagert sind und welche die mit diesen in Verbindung
stehenden Theile 11 ll ll der Prefsform bewegen.
Die Theile // bilden den gröfseren, die Theile/1/1 den kleineren Theil der Prefsform.
Die Keile h sind derartig gestaltet, dafs die
Theile / / zuerst bewegt werden und darauf die Theile/V. Nachdem die Seiten der Schachtel
geprefst sind, geht der Kolben α noch ein
kleines Stück herunter und prefst die Endfläche der Schachtel. Das Ende des Kolbens α wird
in der oben kastenförmig gestalteten Prefsform geführt. Das Ablafsventil des Cylinders wird
hierauf geöffnet und der Kolben d senkt sich. Die Kupplung c wird nun automatisch eingeschaltet
und das Rad C und der Behälter i? um 1200 gedreht,
wodurch der nächste Kolben d (dessen aufgesetzte Form mittlerweile in die Papiermasse
eingetaucht war) unter den Cylinder A gebracht wird; alsdann hebt sich der Kolben g und bringt
die auf dem Kolben d befindliche Form in die Prefsform.
Die zuletzt geprefste Form wurde mittlerweile entfernt und eine leere Form aufgesetzt. Bei
der nächsten Drittelumdrehung wird diese Form dann in die Masse eingetaucht, indem die Rolle f
an der Hubscheibe F entlang gleitet; da das Innere des Formträgers mit dem Vacuumgefäfs E
in Verbindung steht, wird die Papiermasse auf der Form sich ablagern. Die an den Rahmen m
befestigten Federn M entfernen die Theile //'
der Prefsform von der fertigen Schachtel.
Die für den Apparat erforderlichen Ventile sind, wie Fig. 9 und 10 zeigt, construirt; Fig. 9
ist ein senkrechter Schnitt durch einen der beiden Ventilkasten und Fig. 10 ist eine Endansicht
des Apparates.
Die eine Hälfte des Apparates dient für den Massebehälter und die andere für die Kolben
der Prefsform etc.
Q ist eine durch eine Schraube ohne Ende bewegte, langsam rotirende Welle mit zwei Daumen
q, welche je einen Hebel R mittelst Rolle r heben können; die Hebel R sind belastet und
drehen sich um die Bolzen rl. S ist einer der zwei Ventilkasten, s die Stange des Saugventils
und ί' die des Druckventils; jeder der Hebel R
besitzt zwei Vertiefungen (auf jeder Seite des Drehpunktes rl), in welche die unteren Enden
des Ventilkastens s s1 passen und gegen Regulirschrauben
r2 und r3 anliegen, s2 ist das Saug^
rohr, s3 das Druckrohr und T das zum Prefscylinder
führende Rohr. Die Ventile sind mit Spiralfedern versehen.
Claims (4)
1. Der in Fig. 1 bis 5 dargestellte Apparat zur
Füllung und Bewegung des Massebehälters, wie beschrieben.
2. Die Constructionen der Prefsform und der Formträger, sowie ihre Betriebstheile, wie
beschrieben.
3. Die Construction des in Fig. 6 und 7 dargestellten Apparates.
4. Die Construction des Ventilkastens, Fig. 9
und 10, wie beschrieben.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4258C true DE4258C (de) |
Family
ID=283034
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT4258D Active DE4258C (de) | Neuerungen in der Fabrikation von Schachteln und dergl. aus Papiermasse |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4258C (de) |
-
0
- DE DENDAT4258D patent/DE4258C/de active Active
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