DE425610C - Verfahren zur Herstellung unmittelbar weiterverarbeitbarer Chlormethylloesungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung unmittelbar weiterverarbeitbarer Chlormethylloesungen

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DE425610C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C17/00Preparation of halogenated hydrocarbons
    • C07C17/38Separation; Purification; Stabilisation; Use of additives

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung unmittelbar weiterverarbeitbarer Chlormethyllösungen. Bei der Chlorierung von Methan entstehen neben dem wichtigsten Produkt, dem Chlormethyl, stets auch höhere Chlorierungsprodukte, wie Di-, Tri- und Tetrachlormethan. Zur Gewinnung des Chlormethyls aus derartigen Reaktionsgasen ist man bisher in der Weise verfahren, daß man das Gasgemisch nach Befreiung von der Salzsäure einer starken Kühlung unter hohem Druck unterwarf, ein Verfahren, dessen technische Ausführung sich um so schwieriger gestaltet, je größer die vorhandenen Mengen unverbrauchten Methans sind. Nach der schweizerischen Patentschrift 71191 werden z. B. Temperaturen von - 3o° bis -12o° und Drucke von io,5 bis io5Atm. zu diesem Zweck verwendet.
  • Demgegenüber beruht die Erfindung auf dem Gedanken, den in bekannter Weise von Salzsäure und den höheren Methanchlorierungsprodukten befreiten und nunmehr noch aus einer Mischung von Chlormethyl und Methan bestehenden Reaktionsgasen das Chlormethyl mit Hilfe eines solchen Lösungsmittels zu entziehen, daß ohne weiteres ein für die technische Weiterverarbeitung unmittelbar brauchbares Produkt entsteht. Es wurde festgestellt, daß einhervorragendes, zu dem genanntenZweck brauchbares Lösungsmittel der Methylalkohol ist, da er, insbesondere unter Anwendung von Druck und mäßiger Kühlung erhebliche Mengen von Chlormethyl löst, ohne praktisch Methan zu absorbieren.
  • Die auf diese Weise entstehende Lösung von Chlormethyl in Methylalkohol braucht nicht in ihre Bestandteile getrennt zu werden. Sie kann vielmehr ohne weiteres als solche weiterverarbeitet werden. So kann z. B. durch Verseifung das in der Lösung befindliche Chlormethyl in Methylalkohol und Methyläther übergeführt werden. Ferner eignet sich das Gemisch zu unmittelbarer Verwendung z. B. in Methylierungsverfahren. Es ist zwar bereits in der Patentschrift 292o89 vorgeschlagen worden, das Methylchlorid aus den Abgasen der Methanchlorierung durch starke Abkühlung oder Kompression oder Absorption, evtl. auch durch Kombination mehrerer dieser Mittel abzuscheiden. Doch ist hier der Gedanke der Absorption nur allgemein erwähnt, wie auch ein für die Durchführung der Absorption geeignetes Mittel nicht angegeben ist. Auch läßt sich aus der erwähnten Literaturstelle nicht das besondere technische Problem entnehmen, aus den Abgasen der Methanchlorierung das Methylchlorid durch ein solches Lösungsmittel auszuwaschen, daß man ein zu unmittelbarer technischer Weiterverarbeitung geeignetes Produkt erhält.
  • Es war ferner bekannt, daß Äthylalkohol Methylchlorid in größeren Mengen zu lösen vermag. Indes ist Äthylalkohol im Sinne der Erfindung als Absorptionsmittel unverwendbar. Wollte man z. B. bei Verwendung von Äthylalkohol als Lösungsmittel die Methylchlorid enthaltende Lösung verseifen, so würde man ein im Sinne der Erfindung technisch unverwendbares, sehr schwer trennbares Gemisch von Methylalkohol und Äthylalkohol erhalten. Weiter ließ sich aus der Absorptionseigenschaft des Äthylalkohols nicht auf das gleiche Verhalten des Methylalkohols mit Sicherheit schließen; denn allgemein gültige, gesetzmäßige Beziehungen zwischen den Eigenschaften der Stoffe und ihrer Löslichkeit sind bisher nicht bekannt geworden.
  • Wie widerspruchsvoll sich gerade organische Lösungsmittel vielfach verhalten, ergibt sich z. B. daraus, daß Äthylalkohol und Methylalkohol Methylchlorid lösen, während ein anderer Alkohol, Glycerin, nur ein sehr geringes Absorptionsvermögen zeigt.
  • Nach der allgemein herrschenden Auffassung war zu erwarten, daß Methylalkohol hinsichtlich seines Lösungsvermögens zwischen Äthylalkohol und Wasser stehen würde.
  • Wider Erwarten übersteigt aber bereits b°i gewöhnlicher Temperatur und gewöhnlichem Druck das Absorptionsvermögen des Methylalkohols für Methylchlorid dasjenige des Äthylalkohols. überraschend ist aber vor allem das Verhalten des Methylalkohols bei gesteigertem Druck. Man mußte erwarten, daß ein Absorptionsvermögen entsprechend einer linearen Funktion mit dem Druck zunehmen würde. Es wurde aber durch Versuche festgestellt, daß die Steigerung bei Anwendung von Druck und insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von mäßiger Kühlung ganz erheblich über die zu erwartende Höhe hinausgeht.
  • Durch die Erfindung wird also der neue und technisch wichtige Fortschritt erzielt, daß dem Methan -das Chlormethyl. mit Hilfe eines Lösungsmittels entzogen wird unter Bildung hochprozentiger Chlormethyllösungen, welche als solche ohne weiteres technisch verwendbar sind. Das von Chlorrnethyl befreite :Methan kann gegebenenfalls wieder in den Chlorierungsvorgang zurückgeleitet werden.
  • Beispiel. Das von höheren Chlorierungsprodukten und Salzsäure befreite Reaktionsgas, welches nur wechselnde Mengen von Chlormethyl neben Methan enthält, wird bei o' bis 5` unter z bis ,4 Atm. Druck in Methylalkohol geleitet. Dabei entsteht ein Gemisch, welches etwa 5o Prozent Chlormethyl und 50 Prozent Methylalkohol enthält. Dieses Gemisch kann unmittelbar mit Alkali nach bekanntem Verfahren verseift oder als Methylierungsmittel verwendet werden. Bei Abänderung der Konzentration der Reaktionsgase, der Absorptionstemperatur und des Druckes kann die Zusammensetzung des Endproduktes zwischen weiten Grenzen geändert werden.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH'. Verfahren zur Herstellung unmittelbar weiterverarbeitbarer Chlörmefhyllösungen, dadurch gekennzeichnet, däß von Chlorwasserstoff und höheren Chlorverbindungen befreite, im wesenflichen aus Methan und Methylchlorid bestehende Methanchlorierungsprodukte, vorteilhaft unter mäßigem Druck oder unter Kühlung oder unter beiden mit Methylalkohol behandelt werden.
DEH90734D 1922-08-02 1922-08-02 Verfahren zur Herstellung unmittelbar weiterverarbeitbarer Chlormethylloesungen Expired DE425610C (de)

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AT99679D AT99679B (de) 1922-08-02 1923-07-12 Verfahren zur Gewinnung eines zur Weiterverarbeitung geeigneten Produktes aus Gemischen von Chlormethyl und Methan.

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