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Vorrichtung zum Anhängen von Bomben an Luftfahrzeugen mit einer Zünderschutzhaube.
Gegenstand der Erfindung ist eine Hängevorrichtung für Geschosse, die durch die
Schwerkraft von einem Luftfahrzeug abgeworfen werden sollen, die einerseits eine
vollständige Sicherheit gegen ungewolltes Scharfwerden des Geschosses in der Ruhestellung
am Luftfahrzeug bietet und anderseits ermöglicht, das Geschoß entweder blind oder
so abzuwerfen, daß der Zünder normäl wirkt und das Geschoß zum Krepieren bringt.
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Nach der Erfindung ist eine Schutzhaube für den Geschoßzünder mit
einer Aufhakvorrichtung, beispielsweise einem Ring oder einem Haken, versehen, während
die Verankerung
des Geschosses in der Haube durch einen Vorsprung
an dem Zünderkörper bewirkt wird, der sich gegen ein entsprechendes Widerlager der
Schutzhaube stützt, wobei diese Verriegelung beispielsweise durch das üfnen eines
Sicherheitsringes lösbar gemacht ist.
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Zu diesem Zweck kann die Haube in der Querrichtung ausdehnbar oder
verengbar gemacht «-erden, beispielsweise durch achsial gerichtete Einschnitte ;
sie wird in der Ruhe,-stellung auf dem Zünderkörper angedrückt gehalten durch einen
Sicherungsring mit einer Üffnungsvorrichtung, die von Hand oder selbsttätig unter
der Wirkung des Falls des entriegelten Geschosses bedient werden kann.
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Wenn, wie das bei einigen Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes
der Fall ist, der Sicherungsring selbst eine gewisse Elastizität besitzt, während
die Haube in radialer Richtung ausdehnbar ist, gestattet das öffnen des Rings die
radiale Ausdehnung der Haube unter dem Gewicht des Geschosses und dessen Abwurf.
Das Geschoß fällt dann allein, während die Haube an dem Luftschiff angehängt verbleibt;
dagegen gestattet die einfache Auslösung des besonders mit dem Luftschiff verbundenen
Sicherungsrings unter der Wirkung des Abwurfs von Geschoß und Haube. das Zusammenhalten
von Geschoß und Haube beim Abwurf, wodurch ein Scharfwerden des Zünders verhindert
und das Blindgehen des Geschosses veranlaßt wird.
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Praktisch wird man den Schutzring immer in eine Ringnut der Haube
einlegen, so daß er drehbar ist. Das Schließen des Schutzrings und das Befestigen
seiner Aufhängung kann aus diesem Grund an einem beliebigen Punkt des wagerechten
Feldes von 36o stattfinden, wodurch die Bedienung von einer beliebigen Stelle ebenso
wie die Befestigung an einer beliebigen Stelle des Flugzeugs erfolgen kann.
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Das öffnen des Schutzrings kann ferner durch verschiedenartige Mittel
bewirkt werden, beispielsweise durch das Herausziehen eines Vorsteckers aus einem
die zusammengedrückten Enden des Schutzrings verbindenden Zapfen; da dieser Zapfen
in einer der Geschoßachse parallelen senkrechten Ebene gedreht werden kann, kann
die Befestigungsstelle des Zugmittels zum Herausreißen des Vorsteckers unter einer
beliebigen Neigung in dieser Ebene angeordnet werden.
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Diese erste Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist in Abb.
i und 2 der Zeichnung dargestellt; es zeigen Abb. i einen senkrechten Schnitt nach
der Geschoßachse durch die Geschoßspitze und das Gehänge, Abb. 2 einen Schnitt nach
2-a der Abb. i. Die Geschoßspitze A trägt ein Zündergehäuse B, in dein beispielsweise
ein durch Hereinschlagen und durch das Beharrungsvermögen wirkender Aufschlagzünder
untergebracht ist. Dieser Zünder umfaßt ein verschiebbares Schlagstück C, das die
gesamte Zündvorrichtung enthält und an dem Zündergehäuse mittels eines Scherstiftes
c verbunden ist.
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ach der Erfindung ist die Schutzhaube D des Zünders, die mit einer
Hülse über das Zündergehäuse gestreift ist, an ihrem oberen Ende mit einer Aufhakvorrichtung,
beispielsweise einem Ring F, versehen. Die Hülse D ist bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
in radialer Richtung ausdehnbar, z. B. durch längsgerichtete Einschnitte d, zwischen
denen Schenkel dl verbleiben. Diese haben infolge ihrer eigenen Elastizität das
Bestreben, stets eine Stellung in einer bestimmten Entfernung von der Hülsenlängsachse
einzunehmen. Das ZündergehäuseB besitzt eine schräge Ausladung b, mit der es sich
auf eine Schulter von gleicher Schrägrichtung d° stützt, die an einer inneren Ringwulst
der Hülse angeordnet ist. Das Festhalten des Geschosses durch diese Stützvorrichtung
wird gesichert durch einen Ring F, der sich gegen die äußere Mantelfläche der Hülsenschenkel
dl stützt, wobei er in eine Ringnut d3 eingreift, die durch Eindrehen der Hülsenmantelfiäche
entstanden ist.
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Der Schutzring F wird vorzugsweise, wie in der Zeichnung gezeigt,
von einem geschlitzten Ring gebildet, dessen Enden in Arne f auslaufen. Wenn diese
Arme/ an ihren freien Enden zusammengedrückt werden, übt der Schutzring einen geeigneten
Druck auf die Schenkel dl der Hülse D aus und verhindert sie, sich von der Achse
der Hülse zu entfernen, d. h. sich in ihre normale Entfernung einzustellen, die
sie unter der Wirkung ihrer Elastizität einnehmen. Die Arme/ des Schutzrings F v.-erden
beispielsweise durch einn Vorstecker G zusammengehalten, der in einen #.-on diesen
Armen getragenen Zapfen H eingeschoben ist.
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Das Geschoß ist mittels des Ringes F an einem lösbaren Gehänge aufgehängt,
das von dem Fahrzeug aus gehandhabt werden kann. An dem Forstecker G ist das eine
Ende einer Zugleine g oder einer Zugstange befestigt, deren anderes Ende an dem
Fahrzeug be-
festigt ist.
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Um das C'berstreifen der Hülse über dem Zünder zu ermöglichen, besitzt
dieser an seinem oberen Ende eine abgestumpft 1>g°lige Spitze bi. Man kann die Hülse
D, F' zusammen mit dem Schutzring F über das Zündergehäuse
vor dem Einstecken des Vorsteckers G überstreifen; es genügt hierfür, einen hinreichenden
Druck auszuüben, um das öffnen des Ringes F zu veranlassen, so daß die elastischen
Schenkel
dl auseinandergehen, und die verdickten Enden der Schenkel dl über den zylindrischen
Teil b= des Zündergehäuses herüb, rgleiten zu lassen. Sobald die Schenkel dl an
diesem zylindrischen Teil vorbeigegangen sind, nehmen sie die Stellung gemäß Abb.
i an, wobei der Schutzring F sich durch seine eigene Elastizität schließt. Der Vorstecker
G kann dann an seine Stelle gebracht werden. Solange der Ring F geschlossen
bleibt, können sich die Schenkel dl nicht voneinander entfernen, so daß sie das
Geschoß mit der Hülse D verankert und durch sie an dein Fahrzeug aufgehängt halten,
wobei vollkommene Sicherheit gegen unguivolltes - Scharfwerden des Zünders und vollständige
Sicherung gegen äußere Stöße, z. B. von feindlichen Geschossen, gegeben ist.
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Wenn man, wie dies meistens der Fall ist, einen scharfen Abwurf der
Bombe gegen ein Ziel bewirken will, genügt es, einen hinreichenden Zug auf die Zugleine
ä auszuüben. wodurch der Vorstecker G herausgerissen wird. Unter der Wirkung des
Geschoßgewichts können sich die Schenkel dl der Hülse D voneinander entfernen. indem
sie den Ring F aus einanderdrücken, nachdem seine Arme f nicht mehr zusammengehalten
werden. Indem der Zünderkopf reit seiner Schräg 1läche d auf dem Widerlager il-'
gleitet, drückt er die Schenkel d' auseinander und zwingt den Schutzrin gF, sich
zu öffnen, bis der zylindrische Teil b- zwischen die verdickten Teile der Schenkel
dl gelangt ist. Der Abwurf des Geschosses erfolgt demgemäß frei, wobei die Schutzhaube
D, E-- und der Ring F an dem Fahrzeug aufgehängt verbleiben.
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Wenn man aus irgendwelchen Umständen, beispielsweise infolge der Notwendigkeit
einer Notlandung, das Geschoß blind abwerfen will, so genügt es, die Haube D, E
abzukuppeln. Das Geschoß nimmt im Fall die Schutzhaube und den Ring F mit, während
der Vorstecker herausgezogen wird und an der Zugleine g hängenbleibt. Unter diesf@ii
Umständen wirkt nichts darauf hin, das Geschoß von der Haube zu trennen und den
Ring F zu öftnen, dessen Elastizität in diesem Fall genügt, um die Schenkel d zusammenzuhalten
und das Festhalten der Haube auf dem Zünderkopf zu sichern, derart, daß der Zünder
nicht scharf werden, das Geschoß nicht krepieren kann.
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-Bei dieser Vorrichtung kann man nach Belieben entsprechend den Bedingungen
der Unterbringung der Geschosse das Zugseil g einstellen, da der Ring F in seiner
wagerechten Ebene drehbar ist, während gleichzeitig der Zapfen H eine nach Belieben
in einer senkrechten Ebene geneigte Stellung des Vorsteckers G ermöglicht. Die Abb.
3 bis ; zeigen eine zweite 21,usführungsfonn des Erfindungsgegenstandes, und zwar
Abb.3 einen Schnitt nach der Geschoßlängsachse, Abb. 4. einen Schnitt nach :#-.f
der :ebb. 3, beide in der normalen Aufhängestellung des Geschosses, Abb. j und 6
entsprechende Schnitte in der Stellung der Teile im Augenblick der Auslösung zum
Zweck eines scharfen Abwurfs, Abb. ; eine etwas abgeänderte Ausführungsform der
Sperrvorrichtung für den Schutzring. Bei der zweiten Ausführungsform umfaßt die
Vorrichtung wie beim vorigen Ausfüh rungsbeispiel eine Schutzhaube D mit einem Ring
E zum Aufhaken des Geschosses. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die Haube in radialer
Richtung zusammendr ückbar, d. h. sie ist gebildet von einer Hülse; die normalerweise,
wenn sie über den Zünderkopf gestreift ist, keinen Druck auf ihn ausübt. Wie beim
vorigen Ausführungsbeispiel ist diese Wirkung mittels längsgerichteten Einschnitten
d erreicht, zwischen denen eine Reihe von Schenkeln dl verbleibt. Normal streben
die Schenkel dl. sich von der Achse der Hülse D zu entfernen und nehmen dabei die
in Abb. gezeigte Stellung ein. Wenn die Hülse D, E über den Zünderkopf gestreift
ist, wird das Andrücken der Schenkel d und das Festhalten ihrer klauenartig verdickten
freien Enden unter der Randwulst b des Zünderkopfes mittels der Schrägflächen d=
durch den Schutzring F gesichert. Dieser Ring kann, wie in der Zeichnung gezeigt,
aus zwei bei f 1 aneinandergelenkten Schenkeln bestehen, wodurch das öffnen des
Rings erleichtert wird. Das Zusammendrücken des Rings erfolgt durch eine starre,
gabelförmige Klammer G, deren Schenkel G` in Eindrückungen f= der Schenkel
f des Rings eingreift. An die Klammer G ist die Zugleine g angelenkt. Bei
der abgeänderten Ausführungsform gemäß Abb. 7 kann ein ausdehnbarer Ring verwendet
werden, dessen Schenkel f das Bestreben haben, sich unter der Einwirkung ihrer Elastizität
voneinander zu entfernen. Dies wird normal durch eine elastische Klammer G verhindert,
deren Schenkel das Bestreben haben, sich einander zu nähern.
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Die neue Ausführungsform kann auch die Verwendung einer Feder I im
Innern der Hülse umfassen, die sich mit dem einen Ende gegen den Boden der Hülse,
finit dem andern auf den Zünderkopf stützt und so im Falle eines scharfen Abwurfs
das Ausstoßen der Bombe aus der Hülse D, E sichert.
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Wenn man einen solchen scharfen Abwurf bewirken will, genügt es, den
Ring E auszulösen.
Der Fall des Geschosses veranlaßt einen Zug auf
die Klammer Cr, wodurch sich die Arme j des Rings F voneinander entfernen, während
die Klammer durch das Zugseil g mit dem Fahrzeug verbunden bleibt. Die Arme des
Rings F öffnen sich nunmehr unter der Wirkung der Schenkel dl der Hülse D, die das
Bestreben hat, die Stellung gemäß Abb. 5 einzunehmen, wobei gleichzeitig die Feder
l sich entspannt und das Auswerfen des Geschosses aus der Hülse unterstützt. Die
Teile nehmen dann die in Abb.5 und 6 gezeigte Stellung ein.
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Will man das Geschoß blind abwerfen, so muß man zunächst die Zugleine
o, von dem Luftfahrzeug abkuppeln. Man kann dann den Aufhängering E auslösen, so
daß das Geschoß fällt und die Klammer ('r mitnimmt-, wodurch der Ring F geschlossen
bleibt.
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Wie man sieht, erfordert bei dieser Ausführungsform das blinde Abwerfen
des Geschosses eine zusätzliche Handhabung (Loskuppeln der Leine g); anderseits
können die Schutz- und Hängevorrichtungen, die an dem Flugzeug beim scharfen Abwurf
verbleiben, wenn man die erste Ausführungsform verwendet, für eine unbegrenzte Zahl
von Geschossen verwendet werden, während, wenn man die zweite Ausführungsform verwendet,
diese Teile für jeden Abwurf ersetzt werden müssen.
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Bei den bisher beschriebenen Ausführungsformen wurde das Verriegeln
des Geschosses mit der als Aufhängeorgan dienenden Haube D, E dadurch erzielt, daß
sich ein Zünderteil auf Widerlager an den elastisch ausdehnbaren oder zusammendrückbaren
Enden der Hülsenschenkel abstützte. Man kann aber zu diesem Zweck auch andere Mittel
anwenden.
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In Abb.8 ist eine weitere Ausführungsform gezeigt, wo die ausrückbare
Abstützung des Geschosses in der Schutzhaube D, E mittels eines Kranzes von in Höhlungen
D1 der in sich starren Hülse D untergebrachten KugeIn J erzielt wird; diese Kugeln
werden in der Stützstellung von einem Ring F gehalten, der in jeder Beziehung dem
bei den vorigen Ausführungsbeispielen verwendeten Ring entspricht, und dessen Öffnung
die Kugeln unter dem Gewicht des Geschosses zurücktreten läßt, wobei wie beim Ausführungsbeispiel
nach Abb.3 bis 7 eine Auswerffeder nachhelfen kann.
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In Abb. g ist eine etwas abgeänderte Ausführungsform dieser Art gezeigt,
wo die Kugeln J in den Höhlungen Dl der starren Hülse D von einer :Muffe vorgeschoben
gehalten werden, die auf der Mantelfläche der Hülse D gleiten kann und ein eigenes
Gehänge besitzt. -Bei dieser Ausführungsform kann man vorteilhafterweise für die
Haube D und die Muffe I( gleichachsige Gehänge verwenden. Z. B. hängt man die Haube
an einer Stange E auf, die an ihrem oberen Ende einen wulstartig verdickten Kopf
El trägt, der aus Gründen des Zusammenbaus aufgeschraubt sein kann. Die Aufhängung
an dem Luftfahrzeug kann dadurch erfolgen, daß die Stange E in einem Schlitz L geführt
wird, der in eine erweiterte Durchtrittsöffnung L1 ausläuft. Der Schlitz ist in
einem wagerechten Schieber M angeordnet, der auf ringförmiger oder geradliniger
Bahn verschoben werden kann. Um nun die Bombe abzuwerfen, wird der Schieber M so
gehandhabt, daß man die Durchtrittsöffnung L1 auf den Kopf E'1 einstellt, der durch
einen Vorsprung e1 zwischen Anschlägen E2 festgehalten wird.
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Die Muffe K kann in ähnlicher Weise an einer röhrenförmigen Stange
Kl aufgehängt sein, deren verdickter Kopf 1(2 in der Aufhängestellung in einem Schlitz
N gehalten wird, der, in eine erweiterte Durchtritisöffnung NI auslaufend, in einem
zweiten Schieber O angeordnet ist. Eine Feder P stützt sich nach oben gegen den
Kopf El und nach unten gegen den Kopf 1(2 und hält hierdurch die Muffe I( über die
Kugellagerstellen gestreift.
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Die Ausbildung der Schieber M und O mit den Aufhängeköpfen El und
92 für die Hülse D bzw. die Muffe K ist in Abb. r o dargestellt.
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Es ergibt sich, daß, wenn man nur den Schiebei M handhabt und den
Schieber O stehenläßt, die Aufhängung der Hülse D ausgelöst wird, der Kopf El mit
dem Geschoß abwärts geht, um durch den Kopf I<2 aufgehalten zu werden, auf den
er mit der - Stirnkante e= aufstößt. Sobald die Kugeln einer Ausnehmung I<'3
an dem unteren Rande der Muffe K gegenüberstehen, treten sie in diese Ausnehmung
ein, was durch die kegelige Erweiterung der Aussparungen Dl von innen nach außen
erleichtert wird. Diese kegelige Gestalt der Ausnehmungen Dl hat noch den Vorzug,
daß die Kugeln nach dem Abwerfen des Geschosses nicht nach innen herausfallen können.
Hierbei bleiben also Hülse D und Muffe K am Flugzeug hängen, und das Geschoß wird
scharf abgeworfen.
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Wenn man gleichzeitig diebeiden Schieber M und O verstellt, wodurch
die beiden Durchtrittsöffnungen L1 und NI auf die Köpfe El und 1<2 eingestellt
werden, wird das Geschoß mit seiner Haube und der Muffe- ausgelöst, wobei der Kopf
El durch die Öffnung N1 hindurchtritt. Demgemäß wird das Geschoß blind abgeworfen.
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Die Aufhängung der Stangenköpfe El oder I<=' oder ähnlicher Einrichtungen
kann natürlich auch auf andere Weise bewirkt werden als mit der oben gezeigten Anordnung.
So
könnte man z. B. diese Köpfe El und K° zwischen Wellen oder Stangen
anordnen, die um ihre Achse so gedreht werden können, daß sie unter den Köpfen veränderliche
Querschnitte einstellen, die sie zurückhalten oder freigeben. Die Verstellung eines
und desselben Aufhängungssystems könnte ermöglichen, nacheinander das scharfe oder
blinde Abwerfen einer Reihe von Bomben zu bewirken.
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Bei den oben beschriebenen Ausführungsformen bewirkt die Öffnung oder
das Zurückziehen des Sperrings unmittelbar durch die Wirkung des Gewichts der Bombe
ihre Trennung von der Schutzhaube. Wenn auch das Geschoß an dem Fahrzeug aufgehängt
bleibt. so könnte auch eine ungewollte Öffnung des Sperrings den Abwurf des Geschosses
bedingen. Obgleich eine solche ungewollte Entriegelung wohl sehr selten eintreffen
wird, so muß man doch diese Möglichkeit in Betracht ziehen.
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Die weiter unten beschriebene Ausführungsform gemäß Abb.11 bis 17
gestattet, den Abwurf des Geschosses bei ungewollter öffnung des Schutzrings zu
verhindern. Im Grundsatz kennzeichnet sich diese Ausführungsform dadurch, daß die
Haube, auf deren inneren Rand sich unmittelbar der Zünderkopf des Geschosses stützt,
so eingerichtet ist, daß nur durch eine Längsverschiebung gegenüber der Bombe, gefolgt
oder begleitet von einer Querverschiebung, die Haube von dem Geschoß abgelöst werden
kann. Es ergibt sich daraus, daß selbst bei ungewolltem öffnen und Ausrücken des
Sperrings die Bombe durch ihr Eigengewicht weiter in der aufgehängten Haube abgestützt
bleibt und nicht fallen kann. Bei dieser neuen Ausführungsform ist das Abwerfen
der Bombe nur möglich durch Abhaken der Haube vom Fahrzeug, und der Abwurf selbst
ermöglicht nur dann das Scharfwerden des Zünders, wenn man vorher den Schutzring
geöffnet oder ausgerückt hat.
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Diese Ausführungsformen zeigen Abb. 11 in teilweisem Schnitt von der
Seite, Abb. 12 in Ansicht, Abb. 13 mit abgenommenem Schutzring, Abb. 14 im Schnitt
nach 14- 1 4. der Abb. 12,
Abb. 15 und 16 die Schutzhaube in zwei verschiedenen
Stellungen beim Abwurf des Geschosses, Abb.17 den Schutzring in geschlossener Stellung
und in strichpunktierten Linien in geöffneter Stellung.
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Bei diesem Ausführungsbeispiel trägt die Geschoßspitze A einen
Zünderteller B, der beispielsweise einen durch Hereinschlagen und durch Beharrungsvermögen
wirkenden Aufschlagzünder aufnimmt.
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Die Schutzhaube D ist an ihrem oberen Ende mit einer Hängevorrichtung,
z. B. einem Ring E, versehen, mit dem das Geschoß an dem Flugzeug aufgehängt werden
kann. Der Ring wird hierbei in eine vom Fahrzeug aus zu handhabende Klinkv orrichtung
eingehängt. Der Schutzring F wird in der Sicherungsstellung durch eine -Klammer0
geschlossen gehalten, die am einen Ende einer Zugleine oder Stange g1 befestigt
ist, deren anderes Ende an dem Fahrzeug angebracht ist.
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Die eigentliche Haube D ist bei diesem Ausführungsbeispiel starr und
wird an der einen Längsseite von einem Fenster Dl durchbrochen, dessen Breite so
bemessen ist, daß der Zünderkopf BI hindurchgeht. Dieser ruht in der Haube mit einer
Schulter bi auf einem nach innen vorstehenden Rand; eine seitliche Verschiebung
des Kopfes Bi wird verhindert durch Anschläge dl, die an dem Rand d vorspringen.
Es ergibt sich, daß das mit dem Kopf b1 im Innern der Haube D festgelegte Geschoß
daran aufgehängt bleibt, solange die Haube selbst an dem Luftfahrzeug hängt, auch
selbst dann, wenn der Ring F sich ungewollt öffnet oder ausrückt.
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Dieser Schutzring ist so angeordnet, daß er sich selbsttätig öffnet
und ausrückt, wenn man die Bombe durch Entriegeln des Hakens E fallen läßt. Er kann,
wie in Abb. 17 gezeigt, aus zwei durch Arme f verlängerte BackenF bestehen, die
an den beiden Enden/' :einer Blattfeder F1 befestigt sind. Diese umfaßt in der Verriegelungsstellung
die Backen F und hat das Bestreben, die Backen voneinander zu entfernen. In der
Sicherungsstellung können die Anne/ zusammengehalten werden mittels eines Vorsteckers
h, der in einen Zapfen H eingreift, der von dem einen der Arme getragen wird und
durch ein Loch f 2 in dem andern Arm geht.
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Um den Abwurf einer Bombe vorzubereiten, ist es nötig, zunächst den
V orstecker h zu entfernen. Wenn man die Bombe abwerfen will, muß man von dem Flugzeug
die Hängevorrichtung D, E ablösen. Das Geschoß, das durch sein Eigengewicht einen
Zug auf die Klammer @G ausübt, löst die Arme f des Schutzrings ab, die durch die
Ränder der Eindrückungen f 3 von den Haken g der Klammer abgleiten. Die Feder F1
veranlaßt das Öffnen der Arme f und das Abwerfen des Schutzrings. Dieses Abwerfen
wird erleichtert dadurch, daß die freien Enden der Ringbacken sich gegen den Zünderkörper
stützen, und dessen Reaktion das Bestreben hat, sie nach außen zu treiben. Die Trennung
der Schutzhaube von dem Geschoß erfolgt nach dem Abwerfen durch die Wirkung des
Abwurfes selbst. Selbst wenn das Geschoß sich nicht umkehrt, verschiebt sich die
Haube unter der Wirkung ihres Gewichts in der
Längsrichtung und
nähert sich dem Zünderkörper. Sobald diese Längsbewegung die Höhe der Vorsprünge
rh überschritten hat, verhindert nichts mehr die Querverschiebung der Haube.
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Diese Querbewegung kann erleichtert werden durch eine eizentrische
Lage des Schwerpunkts der Haube. Diese eszentrisc$e Lage kann nur von der Tatsache
herrühren, daß das Metall zur Bildung des Fensters D# seitlich fortgenommen ist.
Sie kann aber auch auf andere Weise erzielt werden.
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Da das Geschoß sich umkehren kann, solange noch die Schutzhaube auf
dem Zünderkopf ß1 sitzt, ist es zweckt xäßig, der exzentrischen Lage des Schwerpunkts
der Haube eine Einrichtung hinzuzufügen, die ein leichtes Aufsteigen der Haube gegen
den Zünderkörper ermögli#lit und beispielsweise in einer Stützfläche für den Luftwiderstand
bestehen kann, die an der Haube ausgebildet oder befestigt ist. Diesen Zweck erfüllt
beim gezeigten Ausführungsbeispiel eine Scheibe D=, die in geeigneter Weise so zugeschnitten
ist, daß die Wirkung der Luft auf ihre Unterfläche in der umgestürzten Stellung
des Geschosses das Bestreben hat, die Haube in derselben Richtung zu kippen wie
der exzentrische Schwerpunkt. Statt einer befestigten Scheibe kann man auch an der
Oberfläche der Haube Schraubenflügel anbringen, die daran befestigt oder mit ihr
aus einem Stück ausgebildet sein können.
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Wie bereits oben gezeigt, hat die ungewollte Öffnung des Schutzrings
F vor dem Abwurf des Geschosses nicht die Folge, daß dieses ins Fallen kommt; es
bleibt vielmehr, wie in Abb.13 gezeigt, aufgehakt. da seine Trennung von der Haube
ein Anheben, gefolgt von einer Querbewegung, erfordert.
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Wenn man das Geschoß abwerfen will, ohne daß es krepiert, ist es wohlverstanden
nötig, es mit an Ort und Stelle befindlicher Haube und Schutzring abzuwerfen. Es
genügt zu diesem Zweck, vor dein Abwurf die Leine g1 abzulösen und dann das Gehänge
E auszuklinken.
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Es ist verständlich, daß man bei der beschriebenen Einrichtung, indem
man in geeigneter Weise die Masse der Schutzhaube und die Exzentrizität des Schwerpunkts
bestimmt und anderseits in geeigneter Weise durch den Aufbau oder mittels einer
Regelvorrichtung die Stellung, die Neigung, die Formen und Abmessungen der Stützflächen
D'2 und die Höhe der Vorsprüngedl regelt, die Haube so anordnen kann. daß ihre Trennung
von dein Zünderkörper nur stattfindet unter der Wirkung eines gegebenen Luftwiderstandes,
d.11. also, nur nachdem das Geschoß eine bestimmte Fallgeschwindigkeit erreicht
hat und sich demgemäß in einer geei-neten E ntfernung vom Luftschiff beindet.
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Die' Form des Schutzrings kann in verschiedener Weise abgeändert werden,
z. B. kann man statt zweier starrer Ringhälften. denen man eine Feder hinzufügt,
einen Ring in einem Stück verwen Zen, der selbst in s,--l'-nein kreisförmigen Teil
federt, und dessen Arme in der geöffneten Stellung so weit vuseinandergehen, daß
hierdurch mit voller Sicherheit die Haube freigegeben wird. Au-li kann statt der
gezeigten Blattfeder eine beliebige andere Feder verwendet werden.