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Zweitaktverbrennungsmotor. Zweitaktverbrennungsmotoren mit umlaufenden
Zylindern und mit Stufenkolben, die den Zylinder in eine innere ringförmige Explosionskammer
und in eine äußere zwischen der Außenfläche des Kolbens und dem Zylinderkopf gelegene
Pumpenkammer teilen, sind bereits bekannt.
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Der neue Zweitaktverbrennungsmotor ist dadurch gekennzeichnet, daß
die an den äußeren Enden des Zylinders angebrachten Auslaßöftnungen außer vom Kolben
von einem hülsenförmigen Schieber in solcher Weise gesteuert werden, daß der Schieber
die Auslaßöffnungen nach dem Entweichen der Abgase und vor dem Öffnen der Einlaßkanäle
schließt und die Auslaßkanäle während der Pumpenwirkung des Kolbens geschlossen
hält.
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Der Erfindungsgegenstand ist in den Zeichnungen in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt. Es zeigt Abb. r einen Längsschnitt, Abb.2 einen Querschnitt durch einen
Zylinder, Abb.3 und q. die Steuerung der Auslaßkanäle.
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Der Zylinderkopf 37 umfaßt die Zylinderwand mit einem ringwulstartigen
Teil 45, der eine Kammer 47 bildet. Zwischen der inneren
Wand 46
des Teiles 45 und der Zylinderwand befindet sich ein Luftspalt. An die Kammer 47
schliefen sich Auspuffrohre 48 an, die in eine ringförmige, mit dem Gehäuse i sich
drehende Kammer 49 münden. Eine öffnung 5o führt von der Ringkammer 49 zu einem
mit der Abschlul3klappe 9 gasdicht verbundenen Auspuffstutzen 51, der nicht an der
Drehung des Gehäuses i teilnimmt. In dem Raum zwischen der Wand 46 und der '\Vand
des Zylinders 2 befindet sich eine, die Auslaßkanäle 4.4. steuernde Hülse 52. Diese
Hülse 52 besitzt durch öffnungen 46« der Wand 46 in dem Raum 47 hineinreichende
Ansätze, an denen Stangen 53 und 54 befestigt sind. Mit Hilfe von Muttern 537 und
54t kann die Hülse 52 verstellt werden. Die Kamer ¢7 besitzt öffnungen, die mittels
Platten 54!F abgeschlossen werden können. Wenn man diese entfernt, so kann man bequem
eine Verstellung der Hülse 52 vornehmen, um die Zeit zu verändern, in der die Hülse
52 die Auslaßkanäle 4.4 freigibt.
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Die Stangen 53 und 54 gehen durch Rohre 531' und 541 sowie durch Stopfbüchsen
53" und 54c hindurch und reichen bis an das Kurbelgehäuse i hinein. An dem unteren
Ende jeder Stange befinden sich Rollen 57, die in Nuten 58 der Steuerungsscheiben
55 laufen. Diese Scheiben arbeiten so, daß die Hülse 52 nicht eher bewegt wird,
als bis die Auslaßkanäle 44 in der Hauptsache durch den Kolben 2o überdeckt sind;
sodann wird die Hülse 52 nach außen zu bewegt, um die Auslaßkanäle 44 vollständig
freizugeben. Es wird also gar kein Druck auf die Hülse 52 bei ihrer Bewegung ausgeübt,
so daß ihre Abnutzung nur sehr gering ist, und so daß infolge des gasdichten Abschlusses
der Teil P des Zylinders 2 als Pumpkammer verwendet werden kann. Die Hülse 52 wird
auch dazu benutzt, die Auslaßkanäle 44 zu schließen, bevor der Kolben 2o umkehrt;
sie kann so bewegt werden, daß die Auslaßkanäle 4.4 geschlossen sind, ehe die Einlal3ltanäle
44 geschlossen werden wodurch übermäßiges Laden erreicht wird. In Abb. ; befindet
sich der Kolben an der Stelle, an der die Aus1aßkanäle geschlossen werden und die
Hülse 52 gerade ihre Bewegung nach oben zu beginnt; in Abb. 4 hat die Hülse ihre
Bewegung vollendet, und die Auslaßkanäle 44 sind noch von dem Kolben 2o bedeckt.
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fAlährend die Pumpenkammern P Brennstoffluftgemisch ansaugen und es
nach dem Kurbelgehäuse i liefern, bedeckt die Hülse 52 die Auslaßkanäle 44, wodurch
verhindert wird, daß die Abgase in die Zylinder zurückgesaugt werden, ferner, daß
das Brennstoff -luftgemisch durch die Auslaßkanäle 41 hinausgedrückt wird. Die Steuerscheibe
5 5 zum Steuern der Hülse 52- ist so angeordnet, daß die Auslaßkanäle 44
etwas bedeckt werden, ehe die Einlaßöffnungcn 4o durch die Abwärtsbewegung des zylindrischen
Teiles 21 des Kolbens 20 geschlossen werden, so daß nicht nur das in dem Kurbelgehäuse
i enthaltene Brennstoffluftgemisch in den Zylinder gelangen kann, um beim Austreiben
der Auspuffgase mitzuhelfen, sondern daß eine Überfüllung von Gemisch in die Zylinder
stattfindet, ehe die Kolben sich bewegen, um das Gemisch zu komprimieren. Jeder
Zylinder erhält also eine große Menge Gemisch unabhängig von dem Luftdruck, unter
dem der Motor arbeitet. Nach der Arbeitsleistung des Kolbens werden am Hubende die
Auslaßkanäle 44 geöffnet, so daß die Abgase austreten können. Hierauf werden, während
der Kolben noch etwas weiter geht, die Auspufföffnungen durch den Schieber wieder
geschlossen, damit keine Gemischverluste entstehen.
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Der Motor ist daher besonders zum Antr:ei) für Flugzeuge bestimmt.
Es ist bekannt, daß es schwierig ist, wenn ein Flugzeug in größere Höhen gelangt,
in die Zylinder die genügende Gemischmenge einzuführen, damit der Motor befriedigend
arbeitet. Bei einem Motor mit der neuen Steuerung wird immer die genügende Gemischmenge
in die Zylinder eintreten, und zwar unabhängig vom Luftdruck. Somit wird unter allen
Betriebsbedingungen ein hoher, volumetrischer Wirkungsgrad erzielt.