-
Stromlinienförmiger Kraftwagen. Bei Kraftwagen ist es bekannt, den
Wagenkörper windschnittig, d. h. mit tropfenähnlichem wagerechten Längsschnitt auszubilden.
Hierbei bleiben jedoch die Räder außerhalb des Wagenkörpers und erzeugen dadurch
unvermindert Luftwirbelungen und Luftwiderstand. Außerdem wird meist ein Aufbau
oder eine Windschutzscheibe mit weiterer Wirbel-und Widerstandserzeugung erforderlich.
-
Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß der im senkrechten Längsmittelschnitt
stromlinienförmig ausgebildete Wagenkasten im Vorderteil breit und flach ansteigend
(ähnlich dem Vorderteil einer Flugzeugtragfläche) ausgebildet und an ihm ein höherer
hinterer Wagenteil von Tropfenform so angeschlossen ist, daß die Sitze für die Insassen
in einem Ausschnitt beider Teile liegen und die Personen in einem @Luftstauhügel
sitzen. Hierdurch wird die Luft weniger nach den Seiten als vielmehr nach oben abgedrängt,
also über die Köpfe der Insassen hinweg 'und der ZVagen kann vorn gleichzeitig sJr
breit werden, also viel Raum für die Insassen bieten, ohne daß übermäßiger Luftwiderstand
verursacht wird.
-
Durch diese Wagenkastenausbildung wird erreicht, daß der breite Vorderteil
des Wagens die Vorderräder miteinschließt. Dies ist bei nicht gelenkten Vorderrädern
restlos möglich, während für gelenkte Vorderräder die Seitenwandungen des Wagenkastens
meistens offen bleiben, um das Ausschlagen der Räder zu ermöglichen. Ferner ist
der zusätzliche Luftwiderstand der Räder und insbesondere der Schmutzfänger beseitigt
und der Raum im Wagen infolge Einbeziehung des hinter den Vorderrädern liegenden
Raumes besonders groß und bequem. Insbesondere bei dreirädriger Ausbildung mit einem
einzigen Hinterrade ergibt sich so ein tropfenförmiger'Wagen, bei dem restlos sämtliche
Teile einschließlich der Räder in der Tropfenform verschwinden und dadurch die St.aubaufwirbelung
sowie die Gefahr des Anstoßeng der Räder an Hindernissen auf das denkbare Mindestmaß
gebracht sind.
-
Zur besonders sicheren Bildung des praktisch strömungsfreien Luftstauhügels
ergibt sich eine vorteilhafte Ausgestaltung, indem die `Vagenkastenwandungen sich
von hinten bis ein Stück vor die Sitzlehne erstrecken. Dadurch liegt die Sitzlehne
vertieft in einem weitgehend strömungsfreien Raum.
-
Bei Verwendung von Verbrennungsmotoren ergibt der hohe tropfenförmige
Aufsatz des hinteren Wagenteiles ferner eine vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeit
als Kühlluftzuführungsteil, indem in der Sitzlehne oben Kühlluftzuführungsöffnungen
vorgesehen sind: Der Motor erhält hierdurch die Kühlluft aus dem höchsten staubfreiesten
Teil des 'Wagens, und zugleich ist der langsam fließende Kühlluftstrom für die Insassen,
soweit er sie trifft, nicht unangenehm, sondern nur als leichter angenehmer Hauch
zu spüren. Dabei können die öffnungen in der Sitzlehne so vorgesehen
und
mit Verschlußvorrichtungen versehen sein, daß eine Anpassung der Kühlleistung an
die Außentemperatur und Führung des Kühlluftstromes je nach Bedarf in größerer oder
geringerer Nähe an den Insassen vorbei ermöglicht ist.
-
Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung an zwei Ausführungsbeispielen,
und zwar. sind: Abb. i und 2 Seitenansicht und Oberansicht eines Wagens mit getriebenem
Hinterrade und gelenkten Vorderrädern, Abb. 3 Oberansicht eines Wagens mit getriebenem
und gelenktem Hinterrade.
-
Bei dem ersten Wagen (Abb. i und 2) besitzt der Wagen zwei Vorderräder
6 auf Lenkschenkeln üblicher Art und ein Hinterrad io. Der stromlinienförmige Wagenkasten
besteht aus einem unteren Hauptteil 17 von vorn breitem und hinten spitz zulaufendem
Grundriß. Dieser Grundteil trägt vorn eine Deckfläche i8 und zwei die Räder aufnehmende
Gehäuse i9 und besitzt solche Form, daß er den Luftstrom über die Köpfe der Insassen
hinweg leitet. Dem so geführten Luftstrom ist der mittlere Oberteil 2o des Wagenkastens
angepaßt, indem eine schrägstehende Querwand 21 als Sitzlehne und Hauptquerversteifung
im Anschluß an das Sitzbrett 22 vorgesehen ist. Die Sitzlehne 21 tritt hinter der
Vorderkante des Teiles 2o so weit zurück, daß die Insassen von dem Teil 2o umrahmt
sind und in einem Luftstauhügel sitzen. Der hintere obere Wagenkastenteil ist durch
eine abnehmbare Haube 2- , geschlossen, die aus dem rundlichen Mittelteil
in den scharfen Hinterteil überleitet. Diese Haube enthält eine Querwand 2.1 der
dargestellten Form, und in den so gebildeten Raum strömt Luft durch neben den Köpfen
der Insassen in der Querwand 21 vorgesehene, beliebig regelbare öffnungen hinein,
so daß sie als I%ühiluft auf den unterhalb liegenden Motor geblasen wird.
-
Eine Spritzwand 25 ist quer durch 'den hinteren Wagenkastenteil um
das Hinterrad io herumgeführt und schützt das Getriebe vor Verschmutzung. In dem
Raum 26 hinter dieser Spritzwand ist das hintere Nummernschild in Gestalt einer
von innen zu beleuchtenden Laterne vorgesehen. Entsprechend sind in dem vordersten
Teil 27 des Wagenkastens die Vorderlaternen a g eingebaut, und auch das vordere
Nummer.i :cliild 29 ist ihm angeschmiegt. Indem alle diese Teile hinter den vordersten
Punkten der Vorderräder etwas zurücktreten, sind sie gegen Beschädigung durch Anfahren
von Hindernissen geschützt, und es können höchstens Verbiegungen der Vorderradgehäuse
als der ganz zuvorderst liegenden Teile bei Kollisionen auftreten.
-
Der Sitz besteht aus einem mittleren und zwei seitlichen Kissen, die
auf der Sitzplatte 22 liegen; die seitlichen Kissen sind hochstellbar so eingerichtet,
daß bei Benutzung des Wagens durch nur eine Person diese in der Mitte sitzen und
die hochgestellten seitlichen Kissen als Armlehnen benutzen kann. Dadurch ist für
diesen Fall nicht nur bequemste Bedienung der in der Mitte liegenden Steuerung.
ermöglicht, sondern vor allem auch eine einseitige Belastung des Wagens verhütet,
die unnötige Beanspruchungen für das Wagengerüst ergibt und die Umsturzgefahr in
Kurven erhöht.
-
Bei dem zweiten Wagen (Abb. 3) sind die Vorderräder 6 starr, d. h.
nicht gelenkt, und das Hinterrad io ist angetrieben und gelenkt, indem es in einer
Lenkgabel ruht, die in einem Lenkrohr schwenkbar ist.
-
Der Wagenkasten ist im wesentlichen gleich der ersten Ausführungsform,
nur sind die Vorderräder, da sie keine Lenkausschläge auszuführen haben, in schmaleren
und auch an den Außenseiten geschlossenen Schutzgehäusen 55 eingeschlossen, die
entweder für die Füße der Insassen infolge ihrer schmalen Ausgestaltung einen besonders
großen Raum im Wagen freilassen oder aber eine besonders schlanke Form des _ ganzen
Wagens ermöglichen.