DE415206C - Verfahren zum Auswaschen von Cyanverbindungen, Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Gasen mittels eisenoxydulhaltiger Loesungen - Google Patents
Verfahren zum Auswaschen von Cyanverbindungen, Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Gasen mittels eisenoxydulhaltiger LoesungenInfo
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Classifications
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Description
- Verfahren zum Auswaschen von Cyanverbindungen, Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Gasen mittels eisenoxydulhaltiger Lösungen. Die gemeinsame Auswaschung der Cyanverbindungen und des Ammoniaks mit Eisenoxydulsalzlösungen ist nicht neu, sondern wird schon lange ausgeübt. Sie führt jedoch in der bis jetzt bekannten Form zu cyanarmen Schlämmen und zu verdünnten Ammoniumsalzlösungen, deren Verarbeitung kostspielig und umständlich ist. Kocht man in der üblichen Weise die gesättigte Waschflüssigkeit vor der Weiterverarbeitung, so werden die unlöslichen Verbindungen sehr dicht, was die nachfolgende chemische Aufschließung stark erschwert. Die vorliegende Erfindung gibt nun einen Weg an, auf dem reichere Waschprodukte gewonnen werden, die sich leichter aufschließen lassen als die der bekannten Verfahren, und auf dem man eine beinahe restlose Ausnutzung des Eisens erreicht. Man geht dabei in der 'üblichen Weise von neutralen Eisenoxydulsalzlösungen aus und wäscht mit diesen das teerfreie Gas derart, daß ;sämtliches Cyan und Ammoniak nebst so viel Schwefelwasserstoff, wie dem überschüssigen Ammoniak äquivalent ist, absorbiert wird. Die Waschflüssigkeit wird nach dem Verlassen des Waschers nicht, wie allgemein üblich, gekocht, sondern bei gewöhnlicher Temperatur mit einer geeigneten Säure, z. B. Schwefelsäure, systematisch derart behandelt, daß alle Karbonate und Sulfide zersetzt werden und man eine neutrale Flüssigkeit erhält, in der sich nur gelöste Eisenoxydul- und Ammoniumsalze der angewandten Säure und unlösliche Eisencyanverbindungen befinden. Dieser Flüssigkeit setzt man so viel Eisenoxydulsalz zu, wie dem als Ferrocyanverbindung im Schlamm befindlichen Eisen entspricht, und benutzt sie von neuem zum Waschen des Gases. Ist sie genügend angereichert, so wird bei jedem Arbeitsgang ein bestimmter Teil abgezogen und für sich auf Ammoniumsalz und Ferrocyankalium o. dgl. verarbeitet, der Rest kehrt nach entsprechender Auffüllung in den Wascher zurück. Infolgedessen arbeitet man in allen Teilen des Verfahrens stets mit den gleichen Konzentrationen, was für den regelmäßigen Betrieb von sehr großem Vorteil ist. Die beim Neutralisieren freiwerdenden Gase Kohlendioxyd und Schwefelwasserstoff kehren nicht wieder ins Gas zurück, sondern werden gesondert verarbeitet bezugsweise beseitigt.
- Bei dem in der vorbeschriebenen Weise ausgeführten Verfahren wird nur so viel Schwefelwasserstoff an Eisen gebunden, wie dem im Verhältnis zum Cyan überschüssigen Ammoniak äquivalent ist. Will man mehr davon aus dem Gas entfernen, um die Trockenreinigung zu entlasten oder überflüssig zu machen, dann muß man eine genügende Menge Eisen, und zwar in solcher Form aufwenden, daß bei der Absorption keine starke Säure frei wird. Man setzt zu dem Zweck der regenerierten Waschflüssigkeit leicht zersetzliche Eisenoxydulverbindungen, z. B. Hydrat oder Karbonat, zu oder erzeugt diese Verbindungen aus dem in der Waschflüssigkeit gelösten Eisenoxy dulsalz durch Zusatz geeigneter- Hydrate, Karbonate oder ähnlichem. Hat man genügende Mengen Ammoniak zur Verfügung, so ist es am besten, dieses der Flüssigkeit oder dem Gas vor oder im NVascher zuzusetzen, weil man dann die zu bindende Säure als Ammoniumsalz nutzbar machen kann und sie nicht als Kalksalz o. dgl. verlorengehen muß. Führt man das Verfähren in dieser Gestalt aus, dann entlastet man die kostspielige Trockenreinigung bedeutend oder macht sie ganz überflüssig, vereinfacht den Betrieb und die Apparatur der Ammoniakfabrik und gewinnt die Cyanverbindungen, ohne dafür besondere Aufwendungen machen zu müssen.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRÜcHE: z. Verfahren zum Auswaschen von Cyanverbindungen, Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Gasen mittels eisenoxydulhaltiger Lösungen, dadurch gekennzeichnet, daß die benutzte Waschflüssigkeit durch Behandeln mit einer geeigneten Säure bei gewöhnlicher Temperatur von Sulfiden und Karbonaten befreit und nach etwaigem Abtrennen der unlöslichen Cyanverbindungen von neuem zum Waschen des Gases benutzt wird. a. Verfahren nach Anspruch r, gekennzeichnet durch eine derartige Bemessung der anzuwendenden Menge und eine derartige Beschaffenheit der regenerierten Waschflüssigkeit, daß von dem vorhandenen Schwefelwasserstoff mehr ausgewaschen wird, als dem im Gas enthaltenen Ammoniak .äquivalent ist. 3. Verfahren nach Anspruch a, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Beschaffenheit der Waschflüssigkeit durch Zusatz von Ammoniak zu letzterer oder zum Gas herbeigeführt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET27404D DE415206C (de) | 1923-02-16 | 1923-02-16 | Verfahren zum Auswaschen von Cyanverbindungen, Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Gasen mittels eisenoxydulhaltiger Loesungen |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE415206C true DE415206C (de) | 1925-06-16 |
Family
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DET27404D Expired DE415206C (de) | 1923-02-16 | 1923-02-16 | Verfahren zum Auswaschen von Cyanverbindungen, Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Gasen mittels eisenoxydulhaltiger Loesungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE415206C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE859928C (de) * | 1948-11-09 | 1952-12-18 | Koppers Gmbh Heinrich | Verfahren zur Entfernung von sauren Bestandteilen, wie Cyanwasserstoff, Stickoxyd und Schwefelwasserstoff, aus Kohlendestillationsgasen |
-
1923
- 1923-02-16 DE DET27404D patent/DE415206C/de not_active Expired
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| DE859928C (de) * | 1948-11-09 | 1952-12-18 | Koppers Gmbh Heinrich | Verfahren zur Entfernung von sauren Bestandteilen, wie Cyanwasserstoff, Stickoxyd und Schwefelwasserstoff, aus Kohlendestillationsgasen |
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