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Patentiert im Deutschen Reiche vom 9. August 1922 ab. Es sind bereits
Wägeeinrichtungen bekannt, bei denen die in einem geschlossenen Kasten untergebrachten
Gewichte für gewöhnlich in Hochlage gehalten werden und durch Betätigung entsprechender
Taster auf der Waage zur Wirkung kommen, wobei die Angabe des auf der Waage befindlichen
Gewichtes in geeigneter Weise sichtbar gemacht wird.
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Diese Wägeeinrichtungen habe. sich aber insofern nicht bewährt, als
die Ausbildung und Lagerung der Gewichte nicht glücklich
gewählt
war, so daß die Waagen, wenn sie für größere Gewichte verwendet werden sollen, ziemlich
umfangreich werden.
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Diese Mängel sollen durch den Gegenstand der vorliegenden Erfindung
vermieden werden, nach welcher die Gewichte als schwingbare Hebel ausgebildet und
durch Stützen in Hochlage gehalten sind, die beim Niederdrücken der Tastenhebel
sich senken, so daß der betreffende Gewichtshebel auf einer mit dem Waagebalken
verbundenen Schiene zur Auflage kommt.
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Zweckmäßig sind die die schwingbaren Gewichtshebel in Hochlage haltenden
Stützen als Exzenter- :oder Daumenscheiben ausgebildet, die durch Betätigen entsprechender
Tastenhebel entweder einzeln oder mehrere gleichzeitig gedreht werden können, wodurch
die Gewichtshebel auf dem Waagebalken zur Wirkung gelangen.
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Die Gewichtshebel werden vorteilhaft als Einheitsgewichte ausgebildet
und die Daumenscheiben jeder Gewichtsgruppe (Einer-Dekagramme, Zehner-Del;agramme
und Kilogramme) zu einem oder mehreren Zylindern vereinigt und diese durch einen
einzigen Tastenhebel je nach der Größe seiner Bewegung um verschiedene Winkel gedreht,
so daß die einzelnen Gewichtshebel nacheinander auf dem Waagebalken zur Auflage
kommen.
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In der Zeichnung sind einige beispielsweise Ausführungsformen gemäß
dem Erfindungsgegenstand arbeitender Registrier- und Kontrollwaagen dargestellt,
und zwar zeigen die Abb. i und 2 eine Waage in Seitenansicht und Draufsicht, Abb.
3 in schematischer Seitenansicht eine Abart der eigentlichen Waage, Abb. 4. in teilweiser
Draufsicht eine andere Ausführungsform der Registrierwaage, Abb.5 und 6 eine innere
Seitenansicht mit teilweisem Schnitt bzw. eine teilweise Draufsicht einer weiteren
Ausführungsform der Waage.
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Auf einer Grundplatte i (Abb. i und 2) sind an aufrechten Armen 2
die Waagebalken 3 schwingbar gelagert, mit denen die Waageschale ¢ zur Aufnahme
der Ware verbunden ist, während sie auf der anderen Seite der Drehachse eine Querstange
5 tragen. Die Gewichte 6 sind als einarmige, um die Schneiden 7 auf einer Schiene
8 schwingbar gelagerte Hebel ausgebildet und entsprechen 1a2, I, I, 2, 5, 10
', 1O, 20, 50 dkg und I, a und 2 kg (s. Abb. 2). Die Waage ist also für fast 6 kg
Last verwendbar. Die Gewichte sind über der Querstange 5 angeordnet und werden durch
Stützen 9, die mit Tastenhebeln io verbunden sind, in Hochlage gehalten, was durch
Feder oder Gewichtsbelastung des Tastenhebels ermöglicht wird. Soll ein Gewicht
6 auf der Waage zur Wirkung gebracht werden, so wird der dem betreffenden Gewicht
entsprechende, durch Ziffern bezeichnete Tasterknopf i i niedergedrückt, wodurch
die Stütze 9 samt dem auf ihr ruhenden Gewicht 6 gesenkt und dieses auf die Querstange
5 zum Aufliegen I gebracht wird. Um den Tastenhebel io und mit ihm das Gewicht 6
in gesenkter Lage zu belassen, ist der Tasterknopf i i gelenkig j mit dem Hebel
io verbunden und mit einer Nase 1a versehen, die bei niedergedrücktem Tastenhebel
io unter eine Verriegelungsleiste 13 greift, an der sie festgehalten wird, wobei
eine Feder 1 4. die Nase i:! in verriegelter Lage hält. Zur Freigabe des Tastenhebels
wird der Tasterknopf i i etwas nach vorn gedrückt, wodurch die Nase i z mit der
Leiste 13 außer Eingriff kommt, so daß der Tastenhebel i o durch Feder- oder Gewichtsbelastung
hochgehen kann und das zugehörige Gewicht 6 vom Waagebalken abgehoben und wieder
in Hochlage gebracht wird.
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Für die gemeinsame Auslösung mehrerer niedergedrückter Tastenhebel
wird die Verriege,ungsleiste 13 mittels des Tasterknopfes 15 hochgeklappt, wodurch
die Nasen i z der Tastenhebel i o frei werden.
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Die ganze Einrichtung ist von einem Gehäuse 16 eingeschlossen, das
plombiert werden kann, so daß die Gewichte und der Stangenmechanismus gänzlich unzulänglich
bleiben. Die Gewichtshebel 6 sind für Eichungszwecke mit Rektifizierscheiben 17
versehen.
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Die Tastenhebel io sind über ihren Drehpunkt hinaus verlängert und
am freien Ende mit einem Schildchen 18 versehen, das mit der dem zugehörigen Gewicht
entsprechenden Ziffer versehen ist, die bei niedergedrücktem Tastenhebel hochgeht
und dann in einem Fenster i9 der vorderen Gehäusewand für den Käufer sichtbar wird.
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Die Gewichtsstützen 9 sind ebenfalls mit Ziffernplättchen ? 1 versehen,
die in einem Fenster 23 in der Gehäuserückwand für den Verkäufer sichtbar werden
und so diesem die auf der Waage befindlichen Gewichte sichtbar machen.
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Anschläge 23 begrenzen die Schwingungen der Waagebalken.
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Nach dem in Abb.3 ersichtlichen Schema der Wägeeinrichtung kommen
die früheren Tastenhebel io in Wegfall, die Gewichte 6 sind hier um Zapfen drehbar,
der Quer-; Balken 5, das Auflager für die Gewichte, ist an einer Verlängerung des
unteren Waage-' Balkens 3 angebracht. Die Gewichte werden durch federnde Taster
i il in Hochlage gehalten, wobei sie sich auf einen Fortsatz 91 der Taster stützen.
Wie
die Abb..l erkennen läßt, sind sämtliche Tasterknöpfe i i in einer Reihe angeordnet;
die ersten neun entsprechen den Gewichtshebeln von i bis 9 dkg, die zweiten neun
jenen von io bis 9o dkg und die letzten fünf von i bis 5 kg. Zur Vereinfachung -
und Verbilligung der Herstellung sind die Gewichtshebel jeder Gruppe als Einheitsgewichte
ausgebildet, d. h. jeder Gewichtshebel der Deka-Einheiten entspricht einem Gewicht
von i dkg, jener der Deka-Zehner und der Kilogramme einem Gewicht von io dkg bzw.
-i kg. Diese Gewichtsausbildung erfordert es, daß beim Niederdrücken eines Tasters,
mit dem z. B. das Vierfache der Gewichtseinheit, sagen wir also ¢ dkg, auf dem Querbalken
5 der Waage zur Wirkung gebracht werden soll, sämtliche vorhergehenden Tastenhebel,
die also den Gewichten i bis 3 dkg entsprechen, mit niedergedrückt werden, da ja
beim Drücken des Tasters 4. tatsächlich vier Einheitsgewichte von je i dkg auf den
Waagebalken wirken sollen. Für diesen Zweck sind alle mit Ausnahme der die Gewichtseinheit
selbst betätigenden Tastenhebel mit Mitnehmern 51 versehen, in Form von nach der
Richtung des Einheitstastenhebels wagerecht abgebogenen Lappen, welche auf den Nachbartastenliebel
aufliegen. Beim Niederdrücken eines solchen Vielfachtasters werden daher alle Hebel
mit niedrigerer Gewichtsangabe von den Xitnehmern gleichfalls niedergedrückt, so
daß also eine Mehrzahl von Einheitsgewichtsliebeln zur Wirkung gelangt. Selbstverständlich
wirken diese Mitnehmer nur für die Tastenhebel derselben Gewichtsgruppe; es besteht
also keine Verbindung z. B. zwischen -dein Taster der Ziffer der Einer-Deka Lind
dein mit Ziffer i -der Zeliner-Deka.
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Entsprechend den drei Gruppen von Tasten-bzw. Gewichtshebeln sind
auch drei Arretierschienen 13 für die Sperrung der niedergedrückten Tastenhebel
vorhanden und daher auch drei Auslösehandhaben .48t, mit denen sämtliche gedrückten
Taster der gleichen Gruppe gleichzeitig gelöst werden. Eine Einzelauslösung der
Taster ist hier nicht vorgesehen, da wegen der Mitnehiner 51 die Taster dann ohnehin
nur der Reihe nach gegen die niederste Ziffer hin ausgelöst werden könnten. Beim
Abwiegen wird es daher zweckmäßig sein, zuerst niederbezifferte Taster und nach
und nach die höheren zu betätigen, um ein oftmaliges Auslösen der gedrückten Taster
zu vermeiden.
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Um dieselben Gewichtshebel auch für größere als die dort bezeichneten
Lasten benutzen zu können, kann Vorsorge getroffen sein, daß die Unterstützungspunkte
des Waagebalkens verschoben werden können, um so das Übersetzungsverhältnis der
Waagebalkenarme zu ändern.
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Die Aufhängung und Freigabe der Gewichtshebel kann natürlich auch
auf andere Art, als dies dargestellt wurde, geschehen, wie dies z. B. in den Abb.
5 und 6 gezeigt ist. Dort sind die Gewichtshebel 6 als Einheitsgewichte, also in
jeder Gewichtsgruppe untereinander gleich, ausgebildet und werden erfindungsgemäß
durch um eine wagerechte Achse 81 drehbare Daumenscheiben 82 in Hochlage gehalten,
indem die Gewichtshebel 6 mittels entsprechender nach unten abgebogener Fortsätze
83, die am Ende zweckmäßig ein Röllchen tragen, auf der Umfangfläche der Daumenscheiben
aufruhen. Bei der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsform sind die Daumenscheiben
82 innerhalb jeder Gewichtsgruppe zu zwei Zylindern vereinigt, wobei die einzelnen
Daumenscheiben, die init den einzelnen Gewichtshebeln zusammenwirken, derart geformt
sein müssen, daß innerhalb jeder Gewichtsgruppe ein Gewichtshebel nach dem andern
auf dein Waagebalken zur Wirkung gelangt entsprechend der jeweiligen Drehung der
Daumenscheibenwalzen.
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Die Vereinigung der Daumenscheiben 82 innerhalb jeder Gewichtsgruppe
zu zwei Walzen hat gegenüber der Ausführung mit nur einer Walze den Vorteil, daß
der Durchmesser der Daumenwalzen wesentlich kleiner sein kann, da für die Bewegung
der einzelnen Gewichtshebel eine Drehung der Walze je um etwa 6o° verfügbar ist,
während bei nur einer Walze bestenfalls ein Zehntel der vollen Umdrehung für jeden
Gewichtshebel erforderlich ist. Es iriuß daher in letzterem Falle die mit dem Gewichtshebel
zusammenwirkende Schrägfläche des Daumens 9 bedeutend schneller ausfallen, bzw.
um das zu vermeiden, der Durchmesser der Daumenwalze vergrößert werden.
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Die Betätigung der beiden Daumenwalzen jeder Gewichtsgruppe erfolgt
durch einen um eine wagerechte Achse 83 schwingbaren Hebel 84., der einen Tasterknopf
85 trägt Lind mittels eines federnden Stellzahnes an ' einer mit den Ziffern o bis
9 versehenen Einteilung 86 verstellbar ist. An dem Tastenhebel 84. ist ein nach
unten reichender Zahnbogen 87 befestigt, der mit den beiden an den einander zugekehrten
Stirnflächen der beiden Daumenwalzen jeder Gruppe .angeordneten Triebrädern 88 zusammenwirkt.
Da beim Bewegen des Tastenhebels die beiden Daumenwalzen immer nur nacheinander
betätigt werden dürfen, um die einzelnen Gewichtshebel nacheinander auf dem Waagebalken
zur Auflage zu bringen, sind die in
die beiden Triebräder 88 eingreifenden
Verzahnungen des Zahnbogens 87 auf diesem zueinander versetzt und aufeinanderfolgend
angeordnet, so daß, wenn die eine Verzahnung mit dem zugehörigen Triebrad in Eingriff
steht, das zweite Triebrad durch die zweite Verzahnung unbeeinflußt bleibt und umgekehrt.
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Auf der Drehachse 83 jedes Tastenhebels 84 sitzt ein Zahnsektor 89,
der mit einem Trieb go im Eingriff steht, dessen Drehung mittels Kettentriebes 9i,
mittels Zahnstangen o. dgl. auf mit Ziffern besetzte Scheiben 92 übertragen wird,
deren jeweilige Stellung durch das Fenster 93 fallweise sichtbar gemacht werden
kann.
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Die Drehung der Ziffernscheiben 92 wird mittels Kettentriebes 9¢ einem
mit Drucktypen besetzten Rollensatz 95 mitgeteilt, von welchem die Gewichtsangabe
auf einem Papierstreifen zum Abdruck gebracht werden kann. Das Fenster 98 ist gewöhnlich
durch eine Blende 96 geschlossen, die erst nach erfolgter Wägung und Herstellung
der Gleichgewichtslage, die an der Stellung der Zungen 97 kenntlich ist, von dem
Verkäufer geöffnet werden muß, um der Kundschaft das Gewicht sichtbar zu machen
und dieser dadurch eine Kontrolle zu bieten. Um aber auch den Kaufmann vor Betrug
möglichst zu schützen, erfolgt mit dem Sichtbarmachen des Gewichtes für den Käufer
zwangläufig auch der Abdruck der Gewichtsangabe.
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Diesem Zweck dient der um eine Achse 98 schwingbare Hebel 99,
der durch die vordere Gehäusewand nach außen reicht und mit einem Griff o. dgl.
versehen ist, während das rückwärtige Ende des Hebels 99 mit der Blende 96 gekuppelt
ist. Die Schwingbewegung des Hebels 99 wird mittels des Lenkers ioo auf einem
die Sperrvorrichtung für den unter Federwirkung i o i stehenden Druckstempel io2
beeinflußten doppelarmigen Hebel io3 übertragen. Der Druckstempel 102 ist in einem
an den Gehäusezwischenwandungen befestigten Laerkörper ioa gelagert, an dem auch
der' Hebel 99 ,angelenkt ist.
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Der Abdruck der Gewichtsangabe erfolgt auf drei Papierstreifen. Der
eine befindet sich auf der Rolle io5, während die beiden andern als Doppelband auf
der Rolle io6 oder auf zwei einzelnen Rollen aufgewickelt sind. Von den beiden oder
mehreren Rollen laufen die drei Papierstreifen durch ein Paar Vorzugswalzen 107
und von dort in eine Führungshülse io8, die gegenüber dem Druckstempel und der jeweils
zum Abdruck gelangenden Type der Rollen 95 mit einem Querschlitz versehen ist. Hinter
der Druckstelle ist der einfache Papierstreifen durch einen Schlitz der Führungshülse
io8 nach oben geführt und wird auf einer Rolle iog, die zweckmäßig unter Federwirkung
steht, nach Maßgabe' des jeweiligen Vorschubes der Papierbahnen durch die Vorzugswalze
107 aufgewickelt. Die Rolle iog mit den auf dem Papierband verzeichneten einzelnen
Wägungen dient dem Kaufmann als Kontrolle. Die Betätigung der Vorzugswalzen iog
erfolgt durch den Hebel 99, der durch einen Lenker i io mit einem doppelarmigen
Hebel i i i verbunden ist, der seinerseits an einem Schalthebel i 12 angreift, der
auf das mit der unteren Wälze 107 gekuppelte Schaltrad i i3 einwirkt.
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Das Vorziehen der Papierbahnen erfolgt beim Anheben des Hebels 99,
also nach erfolgtem Abdruck der Gewichtsangabe.
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In dem Lagerkörper der Druckvorrichtung ist noch ein Messer 11q. gelagert,
das von Hand aus angehoben wird, um die beiden übereinanderlaufenden Papierbahnen,
die aus der am Ende nach abwärts gebogenen Führungshülse io8 ragen, nach Verzeichnen
von einer oder mehreren Gewichtsangaben fallweise abzuschneiden. Den einen Abschnitt
erhält der Käufer, der andere bleibt zur Kontrolle beim Verkäufer oder der Barkassa.
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Zum Schutze des Kaufmannes gegen etwaige nicht registrierte Wägungen
ist die Einrichtung getroffen, daß eine Betätigung der Gewichtshebel nur bei hochgehobenem
Druckhebel go, also nach erfolgtem Abdruck der Gewichtsangabe und nach erfolgtem
Vorziehen der Papierbahnen möglich ist.
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Für diesen Zweck trägt jede Daumenwalze 82 eine kreisförmige, mit
Ausschnitten i 15 versehene Randleiste i 16. In den den Einstellungen des Tastenhebels
84 entsprechenden Lagen einer Daumenwalze 82 befindet sich ein Ausschnitt 115 der
Randleiste 116 gegenüber einem Sperrzahn 117 eines um eine Welle 118 schwingbaren
Hebels i i9. Auf der Welle i i8 sitzt ein aufrechter Ann 12o, der mit seinem freien
Ende in die Bahn des Hebels 99 reicht und beim Niederdrücken desselben durch einen
Fcrrtsatz 121 des Hebels 99 zum Ausschwingen gebracht wird. Dadurch wird
der Sperrzahn 117 angehoben und greift in den Ausschnitt i 15 der Randleiste, so
daß eine weitere Drehung der Daumenwalze 82 gesperrt ist. Sobald der Druckhebel
99 wieder angehoben wird, gibt sein Fortsatz 121 den Schwingarm 120 der Sperrhebel
i ig frei, so daß diese unter dem Einfluß des Eigengewichtes sich nach unten bewegen
und der Sperrzahn 117 aus dem Ausschnitt 115 tritt, wodurch, erst wieder eine Drehung
der Daumenwalzen 82, also eine Betätigung der Gewichtshebel, möglich wird.
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Um den Geschäftsinhaber vor Protektionswägungen
zu
schützen, d. h. solchen, bei denen der Verkäufer die Waren unter dem wirklichen
Gewicht an die Kunden abgeben will, kann die Einrichtung getroffen werden, daß der
Hebel 99 nur dann vollständig niedergedrückt werden kann, wenn die Zünglein der
Waage in ihrer Gleichgewichtslage stehen, wobei natürlich ein Unterschied nach oben
oder unten entsprechend 0,5 Dekagrammgewicht gewahrt ist. Für diesen Zweck
kann durch den Hebel 99 mittels der Lenker i io und 122 eine Platte 123 betätigt
werden, die bei der Gleichgewichtslage unter den vorteilhaft unter einer Glashaube
befindlichen Zünglein 97 durchtreten kann, im anderen Falle aber an dem tiefer stehenden
beweglichen Zünglein anstößt und so das weitere Niederdrücken des Hebels 99 verhindert.
Die Unterstützung der Gewichtshebel durch Daumenscheiben ist nicht nur auf die Ausbildung
der ersteren als Einheitsgewichte beschränkt, sondern auch bei voneinander verschieden
schweren Gewichten möglich. In diesem Falle werden dann die einzelnen Daumenscheiben
durch gesonderte Taster oder in anderer geeigneter Weise in Drehung versetzt.
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Um ein rasches Wägen zu ermöglichen, sind unterhalb des Waagebalkens
3 zweckmäßig am Gehäuseboden i befestigte Anschläge 124 angeordnet, welche ein freies
Auf-und Abschwingen des Waagebalkens erst bei einem geringen Gewichtsunterschied
von wenigen Dekagrammen, z. B. zehn, zulassen.
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Wenn erwünscht, kann mit der vorstehend beschriebenen Einrichtung
noch eine Registriereinrichtung für die verschiedenen Waren und für die dafür entfallenden
Geldbeträge verbunden werden, so daß dann auf dem Papierstreifen neben dem Gewicht
auch die Ware und der Geldbetrag abgedruckt erscheinen.