DE4131864C2 - Blockiergeschützte Bremsanlage für Motorräder - Google Patents
Blockiergeschützte Bremsanlage für MotorräderInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine blockiergeschützte
Bremsanlage für Motorräder, mit einem Hauptbremszylinder, ei
ner vom Hauptbremszylinder zu einem Bremszylinder führenden
Bremsleitung, einer auf den Kolben des Hauptbremszylinders
einwirkenden Betätigungseinrichtung für den Hauptbremszylinder
und einem auf übermäßige Verzögerung des abgebremsten Rades
ansprechenden Meßgeber, der bei drohendem Blockieren des abge
bremsten Rades eine Vorrichtung mit einer die Meßsignale des
Meßgebers verarbeitenden Steuereinheit zur Verringerung des
auf den Bremszylinder einwirkenden Bremsdruckes aktiviert, wo
bei die Betätigungseinrichtung entgegen ihrer Wirkrichtung be
wegt wird.
Eine Bremsanlage der gattungsgemäßen Art ist aus der DE-31 52 591 C2
bekannt.
In der vorgenannten Literaturstelle wird eine blockierge
schützte Bremsanlage für ein Motorrad beschrieben, bei der ein
von der Hand des Fahrers betätigter Handgriff vorgesehen ist.
Dieser Handgriff wirkt auf einen Handbrems-Hauptzylinder ein,
der eine Vorderradbremse unter Druck setzt. Das dynamische
Verhalten des Vorderrades wird von einem am Vorderrad ange
brachten Meßfühler an ein elektrisches Steuergerät gemeldet,
welches die Meßsignale verarbeitet. Im Falle eines drohenden
Radblockierens beaufschlagt das steuergerät eine Vorrichtung,
die daraufhin aktiviert wird und eine Stange im Hauptbremszy
linder zurückdrückt. Diese Stange stellt über einen am Hand
bremshebel angeformten Nocken den Handbremshebel entgegen sei
ner Wirkrichtung zurück.
Die Beaufschlagung der Stange im Hauptbremszylinder erfolgt
auf rein hydraulischem Wege.
Eine vergleichbare Bremsanlage ist aus der DE-30 50 898 A1 be
kannt. Der hauptsächliche Unterschied der in dieser Literatur
stelle beschriebenen Bremsanlage zur Konstruktion nach der DE-
31 52 591 C2 besteht darin, daß die Stellvorrichtung nach der
DE-30 50 898 A1 nur auf ein einziges Rad wirkt.
Aus der DE-37 00 742 C1 ist es bekannt, an einem angetriebenen
Rad eines Motorrades die Bremse automatisch anzulegen, wenn
das Rad zu großen Teil Schlupf aufweist.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
Bremsanlage der gattungsgemäßen Art zu schaffen, bei der das
Blockieren des abgebremsten Rades ohne zusätzliche hydrau
lische Komponenten ermöglicht ist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Vorrichtung aus ei
nem im Bewegungsbereich der mechanischen Betätigungseinrich
tung liegenden Hebel oder Nocken, einem Stellmotor und der
Steuereinheit besteht, wobei die Steuereinheit den Stellmotor
aktiviert, der dann den Hebel oder Nocken entgegen der
Wirkrichtung der Betätigungseinrichtung bewegt.
Eine derartige Bremsanlage zeichnet sich durch einen äußerst
unkomplizierten und störanfälligen Aufbau aus, da lediglich
rein mechanische Komponenten zur Erreichung der Antiblockier-
Wirkung eingesetzt werden. Komplizierte, zusätzliche hydrau
lische Aggregate sind vollkommen entbehrlich. Da bei einem Mo
torrad sowohl das Vorder- wie auch das Hinterrad eine eigene
Bremsanlage aufweisen, sind selbstverständlich beide Bremsan
lagen mit einem entsprechend gestalteten, mechanischen Anti
blockiersystem ausgerüstet.
Die einfache mechanische Konstruktion der erfindungsgemäßen
Bremsanlage kann ohne nennenswerten Mehraufwand zu einer
Servo-Bremsanlage weiterentwickelt werden, so daß sich ein zu
sätzlicher Nutzen ergibt.
Hierfür ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß im Kontaktbereich
zwischen der Betätigungseinrichtung und dem Hebel oder dem
Nocken eine mit der Steuereinheit verbundene Druckmeßeinrich
tung vorgesehen ist, deren Meßsignal in einer gegenüber dem
Meßsignal des Meßgebers nachrangigen Schaltung derart verar
beitet wird, daß im normalen Verzögerungsbereich der Stellmo
tor den Hebel oder Nocken in Wirkrichtung der Betätigungsvor
richtung bewegt.
Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand weiterer Un
teransprüche.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefügten
Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher be
schrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 Blockschaltbild einer blockiergeschützten Brems
anlage für Motorräder,
Fig. 2 eine stark schematisierte Darstellung eines Haupt
bremszylinders, einer mechanischen Betätigungs
vorrichtung und eines Stellmotors mit einem Hebel,
Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung nach
einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung.
In Fig. 1 ist in einem schematischen Blockschaltbild eine
blockiergeschützte Bremsanlage für Motorräder gezeigt.
Diese umfaßt einen Hauptbremszylinder 1, eine vom Haupt
bremszylinder 1 zu einem Bremszylinder 2 führende Brems
leitung 3, eine mechanische Betätigungseinrichtung 4, einen
auf übermäßige Verzögerung des abgebremsten, nicht darge
stellten Rades ansprechenden Meßgeber 5, eine Steuerein
heit 6 sowie einen Stellmotor 7 mit einem im Bewegungsbe
reich der mechanischen Betätigungseinrichtung 4 liegenden
Hebel 8.
Mit dem Bezugszeichen 9 ist eine Bremsscheibe des abzu
bremsenden Rades bezeichnet.
Die schematisch dargestellte Bremsanlage funktioniert wie
folgt:
Die mechanische Betätigungseinrichtung 4 ist im dargestellten
Ausführungsbeispiel 1 ein um den Drehpunkt 10 schwenkbarer,
zweiarmiger Hebel mit dem längeren Hebelarm 4a und dem
kürzeren Hebelarm 4b.
Wird diese Betätigungseinrichtung 4 in Richtung des Pfeiles
A betätigt, so bewegt sich der kürzere Hebelarm 4b in Richtung
des Pfeiles B. Dabei wird der zwischen dem Hauptbremszylinder
1 und dem kürzeren Hebelarm 4b liegende Hebel 8 des Stell
motors 7 in Richtung des Kolbens 11 des Hauptbremszylinders
1 bewegt. Durch die Verschiebung des Kolbens 11 in Richtung
des Pfeiles C wird innerhalb der Bremsleitung 3 ein Druck
aufgebaut, der den Kolben 12 des Bremszylinders 2 in Richtung
des Pfeiles D bewegt. In bekannter Weise werden hierdurch
zwei Bremsbacken 13 an die Bremsscheibe 9 angepreßt. Ent
sprechend dem erzeugten Druck erfolgt hierbei eine mehr oder
weniger starke Abbremsung des entsprechenden Rades.
Wird nun über den Meßgeber 5 eine übermäßige Verzögerung des
abgebremsten Rades damit die Gefahr des Blockierens er
mittelt, so wird das entsprechende Meßsignal in der elektro
nischen Steuereinheit 6 derart verarbeitet, daß von dieser
Steuereinheit 6 ein Schaltsignal zum Stellmotor 7 gegeben
wird. Dieser Stellmotor 7 wird nun aktiviert und der Hebel
8 entgegen der Wirkrichtung der Betätigungseinrichtung 4,
also entgegen der Richtung des Pfeiles B, bewegt.
Hierdurch findet eine Druckentlastung innerhalb der
Bremsleitung 3 statt, so daß die Gefahr des Blockierens
des abgebremsten Rades aufgehoben ist.
Der Schaltimpuls für den Stellmotor 7 ist wie bei anderen
bekannten Antiblockiersystemen relativ kurzzeitig und
wird so oft wiederholt, wie die Gefahr des Blockierens des
abgebremsten Rades besteht.
In Fig. 2 ist gezeigt, daß die Betätigungseinrichtung 4
um den Drehpunkt 10 verschwenkt worden ist. Das bedeutet,
daß ein Bremsdruck aufgebaut worden ist. Wird nun bei
übermäßiger Verzögerung der Stellmotoren 7 aktiviert, wird
der Hebel 8 des Stellmotors 7 entgegen der Wirkrichtung
der Betätigungseinrichtung 4 in Richtung des Pfeiles E
bewegt. Trotz anhaltender Belastung der Betätigungsein
richtung 4 wird diese nun vom Kolben 11 des Hauptbrems
zylinders 1 wegbewegt, so daß innerhalb der Bremsleitung 3
ein Abbau des Bremsdruckes eintreten kann.
In Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ge
zeigt, bei dem der Hebel 8 des Stellmotors 7 mit dem
kürzeren Hebelarm 4b der Betätigungseinrichtung 4 direkt
gekoppelt ist. Der kürzere Hebelarm 4b ist an seinem freien
Ende beispielsweise mit einem zylindrischen oder kugel
förmigen Kopf 13 ausgestattet, der von einem entsprechend
geformten Gabelteil 14 des Hebels 8 umgriffen ist. In
diesem Gabelteil 14 ist der Hebel 8 mit einer Druckmeß
einrichtung 15 ausgestattet, beispielsweise in Form von
Dehnungsmeßstreifen oder einer Druckmeßdose. Diese
Druckmeßeinrichtung ist mit der Steuereinheit 6 verbunden
und gibt an diese Steuereinheit 6 ein Meßsignal, wenn die
Betätigungseinrichtung 4 zum Zwecke des Bremsens betätigt
wird. Das Meßsignal der Druckmeßeinrichtung 15 wird gegen
über dem Meßsignal des Meßgebers 5 nachrangig verarbeitet
und bewirkt für den Fall, daß vom Meßgeber 5 keine über
mäßige Verzögerung gemeldet wird, eine Servo-Bremswirkung
dadurch, daß in diesem Falle der Stellmotor 7 ebenfalls
eingeschaltet wird aber in der Richtung laufend, daß der
Hebel 8 in der gleichen Richtung 8 bewegt wird wie der
kurze Hebelarm 4b der Betätigungseinrichtung 4.
Diese Servounterstützung der Betätigungseinrichtung 4 kann
dazu genutzt werden, relativ kleine Hauptgrenzzylinder 1
einzusetzen.
Die erfindungsgemäße Bremsanlage eignet sich auch dazu, die
Gefahr des Überschlagens eines Motorrades sowohl nach vorne
wie auch nach hinten zu vermeiden.
Hierbei sind beide Fälle gesondert zu betrachten.
Die Gefahr des Überschlagens nach hinten entsteht, wenn
das Hinterrad des entsprechenden Motorrades zu stark be
schleunigt wird. Die Gefahr des Überschlagens nach vorne
entsteht dann, wenn das Vorderrad übermäßig stark abge
bremst wird.
Um nun die genannten Gefahren zu beseitigen, kann das Motor
rad mit einem Neigungsmesser ausgestattet werden, der wieder
um mit der Steuereinheit 6 des jeweiligen Bremssystems
verbunden ist.
Wird im Falle der zu starken Abbremsung des Vorderrades
nun durch den Neigungsmesser ermittelt, daß das Hinter
rad abhebt, so kann über das Signal des Neigungsmessers
der Stellmotor 7 aktiviert werden und der Hebel 8 entgegen
der Wirkrichtung der Betätigungseinrichtung 4 bewegt werden.
Hierdurch wird die Bremswirkung auf das Vorderrad reduziert,
so daß sich das Motorrad wieder in seine Normallage zurück
bewegen kann.
Wird bei zu starker Beschleunigung des Hinterrades durch
den Neigungsmesser ein Abheben des Vorderrades über ein
gewünschtes Maß hinaus registriert, so kann die Steuer
einheit 6 der Hinterrad-Bremsanlage den Stellmotor 7 in
der Weise aktivieren, daß der Hebel 8 eine Bremswirkung
erzeugt, das heißt, daß der Hebel 8 in Richtung des Pfeiles
B auf den Kolben 11 des Hauptbremszylinders 1 aufgedrückt
wird. Das Hinterrad wird somit kurzzeitig abgebremst, ohne
daß die entsprechende Betätigungseinrichtung 4 aktiviert
wurde. Auch in diesem Falle kommt es zu einer Normalisierung
der Lage des Motorrades und die Gefahr des Überschlagens
nach hinten ist beseitigt.
Es sei darauf hingewiesen, daß statt eines Hebels 8 im
Bewegungsbereich der mechanischen Betätigungseinrichtung
4 auch ein Nocken oder andere, geeignete mechanische
Bauteile angeordnet sein können, die letztendlich die
gleiche Wirkung erzeugen wie der anhand der Zeichnungen
beschriebene Hebel 8.
Außerdem sei darauf hingewiesen, daß der Stellmotor und
der Hebel 8 insgesamt so gelagert sind, daß die Wirkung
der gesamten Bremsanlage nicht beeinträchtigt wird, d. h.,
daß für den Fall, daß der Stellmotor 7 und der Hebel 8
nicht abgewehrt sind, ein normaler Bremsvorgang in her
kömmlicher Weise erfolgt.
Claims (5)
1. Blockiergeschützte Bremsanlage für Motorräder, mit einem
Hauptbremszylinder, einer vom Hauptbremszylinder zu einem
Bremszylinder führenden Bremsleitung′ einer auf den Kolben des
Hauptbremszylinders einwirkenden Betätigungseinrichtung für den
Hauptbremszylinder und einem auf übermäßige Verzögerung des ab
gebremsten Rades ansprechenden Meßgeber, der bei drohendem
Blockieren des abgebremsten Rades eine Vorrichtung mit einer
die Meßsignale des Meßgebers verarbeitenden Steuereinheit zur
Verringerung des auf den Bremszylinder einwirkenden Brems
druckes aktiviert, wobei die Betätigungseinrichtung entgegen
ihrer Wirkrichtung bewegt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vorrichtung aus einem im Bewegungsbereich der mechanischen Be
tätigungseinrichtung (4) liegenden Hebel (8) oder Nocken, einem
Stellmotor (7) und der Steuereinheit (6) besteht, wobei die
Steuereinheit (6) den Stellmotor (7) aktiviert, der dann den
Hebel (8) oder Nocken entgegen der Wirkrichtung der Be
tätigungseinrichtung (4) bewegt.
2. Bremsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Kontakt
bereich zwischen der Betätigungseinrichtung (4) und dem Hebel (8) oder Nocken
eine mit der Steuereinheit (6) verbundene Druckmeßeinrichtung (15)
vorgesehen ist, deren Meßsignal in einer gegenüber dem Meßsignal des
Meßgebers (5) nachrangigen Schaltung derart verarbeitet wird daß im
normalen Verzögerungsbereich der Stellmotor (7) den Hebel (8), oder Nocken
in Wirkrichtung der Betätigungsvorrichtung (4) bewegt.
3. Bremsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
mechanische Betätigungseinrichtung (4) in an sich bekannter Weise aus
einem um einen Drehpunkt (10) schwenkbaren zweiarmigen Hebel mit einem
längeren Hebelarm (4a) und einem kürzeren Hebelarm (4b) besteht.
4. Bremsanlage nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
kürzere Hebelarm (4b) im Bereich seines freien Endes mit einem zylindrischen
oder kugelförmigen Kopf (13) versehen ist, der von einer entsprechend ge
formten Aufnahmegabel (14) des Hebels (8) umgriffen ist.
5. Bremsanlage nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (6) mit einem Neigungs
messer verbunden ist, deren Steuersignal derart verarbeitet wird,
daß über den Stellmotor (7) und den Hebel (8) oder Nocken beim
Vorderrad die Bremswirkung reduziert und beim Hinterrad unabhängig
von der Betätigung der Betätigungseinrichtung (4) eine Bremswirkung
erzeugt wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19914131864 DE4131864C2 (de) | 1991-09-25 | 1991-09-25 | Blockiergeschützte Bremsanlage für Motorräder |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE4131864A1 DE4131864A1 (de) | 1993-04-08 |
| DE4131864C2 true DE4131864C2 (de) | 1994-06-23 |
Family
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1991
- 1991-09-25 DE DE19914131864 patent/DE4131864C2/de not_active Expired - Fee Related
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