AT392449B - Bremseinrichtung fuer anhaenger von zugmaschinen - Google Patents
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Description
AT 392 449 B
Die Erfindung betrifft eine Bremseinrichtung für Anhänger von Zugmaschinen insbesondere von Ackerschleppern mit ein»: Daueibremse und hydraulisch betätigten Radbremsen, deren zugeordnete Bremszylinder bei Betätigung des Bremspedals einem mit der Pedelkraft veränderlichen Druck ausgesetzt sind, der zur Steuerung eines Anhänger-Steuerventils herangezogen wird, das in einer eine Druckluftquelle mit den Bremszylindem der S Radbremsen des Anhängers verbindenden Druclduftleitung liegt und eine dem Steuerdruck proportionale Druckbeaufschlagung der Bremszylinder des Anhängers hervorruft, wobei das Anhänger-Steuerventil während der Betätigung des Bremspedals mit einem den bewegungshemmend auf den Schieber des Anhänger-Steuerventils einwirkenden Kräften im wesentlichen die Waage haltenden Druck pneumatisch vorangesteuert ist.
Zugfahrzeuge sind in der Regel mit mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch betätigten Radbremsen 10 ausgerüstet, während damit in Einsatz kommende nicht auflaufgebremste Anhänger entweder hydraulisch oder pneumatisch betätigbare Radbremsen aufweisen. Dieser Umstand bedingt bei beiden Fahrzeugen getrennte Bremskreise. Dabei wird der Druckabbau (bei Einleitungsanlagen) bzw. Druckaufbau (bei Zweileitungsanlagen) im Bremskreis des Anhängers zwecks Abbremsung desselben durch ein Anhänger-Steuerventil hervorgerufen, das bei Betätigung des Bremspedals des Zugfahrzeuges entsprechend der Pedalkraft angesteuert wird, und ein am 15 Anhänger angeordnetes Bremsventil, über das die Radbremse des Anhängers betätigt wird, entsprechend pneumatisch beaufschlagt
Infolge unvermeidlicher, auf den Steuerschieber des Anhänger-Steuerventils bewegungshemmend einwirkend»: Widerstände veranlaßt das Anhänger-Steuerventil erst bei verhältnismäßig hoher Pedalkraft einen brauchbaren Druckaufbau im Anhängerbremskreis. Dieser Umstand macht die Bildung eines gestreckten Zuges beim 20 Abbremsen eines aus dem Zugfahrzeug und einem Anhänger bestehenden Gespanns unmöglich und beeinflußt somit das Bremsverhalten nachteilig. Für Fahrzeuge, die mit einer Dauerbremse, z. B. einer Staudruckbremse, ausgerüstet sind, ist eine allerdings druckschriftlich nicht belegbare Bremseinrichtung bekannt geworden, bei der das Bremsventil eine Doppelfunktion ausübt. Die erste Funktion besteht darin, wie oben beschrieben die Radbremsen des Anhängers 25 bei einem durch Betätigen des Bremspedals der Betriebsbremse ausgelösten Bremsvorgang entsprechend zu beaufschlagen. Die zweite Funktion besteht darin, bei Betätigung der Dauerbremse die Radbremsen des Anhängers mit einem konstanten, gegenüber dem maximalen Bremsdruck wesentlich geringeren Druck zu beaufschlagen, der eine mit der Bremswirkung der Dauerbremse vergleichbare Bremswirkung hervorruft. Das bekannte Bremsventil ist im Aufbau verhältnismäßig kompliziert, wozu mit beiträgt, daß beide Funktionen auf unterschiedlichem 30 Wege abgerufen werden. So ist für die erste Funktion eine pneumatische Druckansteuerung des Bremsventils erforderlich, während die zweite Funktion durch eine elektrische Ansteuerung erzielt wird. Diese erfolgt bei Betätigung eines der Einschaltung der Dauerbremse dienenden Schalters.
Mit dieser Bremseinrichtung ist zwar bei Einschaltung der Dauerbremse ein annähernd gleichzeitiges Abbremsen des Zugfahrzeuges und des Anhängers zu erreichen. Beim Abbremsen des Gespanns mit Hilfe der 35 pedalbetätigten Betriebsbremse des Zugfahrzeuges stellt sich jedoch keine Verbesserung des Bremsveihaltens ein, da das den Druckaufbau im Anhängerbremskreis verzögernde Anhänger-Steuerventil unbeeinflußt geblieben ist.
Im Hinblick hierauf eine wirkliche Verbesserung brachte eine in der DE-OS 33 10 768 beschriebene Bremseinrichtung für Zugfahrzeuge mit hydraulisch betätigter Rad- bzw. Betriebsbremse. Bei dieser Bremseinrichtung ist das Bremsventil nicht nur durch Betätigen des Schalters zum Einschalten der Dauerbremse 40 ansteuerbar, sondern zusätzlich beim Betätigen des Bremspedals der Betriebsbremse des Zugfahrzeuges. Unabhängig davon, ob das Gespann mittels Dauerbremse oder Betriebsbremse abgebremst werden soll, wird beim Einleiten eines Bremsvorganges zunächst die Motorbremse zur Wirkung gebracht und somit ein gestreckter Zug gebildet Bevor also im Falle der Betätigung der Betriebsbremse der vom Anhänger-Steuerventil aufgebaute höhere Druck an den Radbremsen des Anhängers wirksam werden kann, wird der Anhänger bereits schwach 45 gebremst. Nachteilig an dieser Bremsanlage ist jedoch weiterhin, daß das Einsetzen der vollen Bremswirkung am
Anhänger später erfolgt, als am Zugfahrzeug.
Um den Druckaufbau im Anhängerbremskreis zu beschleunigen, ist gemäß einer noch nicht veröffentlichten Patentanmeldung ein Anhänger-Steuerventil vorgeschlagen worden, dessen Steuerschieber unmittelbar nach Betätigen des Bremspedals der Betriebsbremse des Zugfahrzeuges mit einem geringen Druck pneumatisch 50 vorangesteuert wird, der gerade ausreicht, um den auf den Steuerschieber bewegungshemmend einwirkenden Kräften die Waage zu halten. Der bei der Betätigung des Bremspedals in den Bremszylindem aufgebaute hydraulische Druck beaufschlagt den Steuerschieber zusätzlich und bewirkt am Ausgang des Anhänger-Steuerventils einen praktisch verzögerungsfreien Druckaufbau.
Von einer Bremseinrichtung mit einem voransteuerbaren Anhänger-Steuerventil ausgehend ist es Aufgabe der 55 Erfindung, eine solche Bremseinrichtung baulich noch weiter zu vereinfachen.
Die gestellte Aufgabe wird mit einer Bremseinrichtung der eingangs angegebenen Art dadurch gelöst, daß erfindungsgemäß das Anhänger-Steuerventil sowohl während der Betätigung des Bremspedals über ein pedalgesteuertes Wegev»itil und ein Wechselventil als auch während der Betätigung der Dauerbremse über ein auch dem Einschalten der Dauerbremse dienendes Wegeventil und das Wechselventil vorangesteuert ist, wobei der 60 Voransteuerungsdruck zumindest bei betätigt»: Dau»bremse derart höher eingestellt ist, daß der Ausgangsdruck des Anhänger-Steuerventils an den Radbremsen des Anhängers eine der Bremswirkung der Dauerbremse auf das Zugfahrzeug entsprechende Bremswirkung erzeugt -2-
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Durch die Erfindung kann nunmehr im Anhänger ein wesentlich einfacher aufgebautes Bremsventil eingesetzt werden, das nur auf den vom Anhänger-Steuerventil anläßlich der Betätigung der Betriebsbremse des Zugfahrzeuges hervorgerufenen Druck anspricht. So ist es möglich, alternativ auch Anhänger mit herkömmlichem Bremsventil, d. h. solchen mit und ohne Dauerbremsfunktion, einzusetzen, ohne daß Nachteile beim Bremsverhalten auftieten.
Der durch das Merkmal des Anspruches 2 gegebene Vorteil besteht darin, daß sofort nach Betätigung der Betriebsbremse des Zugfahrzeuges eine das Gespann im gestreckten Zug haltende Bremswirkung an den Radbremsen des Anhängers erzeugt werden kann.
Die Erfindung wird im folgenden anhand einer die erfindungsgemäße Bremseinrichtung darstellenden Zeichnung näher beschrieben.
Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Bremspedal eines mit einer hydraulischen Bremsanlage ausgerüsteten Zugfahrzeuges mit ("1") bezeichnet. Das Bremspedal (1) wirkt mit einem Geberzylinder (2) zusammen, der über eine Druckmittelleitung (3) mit dem Bremszylinder (4) der mit (5) angedeuteten Radbremse des Zugfahrzeuges verbunden ist. Eine von der Druckmittelleitung (3) abzweigende Steuerdruckleitung (6) ist einem im Zugfahrzeug untergebrachten Anhänger-Steuerventil (7) zugeführt. Dieses wird über eine an einen Druckluftbehälter (8) angeschlossene Versorgungsleitung (9) mit Druckluft versorgt und erzeugt in einer an seinem Ausgang angeschlossenen Druckluftleitung (10) einen dem Druck in der Druckmittelleitung (3) proportionalen Druckverlauf.
Die Druckluftleitung (10) steht weiter über eine aus einem zugfahrzeugseitigen Kupplungskopf und einem anhängerseitigen Kupplungskopf gebildete Kupplung (I) und eine Druckluftleitung (11) mit einem im Anhänger untergebrachten Bremsventil (12) in Verbindung. Das Bremsventil (12) wird in seiner Bauweise als bekannt vorausgesetzt. Es hat die Aufgabe, über die Druckluftleitung (13) die Bremszylinder (14) der Radbremsen (15) des Anhängers in Abhängigkeit vom Druck in der Druckluftleitung (11) zu beaufschlagen. Die dazu benötigte Druckluft wird über eine hinter einem Druckbegrenzungsventil (16) von dar Druckluftleitung (9) abzweigende Druckluftleitung (17), eine ebenfalls aus einem zugfahrzeugseitigen Kupplungskopf und einem anhängerseitigen Kupplungskopf gebildete Kupplung (Π) und eine Druckluftleitung (18) dem Bremsventil (12) und von dort über eine Druckluftleitung (19) einem im Anhänger untergebrachten Druckluftbehälter (20) zugeführt.
Das Anhänger-Steuerventil (7), dessen Aufgabe es ist, in der an seinem Ausgang angeschlossenen Druckluftleitung (10) einen zum Druck des Geberzylinders (2) proportionalen Druck aufzubauen, wird ebenfalls als bekannt vorausgesetzt Es ist mit einem zusätzlichen Eingang (7a) zur Voransteuerung versehen, üb»1 den der Steuerschieber (7b) im Moment der Betätigung des Bremspedals (1) mit einem Druck beaufschlagt wird, der zwar noch nicht ausreicht, den Steuerschieber (7b) zu verstellen, jedoch hoch genug ist, um den bewegungshemmend auf den Steuerschieber (7b) einwirkenden Kräften die Waage zu halten. Das bedeutet daß der vom Geberzylinder (2) herrührende, ebenfalls auf den Steuerschieber (7b) einwirkende Druck unverzüglich zu einem entsprechenden Druckaufbau in der Druckluftleitung (10) führt. Zu diesem Zweck ist ein mit dem Bremspedal (1) zusammenarbeitendes Wegeventil (21) vorgesehen, das in einer hinter dem Druckbegrenzungsventil (16) von der Druckluftleitung (9) abzweigenden Druckluftleitung (22) liegt Diese mündet in einem ersten Eingang eines Wechselventils (23), das über eine Druckluftleitung (24) mit dem Voransteuerungseingang des Anhänger-Steuerventils (7) in Verbindung steht Die Druckluftleitung (22) ist in unbetätigtem Zustand des Bremspedals (1) abgesperrt und unmittelbar nach Betätigen des Bremspedals (1) vollständig geöffnet
Der zweite Eingang des Wechselventils (23) steht über eine Druckluftleitung (25) mit dem Druckluftbehälter (8) in Verbindung. In die Druckluftleitung (25) ist ein Druckbegrenzungsventil (26) und ein Wegeventil (27) angeordnet Hinter dem Wegeventil (27) zweigt von der Druckluftleitung (25) eine Druckluftleitung zu einer Kolben-Zylindereinheit (28) ab, mittels der in nicht gezeigter Weise die Dauerbremse des Zugfahrzeuges eingeschaltet werden kann. Bei einer Betätigung des Wegeventils (27) im Sinne des Öffnens wird also gleichzeitig die Dauerbremse eingeschaltet und das Anhänger-Steuerventil (7) über das Wechselventil (23) vorangesteuert.
Die Arbeitsweise der »findungsgemäßen Bremseinrichtung ist wie folgt:
Zunächst sei ein Bremsvorgang mithilfe der Betriebsbremse des Zugfahrzeuges betrachtet. Beim Betätigen des Bremspedals (1) wird unmittelbar nach dessen Auslenkung aus der Ruhestellung das Anhänger-Steuerventil (7) über das Wegeventil (21) und das Wechselventil (23) vorangesteuert. Der Steuerschieber des Anhänger-Steuerventils (7) wird dabei mit einer Kraft beaufschlagt, die gerade ausreicht, um die bewegungshemmend an den Steuerschieb»: angreifenden Reibungskräfte und dergleichen Widerstände zu eliminieren. Der dazu erforderliche Druck ist am Druckbegrenzungsventil (16) einstellbar. Im Zuge des weiteren Verschwenkens des Bremspedals (1) nimmt der vom Geberzylinder (2) erzeugte und über die Druckmittelleitungen (3, 6) ebenfalls den Steuerschieber des Anhänger-Steuerventils (7) in gleichem Richtungssinn wie der Voransteuerungsdruck beaufschlagende Druck zu. Da die Widerstandskräfte des Steuerschiebers durch den Voransteuerungsdruck aufgehob»i sind, bewirkt jeder Druckanstieg in der Druckmittelleitung (6) einen proportional dazu ansteigenden Druckverlauf in der Druckluftleitung (10). Dieser Druck bewirkt eine entsprechende Ansteuerung des Bremsventils (12) im Anhänger und eine dementsprechende Beaufschlagung der Bremszylinder (14) der -3-
Claims (2)
- AT 392 449 B Radbremse (15). Gleichzeitig mit dem Anhänger-Steuerventil sind auch die Bremszylinder (4) der Radbremsen (5) des Zugfahrzeuges druckbeaufschlagt Soll das Gespann mithilfe der Dauerbremse abgebremst werden, so ist das Wegeventil (27) zu betätigen. Dadurch wird die Kolben-Zylindereinheit (28) druckbeaufschlagt und die Dauerbremse eingeschaltet Gleichzeitig wird über das Wechselventil (23) das Anhänger-Steuerventil (7) angesteuert Damit in diesem Fall in der Druckluftleitung (10) ein ausreichend hoher Druck aufgebaut wird, der am Anhänger etwa die gleiche Bremswirkung erzielt wie die Dauerbremse des Zugfahrzeuges, ist der Voransteuerungseingang des Anhänger-Steuerventils (7) mit einem gegenüber dem vom Druckbegrenzungsventil (16) bestimmten Druck erhöhten Druck beaufschlagt Hierzu ist das Druckbegrenzungsventil (26) entsprechend einzustellen. Betätigt der Fahrer des Zugfahrzeuges bei eingeschalteter Dauerbremse das Bremspedal, um die Bremskraft zu erhöhen, so überlagert sich der auf den Steuerschieber (7b) einwirkende Druck des Geberzylinders (2) praktisch verzögerungsfrei dem bei betätigter Dauerbremse anstehenden Voransteuerungsdruck. Jeder dieser Dnickanteile veranlaßt eine bestimmte Erhöhung des Druckes in der Druckluftleitung (10) durch das Anhänger-Steuerventil (7). Auf diese Weise können rasche und stärkere Abbremsungen mit Hilfe der Betriebsbremse des Zugfahrzeuges auch bei eingeschalteter Dauerbremse gefühlvoll durchgeführt werden. PATENTANSPRÜCHE 1. Bremseinrichtung für Anhänger von Zugmaschinen, insbesondere von Ackerschleppern mit einer Dauerbremse und hydraulisch betätigten Radbremsen, deren zugeordnete Bremszylinder bei Betätigung des Bremspedals einem mit der Pedalkraft veränderlichen Druck ausgesetzt sind, der zur Steuerung eines Anhänger-Steuerventils herangezogen wird, das in einer eine Druckluftquelle mit den Bremszylindem der Radbremsen des Anhängers verbindenden Druckluftleitung liegt und eine dem Steuerdruck proportionale Druckbeaufschlagung der Bremszylinder des Anhängers hervorruft, wobei das Anhänger-Steuerventil während der Betätigung des Bremspedals mit einem den bewegungshemmend auf den Schieber des Anhänger-Steuerventils einwirkenden Kräften im wesentlichen die Waage haltenden Druck vorangesteuert ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Anhänger-Steuerventil (7) sowohl während der Betätigung des Bremspedals (1) über ein pedalgesteuertes Wegeventil (21) und ein Wechselventil (23) als auch während der Betätigung der Dauerbremse über ein auch dem Einschalten der Dauerbremse dienendes Wegeventil (27) und das Wechselventil (23) vorangesteuert ist, wobei der Voransteuerungsdruck zumindest bei betätigter Dauerbremse derart höher eingestellt ist, daß der Ausgangsdruck des Anhänger-Steuerventils (7) an den Radbremsen (15) des Anhängers eine der Bremswirkung der Daueibremse auf das Zugfahrzeug entsprechende Bremswirkung erzeugt
- 2. Bremseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Voransteuerungsdruck des Anhänger-Steuerventils (7) während der Betätigung des Bremspedals (1) höher ist, als zur Überwindung der bewegungshemmend auf den Schieber einwirkenden Kräfte erforderlich ist Hiezu 1 Blatt Zeichnung -4-
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