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Doppelsteppstichnähmaschine mit einer selbsttätigen Fadenschneidvorrichtung.
Die Erfindung bezieht sich in der Hauptsache auf solche Nähmaschinen, die eine Gruppe
einer vorher bestimmten Anzahl von Stichen nähen und dann selbsttätig zur Ruhe kommen.
Maschinen dieser Art werden gewöhnlich zur Herstellung von Anhefte- -und Riegelstichen,
zum Annähen von Knöpfen und für ähnliche Arbeiten verwendet und arbeiteten bisher
mit einer verhältnismäßig geringen Geschwindigkeit von iooo oder iaoo Stichen pro
Minute. Diese Maschinen .sind gewöhnlich mit einer selbsttätig wirkenden Vorrichtung
zum Abschneiden des Nähfadens ausgerüstet, so daß, wenn die Maschine zum Stillstand
kommt, das Arbeitsstück entfernt werden kann, ohne dem Nähfaden besondere Aufmerksamkeit
schenken zu müssen.
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In dem Patent :113878 ist eine schnellaufende Maschine zum Annähen
von Knöpfen, zur Herstellung von Anheftestichen usw. beschrieben, die mit einer
Abstell'vorrichtung und einer selbsttätigen Fadenschneidvorri2htung ausgerüstet
ist, welche ein Werkzeug zum Zurückhalten der letzten Nadelfadenschleife unterhalb
des Stoffes vor dem Abtrennen dieser Schleife besitzt. Die Stichbildevorrichtung
dieser Maschine besitzt eine auf und ab gehende Nadel und einen umlaufenden Greifer,
der zwei Umdrehungen für eine jede Auf- und Abbewegung der Nadel ausführt; hierzu
ist die Verwendung eines Fadengebers notwendig, der die Nadelfadenschleife in ungefähr
der Hälfte der Zeit aufnimmt. die von dem Fadengeber seiner Schwingschiffchenmaschine
gebraucht wird. Wenn nun eine Maschine mit einem umlaufenden Greifer mit einer um
5o Prozent höheren Geschwindigkeit als eine Schwingschiffchenmaschine angetrieben
wird,. so folgt. daß die Fadengeberbewegung der erstgenannten Maschine mit der dreifachen
Geschwindigkeit der Fadengeberbewegung der letztgenannten Maschine erfolgen muß.
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Wenn, wie bei der vorliegenden Maschine, eine umlaufende Greifervorrichtung
mit einem Fadenschneidmesser vereinigt wird, das ein die Nadelfadenschleife zurückhaltendes
Werkzeug besitzt, um das die letzte Nadelfadenschleife durch den Fadengeber festgezogen
wird, so wird eine plötzliche und starke Beanspruchung auf den Nadelfaden ausgeübt
werden, wenn er unter normaler Spannung steht und die letzte Nadelfadenschleife
um das schleifenzurückhaUende Blatt festgezogen wird. Bei jeder Doppels:teppstichnähmaschine,
die mit hoher Geschwindigkeit arbeitet, ist daher die Gefahr eines Nadelfadenbruches
infolge der Beanspruchung vorhanden, die durch den Fadengeber beim Festziehen der
letzten Nadelfadenschleife um das schleifenzurückhaltende Werkzeug der Fadenschneidvorrichtung
ausgeübt wird.
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Die Erfindung bezieht sich nun auf eine Fadensteuerungsvorrichtung
für eine schnelllaufende Knopfannähmaschine, die einen umlaufenden Greifer besitzt
und die Gefahr eines Nadelbruches während der Wirkung des Fadengebers beim Festziehen
der letzten Nadelfadenschleife um das schleifenzurückhaltende Blatt des Fadenschneidmiessers
vermeidet.
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Außerdem kommt gemäß der Erfindung eine vereinigte, von Hand zu beeinflussende
und selbsttätige Spannungsfreigabe für den Nadelfaden zur Verwendung.
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Die Erfindung sieht daher eine die Spannung freigebende Verbindung
vor, die durch ein Glied der bei Knopfannälnnaschinen üblichen, von Hand beeinflußten
Vorrichtung zum Öffnen der Stoffklemme betätigt wird. Zu dem angegebenen Zweck ist
an dem die Stoffklemme öffnenden Hebel ein Arm befestigt, der sich in die Bahn eines
Nockens auf der üblichen Vorschubscheibe erstreckt. Dieser Nocken dient dazu, dem
die Klemme öffnenden Hebel eine geringe Klemmenöffnungsbewegung zu erteilen, wenn
der Fadengeber seine letzte Aufwärtsbewegung ausführt. Zwischen dem klemmenöffnenden
Hebel und der W erkstückklemme ist ein geringer Spielraum vorhanden, so daß die
diesem Hebel durch die Vorschubscheibe erteilte Bewegung nicht ausreicht, um die
Werkstückklemme in Unordnung zu bringen. Dieser Bewegungsbetrag ist aber ausreichend,
um die Spannungsvorrichtung freizugeben, die durch die die Klemme öffnende Vorrichtung
betätigt wird.
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In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise
dargestellt, und zwar ist Abb. i eine hintere Seitenansicht einer Maschine gemäß
der Erfindung.
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Abb. a ist eine Stirnansicht hierzu, wobei die Nadelstange und die
den Fadengeber tragende Deckelplatte entfernt sind.
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Abb.3 ist eine Draufsicht auf einen Teil der Maschine, und Abb.4 ist
eine Einzelansicht der Spannungsfreigabevorrichtung. i bezeichnet den Maschinenfuß
und z den Ständer mit dem überhängenden Maschinenarm 3 und dem Kopf q.. Die Stichbildevorrichtung
bes_tzt die auf und ab gehende Nadel 5 und
den Greifer 6, der zwei
Umdrehungen für eine vollständige Auf- und Abbewegung der Nadel ausführt. Innerhalb
des Wirkungsbereiches des umlaufenden Greifers 6 liegt die übliche Spule 7. Der
Fadengeber ist bei 8 dargestellt und von üblicher Bauart. Die Spannungsvorrichtung
ist bei 9 angedeutet und besitzt den üblichen Stoßstift io zur Freigabe der Fadenspannung.
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Die Stoffklemme ist ebenfalls von üblicher Bauart und besitzt die
untere Stofftragplatte i i und die obere Knopfklemme 12. Letztere wird von einem
schwingbar gelagerten und bogenförmig gestalteten Arm 13 getragen, der durch die
Feder 14 niedergedrückt wird. Die Platte i i und der bogenförmige Arm 13 werden
beide von der Stange 15 getragen, die in rechtwinklig zueinander verlaufenden
Richtungen über den Fuß i durch die üblichen Verbindungen mit der Vorschubsteuerscheibe
16 bewegt wird.
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Die Maschine ist mit einer selbsttätigen Fadenschneidvorrichtung ausgerüstet,
wie eine solche in dem Patent 413878 beschrieben ist. Diese Fadenschneidvorrichtung
besitzt ein die Nadelfadenschleife zurückhaltendes und abtrennendes Blatt 17, welches
in die letzte Nadelfadenschleife geführt wird, auf die der Fadengeber wirkt; eine
solche Schleife wird durch den Fadengeber um das Blatt 17 herum festgezogen, bevor
das Blatt 17 den einen Schenkel dieser Schleife abtrennt.
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Die Knopfklemme trägt eine Stütze 18, deren oberes Ende ig nach vorn
umgebogen ist und über den Arm 2o eines Klotzes greift, der an dem unteren Ende
der in dem Maschinenkopf 4 gelagerten und zum öffnen der Klemme dienenden Stange
21 befestigt ist.
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Auf der Stange 21 ist ein seitlicher Arm 22 i Abb.2) befestigt, der
einen nach oben ragenden Ansatz 23 besitzt, durch dessen durchbohrtes Ende ein Zapfen
24 an dem freien Ende des Armes 25 des Klemmenlüftungshebels hindurchtritt, der
bei 26 (Abb. i) an dem Maschinenarm 3 schwingbar gelagert ist. Der Arm 2; des Klemmenlüftungshebels
kann durch eine Kette mit dem üblichen Fußtritt oder einer durch das Knie des Arbeiters
verschiebbaren Vorrichtung verbunden werden. Auf dem Arm 27 ist ein Arm 28 befestigt,
dessen Ende von der Steuerplatte 29 erfaßt wird, die auf dem Umfang der Vorschubsteuerscheibe
16 befestigt ist. Eine Feder 3o (Abb.2) dient dazu, die Stange 21 in ihre tiefste
Lage zurückzuführen und das Ende des Hebelarmes 28 in Eingriff mit dem Umfang der
Steuerscheibe 16 zu halten.
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Ein hervorragender Arm 31 ist auf der Stange 21 durch einen gespaltenen
Bund 32 befestigt, wobei das Ende des Armes 3 i eine schräg verlaufende Fläche 33
aufweist, mit der .eine Steuerfläche 3 4. an der Kante des einen Armes eines U-förmig
gestalteten Hebels 35 in Eingriff kommt, der bei 36 in dem Kopf 4 drehbar belagert
ist. Der andere Arm des U-förmig gestalteten Hebels 35 tritt mit dem Stoßstift 1o
der Spannungsfreigabevorrichtung in Eingriff.
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Zwischen dem Arm 20 und dem seitlichen Arm i9 der Stütze 18 ist ein
genügendes Spiel vorhanden, so daß die Steuerplatte 29 den Arm 28 verschieben und
die Stange 2 i und den Arm 3 i genügend anheben kann, um die Spannungsvorrichtung
9 freizugeben, ohne die Knopfklemme zu lüften. Wenn die Maschine zum Stillstand
gelangt ist, kann der Arbeiter die Stange 21 weiter emporheben, um die Knopfklemme
zu lüften und das Arbeitsstück freizugeben. Die -zeitliche Einstellung ist hierbei
so, daß, wenn der Faden-.-,eber emporgeht, um die Schleife an dem zurückhaltenden
Gliede festzuziehen, der Hebelarm 28 sich über die Steuerplatte 29 bewegt, so da.ß
die Spannung freigegeben wird, sobald der Fadengeber Faden von dem Vorrat bei Erreichung
seiner obersten Stellung abzieht. Die Spannung wird selbsttätig zu Beginn -des neuen
Nähvorganges wieder hergestellt, sobald die Steuerplatte 29 das Ende des Hebelarmes
28 erreicht hat.