DE4112301A1 - Referenzelektrode, ihre verwendung in gassensoren mit festelektrolyten und gassensoren, die solche elektroden enthalten - Google Patents
Referenzelektrode, ihre verwendung in gassensoren mit festelektrolyten und gassensoren, die solche elektroden enthaltenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Referenzelektrode, insbesondere
für potentiometrischen Festelektrolytgassensoren, deren
Verwendung zur Bestimmung von Partialdrücken von Gasen,
sowie Gassensoren, die solche Referenzelektroden enthalten.
Potentiometrische Gassensoren sind seit langem bekannt und
werden, wie im Falle des Sauerstoffsensors in weitem
Umfange verwendet. Sensoren für andere Gase sind jedoch
kaum im Handel erhältlich. Dies liegt zum Teil daran, daß
die bislang zur Verfügung stehenden Natrium-Referenzelek
troden nicht besonders stabil waren. Darüberhinaus wurde
bei den Natrium-Referenzelektroden des Standes der Technik
bisher nur elementares Natrium verwendet, das bei den hohen
Betriebstemperaturen von häufig über 500°C flüssig ist und
eine besonders hohe Reaktivität aufweist. Dies hat
insbesondere zu Reaktionen mit dem Dichtungsmaterial, das
meistens ein Glas ist und damit zu erheblichen Problemen
geführt. Durch die Zerstörung der Dichtung wird nämlich die
Elektrode dem Gas ausgesetzt und es kommt zu einem Verlust
der definierten Natriumaktivität, wodurch sich die EMK des
Sensorsystemes gegenüber einer elementaren Natrium-Refe
renzelektrode in unerwünschter Weise ändert.
Es ist daher bereits versucht worden, Natrium als Refe
renzelektrode bei der CO2-Bestimmung mit
Na+-β/β"-Aluminiumoxid oder mit NASICON zu kombinieren. Da
aber auch ein solcher Sensor bei höheren Temperaturen
betrieben werden muß, führt auch dies zu einem Austreten
von flüssigem Natrium, wodurch ebenfalls das zuvor ge
schilderte Problem der Langzeitstabilität entsteht. Bislang
sind keine geeigneten Dichtungsmaterialien und Klebstoffe
bekannt, die das Austreten von flüssigem Natrium bei der
Betriebstemperatur verhindern. Es besteht daher ein großer
Bedarf nach einer Referenzelektrode, die die zuvor ge
nannten Nachteile nicht aufweist.
Es wurde nun gefunden, daß sich dieses Ziel mit einer
Referenzelektrode erreichen läßt, die eine Alkaliverbindung
enthält, die in einem multinären Mehrphasengleichgewicht
vorliegt. Bevorzugte Alkaliverbindungen enthalten Natrium.
Es wurde nun gefunden, daß für binäre Systeme besonders
solche Natriumlegierungen als Referenzelektroden geeignet
sind, die als Anodenmaterial in Batterien verwendet werden.
Solche Legierungen sind besonders in dem Zweiphasenbereich
geeignet, in dem die Natriumaktivität konstant und unab
hängig von der Zusammensetzung der Legierung bezüglich der
Phasenregel ist. Ein bevorzugtes Mehrphasengleichgewichts
system sind zweiphasige Gleichgewichte einer binären
Natrium/Metall-Verbindung. Bevorzugte Metalle sind Antimon
und Wismut, also Na-Sb und Na-Bi.
Ein weiteres bevorzugtes Mehrphasengleichgewicht ist ein
ternäres Alkali/Metall/Oxid-System, wobei Übergangsmetalle,
Kobalt und/oder Nickel als Metalle bevorzugt sind. Weitere
bevorzugte Alkaliverbindungen sind Bronzen vom AxMO2-Typ,
worin A für ein Alkalimetall steht. Bevorzugte Bronzen sind
Natriumbronzen insbesondere Bronzen mit der Zusammenset
zung Na0 7CoO2.
Von den chemischen Verbindungen des ternären Systemes sind
Schichtverbindungen mit der allgemeinen Formel AxMO2
bevorzugt, worin A ein Alkalimetall und M ein Übergangsme
tall bedeutet, und X = O, S oder Se ist und worin x eine
beliebige Zahl zwischen O und dem Sättigungsbereich der
MX2-Schichten mit den A-Atomen bedeutet. Bevorzugte Werte
von x liegen zwischen = 5 und 1,2 und bevorzugte Verbin
dungen sin Nax CoO2 und Nax NiO2. Ganz besonders bevorzugt
sind Natriumverbindungen der Formel Na0, 7CoO2. Solche
Verbindungen werden auch als Kathodenmaterial in herkömm
lichen elektrochemischen Zellen vom Typ A/A⁺/AxMO2 verwen
det. Diese Verbindungen weisen eine Schichtstruktur auf,
wobei die Schichten aus MO6 Octahedern aufgebaut sind.
Dabei sind zwischen (MO2)n-Schichten Alkalimetallionen A⁺
eingebettet. Aufgrund der zwischen den Schichten nur gering
auftretenden Van-der-Waals-Kräfte, weisen die Alkali-Ionen
eine ausreichende Mobilität auf. Verbindungen vom AxMO2-Typ
zeichnen sich durch einen weiten Bereich an Alkalikonzen
trationen aus. Solche auch Bronzen genannte Verbindungen
zeigen bezüglich ihrer elektrischen Eigenschaften ein recht
unterschiedliches Verhalten, d. h. sie können ein typischer
Isolatoroder ein Halbleiter sein. Sie können jedoch auch
metallischen Eigenschaften aufweisen. Die meisten solcher
Bronzeverbindungen, wie z. B. Na0, 7CoO2 zeigen jedoch eine
gemischte Ionen- und Elektronenleitung.
Von den Kobaltbronzen der NaxCoO2-Struktur ist diejenige
mit x = 0,7 besonders bevorzugt, da diese Kobaltbronze bei
den elektrochemischen Interkalationsprozessen keine Pha
senübergänge stattfindet und darüberhinaus der Sauerstoff
gehalt in einem weiten Bereich von 2-2,25 Mol pro Mol
Bronzeverbindung variieren kann.
Die Nickelbronze NaNiO2 gehört zu einer Gruppe von nicht
metallischen Bronzen, wohingegen Kobaltbronze Na0, 7CoO2
während des Interkalationsprozesses von metallischen zu
nichtmetallischen Verhalten übergeht.
Die Substanzen, aus denen erfindungsgemäßen Referenz
elektroden bestehen bzw. die darin ggf. mit anderen Sub
stanzen enthalten sind, lassen sich durch einfaches
Zusammenschmelzen der einzelnen Bestandteile in unter Argon
in einem Molibdäntiegel herstellen, aus denen sich dann
Pellets für die elektrochemische Anwendung pressen lassen.
Fig. 1 zeigt eine Anordnung einer galvanischen Zelle mit
einer erfindungsgemäßen Referenzelektrode. Dabei ist eine
β/β"-Aluminiumoxid-Röhre 5, die NaxCoO2-Pellets 3 und
β/β"-Aluminiumoxid-Pellets 2 enthält, mit einem Thermoele
ment 7 versehen, das in das Innere der Zelle reicht. Die
Aluminiumoxid-Röhre 5 ist mit einer Epoxy-Harz-Dichtung 6
verschlossen. Die Zelle ist mit einer Natrium-Elektrode 8
und einer NaxCoO2-Elektrode l versehen. Die gesamte Anord
nung ist von einem elektrischen Heizelement 4 umgeben.
In Fig. 2 zeigt die EMK einer NaSb-Sb-Legierung gegen eine
Natrium-Referenz in Abhängigkeit von der Temperatur.
Hieraus ist ersichtlich, daß eine solche Anordnung eine
außergewöhnliche Stabilität und Reproduzierbarkeit ergibt.
Fig. 3 zeigt einen CO2-Sensor mit einer Referenzelektrode
aus NaxCoO2. Dabei ist in einer Eisen-Nickel-Legierung eine
NaxCoO2-Referenzelektrode 9 eingebettet, über die eine
Glasdichtung 10 und Na-β"-Aluminiumoxid 11 angeordnet sind.
Das Aluminiumoxid 11 ist über einen NaxCoO2-Film 12 mit
porösem Platin 13 verbunden.
Mit der in Fig. 3 dargestellten Zellanordnung wurde die
Abhängigkeit von CO2-Drücken in einer CO2, O2 und Ar-
Mischung von der EMK bestimmt. Die Ergebnisse sind in Fig.
4 dargestellt.
Fig. 5 stellt einen CO2-Sensor mit einer erfindungsgemäßen
Referenzelektrode dar. Dabei wurde die folgende
elektrochemische Kette verwendet:
Co₂, O₂, Pt/Na₂Co₃/NASICON/ZrO₂/Pt, O₂, Co₂
In der Fig. 5 bedeutet 14 eine Na2CO3-Schicht, 15 und 16
eine poröse Pt-Schicht.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher
erläutert.
Aus Na₂O₂, Co₃O₄ und NiO wurden die Bronzeverbindungen
NaxCoO₂ und NaxNiO₂ hergestellt. Dabei wurde zur Herstellung
von NaxCoO₂ eine Mischung aus Na₂O₂ und Co₃O₄ an Luft
einen Tag lang bei 900°C erhitzt.
xNa₂O₂+2/3 Co₃O₄→2 NaxCoO₂+(x-2/3)O₂ (x<0,67)
und NaxNiO₂
wurde unter den gleichen Bedingungen, jedoch
bei 800°C gemäß der folgenden Reaktionsgleichung
xNa₂O₂+2 NiO+(1-x)O₂→2 NaxNiO₂ (x<1)
erhalten.
Aus dem in Beispiel 1 erhaltenen Material wurden Pellets
geformt und daraus eine galvanische Zelle hergestellt, wie
in sie in Fig. 1 dargestellt ist.
Claims (13)
1. Referenzelektrode, insbesondere für Gassensoren, die
eine an sich bekannte galvanische Zellanordnung mit
einer Referenzelektrode umfassen, dadurch
gekennzeichnet, daß die Referenzelek
trode eine Alkaliverbindung in einem multinären
Mehrphasengleichgewicht enthält.
2. Referenzelektrode nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Alkaliverbin
dung eine Natriumverbindung ist.
3. Referenzelektrode nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Mehrphasengleichgewicht ein
zweiphasiges Gleichgewicht einer binären Alka
li/Metall-Verbindung ist.
4. Referenzelektrode nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Metall Sb oder
Bi ist.
5. Referenzelektrode nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Mehrphasengleichgewicht ein ternäres Gleichgewicht
einer Alkali/Metall/Oxid-Verbindung ist.
6. Referenzelektrode nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß das Metall ein
Übergangsmetall, Kobalt und/oder Nickel ist.
7. Referenzelektrode nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß sie
eine Intercalationsverbindung der allgemeinen Formel
AxMX₂ enthält, worin
A ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Li, Na, K und H,
M aus der Gruppe umfassend Ti, V, Cr, Mn, Fe, Co, Ni, Y, Nb, Mo, Lh, Th, W, Re und
X einen Wert zwischen 0 und dem Sättigungsbereich der Intercalationsverbindung mit A bedeutet.
A ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Li, Na, K und H,
M aus der Gruppe umfassend Ti, V, Cr, Mn, Fe, Co, Ni, Y, Nb, Mo, Lh, Th, W, Re und
X einen Wert zwischen 0 und dem Sättigungsbereich der Intercalationsverbindung mit A bedeutet.
8. Referenzelektrode nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß x eine Zahl zwi
schen 0,5 und 1,2 bedeutet.
9. Referenzelektrode nach einem der Ansprüche 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Alkaliverbindung die allgemeine Formel NaxCoO2 auf
weist.
10. Referenzelektrode nach einem der Ansprüche 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Alkaliverbindung die allgemeine Formel NaxNiO2 auf
weist.
11. Referenzelektrode nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Natriumverbindung Na0CoO2 ist.
12. Gassensoren enthaltend eine Referenzelektrode nach
einem der Ansprüche 1-11.
13. Verwendung einer Referenzelektrode nach einem der An
sprüche 1-11 zur Bestimmung der Partialdrücke von
NOx, CO2, SO2, SO3 und O2.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914112301 DE4112301A1 (de) | 1991-04-15 | 1991-04-15 | Referenzelektrode, ihre verwendung in gassensoren mit festelektrolyten und gassensoren, die solche elektroden enthalten |
| JP4094715A JPH05107219A (ja) | 1991-04-15 | 1992-04-15 | 基準電極、該電極を有するガスセンサ及びガスの分圧を測定する方法 |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914112301 DE4112301A1 (de) | 1991-04-15 | 1991-04-15 | Referenzelektrode, ihre verwendung in gassensoren mit festelektrolyten und gassensoren, die solche elektroden enthalten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4112301A1 true DE4112301A1 (de) | 1992-10-22 |
Family
ID=6429642
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914112301 Withdrawn DE4112301A1 (de) | 1991-04-15 | 1991-04-15 | Referenzelektrode, ihre verwendung in gassensoren mit festelektrolyten und gassensoren, die solche elektroden enthalten |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| JP (1) | JPH05107219A (de) |
| DE (1) | DE4112301A1 (de) |
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| DE19823056A1 (de) * | 1998-05-22 | 1999-12-09 | Forschungszentrum Sensorik Gre | Feste Referenzelektrode |
-
1991
- 1991-04-15 DE DE19914112301 patent/DE4112301A1/de not_active Withdrawn
-
1992
- 1992-04-15 JP JP4094715A patent/JPH05107219A/ja active Pending
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| WO1996000895A1 (de) * | 1994-06-29 | 1996-01-11 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., Berlin | Potentiometrischer co2-sensor mit offener referenzelektrode auf titanat- und stannat-basis |
| US5910239A (en) * | 1994-06-29 | 1999-06-08 | Max-Plank-Gesellschaft Zur | Potentiometric CO2 sensor having an open titanate- or stannate-based reference electrode |
| DE19623487A1 (de) * | 1996-06-12 | 1997-12-18 | Max Planck Gesellschaft | Gassensor |
| DE19623487C2 (de) * | 1996-06-12 | 1999-01-07 | Max Planck Gesellschaft | Gavanische Zelle und deren Verwendung als Gassensor |
| DE19823056A1 (de) * | 1998-05-22 | 1999-12-09 | Forschungszentrum Sensorik Gre | Feste Referenzelektrode |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| JPH05107219A (ja) | 1993-04-27 |
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Legal Events
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