DE41118C - Verfahren zur Verbesserung und Konservirung von Nufs - Würfelkohlen durch Bildung eines Ueberzuges sowie zur Nutzbarmachung des Siebkleins durch Formen zu Briquettes unter Anwendung von Borsäure und Borax - Google Patents
Verfahren zur Verbesserung und Konservirung von Nufs - Würfelkohlen durch Bildung eines Ueberzuges sowie zur Nutzbarmachung des Siebkleins durch Formen zu Briquettes unter Anwendung von Borsäure und BoraxInfo
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- C10L—FUELS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; NATURAL GAS; SYNTHETIC NATURAL GAS OBTAINED BY PROCESSES NOT COVERED BY SUBCLASSES C10G OR C10K; LIQUIFIED PETROLEUM GAS; USE OF ADDITIVES TO FUELS OR FIRES; FIRE-LIGHTERS
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Description
KAISERLICHES
Es ist bekannt, dafs man Steinkohlen durch Sieben in sogenannte Nufs-Würfelkohlen von
gewöhnlich über 20 mm Korngröfse und in Kohlen unter 20 mm Korngröfse scheidet. Diese Nufs-Würfelkohlen verlieren durch Transport
oder längeres Lagern oder durch beides zusammen sehr an Werth, indem durch Aneinanderreihen
der einzelnen Stücke oder infolge der Einwirkung der Atmosphärilien (Luft,
Regen, Frost etc.) ein allmäliges Zerfallen der Nufs-Würfelkohlen herbeigeführt wird, so
dafs erhebliche Quantitäten Kohlengrus entstehen, welcher als Brennmaterial^ besonders
bei mageren Kohlen, nur geringen Werth besitzt. ■
Die vorliegende Erfindung hat den Zweck:
i. die durch Sieben und Sortiren gewonnenen Nufs-JWürfelkohlen halthaxer _zu__machen und
den dennoch beim Transporte und Lagern etwa entstehenden und kaum ganz zu vermeidenden
Grus zu gut benutzbarem Brennstoffe zu erheben;
2: den beim Sieben der Kohlen entstehenden
Grus in geeigneter Weise zu Briquettes zu verarbeiten, und " ~~
3. den Werth dieser Briquettes noch dajdurch
wesentlich zu ^erhöhen, dafs dieselben /in den Nufs-Würfelkohlen an Gewicht etwa
'gleichkommenden Gröfsen hergestellt werden.
i. Um die vom Grus durch Sieben getrennte
gröbere Kohle dem schädlichen, ein Zerfallen der Stückchen herbeiführenden Einflüsse der
Atmosphärilien beim Lagern möglichst zu entziehen, sowie das durch Aneinanderreihen entstehende Grusquantum möglichst zu beschränken und den dennoch entstehenden Grus zu
werthvollerem Brennmaterial zu erhöhen, ,versetzt man diese eventuell gereinigten Nufs-Würfelkohlen
mit in geeignetem Lösungsmittel gelöstem Colophonium oder Steinkohlenpech.
Ist das Lösungsmittel flüchtig (Methylalkohol, Aethylalkohol, Benzol, Schwefelkohlenstoff
u. dergi.), so kann dasselbe durch Abdestilliren wiedergewonnen werden, während Harz oder
Pech als conservirender Ueberzug auf den Kohlenstückchen haften bleibt.
Als besonders zu diesem Zwecke geeignet hat sich die Anwendung einer Lösung von
Colophonium oder Steinkohlenpech -in- Aetz=- alkalilauge oder Borax- oder Borsäurelösung
erwiesen, ebenso zweckmäfsig ist auch die Anwendung einer Colophonium- oder Steinkohlenpechlösung
unter Zusatz von Kalk- oder Thonerdesalzen, welcher Zusatz die Erzeugung
eines Niederschlages des Harzes oder Pechsauf bezw. in der Oberfläche der Kohlenstücke
bewirkt, so dafs letztere mit einem lackartigen, conservirenden und wegen seines Harz- bezw.
Pechgehaltes die Brennfähigkeit erhöhenden Ueberzuge versehen werden.
Als neue und werthvolle Erfindung wird hierbei einmal die Verwendung des relativ geruchlosen
Colophoniums oder bei geringeren -Ansprüchen die des Steinkohlenpechs, dann aber auch die Conservirung der Nufs-Würfel-
kohlen an und für sich in den Vordergrund gestellt.
Hervorragend geeignet zu diesem Zwecke ist die nachfolgende Composition: Man nimmt
auf ioo kg Nufs- Würfelkohlen ι bis 2 kg
Colophonium (1 kg Steinkohlenpech) und 1 bis 2 kg 30-gradige Aetznatronlauge nebst der
genügenden Menge Wasser. Hierdurch entsteht ein Kostenaufwand incl. Arbeit von etwa
10 Pfennigen pro 100 kg, was im Hinblick auf den grofsen Vortheil gering zu nennen ist.
Durch diese Umhüllung bezw. freiwillige Imprägnirung der Kohlenstückchen wird ein
Zerbröckeln durch Aneinanderreihen derselben und ein Zerfallen durch Einwirkung der Atmosphärilien
auf dieselben verhindert bezw. sehr eingeschränkt, und es erhält der trotzdem entstehende
Grus eine gröisere—Brennfähigkeit_
und dadurch einen gröfseren Brennwerth, weil er, indem er aus den peripherischen Schichten
der Kohlenstückchen hervorgegangen ist, das gröfsere Quantum des den Brennprocefs unterstützenden
Harzes (Pech) enthält.
Durch Anwendung des bezeichneten Conservirungsmittels lassen sich besonders die sogenannten
weichen Nufs-Würfelkohlen verbessern.
Das Alkali bezw. Erdalkali erfüllt auch noch nebenbei den Zweck, beim Verbrennen entstehende
saure Gase zu binden und deren schädliche Wirkung auf die mit der Feuerung in Berührung stehenden Metalltheile einzuschränken.
2. Um aus den abgesiebten Gruskohlen, aus den Schlamm- oder Staubkohlen oder
sonstigen Kohlenabfällen ein brauchbares Brennmaterial herzustellen, formt man dieselben zu
Briquettes.
Als Bindemittel wird eine aus gelöschtem oder ungelöschtem gebrannten Kalk, Colophonium
bezw. Steinkohlenpech und Borsäure bezw. Borax hergestellte Pulvermischung benutzt,
welche man den durch Sieben, Zerkleinern, Reinigen etc. in geeigneter Weise behandelten
Kohlen (Grus-, Schlamm-, Staubkohle oder sonstige Kohlenabfälle) zusetzt und in einem Mischapparate möglichst sorgfältig
mischt. Bei Verwendung von trockenem Kohlenmaterial mufs zu dieser Mischung von Kohlenklein und Bindemittel so viel Wasser
zugesetzt werden, dafs die Briquettes nach dem Pressen mäfsig durchfeuchtet sind, welcher
Wasserzusatz bei Verwendung von genügend feuchtem Kohlenmaterial ganz fortfällt. Wurde
ungelöschter gebrannter Kalk benutzt, so verwandelt sich derselbe in der feuchten Mischung
zu Kalkhydrat, welches auf Borsäure bezw. Borax und auf Colophonium bezw. Steinkohlenpech
so einwirkt, dafs dadurch eine kittartige Masse entsteht, welche die Kohlenpartikelchen
festhält, so dafs durch Pressen genügend widerstandsfähige Briquettes erzeugt werden.
Durch nachheriges Erhitzen der Briquettes wird die Wirkung dieses Bindemittels noch
bedeutend erhöht.
Die Verwendung der Borsäure bezw. des Borax ist von der höchsten Wichtigkeit, da
die Borsäure bezw. der Borax ein Stehen der Briquettes im Feuer bewirkt, welches durch
■die Einwirkung der Borsäure auf den Kalk herbeigeführt wird unter Bildung einer kleinen
Menge von borsaurem Kalk. Hierdurch wird das für die Verwendbarkeit der Briquettes unbedingt
nothwendige Resultat erreicht, dafs dieselben beim Brennen nicht zu rasch zerfallen.
Durch das Zerfallen nämlich würde ein für die atmosphärische Luft schwer zu
durchdringender Haufen von Kohlentheilchen entstehen, der wegen des mangelhaften Luft-(Sauerstoff-)
Zu- bezw. Eintrittes schlecht brennt. Das kleine Quantum von borsaurem Kalk dagegen bewirkt, dafs die Briquettes während
des Brennens zusammengehalten werden und so der Luft zwischen sich hindurch freien
Durchtritt gewähren, wodurch die Verbrennung und auch die Ausnutzung des Brennmaterials
gefördert und der Heizeffect dementsprechend erhöht wird.
Bei Fettkohlengrus kann die Anwendung von Colophonium bezw. Steinkohlenpech fortfallen;
jedoch ist dann ein Erhitzen der fertigen Briquettes erforderlich, damit dieselben die für
den Transport nöthige Festigkeit erlangen.
Die Gesammtkosten für das Bindemittel sind verhältnifsmä'fsig sehr gering; sie belaufen sich
auf höchstens 18 Pfennige pro 100 kg Briquettes und bei Fettkohlengrus auf etwa
10 Pfennige auf 100 kg Briquettes; es kann mithin mit Recht diesem Verfahren ein bedeutender
technischer Erfolg zugeschrieben werden, weil es bei sehr geringen Unkosten ermöglicht, aus einem fast werthlosen ein
werthvolles Brennmaterial für Stubenheizung zu erzeugen.
Die Mischungsverhältnisse können und müssen natürlich schwanken; so erfordert ein
unreiner Kalk mehr Borsäure. Hauptbedingung aber bleibt immer die Gegenwart von Borsäure
bezw. Borax, um oben gekennzeichneten Effect zu erzielen. Als Durchschnitt kann folgende Mischung gelten:.
Auf 100 kg Kohlengrus 1 kg Colophonium
(bezw. 2 kg Steinkohlenpech), 2 kg Calciumoxyd und 60 g Borsäure bezw. 75 bis 80 g Borax.
Bei der Verwendung von Colophonium hat man noch den für den Gebrauch der präparirten
Nufskohlen sowohl, als der nach diesem Verfahren gewonnenen Briquettes als Stubenheizmaterial
nicht zu unterschätzenden Vortheil, dafs dieses Heizmaterial keinen unangenehmen,
theer- oder pechartigen Geruch
verbreitet, was bei den nach den bisher üblichen Methoden hergestellten Briquettes in hohem
Mafse der Fall ist.
3. Eine weitere wichtige, den Werth der Briquettes erhöhende Eigenschaft ist ihre Gröfse;
die bis jetzt in den Verkehr gebrachten Gröfsen genügen berechtigten Ansprüchen nicht. Sollen
die Briquettes auch nach dieser Seite hin dem höchst erreichbaren Zwecke entsprechen, so
müssen sich dieselben den Nufs-Würfelkohlen
von 40 bis 80 mm Korngröfse in Bezug auf Gröfse und Gewicht anschliefsen. Je kleiner
die Briquettes sind, desto gröfser sind bei gefüllten Oefen die Flächen, die den Flammen
dargeboten werden, und desto lebhafter ist die Verbrennung. Es würde also das Nufs-Würfelbriquette
eine werthvolle, sicher sich bald Bahn brechende Neuerung sein.
Durch das vorliegende Verfahren wird es möglich, die fast werthlosen Kohlenabfälle zu
einem nicht allein brauchbaren, sondern sogar werthvollen, zur Zimmer- und Salonheizung
besser geeigneten Materiale zu verarbeiten, als es die gebräuchlichen Materialien sind, und so
dem Kohlenbergbau eine gewinnbringende Industrie zugänglich zu machen. Nach den
bisher üblichen Methoden war ein im Gebrauch so heizfähiges und so reinliches Material
nicht herzustellen.
Claims (2)
1. Verfahren, die durch Absieben erhaltenen mageren Nufs-Würfelkohlen und die mageren
Förderkohlen zu verbessern und zu conserviren, so dafs sie gegen die Einwirkungen
des Transportes und der Atmosphärilien beim Lagern widerstandsfähiger werden, darin bestehend, dafs man genannte Materialien
mit aufgelöstem Colophonium oder Steinkohlenpech, mit oder ohne erdalkalische
Zusätze, behandelt, um ihnen einen conservirenden Ueberzug zu verleihen.
2. Verfahren zur Verwerthung der durch Absieben erhaltenen feinen Abfallkohlen oder
anderer Kohlenmaterialien durch Formen derselben zu Briquettes, gekennzeichnet durch die Anwendung von Borsäure oder
Borax, darin bestehend, dafs man eine Mischung von Aetzkalk und Borsäure oder Borax mit oder ohne Zusatz von Colophonium
oder Steinkohlenpech mit dem zerkleinerten Kohlenmaterial innig mengt
und in geeigneter Weise zu Briquettes preist.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE41118C true DE41118C (de) |
Family
ID=316617
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT41118D Expired - Lifetime DE41118C (de) | Verfahren zur Verbesserung und Konservirung von Nufs - Würfelkohlen durch Bildung eines Ueberzuges sowie zur Nutzbarmachung des Siebkleins durch Formen zu Briquettes unter Anwendung von Borsäure und Borax |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE41118C (de) |
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0
- DE DENDAT41118D patent/DE41118C/de not_active Expired - Lifetime
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