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Elektrode für elektrische Gasreinigungsanlagen. Es sind bereits Elektroden
für elektrische Niederschlagsanlagen bekannt, die aus einer Anzahl in einem Rahmen
eingespannter gewellten Drähte bestehen. Derartige Elektroden werden dadurch von
dem sich ansetzenden Staub gereinigt, daß man die gewellten Drähte streckt und wieder
nachläßt. Dabei lockert sich der anhaftende Staub und kommt zum Abfallen. auch ist
bei der elektrischen Gasreinigung das Reinigen der Elektroden durch
Anschlagen
derselben gegen Hilfskörper (oder umgekehrt) nicht neu. Die Erfindung betrifft nun
eine weitere Art von Niederschlagselektroden mit Reinigungsmöglichkeit.
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Diese bestehen aus mehreren dicht nebeneinander stehenden, im wesentlichen
in gleicher Richtung verlaufenden biegsamen Streifen oder Drähten, die so angeordnet
sind" daß sie in ungestrecktem Zustande voneinander oder von einem andern Körper
Abstand haben, bei plötzlicher Streckung aber gegeneinander oder gegen den andern
Körper schlagen. Durch die Erschütterung beim Anschlag auf der ganzen Länge des
Drahtes wird der anhaftende Staub zum Abfallen gebracht. Diese Wirkung wird noch
unterstützt durch die scharfe Luftströmung, die entsteht, wenn die Streifen aneinanderschlagen
und die Luft, die sich dazwischen befindet, verdrängt wird. Für ein derartiges Verfahren
werden erfindungsgemäß elastische Streifen oder Drähte verwendet. Diese Streifen
nehmen in ungespanntem Zustande eine gekrümmte Form ein. Beim plötzlichen Strecken
schlagen sie dann mit ihrer ganzen Fläche aufeinander oder auf eine Unterlage.
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In der Zeichnung sind fünf Ausführungsformen der Erfindung dargestellt.
Abb. i und 2 zeigen eine Ausströmelektrode, bei der als Sprühelemente in einem Rahmen
eingespannte Blechstreifen verwendet werden. i ist der Rahmen. In diesem sind am
oberen Ende die Blechstreifen 2 befestigt. Die Streifen sind gegenüber der Rahmenfläche
hochkant gestellt. Je zwei Streifen - sind an mehreren Stellen (z. B. bei 3) miteinander
fest verbunden, dazwischen aber im Ruhezustand gegeneinander ausgebaucht. An den
unteren Enden der einzelnen Blechstreifenpaare ist ein Gewicht 6 befestigt. Dieses
Gewicht ist mit dem Rahmen durch die Federn 7, 8 verbunden. Die Federspannung ist
derart gewählt, daß die Blechstreifen im Ruhezustand ihre gekrümmte Form annehmen
können. 9 und io sind zwei Führungsschienen; sie kommen zur Geltung bei der Verschiebung
des Gewichtes gegenüber dem Rahmen. Der Rahmen ist an den beiden Isolatoren 5, 11
befestigt. Diese sind durch ein Querstück 12 mit einem Ansatz 13 miteinander verbunden.
Die Elektrode wird über diesen Ansatz von der Welle 1 4. mit der Nockenscheibe 15
getragen. Bei der Drehung der Welle in der gezeichneten Pfeilrichtung wird die Elektrode
daher abwechselnd allmählich angehoben und fällt dann am Absatz des Nockens 16 herunter.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Während des Anhebens der Elektrode
sind die einzelnen als Ausströmer dienenden Blechstreifen ungespannt, sie nehmen
die in Abb. i gezeichnete Form ein. Beim Herabfallen über den Nocken fällt zunächst
die ganze Elektrode samt dem Gewichte herab. Beim Aufprallen des Ansatzes 13 an
der Nockenscheibe kommt der Rahmen zum Stillstand, während das Gewicht 6 unter Überwindung
der Federspannung sieh weiter nach abwärts bewegt. Die Blechstreifen werden daher
gespannt und schlagen scharf aneinander. Diesen Augenblick zeigt die Abb. z. Um
die Wirkung des Aufeinanderschlagens zu unterstützen, sind. an den Ausbauchungsstellen
der Blechstreifen zusätzliche Schwungmassen 17 angebracht.
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Abb.3 zeigt zwei miteinander befestigte Blechstreifen im Schnitt und
einen dieser Streifen in Ansicht. Um die Sprühwirkung an der Kante des Streifens
zu unterstützen, sind die beiden Streifen. außerdem mit Löchern versehen, deren
Ränder scharf nach außen umgebördelt sind. Um ein Ausbauchen der beiden Blechstreifen
bei größerer Länge zu vermeiden, kann man zwischen ihnen noch eine Führungsschiene
einlegen. Beim Straffziehen schlagen die Streifen dann an die Führungsschiene und
werden so vom anhaftenden Staub befreit. Abb. ¢ zeigt eine derartige Anordnung.
18, i9 sind die beiden Blechstreifen, 2o die Führungsschiene. Die Streckung der
Streifen durch das Gewicht, die hier weggelassen ist, bleibt natürlich unabhängig
von der Führungsschiene. Abb.5 zeigt eine Ausströmerelektrode für rohrförmige Niederschlagselektroden.
Als Ausströmer dienen hierbei einzelne Sprühdrähte 22, die rings um einen Führungsstab
23 angeordnet sind. Die Sprühdrähte sind am oberen Ende des Führungsstabes befestigt,
am unteren Ende der Drähte ist ein Gewicht 24 befestigt. Die Sprühdrähte sind an
mehreren Stellen durch Ringe 26 miteinander verbunden. Im Ruhezustand nehmen sie
die in der Zeichnung dargestellte ausgebauchte Form an. Zwischen dem einen Ende
des Führungsstabes und dem Spanngewicht ist die Feder 27 eingeschaltet. Der Führungsstab
trägt am oberen Ende einen Ansatz 28. An diesen greift der Nocken 29 der Nockenwelle
ein. Unterhalb des Ansatzes ist am Führungsstab ein Stellring 3o befestigt. Mit
diesem stößt der Führungsstab beim Herunterfallen auf den Durchführungsisolator
3 i auf. Die Wirkungsweise ist dieselbe wie bei der Anordnung nach Abb. i und z.
Beim Auffallen der Elektrode auf den Durchführungsisolator bewegt sich das Gewicht
weiter nach unten und zieht die Sprühdrähte am Führungsstab entlang straff, diese
schlagen am Führungsstab an, und der Staub wird dadurch abgeschüttelt.
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Bei den vorbeschriebenen Ausführungen sind die biegsamen Streifen
oder Drähte im Ruhezustand ausgebaucht und werden für die
Reinigung
plötzlich gestreckt und wieder ausgebaucht. Man kann die Anordnung aber auch derart
halten, daß die Blechstreifen im Ruhezustande gestreckt gehalten werden und für
die Reinigung plötzlich ausgebaucht und darauf wieder gestreckt werden. Eine derartige
Anordnung ist in Abb.6 und 7 dargestellt. Die als Sprühelemente dienenden Blechstreifen
z sind am unteren Ende des Rahmens i befestigt. Die oberen Enden der Blechstreifen
hängen an dem Gewicht 6. Dieses Gewicht 6 hängt seinerseits an den Federn 7 und
8, die am oberen Teil des Rahmens angebracht sind. Die Federspannung ist derart
gewählt, daß die Blechstreifen im Ruhezustande straff gehalten «erden. Die sonstige
Ausbildung der Elektrode ist dieselbe wie bei Abb. i. Nur ist zwischen den beiden
Blechstreifen noch eine Führungsschiene 2o angebracht, die am Gewicht 6 befestigt
ist und sich durch eine Öffnung am unteren Ende des Rahmens bewegen kann. Wird daher
die Nockenscheibe 15 gedreht, so wird die Elektrode zunächst allmählich angehoben
und fällt dann am Absatz des Nockens plötzlich herunter. Beim Aufprallen des Ansatzes
13 an der Nockenscheibe kommt der herabfallende Elektrodenrahmen zum Stillstand,
während das Gewicht 6 sich «,-eiter nach abwärts bewegt. Dementsprechend bauchen
sich die einzelnen Blechstreifen gegeneinander aus. Dieser Augenblick ist in Abb.
7 dargestellt. Das Gewicht 6 kommt unter der Einwirkung der Federspannung aber ebenfalls
zur Ruhe und wird dann von den starkgespannten Federn mit großer Geschwindigkeit
wieder emporgehoben. Dadurch werden die Blechstreifen wieder gestreckt und schlagen
scharf an ihren Führungsstab an.
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Um bei einer nach der Erfindung ausgebildeten Niederschlagselektrode
eine Sprühwirkung an den Kanten der Blechstreifen zu vermeiden, kann man die- Blechstreifen
an den Kanten mit einer Drahtlitze oder einer ähnlich wirkenden biegsamen Abrundung
versehen.