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Zangenanfzwickmaschine. Für diese Anmeldung ist g@m;il@ dem hnio nsvertrage
vom #-. Juni 1y i t die Priorität auf Grund der Anmeldung in den Vereinigten Staaten
von Amerika vom 26. Mai 1923 beansprucht. Die üblichen Einzangenaufzwickmaschinen
besitzen zwei Kantenlehren, eine dünne und eine dicke, von denen je eine bei der
Bearbeitung verschiedener Teile des Schuhes sich in wirksamer Lage befindet. Der
Wechsel der Kantenlehre beim Übergang von einem Schuhteil zum anderen mußte bisher
von Hand ausgeführt werden. Da nun der Arheiter beide Hände zum Halten des Werkstückes
braucht und eine davon zum Wechseln der Kantenlehren loslassen muß, bedingt dieser
Wechsel nicht unerheblichen Zeitverlust.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung wird der Wechsel der Kantenlehre
durch die Maschine selbst hervorgebracht und durch eine mit der Kniegabel verbundene
Steuerung eingeleitet, so daß der Arbeiter, ohne, die Hände loszulassen, schnell
und bequem die Maschine umstellen kann. Zweckmäßig ist die Vorrichtung zum Wechseln
der Kantenlehren mit der Vorrichtung zur Bewegung des Überschiebers verbunden. Die
Einleitung der Umstellung geschieht zweckmäßig mit oder unabhängig von der Einleitung
der Faltbewegung der Aufzwickzange.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der
Erfindung dargestellt.
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Abb. i ist eine Seitenansicht, Abb. 2 eine schaubildliche Darstellung
und Abb.3 ein wagerechter Schnitt durch den Kopf der Zwickrnaschine.
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Abb. ia und ib erläutern Einzelheiten. Wie bei der üblichen Maschine
ist im Maschinenkopf 5 die Hauptwelle 6 reit der Antriebsriemenscheibe 7 gelagert,
von welcher durch Kurvenscheiben die verschiedenen Bewegungen der Aufzwickzange
io hervorgebracht werden.
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Die Lage des Werkstückes wird in der Höhenrichtung durch ein Sohlenwiderlager
13 und in der Seitenrichtung durch eine der beiden Lehren 11, 12 bestimmt. Das von
der Zange angezogene Oberleder wird durch einen überschieber an den Schuhboden angedrückt
und durch Nägel befestigt, die aus Leitrinnen 16, 17 entnommen und in eine Tasche
des überschiebers 14 eingeleitet werden, aus welcher sie durch einen Treiber 18
herausgeschlagen werden. Der Treiber ist an einer Stange 4o befestigt, deren Führung
42 um wagerechte Zapfen 44 (Abb. 2) schwingen kann, so daß der Treiber der Bewegung
des Überschiebers folgt.
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Der Überschieber 1 4. ist an einer hochkant stehenden, wagerecht hin
und her gehenden Platte 20 angeordnet, deren Seitenfläche eine unregelmäßig gestaltete
Konsole 22 (Abb. 1, 2 und 3) trägt. Die Konsole ist durch Schrauben 24, 26, die
durch Schlitze der Konsole hindurchgreifen, einstellbar an der Platte 2o befestigt,
und ihre Höhenlage wird durch eine Rippe 28 der Konsole, die zwischen Vorsprünge
an der Platte greift, bestimmt. Die Verstellung der Platte 20 gegenüber der Konsole
erfolgt durch eine Schraube 30, 31, deren gewählte Lage durch eine Schraube 33 gesichert
wird. Ein Auge 34 der Konsole trägt eine Rolle 36, die in die Kurvenführung 37 auf
der Hauptwelle eingreift und die Hin- und Herbewegung des Überschiebers hervorbringt.
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Die dünne Kantenlehre i i, die bei der Bearbeitung der Schuhseiten
in die Arbeitsstellung gebracht wird, ist auf einem durch Schraube 181 am Maschinenkopf
befestigten Teil i8o (Abb. i und 3) wagerecht verschiebbar. Sie ist durch eine in,
einem Schlitz einstellbare Schraube 184 mit einem Lenker 182. verbunden, dessen
anderes Ende mit einem auf 188 drehbaren Hebel 186 verzapft ist. Das andere Ende
des Hebels 186 ist durch ein Lenkstück i 9o mit einem Zapfen 192 an einem unregelmäßig
gestalteten Schwingstück 194 verbunden. An den Zapfer. 192 greift noch ein zweites
Lenkstück 196 an, dessen anderes Ende einen langen, nach oben ragenden Zapfen 198
trägt. Der Zapfen i98 faßt in ein Auge Zoo eines Schiebers 202 hinein, der an dem
die dünne Kantenlehre tragenden Teil i8o durch schräge Rippen 204 verschiebbar geführt
ist. Wenn das Glied 202 aus der Lage der Abb. i in die Lage der Abb. 2 vorgeschoben
wird, bewegt sich das Auge Zoo
an dem Zapfen 198 aufwärts. Das vordere
Ende des Gliedes 202 trägt die dicke Kantenlehre 12.
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Um die dicke Kantenlehre in wirksame oder unwirksame Lage zu bringen,
wird das Schuingstück 194, das durch die beschriebene Gelenkverbindung mit dem Teile
2o2 verbunden ist, gedreht, und zwar um eine Welle I 8, an der es durch eine Schraube
195 befestigt ist. Wenn das Schwingstück 194 links herum gedreht ist, so schiebt
der Zapfen 198 die dicke Kantenlehre aufwärts und vorwärts, während gleichzeitig
die dünne Kantenlehre durch den Lenker igo, den Hebel 186 und den Lenker 182 in
unwirksame Lage zurückgeführt wird. Bei Bewegung des Schwingstückes in umgekehrter
Richtung wird die dicke Kantenlehre zurückgezogen und die dünne vorgeschoben. Bei
der Benutzung der dicken Kantenlehre steht die Anschlagfläche in größerer Entfernung
von der Nageleintreibstelle, so daß die Nägel weiter von der Schuhkante ab in den
Schuhboden eingetrieben werden.
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Bei der Drehung der Welle 7 8 zum Wechsel der Kantenlehre wird zugleich
die Abwärtsbewegung des Treibers 18 geregelt, derart, daß bei Benutzung der dünnen
Kantenlehre die Nägel nur teilweise eingetrieben werden, so daß sie leicht wieder
herausgezogen werden können.
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Zu diesem Zweck ist das obere Ende der Welle 78 durch einen Arm 76
und eine Lenkstange 7 4 mit einem Block 7 5 verbunden, der an einem Keilstück 64
befestigt ist. Dieses liegt unter einem das obere Ende 6o der Treiberstange 4o umgebenden
Keilstück 63, so daß bei der Bewegung des Keilstückes 64" nach links (Abb. 2) das
Keilstück 63 gehoben und die an diesem angebrachte Anschlagfläche 7 3 für den Kopf
61 der Treiberstange in höhere Lage gebracht wird. Infolgedessen kann die Treiberstange
nicht soweit niederfahren, und der Treiber setzt die Nägel nicht völlig ein.
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Beim Wechsel der Kantenlehre werden auch die beiden Leitrinnen 16,
17 (Abb. 3), welche Nägel verschiedener Länge führen, in bekannter Weise umgestellt,
so daß an den Schuhseiten lange Nägel und am Schuhende kurze Nägel Verwendung finden.
Das Ende der Leitrinnen ist durch eine Kugelpfanne und ein einstellbares Gelenkstück
212 mit einem Block 216 verbunden (Abb. i a), der in einem Schlitz des Schwingstückes
194 verschiebbar ist und durch eine Schraube 2,18 festgestellt werden kann. Die
Verbindung zwischen 216 und 212 erfolgt durch einen Kolben 2i9 mit Kegelspitze,
der in ein Loch im Kopf der Lenkstange 212 hineingepreßt wird. Wenn die Verstellung
der Leitrinne auf Hemmnisse stößt, z.- B. wenn ein Nagel festgeklemmt ist, kann
der Kolben 2t9 nach oben zurückweichen, so daß kein Bruch der Teile eintritt. Der
Kolben 2i9 steht exzentrisch zur Welle 78, so daß die Leitrinne bei der Drehung
der Welle 78 in der Querrichtung verstellt wird, um das Ende der einen oder anderen
Leitrinne 16, 17 mit der Nagelabführung in Übereinstimmung zu bringen.
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Somit wird durch Drehung der ZVelle 78 gleichzeitig der j'fechsel
der Kantenführung, der Wechsel der Nagellänge und die Veränderung des Treiberhubes
herbeigeführt.
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Die Drehung der Welle 78 erfolgt nun durch eine Schwingung des Gliedes
194 von der Kraftwelle 6 aus und wird durch die übliche Kniegabel 258 (Abb. i) eingeleitet,
durch welche auch , die aus einer Seitenverschiebung und einer Drehung zusammengesetzte
Faltbewegung der Aufzwickzange eingestellt wird.
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Die Kniegabel ist an einer Schubstange 22o befestigt, die mit einem
Schlitz einen Stift 224 erfaßt, der an einem zweiteiligen, die Schubstange 22o umgebenden
Arm 228 angebracht ist. Die beiden Armteile 228 sind mit einer Welle 17o durch Feder
und Nut verbunden. Das untere Ende der Welle ist in einer Konsole 232 gelagert,
die durch Bolzen 236 an festen I@naggen 23q. der Maschinensäule befestigt ist. Ein
federbelasteter Kolben 242 an dem Arm 228 fußt mit seinem konischen Ende in Löcher
des Flansches 248 eines festen Stifteas 24q., um den Arm in seinen Arbeitsstellungen
zu halten. Die Drehung des Armes 228, durch welche die Faltbewegung der Zange hervorgebracht
wird, erfolgt durch eine Seitwärtsbewegung der Kniegabel, wobei durch den Stift
224 der Arm 228 mitgenommen wird.
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Die Einleitung des Wechsels der Kantenlehren erfolgt durch eine Vorwärtsbewegung
der Kniegabel 258, durch welche die Stange 252 längs des Armes 228 verschoben wird,
was durch die Anwendung des den Stift 224 umgebenden Schlitzes ermöglicht ist. Bei
dieser Verschiebung wird die Schubstange 22o durch seitliche Vorsprünge 254 des
Armes 228 geführt. Das Ende der Stange 220 ist durch einen Zapfen 25o mit einem
um die Welle 170 drehbaren Glied 252 verbunden. Die Drehbewegungen des Gliedes werden
durch mit der Maschinensäule 2 in Berührung tretende Schrauben 270, 272 begrenzt.
Ein Finger 26o des Gliedes 2.-52 fußt in einen senkrechten: Schlitz 262 einer die
Schwingwelle 170 umgebenden Muffe 264, so daß 252 und 264 sich zusammen drehen.
Am oberen Ende der Muffe 264 ist durch Klemmschraube 274 ein U-förmiges Glied 276,
das um die die obere Lagerung der Stange 17o bildende feste Konsole 278 herumgreift
und sich auf die obere
Fläche dieser Konsole aufstützt. Die Verbindung
der Teile 252 und 264 durch Finger und Schlitz ist notwendig, weil die Höhenlage
des Maschinenkopfes 5 gegenüber der Maschinensäule 2 entsprechend der Größe des
bedienenden Arbeiters verstellbar ist.
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Auf der oberen Fläche des Gliedes 276 dreht sich ein sechszähniges
Rad 282, in welches eine Schaltklinke 28o einfällt und das auf der Welle 170 lose
drehbar ist. An der oberen Seite des Schaltrades ist ein mit drei Vorsprüngen versehenes
Nockenstück 284 befestigt. Oberhalb des Nockenstückes 184 ist auf der Welle 170
lose drehbar ein Block 286 aufgesteckt, der in einer Kulisse 288 einer Kulissenstange
290 gleiten kann. Die Kulissenstange 290 ist durch einen Zapfen 298 mit dem Schwingstück
194 verbunden.
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An der unteren Fläche der Kulissenstange 29o sind zwei Rollen 292,
294 drehbar angebracht, die mit dem Nockenstück 284 in Berührung stehen und solche
Entfernung haben, daß dann, wenn beispielsweise die Rolle 29,1 an dem Vorsprung
296 (Abb. 3) der Nocke anliegt, die andere Rolle 292 zwischen den heidenanderen
Vorsprüngen 297, 298 des Nockenstückes liegt. Somit wird durch Drehung des Nockenstückes
die Kulissenstange 290 zwangläufig hin und her bewegt. Bei der Drehung des Nockenstückes
um 6o° aus der Stellung Abb.3 links herum schiebt der Vorsprung 297 die Kulissenstange
29o nach links. Bei einer weiteren Drehung um 6o° in derselben Richtung wird die
Kulissenstange in entgegengesetzter Richtung verschoben. Auf diese Weise wird eine
Hin- und Herschwingung des Stückes 194 und der Welle 78 hervorgebracht. An einem
Arm 304 der mit der Schuhplatte 20 verbundenen Konsole 22 ist eine Klinke 3oo durch
Zapfen 3o2 angeienkt, an deren vorderem Ende (Abb. 3) eine Stoßplatte 3o5 befestigt
ist. Bei der normalen Bewegung der Schuhplatte 20 zur Bewegung des Überschiebers
bewegt sich diese Platte 3o5 zwischen zwei Zähnen des Schaltrades 282 hin und her
und läßt es unbewegt. Die Klinke 300 wird durch einen federnden Drücker 3o8,
der gegen eine Platte 3o7 an einer nach hinten gerichteten Verlängerung 3o6 der
Klinke drückt, gegen das Schaltrad gehalten. Der Drücker 308 wird durch eine Feder
313 nach vorn gedrückt, soweit die auf den Stiel geschraubten, gegen die Lagermuffe
31o treffenden Muttern 31i es zulassen. Die Muttern werden so .eingestellt, daß
das Ende des Drückers gewöhnlich nicht an der Platte 3o7 und die Platte 305 nicht
an dem Schaltrad anliegt, so daß keine unnotwendige Abnutzung eintritt. Wenn mittels
der Kniegabel und der Schaltklinke 28o das Schaltrad 282 um ein kleines Stück gedreht
wird, so fällt das Ende der Platte 305 hinter einem Zahn des Schaltrades
ein, und die Bewegung des Schaltrades und der von diesem beeinflußten Teile in die
gewünschte Endlage wird durch die Maschinenwelle ohne weitere Mithilfe des Arbeiters
hervorgebracht. Eine Sperrklinke 314, die um den festen Zapfen 316 drehbar ist,
verhindert mit ihren Zähnen 318 und 320
(Abb. ib) eine Rückwärtsbewegung des
Schaltrades. Eine die beiden Klinken 314 und 28o verbindende Feder 322 hält beide
Klinken in Eingriff.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Wenn der Arbeiter
die Leitrinnen und die Kantenführungen zu wechseln wünscht, so drückt er die Kniegabe1258
einwärts, und durch die Stoßstange 220 wird dabei eine geringfügige Drehbewegung
der Muffe 264 hervorgebracht, und ,dabei dreht die Klinke 28o das Schaltrad 282
ein wenig, bis der Zahn 32o der Klinke .314 hinter demjenigen Zahn des Schaltrades
282 einfällt, der vorher mit dem Zahn 318 in Verbindung gestanden hat. Die Klinke
3oo bewegt sich dann hinter einen Zahn des Schaltrades und schiebt während der nächsten
Vorwärtsbewegung der Platte 2o den Zahn vor sich her, bis das Schaltrad um 6o° gedreht
ist. Dabei fällt der Zahn 318 wieder hinter einem Zahn des Schaltrades ein und verhindert
eine Rückwärtsbewegung. Wird die Kniegabel zum zweitenmal einwärts gedrückt, so
tritt selbsttätig die Rückbewegung der Teile in die Ausgangslage ein.