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Anklopfmaschine mit Anklopftrommel und Anklopfhammer Die vorliegende
Erfindung betrifft eine Maschine zum Anklopfen des Oberleders an den Leisten, und
zwar sowohl am Leistenboden als auch an der Leistenoberfläche, in der Weise, daß
durch das Anklopfen die Leistenkante im Oberleder scharf herausgearbeitet wird.
Diese Arbeit wurde zwar auch schon bisher auf Maschinen ausgeführt, jedoch derart,
daß der Arbeiter das Werkstück, nämlich den eingeleisteten und gezwickten Schuh,
von Hand gegen die Anklopfwerkzeuge drücken mußte, die neuerdings meist aus einer
schnell umlaufenden Anklopftrommel mit durch die Zentrifugalkraft nach außen geschleuderten
Klöppeln und aus einem schnell hin und her gehenden Einzelhammer bestehen.
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Das Anpressen des Werkstückes an die Anklopfwerkzeuge durch die Hand
des Arbeiters hat den großen Nachteil, daß sich die Erschütterungen des Werkstückes
infolge der in schneller Aufeinanderfolge wirkenden Schläge der Anklopfwerkzeuge
auf die Hände und Arme des Arbeiters übertragen und nach längerer Zeit körperliche
Beschwerden zur Folge haben, die in einzelnen Fällen sogar zum Verlust der Hand
geführt haben. Diese Wirkungen auf die Gliedmaßen des Körpers haben auch bereits
dazu geführt, daß man das Werkstück mittels besonderer Werkstückträger den Werkzeugen
darbot, um dadurch den Arbeiter zu entlasten. Es ist jedoch bis heute noch nicht
gelungen, diese Entlastung vollständig durchzuführen. Vielmehr wird bisher nur die
Wirkung der rotierenden Anklopftrommel auf das Werkstück durch einen mechanisch
gestützten Werkstückträger aufgenommen, während die Wirkung des Einzelhammers noch
vom Arbeiter aufgenommen werden muß. Aber auch die Wirkung der Anklopftrommel beansprucht
zum Teil noch die Hände und Arme des Arbeiters, da; dieser das auf dem Leistenträger
sitzende Werkstück von Hand an der Anklopftrommel entlang führen muß. Da die Stützung
des Werkstückes mittels einer Feder erfolgt, bleiben immer noch Erschütterungen
des Werkstückes übrig, die sich naturgemäß auf die Hände des Arbeiters übertragen
müssen, sobald dieser das Werkstück ergreift, um es gegenüber den Anklopfwerkzeugen
in Bewegung zu setzen.
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Demgegenüber wird bei der Anklopfmaschine der vorliegenden Erfindung
das Werkstück vollkommen selbständig den Anklopfwerkzeugen dargeboten. Zu diesem
Zweck wird es auf einem Leistenträger außerhalb des Bereichs der Anklopfwerkzeuge
eingespannt. Durch Einrücken der Maschine wird es alsdann in den Bereich der Anklopfwerkzeuge
gefahren und an diesen selbsttätig entlang geführt, und zwar so, daß die auf dem
Leistenboden befindlichen Teile des Oberleders durch die Anklopftrommel, die oberhalb
der Leistenkante befindlichen Teile des Oberleders durch den Einzelhammer bearbeitet
werden. Sobald das Werkstück in den Bereich der Anklopfwerkzeuge gelangt ist, wird
es durch eine zusammengesetzte
Dreh- und Gleitbewegung selbsttätig
an den Klopfwerkzeugen entlang geführt, und zwar derart, daß die Aktionslinien der
Klöppel der Anklopftrommel und diejenigen des Einzelhammers senkrecht zueinander
stehen und die Leistenkante durch den Scheitelpunkt dieses rechten Winkels hindurchgeführt
wird. Die vereinigten Dreh- und Längsbewegungen des Schuhträgers sind an Schuhmaschinen
an sich bekannt.
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Das Wesen der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß der Anklopfhammer
und der S,huhträger sich unterhalb der Anklopftrominel befinden und der Schuhträger
durch zwei Kurvenbahnen o. dgl. um eine Achse gedreht und gleichzeitig in der Leistenlängsachse
verschoben wird. Durch diese Anordnung wird erreicht, daß die Drehbewegungen des
Werkstückträgers um eine feste Achse erfolgen, deren Antrieb ohne Zwischengelenke
erfolgt, und daß die von der Trommel ausgeübten Schläge von dieser festgelagerten
Achse sicher aufgenommen werden können, während die seitlichen Schläge auf die Achse
zu gerichtet sind und weder eine besondere Stützung der Achse dagegen. erfordern
noch die Drehbewegung beeinflussen.
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Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung dargestellt.
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Fig. i ist eine geometrische Darstellung des Vorderteiles und Fig.2
eine solche des Fersenteiles des Schuhes während der Bearbeitung mittels der neuen
Maschine.
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Fig. 3 ist eine Seitenansicht und Fig.4 eine Vorderansicht der Maschine,
zum Teil im Schnitt.
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Fig. 5 und 6 zeigen den Werkstückträger in größerem Maßstabe im Aufriß,
zum Teil in einem senkrechten Längs- und Querschnitt.
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Fig. 7 bis g zeigen verschiedene Teile der Maschine im Grundriß.
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In Fig. i ist durch die anschraffierte Gerade la-it ein Querschnitt
der wirksamen Arbeitsfläche des später beschriebenen Einzelhammers 6 im Grundriß
angedeutet. Die schwarz gerändelte Kontur bedeutet die Leistenbodenkontur in ihrer
Mittelstellung, d. h. in derjenigen Lage des Schuhes, wie er bei Beginn der Anklopfarbeit
in die Maschine. eingefahren wird. Die Fig. i veranschaulicht schematisch das Anklopfen
der Schuhspitze. Der Schuh wird so weit in die Maschine eingefahren, bis seine Spitze
im Punkt a den Einzelhammer (Linie h-la) berührt. Während des Anklopfens führt der
Einzelhammer in Richtung der Linie a-i kurze hin und her gehende Anklopfbewegungen
aus, während der Leistenboden, d. h. die innerhalb der schwarz gerändelten Kontur
liegende Fläche, durch die Anklopftrommel angeklopft wird. Diese Anklopfarbeit der
Trommel würde bei der Lage des Schuhes an der Spitze, d. h. im Punkte a und dessen
Nachbarschaft, erfolgen in der Weise, daß die Klöppel der Trommel ebenfalls in der
Richtung a-i vom Leistenumfang aus nach der Leistenmitte hin eine streichende Bewegung
ausführen und beim Auftreffen auf den Schuhboden infolge ihrer Zentrifugalkraft
einen Schlag ausüben und dabei zurückweichen. Man erkennt, daß hierbei die Klopfwirkung
der Klöppel senkrecht zum Leistenboden gerichtet ist und am Bodenumfang beginnt,
während die Klopfwirkung des Einzelhammers senkrecht dazu gerichtet ist. Die Aktionslinien
bilden also einen rechten Winkel. Die Leistenkontur wird durch den Scheitelpunkt
dieses - Winkels geführt. Um dies zu erreichen, wird der Einzelhammer unterhalb
der Anklopftrommel angeordnet, und zwar so, daß er annähernd in eine senkrechte
Mittelebene der Anklopftrommel, die durch deren Achse geht, hineinfällt. Das Anklopfen
und Anstreichen des Oberledereinschlags auf dem Leistenboden erfolgt also annähernd
senkrecht zur Leistenkontur von außen nach innen.
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Um nun die übrigen Teile der Leistenkontur anzuklopfen, wird gemäß
der Erfindung der Schuh motorisch einmal nach links, um den Mittelpunkt M und in
seine Mittellage zurück, darauf nach rechts, um den Mittelpunkt M und wieder bis
in seine Mittellage zurück, geschwenkt. Die Schwenkbewegung nach links und rechts
beträgt je 9o° oder weniger, je nach dem Leistenprofil. In Fig. i sind drei Stellungen
des Schuhes eingezeichnet, die nach den eingezeichneten Mittellinien der Stellungen
i, 2 und 3 bezeichnet seien. Beim Ausschwenken aus der Stellung i in die Stellung
.2 wird der Schuh entlang der Strecke d-f am Boden und Oberleder durch die Trommel
und der. Einzelhammer argeklopft. Aus Fig. i erkennt man, daß die Strecke a-f gleichzeitig
angeklopft wird. Die Krümmung der Leistenbodenkontur ist nämlich auf der Strecke
ca-f so gering, daß sie von einer geraden Linie nur unwesentlich abweicht. Aber
selbst wenn diese Krümmung stärker wäre, also sich weiter von einer geraden Linie
entfernte, würde doch immer ein größerer Teil der Ballenpartie des Schuhes auf einmal
angeklopft werden, da kleine Abweichungen von der geraden Linie bezüglich der Klopfwirkung
der Trommel gänzlich gegenstandslos sind und- bezüglich der Klopfwirkung des Einzelhammers
durch äußerst kleine Schwenkwinkel ausgeglichen werden.
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Will man nun die Ankloplwirkung noch weiter in die Ballengegend hinein
erstrecken, etwa bis zu der fbergangsstelle ins Gelenk, wie es in der Schuhfabrikation
meist gefordert
-wird, so muß die Schwenkbewegung über die Lage
2 hinaus noch fortgesetzt werden, etwa bis in die Lage 3, d. h. bis zu einem Schwenkwinkel
von etwa go°. Man erkennt aus der Fig. i, daß die Lage 3 weit über den Einzelhammer
hinausreicht. Um zu erreichen, daß der Schuhboden unter der Mitte der Anklopftrommel
und die Kontur des Leistenbodens in Berührung mit dem Einzelhammer bleibt, wäre
der Schuh aus der Lage 3 der Fig. i in der Richtung 111-r zu verschieben, so lange,
bis die gestrichelte Kontur etwa in der Gegend der größten Gallenbreite den Einzelhammer
1a-1 berührt. Stellt man sich die Schwenkbewegung des Schuhes von der voll ausgezogenen
Mittellage i aus stetig fortgesetzt vor bis zur gestrichelten Lage 3, so wäre also
mit der Schwenkbewegung um den Mittelpunkt 11l eine Gleitbewegung in der Richtung
ill-i zu
kombinieren, derart, daß das Profil des Leistenbodens von dem Punkt
a aus allmählich auf der Geraden abrollt%und gleitet.
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Es ist nicht unbedingt nötig, daß die Verschiebung des Schuhes zur
Erzielung dieser Rollbewegung in der konstanten Richtung M- i erfolgt. Vielmehr
könnte diese Verschiebungsrichtung an der Schwenkbewegung teilnehmen, derart, daß
z. B. bei der strichpunktierten Lage des Schuhes die Verschiebung in der Richtung
11I-2 erfolgt. Sobald man jedoch in die Lage 3 gelangt, kann durch eine Verschiebung
in der Richtung 111-3 eine parallele Verschiebung des Werkstückes zu dem Einzelhammer
h-ba nicht mehr erfolgen, da die Gleitbewegung in der Richtung M-3 eine Komponente
senkrecht dazu nicht mehr besitzt. Dagegen wäre es trotzdem wertvoll, eine Verschiebungsmöglichkeit
des Schuhes in der Richtung M-3 zu besitzen, nämlich zu dem Zwecke, um die anzuklopfende
Stelle des Schuhes nach der Mitte der Anklopfwerkzeuge zu verschieben. - Man erkennt
nämlich aus Fig. i, daß sich bei einer Drehung um den Mittelpunkt M und einer Verschiebung
des Schuhes ausschließlich senkrecht zur Richtung h-lt die anzuklopfenden Partien
allmählich sehr stark nach der Seite verschieben würden, wodurch breite Anklopftrommel
und breite Einzelhämmer bedingt werden.
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Die vorliegende Erfindung schließt beide Verschiebungsmöglichkeiten
ein. Das Ausführungsbeispiel der zugehörigen ivlaschine berücksichtigt jedoch nur
die Verschiebungsmöglichkeit in Richtung der Leistenlängsachse jeweils in der betreffenden
Schwenkstellung des Schuhes derart, daß das Werkstück mit seinen anzuklopfenden
Partien immer möglichst nach der Mitte der Anklopfwerkzeuge hin- verschoben werden
kann. Soweit durch diese Verschiebung die Rollbewegung der Leistenbodenkontur auf
dem Einzelhammer nicht erzielt werden kann, ist die kinematische Umkehrung der-Schiebbewegung
normal zum Einzelhammer vorgesehen, und zwar in der Weise, daß der Einzelhammer
eine- -Verschiebbewegung in der Richtung iv1-i vor-oder rückwärts ausführen kann,
unabhängig von seinen Klopfbewegungen in der gleichen Richtung. Da die Verschiebbewegungen,
die für diesen Zweck in Frage kommen, relativ gering sind (etwa 2o inm), so ist
es-praktisch statthaft, sie dem Hammer aufzuerlegen, weil eine Entfernung des Hammers
um etwa io min nach der einen oder anderen Richtung heraus aus der senkrechten Mittelebene
der Trommel durch ihre Achse die Anklopfwirkung nicht beeinträchtigt. Man würde
also in diesem Falle dem Werkstückträger eine Drehbewegung um den Punkt 111 und
eine gleichzeitige Schiebbewegung in der Richtung der Leistenlängsachse auferlegen,
während man dem Einzelhammer eine Verschiebbewegung in der Richtung seiner Klopfwirkung
erteilt.
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Die Wahl des Mittelpunktes 111, um den die Drehung des Schuhes erfolgt,
ergibt sich aus der kinematischen Prüfung der Rollung des Leistenbodenprofils auf
der geraden Linie h-h für die einzelnen Größen und Formen von Schuhwerk und braucht
hier nicht erörtert zu werden. Bei gewissen Formen wird man ohne eine Verschiebung
des Einzelhammers, d. h. mit einer ausschließlichen Drehung des Schuhes um den Mittelpunkt
Al, auskommen, Sofern dieser Mittelpunkt zweckmäßig gewählt ist, so daß also
nur noch eine Verschiebung in Richtung der Leistenlängsachse übrigbleibt, um den
Schuh möglichst immer nach der Mitte der Anklopfwerkzeuge zu bringen. Um dies zu
veranschaulichen, ist in Fig. i an das vollausgezogene Profil eine Tangente t-t
an die Leistenbodenkontur etwa in der Mitte der Ballengegend gezeichnet, wobei man
erkennt, daß, wenn der Einzelhammer etwa mit dieser Tangente t-t zusammenfällt,
die Anklopfwirkung sich gleichzeitig nahezu auf die gesamte Ballenpartie des Schuhes
erstreckt.
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In Fig. 2 sind die Bewegungen des Schuhes beim Anklopfen der Fersenpartie
verfolgt. Man erkennt aus der Figur, daß, wenn man den Schuh aus der Lage i in die
Lage 3, also um 9o°, schwenkt, ein. Anklopfen der gesamten Fersenpartie möglich
ist und eine Verschiebung des Schuhes überhaupt entbehrt werden kann. Dagegen wird
es nötig sein, sofern man den Mittelpunkt M als Drehpunkt ein für allemal festhält,
bei größeren oder kleineren Schuhen die Fläche h-1 des Einzelhammers parallel zu
sich selbst zu verlegen.
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Somit werden durch die im vorstehenden geschilderten Mittel alle anzuklopfenden
Punkte
des Schuhes bei der Bewegung desselben gegenüber den Anklopfwerkzeugen getroffen.
Sofern die Steuerung der Bewegung des Schuhes die Führung des Leistenbodenprofils
durch den Scheitelpunkt des rechten Winkels der Aktionslinien das Anklopfwerkzeug
nicht mit geometrischer Genauigkeit erreicht, erfolgt ein :weiterer Ausgleich der
Bewegung dadurch, daß das Werkstück in jeder Lage gegenüber den Anklopfwerkzeugen
der Trommel wie auch dem Anklopfwerkzeug des Einzelhammers nachgiebig gelagert ist.
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Die geschilderte geometrische Führung des Schuhes wird durchgeführt
in der im folgenden beschriebenen Maschine.
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In Fig.3 und 4 stellt i den Ständer der Anklopfmaschine dar, in dessen
oberem Ende eine Welle :2 gelagert ist. Auf dieser sind zwei Anklopftrommeln 3 befestigt,
die in bekannter Weise mit Zentrifugalklöppeln ausgerüstet sind und nicht mehr beschrieben
zu werden brauchen. Die Gerade 4, 4 in Fig. 3 stellt die Projektion der Mittelebene
der Anklopftrommel durch ihre Achse dar, und man erkennt, daß der Schuh 5, sobald
er in die Maschine zum Anklopfen eingefahren. ist, zuerst mit der Mitte der Fersenpartie
in den Bereich der Anklopftrommel gerät, und zwar etwa in der Mittelebene ¢, 4.
Etwa in der gleichen Ebene wirkt auch der Einzelhammer 6, der durch eine besondere
Einstellung, wie bereits erwähnt, etwas vor- oder rückwärts aus der Mittelebene
4-4 heraus verlegt werden kann. Die wirksame Fläche dieses Einzelhammers ist nicht,
wie bei der theoretischen Untersuchung angenommen, eine Ebene, sondern leicht gekrünzmt,
damit sie sich der Krümmung der Fersenpartie des Leistens besser anschmiegt. Für
die theoretische Untersuchung ist jedoch diese Abweichung belanglos.
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Der Schuh 5 wird in bekannter Weise auf einem Tisch 8 (Fig. 5) gelagert,
und zwar so, daß die Fersenpartie mittels eines Leistenzapfens 9 und die Spitzenpartie
mittels einer Spitzenstütze io gefaßt wird, während der Schuh durch ein Band i i
auf seinen beiden Stützen aufgepreßt wird. Der Tisch 8 ruht auf einem Ringschlauch
12 (Fig. 5), der mit Luft aufgepumpt wird, ähnlich wie ein Fahrradschlauch. Das
Widerlagerdieses Schlauches bildet ein zweiter Tisch 13 (vgl. auch Fig. 6), der
mittels einer Prismenführung 14 in einem Support 15 längsverschiebbar angeordnet
ist. Man erkennt aus den Fig. 5 und 6, daß der Schuh 5 auf diese Weise eine Schiebbewegung
in Richtung seiner Längsachse ausführen kann. -Bezüglich des Luftschlauches sei
noch hinzugefügt, daß derselbe infolge der Anordnung der Tische 8 und 13 eine Nachgiebigkeit
des Schuhes sowohl in senkrechter als in waagerechter Richtung gestattet. Durch
eine Muffe 16, die auf den Tisch 13 aufgeschraubt ist, . wird ein Abheben des Tisches
8 von dem Luftschlauch 12 verhindert, jedoch so, daß vermittels einer Kugelreihe
17, die zwischen dem Tisch 8 und der Muffe 16 angeordnet ist, eine Zentrierung des
Tisches 8- jederzeit herbeigeführt wird, sobald derselbe infolge der Nachgiebigkeit
des Luftschlauches 12 seine Mittellage nach der einen oder anderen Richtung verlassen
hat. Bei diesen Verschiebungen des Tisches 8 werden die Kugeln 17 in ihren Pfannen
aufsteigen und durch die keilförmige Ausbildung der Pfannen stets das Bestreben
haben, wieder an den tiefsten Punkt der Pfannen zurückzukehren, wodurch die Zentrierung
des Tisches 8 herbeigeführt wird.
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Der Support 15 trägt eine schaftartige zylindrische Verlängerung 18,
mittels deren er in zwei Lagern i9 und 2o drehbar gehalten ist, welch letztere an
dem Ständer i der Maschine angeschlossen sind. Die Achse dieses Zylinderschaftes
entspricht dem Drehpunkt 11i1 der Fig. i und 2.
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Bei Ruhestellung der Maschine ist der Tisch 13 nach Fig. 3 nach links
so weit hinausgefahren, daß der Schuh bequem auf seine Stiftzen 9 und io mittels
des Bandes i i aufgespannt werden kann. Hierauf wird die Maschine mittels des Trethebels
2i eingerückt.
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Dieser Trethebel ist am Ständer i auf einer durchgehenden Welle 22
drehbar gelagert. Die Maschine ist doppeltwirkend ausgeführt, so daß im allgemeinen
auf der einen Seite der Maschine die Ferse, auf der anderen Seite die Spitzen der
Schuhe bearbeitet werden. Da die Bearbeitung beider Schuhteile bezüglich der Steuerung
des Werkstückes voneinander abweicht, ist gemäß der vorliegenden Ausführungsform
die Maschine so eingerichtet, daß ihre rechte und linke Seite unabhängig voneinander
durch je einen Trethebel 2i eingelöst werden können, derart, daß während des Ganges
der einen Seite die andere Seite stillsteht, und umgekehrt.
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Das Niedertreten des Trethebels 21 hat zur Folge, daß der Hebel 23
nach Fig. 3 eine Linksdrehung ausführt. Das obere Ende des Hebels 23 hat eine Anschlagfläche
24 (vgl. auch Fig. 8), die sich gegen einen Winkelhebel 25 legt. Letzterer ist mittels
des Zapfens 26 am festen Gestell der Maschine drehbar gelagert. Sein zweites Ende
trägt eine Verlängerung 27, die sich mittels der Rast 28 gegen den Stift 29 legt.
Dieser ist in einem Mitnehmerbolzen 30 vernietet, der durch eine Druckfeder
31 stets nach unten gedrückt wird. Durch das Niedertreten des Trethebels 2o macht
der Klinkenhebel z5 eine
Drehung um den Zapfen 26, wodurch die Verlängerung
27 so weit herausgeschwenkt wird, daß die Rast 28 den Stift 29 freigibt. Infolgedessen
wird der Bolzen 3o durch den Druck der Feder 31 in eine Bohrung 32 hineingeschnellt,
die sich in einem Schneckenrad 33 befindet. Dieses ist auf einer Welle 34 verkeilt,
die in dem ruhenden Gestell z der Maschine drehbar gelagert ist. Mittels einer Schnecke
35, die auf einer im Gestell der Maschine drehbar gelagerten Welle 36 befestigt
ist, wird das Schneckenrad in gleichförmige Drehung versetzt, die von einer Vorgelegewelle
37 aus mittels der Riemenscheibe 38 und des Riemens 39 auf die Riemenscheibe 4o
der Welle 36 übertragen wird. Die Welle 34 mit dem Schneckenrad 33 befindet sich
in ständiger Umdrehung und nimmt nach dem Einschnappen des Bolzens 3o diesen mit.
Letzterer ist nun axial verschiebbar in der Kurvenscheibe 41 gelagert, welche lose
drehbar auf der Welle 34 sitzt.
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Sobald die Kurvenscheibe 41 sich in Bewegung setzt, wird zunächst
eine Verbindungsstange 42 betätigt, die mittels einer Anlauffläche 43 und eines
Bundes 44 auf der Gleitbahn 45 der Kurvenscheibe 41 aufruht (Fig. 4). Diese Stange
42 ist nun an ihrem unteren Ende mittels eines Zapfens 46 an einem Hebel 47 drehbar
angeschlossen, welch letzterer auf einer Welle 48 gelagert ist, die in dem Gestell
der Maschine ruht. Das obere Ende des Bolzens 42 ist mittels eines Zapfens 49 an
einem Hebel 5o angeschlossen, der mit der Welle 51 fest verbunden ist. Letztere
ist. gleichfalls im Gestell der Maschine drehbar gelagert. Die Zapfen 46, 48, 49
und 51 liegen auf den Ecken eines Parallelogramms, so daß also das vorbeschriebene
Getriebe eine Parallelführung für den Bolzen 42 darstellt. Sobald die Gleitbahn
45 der Kurvenscheibe 41 in Bewegung gerät, hebt sie den Bolzen 42 in die Höhe, wodurch
die Welle 51 eine Drehbewegung nach rechts ausführt und einen Hebel 52 mitnimmt,
der gleichfalls auf ihr aufgekeilt ist. An seinem oberen Ende sind zwei Stangen
53 und 54 mittels Kugelzapfen angeschlossen, wie aus Fig. 7 .ersichtlich ist. Das
zweite Ende der Stange 53 ist gleichfalls als Kugelzapfen ausgebildet, der in den
Kopf 55 eines Hebels 56 eingreift. Letzterer hat eine große ringförmige Nabe 57,
die eine Klaue 58 besitzt (Fig. 3 und 4). Diese paßt in eine Rast 59 eines Ringes
6o, in welcher sie bei Stillstand der Maschine ruht. Wenn jedoch der Hebel 52 nach
rechts ausgeschwenkt wird, führt der Hebel 56 unter dem Zug der Stange 53 gleichfalls
eine Drehbewegung aus, durch welche die Klaue 58 aus der Rast 59 emporsteigt, bis
sie auf der oberen Fläche des Ringes 6o angelangt ist. Die Nabe 57 trägt nun den
Kugelring 61 eines Stützkugellagers, dessen obere Spurscheibe 62 sich gegen ein
Handrad 63 stützt, welches auf dem Schaft 18 des Supports mittels des Gewindes 64
einstellbar befestigt ist. Man erkennt, daß durch das Aufsteigen der Klaue 58 auf
ihre obere Rast der Support z5 gehoben wird. Auf diese Weise wird erreicht, daß
das Werkstück 5 in eine bestimmte Höhenlage gebracht wird, in welcher es den Anklopf-,verkzeugen,
insbesondere der Anklopftrommel 3 derart dargeboten wird, daß die Anklopfwirkung
günstig ausfällt. Diese Höhenlage des Werkstückes ist durch Einstellung des Handrades
63 regelbar und bleibt so lange erhalten, bis die Maschine ihren vollen Arbeitsgang
beendet hat, d. h. die Ferse bzw. die Spitze des Schuhes fertig angeklopft ist.
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Bei Beginn der Arbeit befindet sich der Leistenständer in ausgefahrener
Lage vor den Werkzeugen, d. h. also in Fig. 3 in einer Stellung links von der in
Fig. 5 gezeichneten. Man wird allgemein unmittelbar nach dem Einrücken der Maschine
das Werkstück in seine richtige Höhenlage heben und danach in Arbeitsstellung einfahren.
Man kann aber auch so vorgehen, daß man erst das Werkstück einfährt und dann hebt.
Im vorliegenden Falle ist die Maschine so angeordnet, daß nach dem Anlheben eingefahren
wird, und zwar auf folgende Weise.
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In Fig. 7, in der die Kurvenscheibe 41 in einer Draufsicht dargestellt
ist, erkennt man den punktiert eingezeichneten geschlossenen Kurvengang 65, der
auf der unteren Seite der Kurvenscheibe 41 liegt und in dem eine Rolle 66 läuft,
die mittels des Zapfens 67 an dem Zahnsegmenthebel 68 befestigt ist. Dieser Hebel
ist mittels des Zapfens 69 drehbar an dem Gestell der Maschine gelagert. Das freie
Ende dieses Hebels ist mit der Verzahnung 7o ausgerüstet, die in das Zahnrad 71
eingreift. Das Zahnrad 71 (Fig. 4) ist mittels des Keiles 72 auf der Welle
73 befestigt, die in dem Schaft 18 drehbar gelagert ist. An ihrem oberen freien
Ende trägt sie das Zahnrädchen 74, welches -in eine Zahnstange 75 eingreift. Diese
ist an der inneren Wandung des Schlittens 13 befestigt, und man erkennt, daß bei
der Drehung der Welle 73 der Schlitten 13 entweder vor- oder rückwärts in seiner
Prismenführung verschoben wird. Die Kurvenbahn 65 ist nun derart ausgebildet, daß
der bei Arbeitsbeginn vor den Anklopfwerkzeugen stehende Leistenträger zunächst
eine Längsverschiebung in dem Support 15 nach rechts macht, so daß . er in Arbeitsstellung
unter die Anklopftrommel kommt. Nunmehr beginnt sofort die Drehbewegung des Werkstiickes
um den Mittelpunkt M nach Fig. z
und 2. Gleichzeitig führt der Werkstückträger
Gleitbewegungen in der Leistenlängsrichtung, nämlich in der Prismenführung des Schlittens
13, aus. Die Dreh- und Schiebbewegungen des Leistenträgers sind derart gewählt und
zusammengesetzt, daß die in der Einleitung dieser Beschreibung geschilderte geometrische
Bewegung des Werkstückes relativ zu den Anklopfwerkzeugen zustande kommt. Praktisch
erreicht werden die erforderlichen Gleitbewegungen durch die Ausbildung der Kurvenbahn
65, die hier nicht näher beschrieben zu werden braucht.
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Die Drehbewegung des Leistenträgers kommt auf folgende Weise zustande.
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Die Kurvenscheibe 41 trägt auf ihrer oberen Seite in genau entsprechender
Weise wie auf ihrer untersten Seite eine geschlossene Kurvenbahn 76, in der wiederum
eine Rolle 77 läuft, die mittels eines Zapfens 78 an den Zahn segmenthebel 79 angeschlossen
ist. Dieser sitzt in gleicher Weise wie der Hebel 68 auf dem durchgehenden Zapfen
69, der am Gestell der Maschine befestigt ist. Das freie Ende des Hebels 79 trägt
die Verzahnung 8o, die in ein Zahnrad 81 eingreift. Letzteres ist mit dem Schaft
iS fest verbunden. Daraus ergibt sich, daß die Schwingbewegungen des Hebels 79,
die durch den Antrieb mittels der Kurvenbahn 76 erzeugt werden, sich in Drehbewegungen
des Schaftes 18 auswirken. Auf diese Weise wird, wie aus Fig.3 und 4 ersichtlich
ist, der Werkstückträger in Schwingbewegungen um die Achse des Schaftes 18 bzw.
um den Mittelpunkt 4l nach Fig. i und 2 versetzt. Sowohl die Größe als auch der
zeitliche Verlauf dieser Schwingbewegungen .hängen von der Ausbildung der Kurvenbahn
76 ab. Durch das Zusammenwirken der Kurvenbahnen 65 und 76 kommt die erforderliche
Zusammensetzung der für die Steuerung des Werkstückes maßgebenden Dreh- und Gleitbewegungen
zustande.
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Der Antrieb des Spitzen- oder Einzelhammers 6 erfolgt durch einen
Riementrieb. Die Vorgelegewelle 37, die in zwei am Maschinengestell befestigten
Lagerböckchen 82 gelagert ist, erhält ihren Antrieb entweder mittels einer nicht
gezeichneten Scheibe von der Transmission aus oder unmittelbar durch einen aufgesetzten
Elektromotor o. dgl. Von der Scheibe 84 aus, die gleichfalls auf der Welle 37 aufgekeilt
ist, wird die Bewegung vermittels des Riemens 85 nach den oberen Wellen der Maschine
übertragen, und zwar vermittels der Leitrolle 86 und der Riemenscheibe 87 auf die
Welle 2, auf der die beiden Anklopftrommeln 3 sitzen. Der Riemen 85 läuft von der
Scheibe 87 über die Leitrolle 88, die gleichzeitig zum Antrieb der Welle 89 dient,
die am Maschinengestell gelagert ist. Auf dieser Welle 89 sitzt eine Nockenscheibe
go, die mit drei Nocken gi versehen ist. Diese dienen dazu, den Einzelhammer 6 anzutreiben.
Letzterer bildet den Kopf eines Schaftes 92, 95, der in Gleitlagern des Gestelles
i längsverschiebbar gelagert ist. Durch Drehung der Welle 89 kommen die Nocken gi
der Reihe nach zur Anlage an die Rolle 93, die mittels des Zapfens 94 am rechten
Ende des Schaftes 95 angeschlossen ist. Sobald das Werkstück 5 weit genug nach rechts
geschoben ist und in den Bereich des Hammers 6 gelangt, wird dieser durch die Nocken
gi und die Rolle 93 schlagartig gegen das Werkstück geschleudert und durch dessen
elastische Lagerung, die später noch beschrieben wird, immer wieder in die Leerräume
der Nockenscheibe go zurückgedrängt.
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Um die Lage des Einzelhammers 6 gegenüber der Lage der Achse des Supportschaftes
18 verändern zu können, entsprechend den geometrischen Bewegungsbedingungen, wie
sie in der Einleitung zur Beschreibung dargelegt sind, ist die Länge des Schaftes
92, 95
regulierbar ausgebildet, wie aus Fig. 3 zu erkennen ist. Der Schaft
92 trägt an seinem rechtenEnde ein mehrgängigesRechtsgewinde und der Schaft 95 an
seinem linken Ende ein mehrgängiges Linksgewinde. Beide Gewindeenden sind in eine
Mutter 96 mit entsprechendem Rechts- und Linksgewinde eingeschraubt (vgl.
auch Fig. 4). Diese Mutter ist mit einer hebelartigen Verlängerung 97 versehen,
deren Ende als Kugelzapfen 98 ausgebildet ist, und an den sich mittels Kugelpfanne
99 eine Stange ioo anschließt. Diese sitzt mit ihrem unteren Ende auf dem Zapfen
ioi einer Gabel io2, die wiederum auf einem Klemmstück 1o3 mittels des Zapfens 104
gelagert ist. Dieses Klemmstück ist längsverschiebbar auf einen Bolzen
105, der am Gestell der Maschine in geneigter Lage, wie aus Fig. 3 ersichtlich,
befestigt ist. Durch Verschiebung des Gleitstückes 103 und Festlegung desselben
in verschiedenen Lagen mittels des Knebels io6 kann der Zapfen ioi gehoben und gesenkt
werden. Dadurch erfolgt eine Drehbewegung der Mutter 96, die infolge ihres Rechts-
und Linksgewindes die beiden Schraubenspindeln 92, und 95 entweder einander
nähert oder voneinander entfernt. Auf diese Weise wird die Länge der Antriebsstange
des Einzelhammers 6 bis zu der Rolle 93 vergrößert oder verkleinert, was gleichbedeutend
ist mit einer Verschiebung der Mittellage des Einzelhammers 6 nach rechts oder nach
links. Auf diese Weise wird die für die geometrische richtige Steuerung des Werkstückes
erforderliche Veränderlichkeit der Relativlage des Einzelhammers gegenüber
der
Achse des Supportschaftes bzw. des Mittelpunktes M nach Fig. i und 2 erreicht.
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Nachdem die Ferse bzw. die Spitze des Schuhes durch je eine Rechts-
und Linksschwingung des Werkstückes um die Achse des Supportschaftes und die damit
verbundenen Gleitbewegungen in der Leistenlängsrichtung fertig angeklopft ist, hat
die Kurvenscheibe41 eine volle Umdrehung zurückgelegt, worauf der Schaft i8 sich
wieder senkt, indem die Kurvenbahn 45 den Rückgang der Verbindungsstange 42 unter
dem Einfluß einer nicht gezeichneten Feder ermöglicht. Gleichzeitig ist die Verlängerung
27 des Winkelhebels 25 unter dem Einfluß einer Zugfeder 107 wieder in die
Bahn des Bolzens 30 bzw. des Stiftes 29 gelangt. Dieser Stift läuft auf die schräge
Bahn (Fig. 3) der Verlängerung 27 auf; wodurch der Bolzen 3o entkuppelt wird, nachdem
vorher durch die Ausbildung der Kurvenbahn 65 der Leistenträger bzw. der Schuh 5
wieder'in seine Lage außerhalb des Bereichs der Anklopfwerkzeuge geschoben worden
ist. Die Maschine kommt zum Stillstand, das Werkstück kann von dem Leistenträger
entfernt und ein neues Werkstück aufgespannt werden.
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Die Ausbildung der rechten und linken Seite der doppeltwirkenden Maschine
ist konstruktiv genau in entsprechender Weise ausgebildet, nur mit dem Unterschied,
daß die Kurvenbahnen 65 bzw. 76 den verschiedenen Bedürfnissen der Steuerung der
Bewegung des Werkstückes an der Fersen- bzw. an der Spitzenpartie angepaßt sind.
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Die Welle 2 der Maschine, auf der die Anklopftrommeln sitzen, ist
in üblicher Weise mit den für eine Anklopfmaschine erforderlichen weiteren Werkzeugen
ausgerüstet, z. B. mit einem Fräser zum Wegschneiden der Spitzenfalten und mit Bügelwalzen
und ähnlichen Werkzeugen.