DE40825C - Vorrichtung zum Unsichtbarmachen des Rauches von Feuerungen - Google Patents
Vorrichtung zum Unsichtbarmachen des Rauches von FeuerungenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 13: Dampfkessel nebst Ausrüstung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 31. März 1887 ab.
Der vorliegende Apparat ist in erster Linie dazu bestimmt, bei Torpedobooten, Kreuzern
u. s. w. die infolge des scharfen künstlichen Luftzuges aus den Schornsteinen der Kesselfeuerungen
entweichenden dichten Rauchgase unsichtbar zu machen. Zu diesem Zwecke wird um derartige Schornsteine eine erheblich
weitere Niederschlagkammer angeordnet, die durch einen hohlen Deckel abgedeckt ist. In
diesen wird Druckwasser eingeführt, das in Form eines starken Sprühregens durch den
perforirten Deckelboden behufs Niederschiagens des Rauches innerhalb der Kammer herabströmt.
Der aus dem Schornstein entweichende Rauch erleidet dabei eine geringe Verzögerung
seiner Geschwindigkeit, ohne dafs indessen der Luftzug der Kesselfeuerung dadurch merklich
beeinträchtigt wird. Das Wasser mit dem niedergeschlagenen Rauch verläfst etwas oberhalb
des Meeresspiegels den Apparat, der unverbrannte Kohlenstoff des Rauches fliefst mit
dem Wasser in die See ab, während die Rauchgase, wie Kohlensäure, Kohlenoxyd und Stickstoff,
unsichtbar aus dem Niederschlagwasser in die Luft entweichen.
Aufser für die Feuerungen der genannten Seefahrzeuge kann ein derartiger Apparat natürlich
auch für die verschiedenartigsten sonstigen Feuerungen zweckmäfsige Anwendung finden.
Beiliegende Zeichnung zeigt den Apparat, um den Schornstein eines Seefahrzeuges angeordnet,
in Fig. ι im Verticalschnitt, in Fig. 2 in Oberansicht mit theilweise abgebrochenem
Deckel der Niederschlagkammer, und in Fig. 3 in Seitenansicht mit theilweisem Schnitt.
Den Schornstein α läfst man zweckmäfsig etwa ι m über das Deck des Schiffes hinausragen.
Etwas gröfsere Höhe erhält die Wand b der den Schornstein umgebenden Niederschlagkammer.
Der Horizontalquerschnitt der letzteren kann eine oblonge oder eine andere passende Form haben, nur mufs derselbe etwa
das Vier- oder Fünffache des Schornsteinquerschnittes enthalten, so dafs der aufsteigende
Rauch an seiner Geschwindigkeit etwa 2J^ bis 3/4
einbüfsen kann, ohne dafs der durch Gebläse oder Strahlapparate künstlich erzeugte Luftzug
für die Kesselfeuerung erheblich geschädigt wird. Die Niederschlagkammer wird am besten
durch eine Doppelwand b gebildet, in welcher man Kühlwasser circuliren läfst.
Oben ist die Kammer durch einen Deckel c verschlossen, und auch dieser ist doppelwandig.
Seine beiden Wände können durch Stehbolzen d unter einander verbunden werden. Der Deckel
ist an der Wand der Kammer um ein Hohlscharnier e drehbar. In dieses mündet, durch
eine Stopfbüchse abgedichtet, ein Druckrohr g,
beispielsweise einer Pumpe, ein, um in den hohlen Deckel c die zur Niederschlagung des
aus dem Schornstein α entweichenden Rauches nöthige Menge Wasser einzuführen. Dies
Wasser fällt dann in Form eines starken Regens in der Niederschlagkammer nieder und reifst
sämmtliche Bestandtheile des Rauches, wie unverbrannten Kohlenstoff, Kohlensäure, Kohlenoxydgas
und Stickstoff mit sich fort.
Die Vermischung des Rauches mit dem Wasser kann man durch Einlagen h aus weit-
maschigem Drahtgewebe oder entsprechend perforirtem Blech befördern.
Die auf diese Weise fortgewaschenen Rauchgase strömen mit dem 'Wasser unten aus dem
Niederschlagraum durch Rohrstutzen i ab und in eine Blechkammer /. Die Dochte k an der
perforirten Bodenwand dieser Blechkammer bilden ein Filter, das von dem Wasser und
seinen Beimengungen passirt werden mufs, bevor der Austritt derselben unter dem an der
Schiffsseitenwand frei herabhängenden Segeltuchvorhang η stattfindet.
Natürlich richtet sich die zum Niederschlagen des Rauches nöthige Menge Wasser nach der
verbrauchten Kohlenmenge, sie dürfte im Minimum ungefähr das Sechsfache des Gewichtes
des erzeugten Dampfes betragen.
Beim Anheizen des Kessels kann man den Schornstein α nach Aufklappen des Deckels c
behufs Verschärfung des natürlichen Luftzuges durch ein passendes Aufsatzstück leicht verlängern.
Claims (1)
- PATENT-Anspruch:Ein Apparat zum Unsichtbarmachen des Rauches der Kesselfeuerungen, gekennzeichnet durch eine den Schornstein umschliefsende Niederschlagkammer von gröfserer Weite, in welcher der Rauch nach seinem Austritt aus dem Schornstein ohne erhebliche Geschwindigkeitsabnahme und Behinderung des Luftzuges in der Feuerung einer Fortwaschung durch einen starken Sprühregen unterzogen wird, den man zweckmäfsig aus einem die Niederschlagkammer verschliefsenden Hohldeckel (c) herabströmen läfst.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE40825C true DE40825C (de) |
Family
ID=316351
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT40825D Expired - Lifetime DE40825C (de) | Vorrichtung zum Unsichtbarmachen des Rauches von Feuerungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE40825C (de) |
-
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