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Ankermast und Verankerungsvorrichtung für Luftschiffe. Patentiert
im Deutschen Reiche vom 17.-August 1921 ab. Für diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage
vom a. Juni igi i die Priorität auf Grund der Anmeldung in England vom $o. Januar
192,1 beansprucht. Die Erfindung bezieht sich auf einen Ankermast und eine Verankerungsvorrichtung
für Luftschiffe, die am Bug mit einem Fitting versehen sind, welcher mit einem nachgiebig
am Mastkopf gelagerten Ankerfitting mittels eines Ankerkabels gekuppelt wird.
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Gemäß der Erfindung wird das Luftschiff an einem Fitting verankert,
der an einem Schwenkarm sitzt, welcher seinerseits an der Spitze des Mastkopfes
gelagert ist. Diese Lagerung ist so eingerichtet, daß der Fitting eine allseitig
freie Bewegung ausführen und beliebige Winkellagen innerhalb gewisser Grenzen in
jeder senkrechten Ebene einnehmen kann.
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Wenn das Luftschiff zum Mast eingeholt wird, gelangt die Spitze nicht
direkt auf einem geraden oder geneigten Wege innerhalb einer senkrechten Ebene zum
Oberteil des Mastes; es findet gewöhnlich je nach den Umständen eine mehr oder weniger
heftige Schwingung in einer Ebene statt, die zum Annäherungsweg senkrecht liegt.
Diese Schwingung wird um so heftiger sein, je kürzer das Einholseil wird, und es
ist praktisch unmöglich, die Schiffsspitze zu einem ortsfesten Punkte zu bringen.
Bei einem beweglichen Arm ist dieser Punkt jedoch nicht fest, da der Arm den Drehungen
der Schiffsspitze nachgibt und folgt. Sobald die Kupplungsteile in Eingriff gelangen,
werden diese Schwingungen durch die Zentriervorrichtung des beweglichen Armes gedämpft.
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Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielsweise dargestellt, und
zwar zeigt: Abb. z teils eine Ansicht, teils einen Schnitt des oberen Ankermastendes,
Abb. a einen senkrechten Schnitt durch den Mastfitting, Abb. 3 eine Aufsicht auf
die Plattform mit der besonderen Zentrieranordnung für den Schwenkarm.
Der
Mast i ist als Gitterträger gebaut und an seinem oberen Ende mit einem Fuß 2 aus
Stahlplatten versehen. Der obere Teil des Fußes ist konisch ausgebildet, während
sein unterer Teil von einer runden Plattform 3 umgeben ist. Letztere kann vom Boden
aus mittels einer am Mast befindlichen Leiter und einer kurzen Außenleiter erreicht
werden. Die kurze Leiter verbindet die obere Plattform mit einer etwas tieferen,
im Gitterwerk des Mastes befestigten Plattform. Der obere Teil des Fußes ist mit
einem kardanischen Ringpaar ¢, 5 ausgerüstet. Der innere Ring 5 trägt ungefähr in
der Mitte einen aus den beiden Rohren 6 und 7 bestehenden, teleskopartig verschiebbaren
Schwenkarm. Das Rohr 7 wird zu dem Rohr 6 in der normalen Lage durch eine starke
Schraubenfeder 8 nach außen gestreckt, die innerhalb der Rohre untergebracht ist.
Unter Federwirkung stehende Klinken 9 kommen mit einem Band am unteren Ende des
inneren Rohres 7 in Eingriff, um zu verhindern, daß letzteres durch die Feder 8
aus dem äußeren Rohr 6 herausgedrückt werden kann, während ein Ineinanderschieben
der Rohre möglich ist. Der aus den beiden Rohren 6 und 7 bestehende Schwenkarm kann
aus irgend einer Schräglage in die senkrechte Stellung durch vier Drahtseile gebracht
werden, die an ölen i i am unteren Ende des Rohres 6 innerhalb des Fußes 2 befestigt
sind. Diese Drahtseile laufen über wagerechte Führungsrollen 13 und werden dann
über senkrechte nebeneinanderliegende Rollen 12 zu einer gemeinsamen Öse 1¢ geführt,
an welcher der Haken eines Differentialflaschenzuges 15 befestigt ist. Der andere
Haken des Flaschenzuges ist an einem festliegenden Punkt des Mastes befestigt, so
daß durch Betätigung der Kette 16 des Flaschenzuges sämtliche vier Zentrierseile
i o gleichzeitig angezogen werden können, um den Schwenkarm in die senkrechte Stellung
zu bringen, während beim Nachlassen des Seilzuges das Rohr irgendeine beliebige
Schräglage einnimmt.
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Das obere Ende des Rohres 7 ist mit einem Hohlkonus 17 ausgerüstet,
der an seinem unteren Ende mit einem Flansch versehen ist, und durch Bolzen an einem
entsprechenden Flansch des Rohres 18 befestigt werden kann, welches sich in dem
Spurzapfenkugellager 19 und in den Lagern 2o innerhalb des Rohres 7 frei drehen
kann.
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An der Spitze des Luftschiffes befindet sich ein kurzer, wagerechter
Ausleger 21, der sich frei um die Längsachse des Schiffes drehen kann und an welchem
ein Konus 22 angelenkt ist, dessen Konizität derjenigen des Hohlkonus 17 am Mastkopf
entspricht. Durch die drehbare Anordnung des Auslegers 21 kann sich das am Schwenkarm
verankerte Luftschiff am eine Längsachse drehen, ohne daß der Schwenkarm durch diese
Bewegung beansprucht wird. Der Ausleger ist ferner mit einer Seilscheibe 23 ausgerüstet,
über welche ein Drahtseil24 läuft, das vom Luftschiff aus nach unten durch die Achse
des Konus 22 geht. Mittels dieses Seiles wird der Konus am Luftschiff in den Hohlkonus
des Mastkopfes bei der Landung hineingezogen, nachdem das durch den Schwenkarm laufende
Einholseil mit dem Luftschiffseil gekuppelt worden ist. Wenn ein Luftschiff landen
will, wird eine beträchtliche Länge des Einholseiles aus dem Schwenkarm ausgelegt
und leewärts des Mastes auf den Boden gebracht, wobei der Schwenkarm ebenfalls nach
dieser Seite geneigt wird. Wenn das Luftschiff ungefähr die Landungsstelle erreicht
hat, dann wird das Drahtseil 24 von der Spitze des Luftschiffes heruntergelassen
und mit dem Einholseil durch eine geeignete Kupplung verbunden. Alsdann steigt das
Luftschiff durch Auswerfen von Ballast, hebt das Einholseil vom Boden hoch und wird
dann durch eine Winde mittels des durch den Schwenkarm laufenden Seiles eingeholt,
bis der Konus 22 in den Hohlkonus 17 hineingezogen worden ist. In dieser Stellung
wird der Konus 22 durch unter Federwirkung stehende Klinken 25 im Konus 17 festgehalten,
in dessen Wandung sich dieselben befinden. Die Stoßwirkung beim Eingreifen des Konus
22 mit dem Konus 17 oder die Möglichkeit, das Seil zu weit aufzuwinden, wird durch
die teleskopartige Anordnung der beiden Rohre 6 und 7 gemildert, da bei einem derartigen
Vorgang die Feder 8 innerhalb des Schwenkarmes zusammengedrückt wird. Das Einholen
wird zweckmäßig durch eine Winde fortgesetzt, bis das innere Rohr 7 so weit in das
Rohr 6 geschoben worden ist, daß die Klinken 9 hinter den Bund 26 greifen. Der Schwenkarm
wird dann durch die Zentrierseile i o in seine senkrechte Stellung gebracht und
in dieser Stellung durch radiale Stützstangen 27, die zwischen das untere Ende des
Rohres 7 und die Basis des Fußes 2 gesteckt werden, festgehalten. Nach Landung des
Luftschiffes befindet sich also der Schwenkarm in der zentralen Lage, die in Abb.
i gestrichelt angedeutet ist, wobei die Klinken 9 hinter den Bund 26 greifen. Nunmehr
wird das lange schwere Drahtseil 2:f von dem Einholseil der Winde gelöst und an
Bord des Luftschiffes eingeholt, so daß letzteres nur durch die Kupplung der Kegel
22 und 17 mittels der Klinken 25 festgehalten wird. Ein verhältnismäßig kurzes,
leichtes Drahtseil 28,
das durch einen Haken an der Spitze
des Luftschiffes in gewöhnlicher Weise angebracht ist, wird sodann innerhalb der
Haltekegel 22 rund 17 und des Schwenkarmes 6, 7 herabgelassen und an dem Spannschloß
29 mittels eines Schäkels zga befestigt.
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Um das Schiff vom Mast zu lösen, wird das Seil28 straff gespannt,
so daß die auf die Klinken 25 ausgeübte Kraft aufgehoben wird und letztere zurückgezogen
werden können. Da sich der Mast in seiner untersten Lage befindet, kann dies von
der Plattform aus geschehen; irgendeine geeignete Einrichtung, um die Klinken 25
in der zurückgezogenen Lage zu verriegeln, z. B. dadurch, daß man durch eine Teildrehung
einen Vorsprung an der eingezogenen Klinke gegen einen Anschlag bringt, gibt den
Konus 22 frei, ,so daß sein, Zurückziehen ermöglicht wird, sobald das Halteseil28
abgeworfen ist. Das Luftschiff ist alsdann vollständig von dem Landungsmast gelöst.
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Wenn das Luftschiff freigemacht und aufgestiegen ist, wird ein mit
einem Fitting 30 verzenenes Seil 31 durch den Konus 17 und den Schwenkarm 6, 7 herabgelassen
und an der Winde befestigt; dies geschieht von der Plattform des Mastes aus. Wenn
dieses Seil gespannt wird, werden die Klinken 9 - aus ihrem Eingriff mit dem Bund
26 zurückgezogen und das Seil31 allmählich losgelassen, bis der Schwenkarm seine
vollständige Ausdehnung erreicht hat, wie in Abb. i ausgezogen dargestellt. Das
Sei131 wird dann von der Winde gelöst und zurückgezogen, wobei es mittels eines
Seiles, das am oberen Teil des Fittings 3o befestigt ist (Abb. 2), auf die Plattform
eingeholt wird. Darauf werden die Streben oder Stützstangen 27 entfernt, .so daß
der Schwenkarm nur durch die Zentrierseile io in senkrechter Lage gehalten wird.
Dadurch ist der Mast wieder in Bereitschaft für die Landung eines anderen Luftschiffes,
wobei natürlich die Klinken 25 vorher in ihre normale Eingriffslage zurückgebracht
.sein müssen.
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Anstatt von der Spannung auf das Landungsseil24 abhängig zu sein,
um selbsttätig eine aufrichtende Wirkung auf den Schwenkarm auszuüben, zu welchem
Zweck das Kabel zwischen Rollen 32, die senkrecht unter dem Stützmittelpunkt des
Armes liegen, geführt wird, kann eine federnde oder nachgiebige, zum Aufrichten
dienende Vorrichtung am unteren Ende des Armes angeordnet sein. Um das Ineinandergreifen
der beiden Haltekegel zu erleichtern, kann der Scheitelwinkel des äußeren größer
als der des inneren Kegels ausgeführt werden.