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Vorrichtung zum Prüfen der Luft auf entzündbare Beimengen von Gasen,
bei der das zu prüfende und komprimierte Gasgemisch in einem Behälter zur Explosion
gebracht wird. Um im Bergbau die Reviere auf Schlagwetter zu kontrollieren, wird
im nachstehenden ein Anzeiger beschrieben und in der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsl:eispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar ist Abb. i der Schnitt durch den Anzeiget und Abb. 2 die Ansicht
von oben.
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Der Schlagwetteranzeiger besteht aus einem Zylinder oder zylinderartigen
Körper i. In dem Zylinder sind Kolben 2, 3 vorhanden. Die Kolben sind von oben und
von unten in denselben hineingeschoben uni sind mit. Kolhenstangen
4,
5 an Hebel 6, 7 gelenkig angeschlossen. Die Hehe16, 7 sind mit Schlitzaugen 8, 9
zum Teil außerhalb der Zylinderwand an die Zylinder i angeschlossen. Die zweiten
Enden der Hebel 6, 7 sind el:enfalls reit Schlitzaugen io, i i versehen,
welche Bolzen 12, 13 umschließen, und die letzteren sind von einer Spindel 14 durchdrungen.
Die Spindel 14 ist mit Rechts- und Linksgewinde versehen und dreht sich in Augenlagern
15, 16, welche am Zylinder i angebracht sind. An der gegenüberliegenden Seite ist
ein kleiner Zylinder 17 an den Hauptzylinder i angegossen, in welchem ein Kolben
ig vorhanden ist. Desgleichen ist noch ein Stutzen 2o an den Zylinder i angegossen,
an welchen ein Behälter 21 angebracht ist. Der Behälter wird von einer Kolbenstange
22 durchdrungen und finit einem Flansch 23 abgedichtet.
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Der Arbeitsvorgang ist folgender: Der Schlagwetteranzeiger wird auf
den Fuß, welcher von dem unteren Abschnitt des Zylinders i gebildet ist und nach
unten etwas breiter ist, auf einen Körper, welcher ziemlich plan ist, aufgesetzt.
Die im Revier vorhandenen Schlagwetter gelangen in das Innere des Zylinders i durch
Öffnungen 24, durchziehen den Zylinder in seiner Höhe und gelangen durch Öffnungen
25 aus dem Zylinder ins Freie. Über die Öffnungen 24 ist ein Schirm 35 um den ganzen
Umfang des Zylinders gelegt, damit ein größeres Quantum Schlagwetter durch das Innere
des Zylinders strömt. Durch den Schirm 35 wird ein schnelleres Entleeren des Zylinders
i von den Schlagwettern erreicht, in dein die gesamte Grubengasanzeigevorrichtung
auf und nieder bewegt wird.
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Wird nun angenommen, daß Schlagwetter vorhanden sind, so wird an einem
Handrädchen 26 gedreht, so daß die Hebel etwa parallel zueinander stehen; es werden
dann auch die Kolben 23 die Öffnungen oben und unten gleichzeitig schließen. Der
Prüfer dreht an einem Rad 27, welches auf einer Welle 28 sitzt. Im Innern des Zylinders
i sitzt auf der Welle 28 eiri kleines Rädchen 29, das am Umfang mit vielen scharfen
Einschnitten versehen ist. Unter dem kleinen Rädchen 29 ist ein Röhrchen
30 vorgesehen, welches die Zylinderwand ebenfalls mit einem kurzen Stutzen
von innen durchdringt und außen am Zylinder i angeschraubt ist. In dein Röhrchen
ist ein Feuerstein 31, der mit einer kleinen Feder belastet ist und den Stein iinilier
gegen das Rädchen schiebt, so daß beim Drehen an dein Rädchen 29 ein Funken erzeugt
wird (ähnlich den bekannten Feuerzeugen). Die Funken werden die in dem Zylinder
abgeschlossenen Schlagwetter zur Entzündung bringen, so daß man ohne weiteres feststellen
kann, daß in dein betreffenden Abschnitt, in welchem sich der Anzeiger aufgehalten
hat, Schlagwetter befinden. Damit man auch jederzeit feststellen kann, daß ein Funken
erzeugt wird, ist etwa in der entgegengesetzten Seite der Funkenerzeugungsstelle
in der Zylinderwand ein kleiner Glaskörper 32 eingefügt, durch welchen man beobachten
kann, ob ein Funken erzeugt ist. plan dreht dann einfach so lange an dem Rad 27,
bis der Funke zu sehen ist. Ist nun die Explosion in dem Zylinder i erfolgt, so
wird der Kolben i9 aus dem Zylinder 17 nach außen gedrängt, etwa so weit,
bis die Öffnungen 33 frei sind, so daß die Explosionsreste durch dieselben entweichen
können und von der firn Behälter vorhandenen Flüssigkeit (etwa Wasser) unschädlich
gemächt werden. Um einen Überdruck in dem Behälter durch die Explosion zu begegnen,
wird ein freier Raum 36 gelassen, so daß die Flüssigkeitsmenge in dein Behälter
verdünnt werden kann. Als «eitere Sicherheit wird in dein Teil vom Behälter 2i,
welcher nach oben steht, eine Öffnung 37 vorgesehen, so daß ein Teil von der Flüssigkeitsmenge
evtl. herausgedrängt werden kann. Mit dem Anzeiger kann man auch die Menge der Schlagwetter
feststellen, indem am Zylinder i eine Skala 38 etwa mit Millimetereinteilung angebracht
wird, an welcher ein Zeiger 39 durch die Bewegung des Hebels 6 geführt wird, so
daß beispielsweise bei 5 mm Verdichtung die Explosion ausbleibt, dagegen bei io
min die Explosion infolge der größeren Dichte der Schlagwetter erfolgt.
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Nach erfolgter Explosion kann die Kolbenstange 22 entweder von Hand
aus oder der besseren Handhabung halber mit einer Schraubenfeder, welche auf die
Kolbenstange 22 gelegt wird, zurückgedrängt werden, damit die Flüssigkeit in das
Innere des Hauptzylinders i nicht eindringt bzw. ein neues Nachfüllen vermieden
wird.
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Der Schlagwetteranzeiger kann wie eine Bergmannslampe getragen werden,
er kann aber auch leicht an der Bergmannslampe angebracht werden.
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Die Erfindung unterscheidet sich von den bekannten Einrichtungen dieser
Art im wesentlichen darin, daß durch die gegenläufige Bewegung der Kolben 2, 3 zum
Abschließen bzw. Öffnen der Kanäle 24, 25 in dem Zylinder i eine besondere Vorrichtung
außer einer Spindel 14 zur Betätigung der Kolben 2, 3 nicht erforderlich ist. Es
wird liier angenommen, daß an die schon schweren elektrischen Grubenlampen die vorliegende
Prüfvorrichtung in verjüngtem Maßstabe angebracht wird, so daß die Lampen nur um
ein geringes schwerer werden, indem der Hauptzylinder
i in Form
einer Patrone an dem Sockel der Lampe auf geeignete Art angebracht wird und die
Grubenluft von jedem Bergmann ohne nennenswerten Zeitverlust geprüft wird. Mit dieser
Grubengasanzeigevorrichtung ist der Bergmann in der Lage, die Luft bei jeder Dichte
zu prüfen. Wird beispielsweise an dem Handrad 26 die Spindel 14 nur ein oder zweimal
gedreht, so verschieben sich die Kolben 2, 3 nur um ein Geringesgegeneinander, und
zwar eben nur um so y iel, daß die Kolben 2, 3 die Kanäle 24, 25 abschließen. In
diesem Falle wird die Luft nur sehr gering oder gar nicht komprimiert. Der Bergmann
dreht jetzt an dem Rad 27 einer Funkenerzeugungsstelle und beobachtet durch das
Bullauge 32 den Funken, und es wird bei der geringen Kompression kaum eine Explosion
erfolgen. In diesem Falle dreht man an dem Handrad 26 weiter, so daß die gegenläufigen
Kolben 2, 3 dichter zusammenrücken und die Luft stärker komprimiert wird. Man dreht
wiederholt an dem Rad 27 und beobachtet den Funken im Zylinder i. Ist hierbei eine
Explosion erfolgt, so bleiben die durch die Spindel 14 gekuppelten Kolben 2, 3 in
der augenblicklichen Lage im Zylinder i stehen, so daß nur der Kolben i9 in dem
Nebenzylinder 17 verschoben wird, und zwar nur so weit, bis die Kanäle 33 freigelegt
werden. Es wird hierbei ganz besonders Wert darauf gelegt, daß die Explosionsreste,
die durch die Kanäle 33 strömen, nicht direkt ins Freie gelangen, wie es bei den
schon bekannten Vorrichtungen der Fall ist, sondern die Feuerreste werden nach der
Explosion von den Kanälen 33, welche nach unten münden, in einen Behälter 21, welcher
mit Wasser 34 zum Teil gefüllt ist, geleitet, so daß die Feuerreste restlos gelöscht
werden und nur als gefahrloser Rauch evtl. durch den Trichter 37 ins Freie abwandern.
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Die gegenläufigen Kolben 2, 3 sind aus dem Grunde durch die Spindel
14 gekuppelt, damit jegliche Kompressions- bzw. Ansaugevorrichtungen für die zu
prüfende Luft überflüssig werden, wodurch Material und Gewicht gespart wird. Die
Pumpen werden hierbei dadurch ersetzt, daß in dem Zylinder i um den ganzen Umfang
kleine Löcher gebohrt sind, so daß die so hergestellten Kanäle 25 schräg von oben
außen nach innen unten und die Kanäle 2q. von unten außen nach innen oben unter
dem Schirm 35 verlaufen. Schiebt man durch irgendein Hilfsmittel die Kolben 2, 3
zusammen, so hat man ein Quantum Luft eingefangen. Die Menge der Schlagwetter wird
hierbei nicht an dem Ausschlag des Kolbens i9 während der Explosion gemessen, sondern
an der Höhe der Kompression, die zur Explosion geführt hat. Man merkt sich die Stellung
des Zeigers 39 an der Skala 38 bei ganz geringer Kompression. Desgleichen merkt
man sich die Stellung des Zeigers 39 an der Skala 38 bei hoher Kompression und wiederholt
das Zünden.