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Speisewasserregler mit Ausdehnungsrohr. Die Erfindung bezieht sich
auf einen Speisewasserregler mit Ausdehnungsrohr, das mittels einer doppelten Hebelübersetzung
auf das Speisewasserventil einwirkt. Das Neue der Erfindung gegenüber Reglern ähnlicher
Art besteht in der besonderen Anordnung der Übersetzungshebel und die Verbindung
ihrer festen Drehpunkte durch Zugstangen, wodurch eine gedrängte und stabile Bauart
erzielt wird.
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Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht in einer besonderen Regelung
durch Heben und Senken des Lagers des Ausdehnungsrohres.
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Zn der Zeichnung zeigt Abb. i einen mehr oder weniger schematisch
gezeichneten Aufriß eines gemäß der Erfindung ausgebildeten Reglers.
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Abb. 2 ist ein vergrößert dargestellter Längsschnitt durch das vom
Regler beeinflußte Speisewasserventil.
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In üblicher Weise besitzt das Ausdehnungsrohr i an seinem oberen Ende
das durch ein Rohr 4. mit dem Dampfraum des Kessels 3 gelenkig verbundene Dampfkopfstück
2. Das untere oder Wasserkopfstück 5 des Rohres i ist durch Rohrleitungen 6, 7 und
8 mit dem Wasserraum des Kessels unterhalb des Wasserspiegels verbunden. Auf diese
Weise sind die Wasserstände im Kessel 3 und im Rohr i im wesentlichen gleich. Der
Wasserstand des Kessels wird durch ein übliches Wasserstandsglas 9 angezeigt. Für
gewöhnlich ist also der untere Teil des Rohres i mit Wasser, der obere Teil mit
Dampf gefüllt und infolgedessen wird sich das Rohr i ausdehnen oder zusammenziehen,
wenn das Wasser im Rohr fällt oder steigt und hierdurch den Wasserzufluß des Kessels
auf folgende Weise beeinflussen.
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Das Wasserkopfstück 5 ist durch einen Gabelkopf 29 und eine Schraubenspindel
27 mit einer Fußplatte io fest verbunden, die auf geeignete Weise in ihrer Stellung
festgehalten wird, z. B. auf eine feste Leiste ix aufgeschraubt sein kann. Auf der
Leiste ir ist ferner ein Lagerauge 12 fest angebracht, das zwei Zugstangen 13 und
einen Doppelhebel 16, 17 drehbar in sich aufnimmt. Die anderen Enden der Stangen
13 sind im Gabelkopf 29 drehbar gelagert. Hierdurch ist in allen Lagen ein gleicher
Abstand der Lager iz und 29 gewährleistet. Oben ist das Ausdehnungsrohr mit dem
Dampfkopfstück 2 verbunden, das sich in der Längsrichtung des Rohres i frei bewegen
kann, während seine Auf- und Abbewegungen durch das Rohr .I und Hebel 1.1 oder auf
sonst geeignete Art verhindert werden. Das Kopfstück 2 ist am Hebel 14 drehbar angebracht,
dessen oberes Ende durch eine Stange 15 mit Spannschraube 26 mit dem Gabelkopf 29
und dem Kopfstück 5 drehbar verbunden ist. Der Übersetzungshebel 14 besitzt bei
151 einen festen Drehpunkt. Unten ist der Hebel 1.1 mit dem kurzen Hebelarm 16 eines
Doppelhebels drehbar verbunden, dessen längerer Arm 17 durch geeignete Mittel, wie
die Kette 18, mit dem Hebel i9 des Speisewasserventils 2o verbunden ist.
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Am Ende des Hebels i9 ist ein Gewicht 21 angebracht, das beim Zusammenziehen
des Rohres i den Hebel i9 abwärts zieht und das Speisewasserventil 2o zu schließen
sucht.
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Nach dieser Einrichtung ist es verständlich, daß bei Ausdehnung des
Rohres i das entlastete Ventil 23 angehoben wird und mehr Wasser durch die Speiseleitung
22 zum Kessel strömen läßt. Durch geeignete Mittel wird ein ständiger Zufluß in
der Speiseleitung 22 unter einem Druck erreicht, der höher als der Kesseldruck ist.
Umgekehrt, wenn Rohr i sich infolge Hebens des Wasserspiegels zusammenzieht, geht
der Kolben z3 durch das Gewicht 2i herunter, und die durchfließende Wassermenge
wird geringer.
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Gegenüber bekannten Reglern ähnlicher Art kann bei diesem das Rohr
i kürzer als bisher üblich gehalten sein, und ein größeres Übersetzungsgestänge
ist zwischen Rohr i und
Speiseventil 23 eingeschaltet. Die ganze
Bauart ist gemäß den durch das vergrößerte Gestänge hervorgerufenen erhöhten Beanspruchungen
entsprechend kräftiger ausgebildet. Aus diesem Grunde ist auf beiden Seiten des
Doppelhebels 16, 17 und des WasserkopfstÜckes 5 des Rohres je eine Zugstange 13
vorgesehen, und die am Hebel 14 oben bei 15'
angelegte Spannstange 15 ist
nur durch Drehzapfen 24 zusammen mit den Zugstangen 1s und dem Wasserkopfstück 5
gelenkig verbunden. Auf diese Weise ist ein sehr fester und kräftiger Regler geschaffen,-
dem auch die größten, im Rohr auftretenden Ausdehnungskräfte keinen Schaden verursachen
können.
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Die übliche Länge der Ausdehnungsröhren bei Kesselspeisewasserreglern
ist ungefähr 1,75 bis 2 m, während die Länge des erfindungsgemäß angewandten Rohres
nur ein Drittel davon beträgt, wobei durch eine größere Übersetzung im Gestänge
derselbe Ventilhub wie bei den alten langen Rohren erzielt wird. Um den Kraftaufwand
zur Bedienung des Speiseventils zu verringern, wird ein ausgeglichenes, d. h. entlastetes
Kolbenschieberventil 23 angewandt.
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Durch das Spannschloß 26 kann die Länge der Stange 15 verändert werden,
wodurch die Einstellung des Speiseventils 2o in bezug auf das freie Ende des Ausdehnungsrohres
als Drehpunkt erfolgt. Manchmal ist es wünschenswert, die Neigung des Rohres 1 zu
verändern, da diese Neigung den Bereich vom höchsten zum niedrigsten Wasserstand
bei normalem Kesselbetrieb beeinflußt. Je größer die Neigung des Rohres zur Wagerechten
ist, desto größer müssen die Schwankungen des Wasserspiegels im Kessel sein, um
das Speisewasserventil vollständig zu öffnen oder zu schließen. Wenn daher verlangt
ist, den Schwankungsbereich des Wasserspiegels im Kessel zu verkleinern, so ist
die Rohrneigung durch Höhenverschiebung des Kopfstückes 5 zu verändern, was durch
die in der Fußplatte 1o drehbar gelagerte Schraubenspindel 27 erfolgt, die in den
Gabelkopf 29 hineingeschraubt und hier durch eine Mutter 34' gesichert werden kann.
Da die Zugstangen 13 und die Doppelhebel 16, 17 im Lager 12 drehbar sind, so gleicht
dieses Kippen der Vorrichtung mehr einem Drehen um den Drehzapfen 3o des durch die
Zugstangen und den Hebel gebildeten Dreiecks. Um irgendwelche Beanspruchungen der
Rohre 4, 4 und 7, 8 klein zu halten. sind drehbare zur Dreiecksebene senkrechte
Rohrmuffen zwischen den entsprechenden Rohrstücken angebracht. Ebenso sind die Rohre
4 mit dem Kessel durch doppelte Winkelstücke oder in sonst geeigneter nachgiebiger
Weise verbunden.
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Bei dieser Anordnung ist mit Ausnahme der Hebel kein Teil des eigentlichen
Reglers einer Biegungsbeanspruchung unterworfen, während des Betriebes stehen sie
unmittelbar unter Druck oder Zug. Hierdurch ist jede Neigung zum Verbiegen ausgeschlossen
und irgendwelche nichtbetriebssicheren Federn oder ähnliches kommen in Fortfall.
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Um die Menge des durch das Ausdehnungsrohr abwärtsfließenden Dampfwassers
zu verringern, ist das Dampfkopfstück 2 mit dem Wasserrohr 7 durch ein Rohr 34 verbunden;
infolgedessen fließt der im Rohr 4 niedergeschlagene Dampf entweder in den Kessel
zurück oder abwärts am Dampfkopfstück 2 vorbei nach dem Rohr 7. Hierdurch wird die
Wassertemperatur im Rohr 1 wesentlich niedriger, als dies der Fall wäre, wenn das
Dampfwasser durch Rohr 1 abfließt.
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Da bei diesem Regler das Gewicht 21 mittelbar am freien Ende des Doppelhebels
16, 17 angreift, der auf einer Linie mit den Lagern 1o und r2, ungefähr in der Mitte
angeordnet ist, so besteht keine Neigung, daß der Regler in der Längs- oder Querrichtung
umkippen könnte, wie dies bei anderem Angriffspunkt der Last möglich wäre. Des weiteren
hält der Regler größere seitliche Stöße aus, da der belastete Arm 17 in einem niederen,
starren Lager 12 gestützt ist und nicht am Ende einer langen Strebe aufgehängt ist.