DE396380C - Verfahren zur Verzuckerung von Holz, Torf und anderen pflanzlichen Stoffen mit verduennten Saeuren - Google Patents

Verfahren zur Verzuckerung von Holz, Torf und anderen pflanzlichen Stoffen mit verduennten Saeuren

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DE396380C
DE396380C DEM74910D DEM0074910D DE396380C DE 396380 C DE396380 C DE 396380C DE M74910 D DEM74910 D DE M74910D DE M0074910 D DEM0074910 D DE M0074910D DE 396380 C DE396380 C DE 396380C
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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N1/00Microorganisms; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
    • C12N1/22Processes using, or culture media containing, cellulose or hydrolysates thereof
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13KSACCHARIDES OBTAINED FROM NATURAL SOURCES OR BY HYDROLYSIS OF NATURALLY OCCURRING DISACCHARIDES, OLIGOSACCHARIDES OR POLYSACCHARIDES
    • C13K1/00Glucose; Glucose-containing syrups
    • C13K1/02Glucose; Glucose-containing syrups obtained by saccharification of cellulosic materials

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Description

  • Verfahren zur Verzuckerung von Holz, Torf und anderen pflanzlichen Stoffen mit verdünnten Säuren. Es ist bereits bekannt, Holz, Torf und andere zellulosehaltigen Stoffe durch Erwärmen mit verdünnten Säuren zu verzuckern. Da nach Versuchen von Flechsis und anderen Forschern die Zellulose gegen verdünnte Säuren sehr widerstandsfähig ist, so w«rde die Hydrolyse der Zellulose und zellulosehaltigen Materialien vorzugsweise in Autoklaven bei erhöhter Temperatur und Druck ausgeführt (Ullmann, Enzyklopädie der technischen Chemie, Bd. t). Nach eingehenden Untersuchungen von Simonsen, Körner u. a. lassen sich bei der Hydrolyse von Zellulose und Holz mit verdünnter Schwefelsäure die besten Ausbeuten an Zucker bei ungefähr 8 Atm. und einer Säurekonzentration von o,5 Prozent erzielen. Bei Temperaturen unterhalb 120 C verläuft nach den bisher vorliegenden Versuchen die Verzuckerung von Zellulose, Holz usw. nur sehr langsam und unvollständig. So erhielt S i m o n s e n beispielsweise mit verdünnter Schwefelsäure bei x,3 Atm. nach q. Stunden nur 2,5 Prozent Zucker.
  • Es ist nun gefunden worden, daß unter geeigneten Bedingungen schon bei zoo° C, d. h. in offenem Gefäß und unter gewöhnlichem Drucke, eine rasche und nahezu vollständige Verzuckerung erreicht werden kann. Wesentlich hierfür ist, daß der Säuregehalt des Reaktionsgemisches (oder genauer die Wasserstoffsionenkonzentration) in bestimmten, unten festgelegten Grenzen gehalten sowie eine bestimmte Temperatur nicht überschritten wird und daß durch mechanisches Rühren oder andere geeignete Maßregeln für ein intensives Durchmischen der Reaktionsmasse gesorgt wird. Außerdem ist es von großer Wichtigkeit, daß die angeführten Bedingungen gleichzeitig zur Anwendung gelangen, da das Außerachtlassen des einen oder des anderen der angeführten Arbeitsfaktoren das Endergebnis wesentlich beeinträchtigt.
  • Bei Einhaltung der in der vorliegenden Erfindung festgelegten Arbeitsweise lassen sich höhere Ausbeuten an vergärbarem Zucker erzielen als bei Anwendung erhöhter Temperaturen und Drucke in Autoklaven.
  • Zum Vergleich seien die Ergebnisse der Versuche mit Torf angeführt: Bei Einwirkung verdünnter Schwefelsäure auf jungen Sphagnum-Torf in Autoklaven bei 3 Atm. wurden nach Untersuchungen von Freilitzen und Tollens im günstigsten Falle ungefähr 2o Prozent der organischen Substanz des angewandten Torfes verzuckert, während nach dem vorliegenden Verfahren aus dem gleichen Ausgangsmaterial in offenen Gefäßen sich leicht eine Verzuckerung von 25 bis .28 Prozent erzielen läßt, wie aus folgendem Beispiel ersichtlich Ein hölzernes Faß von ungefähr 300 1 Fassungsraum wurde mit go 1 Wasser, .1,8 kg Schwefelsäure (52 g) und 16 kg Sphagnum-Torf mit 25 Prozent Wassergehalt gefüllt. Das Reaktionsgemisch wurde mit offenem Dampf ungefähr 5 Stunden bis zur Siedetemperatur erhitzt, wonach 150 kg einer breiigen, leicht beweglichen Masse erhalten wurden, die aus 7 kg ungelöstem Rückstand und 140 1 einer Lösung mit einem Gehalt von 22,2 g Zucker pro Liter bestand, was einer Verzuckerung von 26 Prozent der Torftrockensubstanz entspricht.
  • Aus der erhaltenen breiigen Masse kann durch übliche Filtrationsverfahren, -wie Abnutschen oder Abpressen, unter einem Druck von ungefähr 2 bis 3 Atm. leicht die Hauptmasse der Lösung getrennt werden. Um die in dieser enthaltene Säure sowie die Wärme besser ausnutzen zu können und andererseits Lösungen mit erhöhtem Zuckergehalt zu erhalten, wird das heiße Filtrat zweckmäßig zur Behandlung von frischem Torf verwendet. Auf diese Weise kann man z. B. nach dreifacher Ausnutzung derselben Lösung ohne weiteren Zusatz von Säure und mit verhältnismäßig geringem Brennstoffverbrauch ein Filtrat mit einem Zuckergehalt von 6o bis 70 g pro Liter erhalten.
  • Die Anwendung der abgepreßten sauren Zuckerlösung zur Verarbeitung weiterer Teile des Rohmaterials ist bereits vorgeschlagen worden (Patent 118j40), hat jedoch bisher keine praktische Bedeutung gehabt, da der bei der ersten Operation gebildete Zucker bei erneuter Anwendung der Lösung infolge der hohen Arbeitstemperatur wieder zum größten Teil zersetzt wird. Erst durch die vorliegende Erfindung wird eine erneute Anwendung der abgepreßten Zuckerlösung praktisch möglich, da bei der relativ niederen Reaktionstemperatur eine Zersetzung des schon vorhandenen Zuckers ausgeschlossen ist, wie durch besondere Kontrollversuche festgestellt wurde.
  • Bei dem im Beispiel angegebenen Verhältnis von verdünnter Säure und Torf ist das Reaktionsgemisch nach erfolgter Hydrolyse so leicht beweglich und flüssig, daß durch das Sieden eine zur raschen und vollständigen Verzuckerung des Torfes genügende Durchmischung der Reaktionsmasse erreicht wird. Durch Anwendung von mechanischem Rühren und beim Arbeiten in geschlossenen Gefäßen unter mäßigem Druck und bei einer ungefähr i20° nicht übersteigenden Temperatur kann die Zeitdauer der Hydrolyse sowie das Verhältnis von Säure zu Torf noch herabgesetzt werden, wobei die Zuckerkonzentration natürlich entsprechend steigt und auch die Ausbeute an Zucker noch etwas erhöht wird. In dieser Hinsicht angestellte Kontrollversuche haben ergeben, daß die bei loo° erhaltenen sauren Lösungen ohne merkliche Zersetzung des in ihnen enthaltenen Zuckers 2 bis 3 Stunden auf 12o° erhitzt werden können; bei x25° werden innerhalb 2 Stunden schon gegen 5 Prozent Zucker unter Bildung organischer Säuren und Humusstoffe zerstört.
  • Vollständig befriedigende Resultate wurden auch bei der Verzuckerung von Holz und Moos mit i bis 3 Prozent Schwefelsäure oder 0,5 bis 2 Prozent Salzsäure unter gewöhnlichem Drucke erhalten. So wurde beispielsweise beim Kochen eines Gewichtsteiles Fichtenspäne mit 8 Gewichtsteilen 2prozentiger Schwefelsäure im Laufe von 2 Stunden eine Lösung erhalten, die 24 g Zucker im Liter enthielt, was bei einem Wassergehalt der Späne von 22 Prozent einer Verzuckerung von 25 Prozent der Holztrockensubstanz entspricht.
  • Bei der Hydrolyse der verschiedenen Moosarten unter denselben Versuchsbedingungen wurden Verzuckerurgsgrade von 32 bis 48 Prozent von 'der Trockensubstanz, bei Renntiermoos (Flechte) sogar 57 Prozent erhalten. Somit ist festgestellt, daß die Verzuckerung von Holz, Torf und Moos sich vollständig befriedigend schon bei loo° ausführen läßt.
  • Gegenüber den bisher bekannten Verfahren der Verzuckerung von Holz, Torf usw. weist das gemäß vorliegender Erfindung folgende beträchtliche Vorzüge auf: i. Erhöhung der Zuckerausbeute infolge Verminderung der Verluste durch Zersetzung bei erhöhter Temperatur, 2. Möglichkeit in offenen hölzernen Gefäßen zu arbeiten bzw. in geschlossenen Apparaten einfacher Bauart, die auf einen Druck von höchstens i bis 2 Atm. berechnet sind, was die Anschaffungskosten und dementsprechend die Amortisationsquote beträchtlich herabsetzt, 3. erhebliche Brennstoffersparnis, die durch die Herabsetzung der Temperatur von 18o auf 10o bzw. 12o° bedingt ist, was naturgemäß den Dampfverbrauch entsprechend vermindert, 4. weitere Brennstoffersparnis sowie eine Verminderung des Schwefelsäureverbrauches und der zur Neutralisation (bei der weiteren Verarbeitung) erforderlichen Kreide oder Kalke infolge der Anwendung der heißen Filtrate zur weiteren Behandlung von frischem Ausgangsmaterial.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren der Verzuckerung von Holz, Torf und anderen pflanzlichen Stoffen mit verdünnten Säuren und bei erhöhter Temperatur, dadurch gekennzeichnet, daß anorganische Säuren in solcher Menge angewendet werden, daß das Reaktionsgemisch o,2 bis o,6 normal ist und daß die Temperatur 120' C nicht übersteigt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß während des Kochens ein mechanisches Rühren des Reaktionsgemisches stattfindet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, da.ß die vorn Rückstande getrennte zuckerhaltige Lösung zur Verzuckerung neuen Rohmaterials verwendet wird.
DEM74910D 1921-08-28 1921-08-28 Verfahren zur Verzuckerung von Holz, Torf und anderen pflanzlichen Stoffen mit verduennten Saeuren Expired DE396380C (de)

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