DE39436C - Verfahren zur Herstellung einer Putz- und Steinmasse aus Gyps - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer Putz- und Steinmasse aus Gyps

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DE39436C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B28/00Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements
    • C04B28/14Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements containing calcium sulfate cements

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Die Herstellung der neuen Masse geschieht durch Vermengen von Leim und Wässer bei rnäfsiger Wärme zu einer dickflüssigen Consistenz, welcher Leinölfirnifs in solcher Menge zugesetzt wird, dafs auf je 7 Gewichtstheile der Masse 1 Gewichtstheil Leinölfirnifs kommt. Nachdem letzterer innig mit der Leimmasse vermischt ist, fügt man Salz- oder Schwefelsäure zu, und zwar ist entweder ebenso viel Salzsäure als vorher OeI oder ein Drittheil Schwefelsäure zuzusetzen. Die Mischung ist wenigstens eine Viertelstunde lang sorgfältig umzurühren, wobei sie heifs gehalten werden mufs. Hierauf wird die Erwärmung eingestellt und die Mischung durchgerührt, bis sie erkaltet ist.
Nach dem Erkalten läfst man sie ca. 3 Tage lang stehen, während welcher Zeit sie täglich dreimal 5 bis 10 Minuten lang umgerührt wird. Nach den 3 Tagen wird die Flüssigkeit ganz dünn; sie ist alsdann zuzudecken, damit sie vor der Einwirkung der Atmosphäre geschützt ist. Die beschriebene Lösung kann beliebig lange aufbewahrt werden. Wenn man künstlichen Marmor herstellen will, vermengt man einen Theil derselben mit 20 Theilen Wasser, so dafs sie vollständig in letzterem gelöst wird, und setzt dann nach und nach unter fortwährendem Rühren der Flüssigkeit gebrannten Gyps zu, bis eine teigartige Masse von der Consistenz des Modellirthones entsteht. Dieser Teig wird mit der Hand oder mittelst Knetmaschinen sorgfältig durchgeknetet, worauf man ihn in beliebige Formen pressen und mit bekannten Färbemitteln färben kann.
Wenn bunter Marmor hergestellt werden soll, so vereinigt man auf die gebräuchliche Art verschiedene Stücke verschieden gefärbter Teigmassen.
Der auf die beschriebene Weise hergestellte künstliche Marmor eignet sich besonders gut zur Anfertigung ornamentaler Verzierungen, da er rasch und leicht geformt und auf Hochglanz polirt werden kann.
Ebensogut als in Formen läfst sich die teigartige Masse auch zu ebenen Tafeln oder Platten pressen, und die Mengenverhältnisse der einzelnen zur Verwendung gelangenden Materiale können variirt werden, ohne dafs dadurch das Wesen der vorliegenden Erfindung verändert würde.
Wenn die Masse zu Wandverkleidungen oder für ähnliche Zwecke verwendet werden soll, ist es vortheilhaft, sie in zerriebenem Zustande zu besitzen. Die Composition wird zu diesem Zwecke auf folgende Weise hergestellt.
80 Gewichtstheile Leim werden mit 80 Gewichtstheilen Wasser bei gelinder Wärme vermischt, so dafs man eine dicke Flüssigkeit erhält. Dieser setzt man ca. 16 Gewichtstheile Leinölfirnifs zu, und nachdem derselbe mit der Leimflüssigkeit vollkommen vermengt ist, bringt man 22 Gewichtstheile Salzsäure und 5 Gewichtstheile Schwefelsäure ein, worauf man die Mischung unter fortwährendem Rühren auf ca. 2300C. erhitzt. Hierauf läfst man sie er-
kalten und etwa 3 Tage lang stehen, während welcher Zeit man sie drei- oder viermal täglich je 5 bis 10 Minuten lang umrührt. Nach dieser Periode werden auf 1 Gewichtstheil der Mischung 16 '/2 Gewichtstheile Wasser zugesetzt, und diese Composition wird in einen flachen Trog gebracht, damit man so viel von dem nun hinzukommenden Material hineinsieben kann, als zum vollkommenen Aufsaugen der Lösung ohne Umrühren nothwendig ist. Dieses Material besteht aus einem Gemenge von. ι Theil calcinirten schwefelsauren Kalk auf ca. Y20 Theil calcinirtem kohlensauren Kalk. Die durch das Zusetzen der eben genannten Materialien in die oben beschriebene Mischung entstehende Masse wird stehen gelassen, bis sie trocken ist. Das Trocknen kann durch Erwärmen beschleunigt werden. Wenn das Product eine bestimmte Farbe besitzen soll, so wird der trockene Farbstoff dem Kalk und Gyps zugesetzt, bevor diese Materialien in die flüssige Composition gesiebt werden. Durch sorgfältiges Vermengen des Farbstoffes mit dem Kalk und Gyps erzielt man eine gleichmäfsige Färbung der Masse. Nach dem Trocknen kann die Masse zerrieben und alsdann zum Verkleiden von Wänden und ähnlichen Zwecken verwendet werden, wozu . man sie mit einer zur Herstellung eines dicken Putzes nöthigen Menge Wasser vermengt.
Falls gewünscht wird, billigere, härtere und andere Qualitäten des trockenen Materials herzustellen, kann man je nach dem Product, das man erzeugen will, der oben beschriebenen trockenen Masse 2 bis 16 Theile Gyps und 3 bis 12 Theile trockenen. Sand beimengen. Die auf solche Weise erhaltenen Producte
können, mittelst Wasser auf Mörtelconsistenz gebracht, als Anwurf oder Grobputz verwendet werden.
Das beschriebene Material hat eine grofse Adhäsionsfähigkeit; es haftet an Verschalungen, Holz' oder Eisen, sowie auf Stein oder Ziegelmauerwerk fest, wird in kurzer Zeit so hart wie Stein und besitzt dabei eine gewisse Elasticität. Das Material ist aufserdem feuer- und wasserbeständig.
Beim Zusammensetzen der zerreibbaren Masse sind die angegebenen Mengenverhältnisse zu beobachten, da man sonst ein Product erhält, welches hart wird, statt zu einer zerreiblichen Masse zu trocknen.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Ein künstliches Baumaterial, bestehend aus einem innigen Gemenge von Leim, Wasser, Leinölfirnifs und Salz- oder Schwefelsäure, welchem so viel gebrannter Gyps zugesetzt ist, dafs es eine teigartige, leicht formbare Masse bildet.
2. Um das unter 1. angegebene Baumaterial in leicht zerreibliche Form zu bringen, so dafs es, mittelst Wasserzusatzes auf Mörtelconsistenz gebracht, vortheilhaft zur Herstellung von Wandverkleidungen und zu ähnlichen Zwecken verwendet werden kann, das Zusetzen von Salz- und Schwefelsäure zu dem innigen Gemenge von Leim, Wasser und Leinölfirnifs in heifsem Zustande und Beimengen von so viel zerkleinertem calcinirten Gyps und calcinirtem kohlensauren Kalk, als zum Aufsaugen des flüssigen, mit Wasser verdünnten Gemenges nothwendig ist.
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