-
Zündpillenfeuerzeug. Die allgemein bekannten Streichzünder nach Art
der schwedischen Sicherheitszündhölzer oder der italienischen und englischen Wachskerzchen
und auch die überall entzündbaren Zündhölzer werden durch Reibung des Kopfes an
einer besonderen Reibfläche oder an einer räuhen Fläche entzündet. Die Reibfläche
und die geraubte Fläche sind meistens an dem Gehäuse für die Streichzünder .fest
angebracht. Nach. einer mehr oder weniger größeren Anzahl Zündungen sind die Reibflächen
und damit das ganze Gehäuse für die Zündung unbrauchbar. Bei Streichzündern in Form
von Pillen hat man schon vorgeschlagen, diese bei der Entnahme aus dem röhrenförmigen
Behälter durchVorbeistreichen an einer geraubten Fläche zur Entzündung zu bringen.
Diese Fläche ist aber nach ganz wenigen Zündungen abgenutzt.
-
Auch hat man bereits für Wachskerzen und Zündhölzer Feuerzeuge mit
selbsttätiger Zündvorrichtung vorgeschlagen, bei welchen man die Zündhölzer zwischen
zwei Reibzylindern hindurchziehen muß. Eine solche Anordnung beansprucht für sich
im Behälterinnern wesentlich viel Platz, welcher für das Unterbringen von Zündhölzern
verlorengeht. Auch ist der ganze Einbau nicht einfach genug. Abgesehen hiervon ist
eine solche Vorrichtung für die Entzündung von Zündpillen, die mittels eines Greifers
aus einem Behälter entnommen werden müssen, nicht geeignet.
-
Gegenstand der Erfindung ist ein Zündpillenfeuerzeug mit einer in
der Bewegungsbahn eines zu entnehmenden Streichzünders liegenden Reibfläche, bei
dem die Reibfläche auf einer beweglich, zweckmäßig hemmbar gelagerten Kugel angebracht
ist.
-
Die Kugel kann aus plastischer Masse bestehen, die mit Reibmasse überzogen
ist. Es kann aber auch die ganze Kugel aus Reibmasse bestehen und daraus z. B. durch
Pressen hergestellt sein. Die Reibmasse kann die gleiche sein, wie sie heute allgemein
bei den Zündholz-oder Zündkerzchenschachteln zur Anwendung gelangt.
Auf
der Zeichnung sind zwei Ausführungsteispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt,
und zwar zeigen Abb. i eine Vorderansicht, Abb. 2 einen Schnitt nach der Linie 1-I
der Abb. i, Abb. 3 einen Schnitt nach der Linie II-11 der Abb. 2 des ersten Beispiels
und Abb. d. (las zweite Ausführungsbeispiel im Schnitt.
-
Nach den Abb. i bis 3 befindet sich in der Vorder- und Rückseite des
Behälters i, der die Zündpillen aufnimmt, eine kreisrunde Öffnung 2 bzw. 3, in welcher
eine Kugel 7 beweglich gelagert ist. Sowohl an der Vorderseite als an der Rückseite
des Behälters i ragt eine Kugelkalotte aus dem Behälter hervor. Im Innern des Behälters
i ist die Kugel vom übrigen Inhalt des Behälters durch eine Wand 5 getrennt, welche
abgekröpft ist und mit diesem abgekröpften Teil 6 die Kugel teilweise umgibt. Die
Wand 5 dient zur Bildung eines Führungskanales für den Greifer d. der Pillen, der
im Kanal in bekannter Weise durch Klemmung oder Eigenfederung festgehalten wird.
Die Kugel 7 ist nun derart angebracht, daß sie mit einem Teil in der Bewegungsbahn
einer zu entnehmenden Pille 15 liegt. Die Zündpille wird in bekannter Weise durch
die gegeneinander beweglichen Klauen 8 und 9 des Greifers erfaßt, wobei die Klauen
bis ü her den Äquator der Zündpille hinausragen zum sicheren Halten der Pille. Eine
Feder i i bewegt die Klauen 8 und 9 in bekannter Weise gegeneinander.
-
Die Klauen können durch Druck auf den Knopf io des Greifers entgegen
der Federkraft zwecks Aufnahme einer Zündpille auseinanderbewegt werden. Beim Loslassen
des Knopfes io wird eine Zündpille durch die Klauen 8 und 9 festgehalten, und beim
Herausziehen des Greifers q. aus dem Führungskanal wird die festgehaltene Zündpille
an der i in den Führungskanal hineinragenden Kugelkalotte der Kugel ? vorbeigestrichen,
wobei eine Entzündung stattfindet, wenn die Kugel in den Öffnungen 2 und 3 genügend
Reibungswiderstand hat, um sich nicht oder nur wenig zu drehen. Im allgemeinen genügt
der beim Festhalten der Schachtel i auf die Vorder- und Hinterseite ausgeübte Druck,
um die Drehbewegung der Kugel zu hemmen. Man kann auch den Finger auf die Kugel
selbst halten.
-
Wie Abb. q. zeigt, kann man auch mittels einer Feder 13 unter Vermittlung
eines gegen die Kugel 7 anliegenden Schiebers 12 einen leichten Druck auf sie ausüben
lassen, derart, daßdie Kugel in den Führungskanal für den Greifer hineinbewegt wird.
Dabei werden dann die Öffnungen 14 in der Vorder- und Rückseite des Behälters oval
gehalten.
-
Die Herstellung der Kugeln mit der Reibmasse ist im Großen sehr leicht
und äußerst billig auszuführen. Die Kugel als Träger für die Reibmasse kann aus
plastischem Material, z. B. Ton, Papiermache, aber auch aus Holz u. dgl. hergestellt
sein. Die Reibmasse kann die bekannte Reibmasse sein, die man auch für die Sicherheitsstreichhölzer
verwendet. Für überall entzündbare Zündpillen kann man als Reibmasse auch Sand oder
Glaspulver verwenden. Man könnte auch die ganze Oberfläche der Kugel rauben.
-
Die kugelförmige Reibfläche hat folgende Vorteile: Die Kugelform verhindert,
daß große Flächen der Reibfläche unnütz verbraucht werden, wie dies bei den gewöhnlichen
Zündholzschächtelchen der Fall ist, denn zur Zündung genügt die Berührung an einer
ganz kleinen Stelle über wenige Millimeter der Reibkugel, um die Flamme hervorzurufen.
Sollte zufälligerweise eine Zündung nicht erfolgen während der Entnahme des Greifers,
so kann man die Zündpille auch an der Außenseite des Behälters i durch Anstreichen
an der Kugelkalotte der Kugel?, die aus dem Behälter herausragt, entzünden. Man
kann an ihr auch gewöhnliche Zündhölzer entzünden. Da nach einer Zündung eine Stelle
der Reibfläche der Kugel verbraucht oder in ihrer Wirkung geschwächt ist, wird die
Kunel nach jeder Zündung durch die Finger der die Schachtel haltenden Hand bewegt.
Eine Drehung von ein paar Millimetern genügt, tun immer wieder eine frische Fläche
bereit zu legen. Durch die lockere Lagerung, die einen Spielraum zwischen Führungsvorrichtung
und Reibfläche läßt, und durch die Bewegungsmöglichkeit der Kugel wird eine Zündung
vermieden, wenn die Zündpille im Greifer wieder in den Kanal hineingesteckt wird.
Ist das Feuerzeug in Dauerform ausgefübrt, z. B. als Metallschachtel mit Klappdeckel,
so ist ein Auswechseln der Reibflächenkugel einfach.