DE389C - Befestigung der Milchglasskala an ^ormalthermometern - Google Patents
Befestigung der Milchglasskala an ^ormalthermometernInfo
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- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01K—MEASURING TEMPERATURE; MEASURING QUANTITY OF HEAT; THERMALLY-SENSITIVE ELEMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
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Description
1877.
Klasse 42.
R. FUESS in BERLIN. Befestigung der Milchglasscala an Normal-Thermometern.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 2. August 1877 ab.
In Deutschland werden als Normal-Thermometer fast ausschliefslich sog. Einschlufs- Thermometer
benutzt.
Diese bestehen aus einem weiten Umschlufsrohre, dessen eines Ende etwas verengt und zu
einem dünnwandigen, cylindrischen, an seinem Ende halbkugelförmig geschlossenen Gefäfs ausgezogen
wird. Nahe am Boden des Gefäfses wird das vorher flach, trichter- oder tellerartig
erweiterte Capillarrohr von innen her angeschmolzen, so dafs hierdurch der Hohlraum entsteht,
welcher zur Aufnahme des Quecksilbers dient.
In das Umhüllungsrohr wird eine Milchglasplatte mit Theilung hineingeschoben und in noch
näher zu erörternder Weise befestigt.
Da die Theilung auf den Milchglasstreifen aufserordentlich genau hergestellt und bei hinreichend
langen Theilstreifen die bei den angewendeten dünnwandigen Capillarröhren schon ohnehin geringe Parallaxe beim Ablesen vollständig
vermieden werden kann, so gestatten diese Thermometer eine bedeutend genauere
Ablesung, als alle anderen Arten. Dieser unbestreitbare Vorzug der Einschlufs-Thermometer,
der ihre grofse Verbreitung bedingt hat, _wird aber durch die bisher sehr mangelhafte Befestigung
der Scalen in Frage gestellt. Da dieselbe am oberen Ende der UmhüUungsröhre vermittelst
zweier Korke und Lack befestigt, das untere Ende dagegen blos durch Lack angekittet ist,
so tritt sehr häufig beim Erwärmen des Thermometers infolge der Erweichung des Kittes
eine Senkung der Scala ein, so dafs die Fixpunkte im Laufe der Zeit unrichtig werden.
Dasselbe gilt auch für die neueren Befestigungsarten, bei denen die Scala sich auf Watte oder
Asbest stützt und oben durch einen Asbestring festgehalten wird. Diese Befestigungsarten involviren
noch einen anderen oft beobachteten Fehler. Wird, wie dies sehr häufig der Fall ist,
das Capillarrohr durch den Kork am oberen Ende festgehalten, so tritt beim Erwärmen des
Thermometers eine starke Durchbiegung des Capillarrohres ein, weil dasselbe von innen durch
das Quecksilber viel rascher erwärmt wird, als die Scala, die durch die schlecht leitende Luftschicht
im Innern des Thermometers gegen plötzliche Temperaturänderungen geschützt wird. Sitzt
die Capillarröhre oben lose im Kork oder Asbest, so hat sie keinen Halt und gleitet, je nach der
Lage des Thermometers auf der Scala, seitlich hin und her, oft in solchem Mafse, dafs sie gar
nicht mehr auf den Theilstrichen aufliegt, wodurch die Ablesungen ganz unsicher werden.
Bei denjenigen Einschlufs-Thermometern, deren Capillarröhren mittelst Hausenblase an der Scala
und diese selbst wieder an der UmhüUungsröhre angekittet ist, wird an die Stelle dieser so eben
gerügten Uebelstände ein anderer gesetzt.
Da, wie oben bereits erwähnt wurde, die Umhüllungs- und die Capillarröhre den plötzlichen
Temperaturänderungen, denen das Thermometer ausgesetzt wird, viel rascher folgen, als die
Scala, so finden dabei Verzerrungen und Spannungen statt, welche entweder das Thermometer
selbst gefährden oder ein schliefsliches Loslösen der Scala zur Folge haben, jedenfalls aber die
Genauigkeit der Ablesungen beeinträchtigen. Dasselbe gilt auch für diejenigen Thermometer,
bei denen das Capillarrohr an seinem oberen Ende an der Scala festgeschmolzen wird.
Ein weiterer, sehr wesentlicher Fehler der meisten Einschlufs-Thermometer besteht in ihrer
leichten Zerbrechlichkeit, die den Transport und das Calibriren derselben zu einem gewagten und
kostspieligen Experiment macht. Ist die Scala nur angekittet, so löst sie sich beim Rütteln oft
los und zerschlägt dann das Capillarrohr, anderenfalls, wenn das Capillarrohr an seinem oberen
Ende an der Scala angeschmolzen ist, genügt oft ein schwacher Stofs, um dasselbe entzwei
zu reifsen. ·
Nach den in Obigem erwähnten Mängeln, von denen einer oder der andere allen bisher bekannten
Thermometer-Constructionen anhaftet, ist es nicht schwer, das Princip einer von diesen
Fehlern freien Construction aufzustellen, in welcher folgende Bedingungen erfüllt werden
müfsten:
1. Dem unteren Ende der Scala eine feste unveränderliche Unterlage als Ausgangspunkt
und dem oberen eine sichere, die Ausdehnung nicht behindernde Führung zu bieten.
2. Bei ungehinderter Ausdehnung der drei Haupttheile des Instrumentes dennoch die relative
Lage des Capillarrohres gegenüber der Scala unveränderlich festzuhalten.
3. Dem Instrument eine gröfsere Festigkeit für Calibrirung und Transport zu geben.
Ein hohler Glasbecher wird von innen an den enger ausgezogenen Theil, den sog. Hals des
Umhüllungsrohres, angeschmolzen, der obere
wulstförmige Rand dieses Bechers hat diametral je einen Einschnitt zur Aufnahme der Scala.
Ein eben solcher, aber umgekehrt stehender Becher ist an die auf das Umhüllungsrohr aufgeschmolzene
Glaskappe ebenfalls von innen durch Schmelzung befestigt. Die Einschnitte in den unteren Rand dieses Bechers dienen zur
Führung des oberen Endes der Scala. Zwischen Scala und Becher Wird aber noch ein federndes
Metallblättchen gelegt, welches die Scala stets gegen ihre untere Auflage andrückt, ohne sie in
ihrer Ausdehnung irgendwie zu behindern. Die Capillarröhre geht durch die beiden hohlen
Becher frei hindurch, erhält aber zwei oder nach Bedarf mehr Führungen durch Schlingen von
haarfeinem Platindraht, die durch kleine Bohrungen der Milchglasplatte hindurchgezogen, werden
und wobei jede Klemmung der Röhre vermieden ist. Wie man sieht, ist hier die Stellung der
Scala in wirklich unveränderliche Beziehung zur Capillarröhre gebracht. Trotzdem aber können
bei dieser Einrichtung die drei Haupttheile des Thermometers, die" im allgemeinen verschiedene
Temperaturen haben, Capillarröhre, Scala und Umschlufsrohr sich ganz unabhängig von einander
ausdehnen. Diese Einrichtung dürfte also allein von allen bisher bekannten Constructionen sämmtlichen
an Normal-Thermometer zu stellenden Anforderungen im vollsten Mafse genügen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE389T | 1877-08-01 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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ID=70970132
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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1877
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