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Verfahren zur Beheizung von Verkokungsöfen mit senkrechten Kammern
und wagerechten U-förmigen Heizzügen und Ofen zur Durchführung des Verfahrens. \ach
dein Hauptpatelli 359207 erfolgt die 13tli:iztlng von N'erkol<tnigsöfen
mit senkrechte:i haininern und wagerechten, von den Verlireillillilgsgaseil in gleichbleibender
Richtung durchströmten Heizzügen in der Weise, daß (lic Hcizläse zunächst die beiden
Breitseite:i der Kammer bestreichen, sich an der Kamnierrückwanc1 vereinigen und
diese senkrecht a' fallend von oben nach unten beheizen. =\in unteren Ende wird
dann der Heizgasstroni um die Kammer herumgeführt, um senkrecht atifsteigeiid die
Kammervorderwand zti beheizen, und schließlich um den oberen Kannnerteil herum in
den Rekuperator abgeführt. -" Diese Feuerführung erfordert für jeden fluizzug einen
besonderen Breniler mit Luftfanal. 1'.s ist ferner nicht möglich, die zur Regelung
der Zugwirkung notwendigen Abgasschieber an der Ofenvorderwand anzubringen, um diese
von letzterer aus zu bedienen.
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Die Erfindung macht von der bei Gaserzeugt,ligsi3fen bekannten Einrichtung
Gebrauch, ncnach die von jedem Breimerpaar zu bellü:zeii@lrn Züge (1:ircli ein--
wa",ereclite Scheidwand in zwei Rätline unterteilt werden, so daß jede Breitseite
der Ofenkaininer in hin und leer gehender Richtung durch je einen 13i-cnner beheizt
wird. Die Heizgase gelangen <iu@ den eii,zelilen Zügen in einen an der Kamnirrvorderwand
angel;rachten Kanal, uni diesen von oben nach unten zu beheizen, werden dann um
das Fußende der Kammer herumgeführt und gelangen in einen senkrecht aufsteigenden,
an der Kaninierrückwand anrebrachten Kanal, um diese von unten nach oben zu 1:eheizen
und schließlich oben in den Rekuperator allgeführt zu werden. Gegenüber dein Hauptpatent
unterscheidet sich also (las vorliegende Verfahren und der dazugehörige Ofen dadurch,
daß die Beheizung der Breitseiten der Ofenkammer in vor- und rückkehrender, und
die Beheizung der Kaminerstirmvände in entgegengesetzter Richtung erfolgt..Durch
diese Einrichtung wird es ermöglicht, die Anzahl der nach dem Hauptpatent verwendeten
Brenner und Luftzuführungen auf die Hälfte herabzusetzen; und ferner ist die Möglichkeit
gegeben, bei Verwendung je eines. Brenners-für jeden Heizzug je einen Abgasschieber
in der Ofenvorderwand anzubringen, die eine leichte und sichere Regelung der Zugwirkung
des Ofens gestatten. Ein weiterer Vorteil besteht darin, ilaß sich die Bauart des
Ofens gegenüber dem des Hauptpatents insofern wesentlich einfacher gestaltet, indem
die bei letzterem zwischen Kammer- und Brennerraum erforder-"licfie Trennungswand
in Fortfall kommt.
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Die Unterteilung der Heizzüge bei Kamineröfen ist Lereits vorgeschlagen
worden; jedoch erfolgt in diesem Fall die Beheizung der Kammerbreitseiten durch
einen Brenner, während eine Beheizung der V order- und Rückwand der Kammer überhaupt
nicht erfolgt. Ebenso ist es bei den letztgenannten öfen bekannt, die Abgasschieber
an der Ofenvorderwand anzubringen. Diese letztere Bauart t,ot weiter keine Schwierigkeiten,
weil zur Beheizung beider Kammerbreitseiten nur ein Brenner zur Anwendung gelangte,
so daß die andere Breitseite für die Anbringung des Abgaseschiebers zur Verfügung
stand. Ferner ist auch die allseitige Beheizung der Kammerwände in wagerechter Richtung
durch auf der Ofe--ivorder- und -rückwand verteilte Brenner vorgeschlagen worden;
diese Einrichtung macht aber die Bedienung des Ofens von beiden Seiten erforderlich.
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In der Zeichnung ist die Erfindung dargestellt, und zwar bedeutet
Abb. i einen senkrechten Schnitt durch den Ofen in Richtung der Linie a-b der Abb.
2, Abb. 2 einen Querschnitt in Richtung der Linie i-i der Abb. i, Abh. 3 einen senkrechten
Schnitt in Richtung der Linie c-d der Abb. 2 und Abb. q. einen Schnitt in Richtung
der Linie e-f der Abb. 2.
Hinter dem Kammerheizraum liegen im Ofenmauerwerk
senkrecht aufsteigende Heizgasverteilungskanäle i, von welchen nach der Ofenvorderwand
geführte Kanäle 2 abzweigen. Der Vorwärmer für die frische Verbrennungsluft steht
mit im Ofenmauerwerk senkrecht abfallenden Kanälen 3 in Verbindung, von welchen
ebenfalls nach der Ofenvorderwand geführte Kanäle 4 ausgehen. Die Gas- und Luftkanäle
sind derart angebracht, daß immer zwischen zwei Luftkanälen 4 ein Gaskanal .2 liegt,
wie Abb. 3 zeigt. Die Gas-und Luftkanäle 2, ¢ stehen durch Düsen i i und io, welche
mit Schiebern versehen sind, mit den an beiden Kammerbreitseiten liegenden Heizzügen
in Verbindung, von welchen, wie Abb.4 veranschaulicht, fünf vorgesehen sind. Jeder
der fünf Heizzüge wird in bekannter Weise' durch eine Scheidewand! 13 in zwei Kanäle
5 und 6 unterteilt, so daß die Heizgasströme genötigt sind, die Breitseiten in hin
und her gehender Richtung zu bestreichen. Vor der vorderen Schmalseite jeder Kammer
ist ein senkrechter Kanal 7 angebracht, der durch Öffnungen 12 mit den Heizzügen
6 in Verbindung steht. Die Öffnungen 12 sind sämtlich mit von der Ofenvorderwand
aus leicht zu bedienenden Schiebern 14 ausgerüstet, um die Zugwirkung des Ofens
derart einstellen zu können, daß der Betrieb mit großen und kleinen Schichten erfolgen
kann. Der Kanal 7 steht mit dem um das untere Ende der Kammer herumgeführten Kanal
8 in N"erbindung, welcher in einen, an der Kammerrückwand senkrecht aufsteigenden
Kanal 9 mündet, aus dem die Abhitze zum Vorwärmer abzieht.
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Der Betrieb des Ofens geschieht in folgender Weise: Das vom Erzeuger
kommende Heizgas gelangt, im Kanal i senkrecht hochsteigend> in die zwischen je
zwei Luftkanälen 4 liegenden wagerechten Gaskanäle 2, während die vom Vorwärmer
kommende Verbrennungsluft in den senkrecht abfallenden Kanal 3 gelangt und von dort
den Luftkanälen 4 zugeführt wird. Luft und Gas treten dann durch die mit kleinen
Regelungsschiebern versehenen Düsen io und ii in die Heizzüge 5; die verbrennenden
Gase gelangen durch die Züge 6 zur Ofenvorderwand zurück, auf ihrem Wege beide Kammerbreitseiten
beheizend, um schließlich durch die mit Schiebern 14 versehenen Öffnungen 12 in
den senkrecht abfallenden Kanal 7 zu gelangen, hier die vordere Kammerschmalseite
beheizend. Am Fußende der Kammer werden die Heizgase durch den Kana18 dem die Kammerrückwand
beheizenden Zug 9 zugeleitet, den sie von unten nach oben durchstreichen, um schließlich
wieder mit abwärts gerichtetem Zug durch den Vorwärmer für die Verbrennungsluft
zum Schornstein abgeführt zu werden.
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Gegenüber den bekannten Öfen bietet der vorliegende den Vorteil, daß
jede Breitseite der Kammer durch die einzelnen Heizgasströme sowohl nach hinten
als auch in rückkehrender Richtung beheizt wird, während gleichzeitig die beiden
Stirnwände der Kammern durch die Heizgase sämtlicher Brenner beheizt werden, so
daß der Temperaturabfall der von den wagerechten Heizzügen kommenden Heizgase durch
die in den an den Stirnseiten der Kammer vorgesehenen Kanälen auftretende Drucksteigerung
wieder ausgeglichen wird und damit eine gleichmäßige Beheizung sämtlicher Kammerwände
gewährleistet ist.
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In Verbindung damit bietet das Umstellen der Kammerbeheizung durch
die Anbringungder Rauchgasschieber für jeden einzelnen Gasstrom die Möglichkeit,
das Beheizungsverfahren so zu leiten und den Ofen während des Betriebes schnell
und in einfachster Weise von der Ofenvorderwand aus so umzustellen, daß der Ofen
mit größeren oder kleineren Schichten betrieben werden kann.