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Gebauchte Tonne oder gebauchtes Faß aus Holz. Bei der Herstellung
von Tonnen und Fässern ist es, wie bekannt, mit großen Schwierigkeiten verbunden,
die Dauben vollständig dicht aneinanderzupässen, auch wenn die Fässer stark gereift
werden. Manche Versuche sind gemacht worden, um in dieser Beziehung Verbesserungen
herbeizuführen, und unter andererri hat man dann auch versucht, die Fässerdauben
zu spunden. Bei bauchigen Tonnen «-ar man indessen gezwungen, sich auf aie
Z-erwendung
einer gewöhnlichen rechteckigen oder keilförmigen Nut und Feder zu beschranken,
wobei der Spund allerdings einen ziemlich dichten Eingriff zwischen den Dauben herbeiführt,
jedoch nicht verhindern kann, daß die Dauben auseinandergezogen werden können. Somit
bleibt immer noch die Möglichkeit bestehen, daß zwischen den Dauben Lecke auftreten
können.
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Die Erfindung hat nun den Zweck, die Verwendung einer sogenannten
Schwalbenschwanzspundung bei der Herstellung bauchiger Tonnen zti erniiigliclien
und somit den genannten Nachteilen abzuhelfen. Bei dieser Art von Spundung liegen
nämlich alle Voraussetzungen vor, um die erwünschte Dichtheit und Haltbarkeit zu
erzielen indem sie (las Auseinanderziehen der Dauben in @ler Querrichtung sicher
verhindern. Daß eine derartige Spundung bei gewöhnlichen bauchigen Tonnen, d. h.
bei solchen Tonnen, die an der Mitte am weitesten sind und nach den Enden schmäler
werden. bisher nicht zur Verwen-(lung gelangte, ist darauf zurückzuführen, (laß
man für bauchige Holzfässer kein -'erfahren gefunden hatte, zur Ermöglichung der
Verschiebung der in der Mitte und an den Enden verschieden breiten Dauben in solchen
Eingriff miteinander, wie durch die Verwendung einer Schwallienschwanzspundung:
bedingt - ist. Diese Schwierigkeit ist durch die Erfindung gelöst, «-elche es somit
ermöglicht. Tonnen und Fässer der gewöhnlichen bauchigen Form aus schwalbenschwanzförmig
oder ähnlich gespundeten Dauben herzustellen. Solche Tonnen Und Fässer haben gegenüber
len bekannten manche wichtige Vorteile, unter anderem den, (laß sie leichter zu
handhaben sind und äußerst kräftig ausfallen, was besonders wiinschenswert ist.
wenn sie zu längeren Transporten von kostbaren Flüssigkeiten verwendet werden sollen.
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Die Erfindung besteht nun darin, (laß sie das unmittelbare Zusammenfügen
von Dauben, die in an sich bekannter Weise mit schwalbenschwanzförmigen Federn und
Nuten versehen sind, auch bei bauchigen Fässern ermöglicht. Sie unterscheidet sich
hierbei wesentlich von bekannten Metallfässern, welche durch Falzungen miteinander
verbundene Dauben aufweisen und verwendet auf ihrem Gebiet, nämlich demjenigen der
Holzfässer, die bewährte Verspundung durch ineinandergreifende Schwalbenschwänze.
Der Grund, (laß bauchige Tonnen oder Fässer aus Holz bisher nicht durch solche Verspundung
hergestellt wurden, kann nur darin erblickt werden, daß mit den bisherigen Methoden
der Anarbeitung schwalbenschwanzföriniger Federn und 'Nuten an Holzdauben die Voraussetzungen
für (las unmittelbare Ineinanderfügen serienmäßig hergestellter Dauben nicht geschaffen
werden kennten. Gemäß der Erfindung ist es nämlich erforderlich, diese Schwalbenschwänze
so anzuarbeiten, daß (lie vor den .Zusammenfügen in endgültige bauchige Form gebrachten
Dauben Seitenflächen besitzen, die in Ebenen liegen, welche durch die Längsachse
der Tonne oder des Fasses gehen. Ferner ist gemäß der Erfindung erforderlich, (laß
die schwalbenschwanzförmigen Federn oder Nuten in Kreisbögen oder Kreisflächen ausgebildet
«-erden, welche gleichfalls in Ebenen liegen, die durch die Längsachse der Tonne
oder des Fasses gehen. Diese grundsätzliche Erkenntnis der Erfindung ermöglichte
erst den weiteren Schritt, die zu solcher Anarbeitung erforderlichen abgeänderten
Maschinen in die Praxis der Herstellung der Fässer einzuführen und den serienmäßigen
Bau zu erm#-)glichcti, Meiden großen Vorteil mit sich bringt, auch bauchige Fässer
oder Tonnen sofort fertig herstellen zu können unter Verwendung von Dauben, die
ohne weiteres auf Lager gehalten «-erden können und bei der Zusammenfügung keinerlei
ergänzender Keilstücke zwischen den einzelnen Dauben oder irgendeiner Nachbearbeitung
bedürfen würden.
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Das Faß gemäß der Erfindung wir _1 an Hand der Zeichnung veranschaulicht.
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Abb. i zeigt zwei Dauben der Tonne, welche in der Mitte am breitesten
sin -1 und an rlen Enden schmäler werden; Abb. 2 zeigt die eine Daube in Seitenansicht
und Abb. 3 dieselbe im Querschnitt; Abb.4 zeigt in größerem Maßstabe die am häufigsten
vorkommende Spundform, den sogenannten Schwalbenschwanzspuiirl; Abb. 5 veranschaulicht,
wie zwei derart angeordnete Dauben zusammengeschoben werden, nachdem dieselben nach
hreisWgen mit demselben Krümmungshalbmesser geformt «-orden sind: Abb. Cl unrl 7
zeigen eine fertige Tonne in Vorderansicht bzw. in 0b2ransicht; Abb.8 zeigt eine
Schwall:enscliwanzspundung mit Dauben, «-elche bogenförnug sind gemäß dein gewöhnlichen
kre:stornii-en Querschnitt der Tonne.
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Zur Herstellung der Tonnenwan tlung werden Dauben der in Abb. i gezeigten
Form verwendet, wobei die beiden Längskanten jeder Daube nach ununterbrochenen Kurven
verlaufen. Der Breitenunterschied zwischen der Mitte und den Enden der Daube ist
naturgemäß von vier mehr oder weniger betonten Wölbung der fertigen Tonne abhängig.
Die Dauben können im Querschnitt entweder etwas gewölbt sein entsprechend dein gewöhnlichen
kreisrunden Tonnenquerschnitt oder aber gerade sein nach Abb. -t, in welch leuterern
Falle die Kantenstoßflächen der Dauben etwas schräg zur äußeren und inneren Oberfläche
der Dauben gerichtet sein müssen. Die
beiden Längskanten der. Daube
«-erden mit einer Feder z und einer Nut 3 gespundet, und der Spundquerschnitt wird
so gewählt, daß rlie Dauben nicht in der Querrichtung zusammengeschoben oder auseinandergezogen
werden können. Der in der Zeichnung gezeigte Spundquerschnitt ist schwalbenschwanzförmig,
aber selbstverständlich kann jeder beliebige Querschnitt, welcher das Auseinanderziehen
der Dauben in der Querrichtung verhindert, zur Verwendung, kommen. An der Innenseite
nahe den Enden werden die Dauben mit Kimmen d. versehen zwecks Aufnahme der Bodenkanten.
Die Kimme kann entweder vor oder nach der Zusammensetzung der Dauben ausgeführt
werden.
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Die gemäß Abb. i geformten Dauben können nicht ineinandergeschoben
werden, solange dieselben flach sind. Um das Zusammenschieben zu ermöglichen, werden
also die Dauben nach der Erfindung derart geformt, daß sie oder deren betreffende
Feder und Nut in der Längsrichtung nach einem Kreisbogen nach den Abb. z und 5 verlaufen,
wobei die beiden Dauben denselben Krünnmungshalbmesser haben. Wenn die Dauben aus
biegsamem Holz hergestellt sind, ist es nicht notwendig, daß sie vom Anfang an genau
kreisbogenförmig sind, sondern man kann ihnen dann etwa nur angenähert diese Form
verleihen, worauf sie beim Einschieben die richtige Form annehmen werden. Die Dauben
oder deren gespundeten Kanten müssen ferner derart ausgeführt werden, daß die zusammenzuschiebenden
Kanten, welche z. B. durch die gebogene Linie A-B in Abb. 6 angegeben sind, in ein
und dieselbe Ebene A-B in Abb. 7 zu liegen kommen, wenn die Feder der einen Daube
in die Nut der anderen eingeführt ist. Die genannte Ebene A-B bildet einen Winkel
mit der Oberfläche der Dauben in der Nähe der Kante. Dieser Winkel wird in der Regel
derart gewählt, daß er ein rechter wird, so daß die Ebene A-B mit der durch den
Stoß zwischen den beiden Dauben und die Längsachse der Tonne gelegten Ebene zusammenfällt.
Es kann jedoch der Winkel kleiner gewählt werden, so daß die Ebene fl-B zur Seite
der Längsachse der Tonne kommt oder gegebenenfalls einen kleinen Winkel mit der
Längsachse bildet, in welch letzterem Fall die Dauben natürlich in entsprechendem
Grade schräg zum Tonnenmantel stehen werden.
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Die Dauben können gespundet werden entweder bevor denselben die für
die Zusammenschiebung erforderliche Form gegeben wird, oder aber sie können erst
geformt und dann gespundet werden.
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Nachdem den Dauben die erforderliche Bogenform gegeben worden ist,
können sie ohne weiteres in der Längsrichtung gemäß Abb. 5 zusammengeschoben werden.
Nachdem zwei Dauben in dieser Weise zusammengefügt worden sind, kann man mit denselben
in derselben Weise eine dritte, eine vierte Daube u§w. zusammenschieben, bis der
ganze Tonnenmantel fast vollständig fertig geworden ist und nur ein schmaler Zwischenraum
zwischen den freien Kanten der beiden äußersten Dauben noch da ist, welcher Zwischenraum
alsdann in einer besonderen Weise ausgefüllt wird.