DE3836718C2 - Schildzapfenlagerung für einen Wiegenträger einer Rohrwaffe - Google Patents
Schildzapfenlagerung für einen Wiegenträger einer RohrwaffeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Schildzapfenlagerung für
einen Wiegenträger einer Rohrwaffe nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Eine derartige Schildzapfenlagerung ist aus der
DE 31 46 165 A1 als bekannt zu
entnehmen.
Bei dieser Schildzapfenlagerung befindet sich die
Mittenachse des jeweiligen Schildzapfens und der die
Schildzapfen arretierenden Lager- sowie Gewinderinge
auf der in Einbaurichtung vorhandenen Symmetrieachse
der Außenkontur des jeweiligen Lagergehäuses. Aufgrund
dieser Anordnung wird ein individueller Einbau eines
ein im Kaliber vorbestimmtes Waffenrohr tragenden
Wiegenträgers von vorn vorzugsweise in einen Panzer
turm ermöglicht. Um die Leistungsfähigkeit von Kampf
panzern mit gezogenen Waffenrohren, beispielsweise
eines Kalibers mit 105 mm, zu erhöhen und mit einem
größeren Kaliber, beispielsweise 120 mm in Verbindung
mit der Glattrohrtechnologie, ausrüsten zu können, ist
es notwendig, die Feuerhöhe des Waffenrohres und die
Bauhöhe der Wiege zu vergrößern sowie einen einwand
freien Freigang der Panzerkanone zum Fahrzeug und zu
dessen Aufbauten zu gewährleisten.
Aus der DE-PS 26 74 34 ist eine Schildzapfenlagerung
bekannt, die beidseitig des Wiegenträgers einen keil
förmigen Lagerblock enthält, in dem zur Aufnahme eines
jeden Schildzapfens eine horizontal liegende elliptische
Lagerbuchse angeordnet ist. Durch Versetzen der ellip
tischen Lagerbuchse nach vorn oder hinten kann der
Schwerpunkt des Panzerturmes stabilisiert werden. Die
Kraftübertragung vom Schildzapfen zum Panzergehäuse
benötigt bei dieser Anordnung des weiteren eine zu
sätzliche raumaufwendige und komplizierte Verriegelung.
Ein Einsatz dieser elliptischen Lagerbuchse und der
Gehäuseverriegelung in das Lagergehäuse der eingangs
erwähnten und bewährten sowie in den Abmessungen der
äußeren Konturen festliegenden Schildzapfenlagerung
nach der DE 31 46 165 A1 ist
aufgrund der vorgegebenen äußeren Einbauverhältnisse
und Lagerkonturen nicht möglich.
Aufgabe der Erfindung ist es, die eingangs genannte
Schildzapfenlagerung derartig zu verbessern, daß sie
in der Bauhöhe unterschiedliche Wiegenträger für ka
liberverschiedene Waffenrohre aufnehmen und dabei
jeweils unterschiedliche Feuerhöhen der Waffenrohre
sowie einen einwandfreien Freigang der jeweiligen
Panzerkanone zum Fahrzeug und zu dessen Aufbauten
ohne zusätzliche Mittel gewährleistet.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die im Kennzeichen
des Patentanspruchs 1 stehenden Merkmale.
Dadurch, daß erfindungsgemäß die Mittenachse des je
weiligen Schildzapfens und des dazugehörigen Radial-
und Axiallagers und des Gewinderinges gegenüber der
Symmetrieachse der Außenkontur des Lagergehäuses um einen
Abstand a versetzt angeordnet ist, wird durch einen ein
fachen Austausch der Lagergehäuse untereinander eine
Höhenverstellung der Schildzapfenachse und daran ge
koppelt der Rohrseelenachse ohne zusätzliche Mittel
erzielt. Bei gleicher Turmmaulbearbeitung können
größenverschiedene Panzerfahrzeuge mit gleichen
oder im Kaliber unterschiedlichen Waffenrohren aus
gestattet werden. Insbesondere ist eine einfache Um
rüstung eines Waffenrohres mit dem dazugehörigen
Wiegenträger, vorzugsweise zur Steigerung der Schuß
leistung, von dem Kaliber 105 mm auf das Kaliber 120 mm
möglich.
Die Erfindung wird im einzelnen anhand der in den Zeich
nungen dargestellten Beispiele des näheren erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1: ein Panzerfahrzeug in einer Seitenansicht
mit einer schematischen Darstellung einer
Höhenverstellung der Schildzapfenachse;
Fig. 2: einen Wiegenträger vor einem Austausch
der Schildzapfenlagerung in einer in der
Fig. 1 mit II gekennzeichneten Ansicht;
Fig. 3: einen Wiegenträger mit einem im Kaliber
vergrößerten Waffenrohr nach einem Aus
tausch der Schildzapfenlagerung gemäß
der in der Fig. 1 mit II gekennzeichne
ten Ansicht;
Fig. 4: den in der Fig. 2 dargestellten Wiegen
träger mit Waffenrohr und Schildzapfen
lagerung in einer schematischen Darstellung;
Fig. 5: den in der Fig. 3 dargestellten Wiegen
träger mit ebenfalls vergrößertem Waffen
rohr und Schildzapfenlagerung in einer
schematischen Darstellung;
Fig. 6: den in der Fig. 2 dargestellten Wiegen
träger gemäß einem in der Fig. 2 mit VI-VI
gekennzeichneten Schnittverlauf;
Fig. 7: den in der Fig. 3 dargestellten Wiegen
träger gemäß einem in der Fig. 3 mit
VII-VII gekennzeichneten Schnittverlauf;
Fig. 8: die Schildzapfenlagerung vor dem Austausch
gemäß einem in der Fig. 2 mit VIII-VIII
gekennzeichneten Schnittverlauf;
Fig. 9: die Schildzapfenlagerung nach dem Austausch
gemäß einem in der Fig. 3 mit IX-IX ge
kennzeichneten Schnittverlauf;
Fig. 10: ein Lagergehäuse für den Schildzapfen vor dem Aus
tausch in einer in der Fig. 2 angegebenen
Ansicht X;
Fig. 12: ein Lagergehäuse für den Schildzapfen nach dem Aus
tausch in einer in der Fig. 3 gekennzeich
neten Ansicht XI;
Fig. 12: eine vergrößerte Darstellung einer Schild
zapfenlagerung gemäß einem in der Fig. 8
mit XII-XII gekennzeichneten Schnittverlauf.
Die Fig. 1 verdeutlicht einen Kampfpanzer 14, der im
Bereich seines Turmes 15 eine umfassende Kampfwertsteige
rung erfahren hat. Neben einer nicht dargestellten
Kampfwertsteigerung im Feuerleitbereich wird eine deut
liche Verbesserung der Feuerkraft zur Vernichtung gegne
rischer Panzer durch einen Austausch der bisherigen,
beispielsweise 105 mm-Waffenanlage 16 gegen eine stärkere,
vorzugsweise 120 mm-Waffenanlage 17, die die bekannte
und bewährte Glattrohrtechnologie aufweist, erzielt.
Durch den Einbau einer stärkeren, vorzugsweise einer
120 mm-Waffenanlage 17, in bisherige Kampfpanzer 14, die mit
mit Drallnuten versehenen Waffenrohren ausgerüstet und
beispielsweise als Kampfpanzer Leopard 1 bekannt sind,
lassen sich die Ergebnisse der laufenden und zukünftigen
Leistungssteigerung der 120 mm-Munition und die Feuer
kraft vorzugsweise der 120 mm-Waffenanlage des bekannten
Kampfpanzers Leopard II erzielen.
Gegenüber einem alternativen Einbau einer 105 mm-Waffen
anlage 16 ist es für den Einbau der in der Höhe größer
dimensionierten 120 mm-Waffenanlage 17 notwendig, die Mittelachse
10 (Schildzapfenachse) um das doppelte Maß a anzuheben.
Die Feuerhöhe h des zur 105 mm Waffenanlage 16 gehörenden und
sich in 0-Lage befindlichen Waffenrohres 3 ändert sich
nach der Anhebung gegenüber dem im Kaliber d größeren
Waffenrohr 3.1 der 120 mm Waffenanlage 17 ebenfalls um das
doppelte Maß a auf die Feuerhöhe h1, weil die jeweilige
Rohrseelenachse 13 eine Senkrechte zur Mitten
achse 10 bildet. Durch diesen Anhebevorgang wird des
weiteren eine genügende Distanz b, b1 des Waffenrohres
3, 3.1 zum Fahrzeuggehäuse 18 und dessen Aufbauten 19
erreicht, wodurch ein ausreichender Freigang des Waffen
rohres 3, 3.1 unter Beachtung seiner nichtdargestellten Wärme
schutzhüllen bei einer Turmdrehung erzielt wird.
Der Abstand c bestimmt die Höhenlage zum Erdboden einer
in den Fig. 2 bis 5 und 8 bis 11 dargestellten Symme
trieachse 11 der zur Schildzapfenlagerung 1 gehörenden
Lagergehäuse 5.1 und 5.2.
Die Fig. 2 und 3 verdeutlichen den Einbau kaliberver
schiedener Waffenanlagen 16, 17 von vorn in den
Turm 15. Das jeweilige Waffenrohr 3 bzw. 3.1 ist dabei
innerhalb eines Wiegenrohres 20, 21 gelagert, wobei
jedes Wiegenrohr 20, 21 mit einem Wiegenträger 2, 2.1,
vorzugsweise einstückig, verbunden ist.
Der Wiegenträger 2, 2.1 enthält zu seiner Lagerung im
Turm beidseitig angeordnete Schildzapfen 4 (Fig.
12), die jeweils von einem Lagergehäuse 5.1, 5.2
aufgenommen werden, welche in einer bekannten Einbau
richtung 6 von vorn eine symmetrische Außenkontur 12
aufweisen und jeweils ein Radiallager 7 und ein Axial
lager 8 aufnehmen sowie mit jeweils einem den Wiegen
träger 2, 2.1 axial verstellenden Gewindering 9, 9.1 ausge
rüstet sind.
Jedes Lagergehäuse 5.1, 5.2 weist in bekannter Weise
beidseits Befestigungsflansche 22 auf, die durch nicht
dargestellte Verbindungsmittel an den Stellen 23 mit
dem Turm 15 lösbar verbunden sind.
Dadurch, daß, wie die Fig. 2, 8 und 10 es zeigen, die
gemeinsame Mittenachse 10 des Schildzapfens 4 des den
jeweiligen Schildzapfen 4 aufnehmenden Radiallagers 7,
des Axiallagers 8 und des Gewinderinges 9 gegenüber der
Symmetrieachse 11 der Außenkontur 12 des zugeordneten
Lagergehäuses 5.1, 5.2 in der Höhe um den Abstand a
versetzt angeordnet ist, ist ebenfalls die Rohrseelen
achse 13 (Fig. 4) um den Abstand a in der Höhe ver
setzt zur Symmetrieachse 11 der Außenkontur 12
angeordnet. Die Rohrseelenachse 13 und die Mitten
achse 10 sind in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
einer 105 mm-Waffenanlage 16 gemäß den Fig. 2, 4, 8, 10
um den Abstand a nach unten gegenüber der Symmetrieachse
11 versetzt angeordnet.
Die symmetrische Außenkontur 12 der Lagergehäuse 5.1, 5.2
gewährleistet eine beliebige Austauschbarkeit von dem
linken zum rechten Schildzapfen 4 und umgekehrt. Unter
der Voraussetzung gleicher Schildzapfendurchmesser und
somit gleicher Lagerelemente, beispielsweise bei einer
105 mm-Waffenanlage 16 und einer 120 mm-Waffenanlage 17 sowie
bei einer Übereinstimmung der Länge 2, 2.1 des Wiegenträgers
bzw. des Abstandes der Lagergehäuse 5.1, 5.2, läßt sich
durch einen Austausch des linken Lagergehäuses 5.1 gegen
das rechte Lagergehäuse 5.2 und umgekehrt unter Durch
führung einer Drehung eines jeweiligen Lagergehäuses
5.1, 5.2 um die Rohrseelenachse 13 eine in den Fig.
1, 3, 5, 9 und 11 dargestellte Änderung der Mittenachse
10 des Schildzapfens 4, der Radiallager 7, der Axial
lager 8 sowie der Gewinderinge 9, 9.1 um den doppelten Ab
stand a der Mittenachse 10 zur Symmetrieachse 11 gegen
über der Ausgangsstellung erzielen.
Die Fig. 3 verdeutlicht, daß die gleiche Schildzapfen
lagerung 1 für unterschiedliche Wiegenträger 2, 2.1 mit
kaliberverschiedenen Waffenanlagen in Kampfpanzern, bei
spielsweise im Kampfpanzer Leopard 1 einsetzbar ist.
Beim Einsatz eines beispielsweise eine 120 mm-Waffenanlage
17 aufnehmenden Wiegenträgers 2.1 resultiert, nach dem Aus
tausch der Lagergehäuse 5.1, 5.2, durch den Abstand a der
Mittenachse 10 des Schildzapfens 4 gegenüber der Symmetrie
achse 21 der Außenkontur 12 der Lagergehäuse 5.1, 5.2,
eine um den Abstand a in der Höhe nach oben versetzte
Anordnung des Wiegenträgers 2.1 und der Rohrseelenachse
13 des Waffenrohres 3.1 gegenüber der Symmetrieachse
11.
Die Fig. 6 und 7 verdeutlichen den Einbau des Wiegen
trägers 2, 2.1 von vorn. Die Anordnung eines lösbaren
Füllstückes 24 mit einer zusätzlichen Leiste 25 (Fig. 6)
am vorderen oberen Turmmaul ermöglicht den Einbau einer
105 mm-Waffenanlage 16, während aufgrund des im Kaliber
d größeren Waffenrohres 3.1 und somit auch zwangsläufig
höheren Wiegenträgers 2.1 der 120 mm-Waffenanlage 17 die
Leiste 25 entbehrlich ist (Fig. 7).
Die axiale Fixierung der Schildzapfen 4 erfolgt nach
einem Ausführungsbeispiel durch die in den Fig. 8
und 9 dargestellten Gewinderinge 9, 9.1 die sich in bekannter,
jedoch nicht dargestellter Weise, direkt an der Turminnen
wand abstützen.
Der in der Fig. 12 dargestellte Gewindering 9.1 stützt
sich zur axialen Fixierung des Wiegenträgers 2 hingegen
einerseits mit seinem Außengewinde an der Gewindebohrung
26 des Lagergehäuses 5.2 und andererseits mit seiner
radial nach innen verlaufenden Schulter 27 am Axiallager
8 ab, welches sich wiederum an der Turminnenwand abstützt.
In beiden Fällen läßt sich der Gewindering 9 bzw. 9.1
durch äußere Nuten 28 auf nicht dargestellte Weise
definiert anziehen und sichern.
Die Fig. 12 läßt des weiteren erkennen, daß das äußere
Ende der Schildzapfenlagerung 1 durch einen lösbaren
Deckel 29 gegenüber dem Außenbereich geschützt ist.
Claims (1)
1. Schildzapfenlagerung (1) für einen Wiegenträger (2, 2.1) eines Waffenrohres (3, 3.1)
mit beidseitig des Wiegenträgers (2. 2.1) angeordneten und jeweils einen mit dem
Wiegenträger (2, 2.1) verbundenen Schildzapfen (4) aufnehmenden Lagergehäusen
(5.1, 5.2), welche in der Einbaurichtung (6) eine symmetrische Außenkontur (12)
aufweisen und jeweils ein Radiallager (7) und ein Axiallager (8) aufnehmen sowie mit
jeweils einem den Wiegenträger (2, 2.1) axial verstellenden Gewindering (9, 9.1)
ausgerüstet sind, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- a) die gemeinsame Mittenachse (10) des Schildzapfens (4) des den jeweiligen Schildzapfen (4) aufnehmenden Radiallagers (7), des Axiallagers (8) und des Gewinderinges (9, 9.1) ist gegenüber der Symmetrieachse (11) der Außenkontur (12) des zugeordneten Lagergehäuses (5.1, 5.2) in der Höhe um einen Abstand (a) nach oben oder nach unten versetzt angeordnet;
- b) das linke Lagerhäuse (5.1) ist gegen das rechte Lagergehäuse (5.2) und umgekehrt austauschbar, wobei nach dem Austausch das jeweilige Lagergehäuse (5.1, 5.2) um die Rohrseelenachse (13) gedreht ist;
- c) im ausgetauschten Zustand des Lagergehäuses (5.1, 5.2) beträgt die jeweilige Änderung der Mittenachse (10) des Schildzapfens (4) den doppelten Abstand (a) zwischen der Mittenachse (10) und der Symmetrieachse (11) der Außenkontur (12) des Lagergehäuses (5.1, 5.2).
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