DE382C - Reinigungsapparat für Erdölgas - Google Patents
Reinigungsapparat für ErdölgasInfo
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- Industrial Gases (AREA)
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Description
1877.
PAUL SUCKOW in BRESLAU. Reinigungs-Apparat für Erdölgas.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. Juli 1877 ab.
Längste Dauer: 13. October 1891.
Beschreibung des Gas-Apparates.
Das 12 kg Gasöl fassende Oelgefäfs a (Fig. 1)
wird gefüllt und auf den Retortenofen gestellt. Bei kaltem Wetter mufs das etwa gewonnene
OeI in demselben Gefäfs auf einer eigens dazu am Ofen angebrachten warmen Platte flüssig
gemacht werden. Aus diesem Oelgefäfs fliefst das OeI durch einen Ablauf hahn in den OeI-einlauf
b. Der Ablaufhahn sitzt nicht am Boden des Gefäfses, sondern 25 mm höher, damit das
hin und wieder im OeI vorhandene Wasser nicht in die Retorte kommen, sondern sich vermöge
seines gröfseren specifischen Gewichts am Boden sammeln kann.
Durch den der leichteren Reinigung wegen aus zwei geraden Rohren construirten OeI-einlauf
b dringt das OeI direct in die vorher zur Hellrothglühhitze gebrachte Retorte c. Diese,
welche durch Aufliegen auf Chamotteplatten und durch die gufseiserne Bedeckung d an den am
meisten gefährdeten Stellen vor der directen Einwirkung des Feuers und dadurch vor dem
vorzeitigen Verbrennen oder Reifsen geschützt wird, ist in einem zum Theil aus Ziegeln, zum
Theil aus Chamottesteinen ausgeführten, mit den gewöhnlichen Feuerungsvorrichtungen versehenen
Ofen angebracht.
In der glühenden Retorte verwandelt sich das OeI in gasförmigen schweren Kohlenwasserstoff
und in Theerdämpfe, welche zusammen durch das Steigerohr e in den Patentreiniger/ gehen.
Das durch seine Form und Weite vor Verstopfung gesicherte Steigerohr e ist an der
Stelle g mit einem Hahn zur Ermittelung der richtigen Hitze der Retorte aus der Farbe des
Gases und an der Stelle h mit einem Glasmanometer
zur Feststellung des in der Retorte vorhandenen Druckes versehen.
Der Gasreiniger / ist über dem Deckel i mit Wasser gefüllt, während der untere Theil desselben
bis zum Ueberlaufrohr k, d. h. also bis zur halben Höhe der Kratzbürstenschicht / mit
dünnflüssigem Theer gefüllt ist.
Gas und Theerdämpfe passiren die Rohrverengung m (eingeschobene Düse) infolge dessen
sie mit grofser Heftigkeit an die Kratzbürstenplatte η anprallen, an welcher die schweren
Theerdämpfe sich ansetzen und da diese Theile warm bleiben, nach unten abtropfen, worauf sie
vermöge ihrer gröfseren Schwere bis auf den. Boden des Reinigers herabsinken.
Die Gase und leichteren Theerdämpfe passiren nun den über der Kratzbürstenschicht / liegenden
Raum. . Hierbei- wird wegen der durch die über dem Deckel i befindliche Wasserschicht
erfolgenden Abkühlung der leichte Theer niedergeschlagen. Gas und Theerdämpfe müssen hierauf
einen langen Weg zwischen den Nadeln der Kratzbürsten und dem Theer durchmachen,
wobei sich die Theerbläschen an den Nadeln zerreiben und abtropfen. Durch die beim
Durchgang des Gases entstehende Bewegung werden die Kratzbürstennadeln durch den dünnflüssigen
Theer abgespült und die zähen Theertheile setzen sich am Boden des Reinigers ab.
Diese Niederschläge brauchen dem Reiniger erst dann entnommen zu werden, wenn sie bis
in die Kratzbürsten reichen; da dies je nach der Menge des erzeugten Gases fünf bis zwölf
Monate dauern kann, braucht auch der Reiniger erst nach Ablauf dieser Zeit ,gereinigt zu werden.
Der leichte Theer fliefst zugleich mit dem Gase durch das Rohr K in den Rückverschlufs O,
welcher den Zweck hat, das Zurücktreten des Gases aus dem Gasometer in die Retorte zu
verhindern.
Der in den Rückverschlufs einlaufende leichte Theer füllt denselben immer voll, während der
Ueberschufs an Theer zugleich mit dem Gase durch das Rohr/ in den Nachreiniger q (Fig. 2)
geht, in dessen unteren Theilen der Theer sich sammelt und durch das Rohr r ins Freie abfliefst.
Das Gas dagegen geht, nunmehr ganz von Theer befreit, von unten nach oben durch einen
in den Nachreiniger q eingefügten Einsatz, welcher, mit einem Siebboden versehen,.unten
mit kleinen Koks, oben mit Rasenerz gefüllt ist und die Reinigung des Gases von etwa noch
darin enthaltenen fremden Bestandtheilen besorgt.
Vom Nachreiniger q geht das Gas in den Gasometer. Zu bemerken ist noch, dafs die
Drosselklappe ί zur Regulirung des Zuges beim Anheizen der Retorte dient.
Beschreibüirjg sdes Reinigers.
■ - De.r ,'Reiniger Fig. 3., üiid 4 besteht aus einem gufseisernen Kasten ^t, welcher durch den Deckel B geschlossen, i^t. Der Raum über dem Deckel B ist mit Wasser angefüllt.
■ - De.r ,'Reiniger Fig. 3., üiid 4 besteht aus einem gufseisernen Kasten ^t, welcher durch den Deckel B geschlossen, i^t. Der Raum über dem Deckel B ist mit Wasser angefüllt.
Unterhalb des Deckels B ist der Boden C angebracht, welcher oben durch zwei Wände in
drei Räume getheilt ist. Der Mittelraum ist gewissermafsen die erweiterte Fortsetzung des
Zuführungsrohres D.
Fig. 4 zeigt den Boden C von unten gesehen.
Verschiedene niedrige Zargen bilden einen langen, niedrigen, zusammenhängenden Zwischenraum,
auf dessen Grunde feine, theils lang-, theils kurzborstige Stahldrahtbürsten (wie bei den
Baumwollenkrempeln) angebracht sind. An dem Boden C ist noch eine Kappe befestigt, unter
welcher sich das gebogene Gasabgangsrohr F befindet.
Der Kasten ist bis zur Höhe des Bodens C mit dünnflüssigem Erdölgastheer gefüllt und zwar
so, dafs die Kratzbürsten noch in den Theer eintauchen; das Rohr F regulirt zugleich den
höchsten Theerstand.
Gebrauch des Gasreinigers.
Das Gas strömt durch das Zuführungsrohr D, welches durch eine Düse G verengt ist und
infolge dessen mit einer gröfseren Geschwindigkeit, in den Reiniger, prallt gegen die hinter
der Düse G angebrachte Kratzbürstenplatte H an. Die schweren Theerdämpfe setzen sich an
diese Kratzbürsten an und tropfen, da dieser Theil warm wird und bleibt, nach unten ab,
worauf sie vermöge ihrer gröfseren Schwere bis auf den Boden des Reinigers herabsinken. Das
Gas geht dann in dem Mittelgange des Reinigers weiter und kühlt sich an dem Deckel B
infolge des darüber befindlichen Wassers ab und setzt hier den durch Zersetzung in der Retorte
event, freigewordenen trockenen Kohlenstoff (Rufs) ab.
Sodann geht dasselbe durch den, von den Zargen, welche in den Theer eintauchen, hergestellten,
sehr langen Zwischenraum hin, bis es das Ausgangsrohr F erreicht hat. Das Gas
reinigt sich auf diesem Wege nicht nur von den leicht condensirbaren Theerdämpfen, sondern
auch von den schwer condensirbaren zähen Theerdämpfen, welche letztere zum gröfsten
Theile aus sehr kleinen, zähen, schwer zerstörbaren Bläschen bestehen.
Dies ist der Haupttheil des Reinigers. Da das Gas gezwungen ist, einen langen Weg zwischen
Theer und Kratzbürsten zu machen, so zerreifsen sich die beschriebenen klebrigen Theerbläschen
an den Kratzbürsten, worauf sie so lange an denselben hängen bleiben, bis der, durch das durchgehende Gas in fortwährender
Bewegung befindliche dünnflüssige Theer diesen Ansatz abwäscht. Der specifisch bedeutend
schwerere dicke Theer fällt hierauf bis auf den untersten Boden des Reinigers nieder.
Der Reiniger braucht infolge dessen nicht eher geöffnet zu werden, als bis dieser sich absetzende
dicke Theer die Höhe der Kratzbürsten erreicht hat. Da jede Erdölgasretorte mit einem solchen
Reiniger combinirt ist, so braucht das. Oeffhen desselben behufs Entfernung von dem Satze
nicht öfter, als jährlich erfolgen.
Durch diesen Reiniger wird eine continuirliche
und sehr vollkommene Reinigung des Erdölgases von seinen zähen Theerbestandtheilen erzielt,
wie sie bisher noch nicht erreicht worden ist. Die mangelhafte Reinigung von diesen
Theerbestandtheilen hatte mitunter die oft beklagte Versetzung der Gasableitungsrohre zur
Folge.
Hierzu ϊ Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE382T | 1877-07-17 |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE000000000382DA Expired - Lifetime DE382C (de) | 1877-07-17 | 1877-07-17 | Reinigungsapparat für Erdölgas |
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1877
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