DE37923C - Neuerung im Verfahren zur Verzuckerung stärkemehlhaltiger Substanzen mittelst Malz - Google Patents

Neuerung im Verfahren zur Verzuckerung stärkemehlhaltiger Substanzen mittelst Malz

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DE37923C
DE37923C DENDAT37923D DE37923DA DE37923C DE 37923 C DE37923 C DE 37923C DE NDAT37923 D DENDAT37923 D DE NDAT37923D DE 37923D A DE37923D A DE 37923DA DE 37923 C DE37923 C DE 37923C
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DE
Germany
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malt
extract
saccharification
water
infusion
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Application number
DENDAT37923D
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English (en)
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L. CUISINIER in Paris, rue de la folie Mericourt 93
Publication of DE37923C publication Critical patent/DE37923C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13KSACCHARIDES OBTAINED FROM NATURAL SOURCES OR BY HYDROLYSIS OF NATURALLY OCCURRING DISACCHARIDES, OLIGOSACCHARIDES OR POLYSACCHARIDES
    • C13K7/00Maltose

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 89: Zücker- und Stärkefabrikation.
Patentirt im Deutschen. Reiche vom 30. October 1884 ab.
I. Darstellung eines speciellen Malzes. Ich stelle das Malz ohne Unterschied aus
Gerste, Weizen, Roggen oder Mais u. s. w. dar. Der Schwerpunkt für die Fabrikation liegt in einer weit vorgeschrittenen Keimung. 7 bis 10 Tage Keimung sind nothwendig, um ein richtig gekeimtes Malz zu erhalten.
Die lange Dauer des Keimprocesses erfordert ganz besonders in der warmen Jahreszeit gewisse Vorsichtsmafsregeln.
In diesem Sinne ziehe ich das Kalkwasser dem gewöhnlichen Wasser für alle Operationen der Malzbereitung vor. Durch die Anwendung von Kalkwasser zum Einweichen verhütet man die Fäulnifs des Kornes.
Wiederholtes Waschen des Malzbodens mit Kalkwasser ist von vorzüglicher Wirkung.
Endlich entfernt man durch das Einweichen des Grünmalzes in Kalkwasser während einer Stunde alle Fermente, die sich auf der Oberfläche des Kornes während der Keimung festgesetzt haben könnten.
Mit Hülfe dieser einfachen Vorsichtsmafsregeln erhält man zu jeder Jahreszeit ein vorwurfsfreies Malz.
II. Specielle Vorbereitung der Rohstoffe.
a) Mehl und Stärkemehl.
Mehl und Stärkemehl sind häufig sauer. Da dieser variable Säuregehalt für die Praxis sehr unangenehm ist, so sieht man sich genöthigt, diese Substanzen von neutraler Reaction zu erhalten, sei es nun durch Einquellen und Waschen mit reinem Wasser oder durch Anwendung von mit kohlensaurem Natron versetztem Wasser. Auf 100 kg Mehl wendet man an: 200 1 Wasser und 2 kg Soda.
Andererseits sind gewisse Stärkesorten häufig alkalisch. Es wird gleichermafsen nöthig, sie alsdann vorher mit angesäuertem : Wasser und schliefslich mit reinem Wasser zu waschen. Auf 100 kg Mehl wendet man 200 1 Wasser und ι kg Schwefelsäure von 66° Baume an.
Diese soeben angeführten Operationen lassen sich leicht ausführen, indem man das Mehl· in Behältern mit Wasser anrührt und dann absetzen läfst.
b) Ganze Körner.
Ganze Körner werden zunächst während 2 oder 3 Tage in lauem Wasser von höchstens 500C. eingequellt. Bei vollkommener Quellreife erhält man' ein Korn von 40 bis 45 pCt. Wassergehalt.
Das Zermahlen des Kornes geschieht zwischen Stahl- oder Porcellanwalzen. Zwei Paare solcher Walzen sind über einander befindlich. Das erste Paar bewirkt eine einfache Plattdrückung des Kornes, während das zweite seine vollständige Zermalmung herbeiführt.
Nach dem Austritt aus der Mühle wird das Mehl folgenden verschiedenen Operationen unterworfen.
III. Quellen und Aufrühren des Mehles mit Wasser.
Das feuchte Mehl wird mit kaltem Wasser zu einem Brei angerührt und hierauf die zur Verflüssigung nöthige Menge Malz, nämlich 2Y2 bis 5 pGt. vom Gewicht des trockenen Kornes zugegeben. Man durchknetet den Brei
während einer Stunde, um die möglichst vollständige Vertheilüng und Diffusion der löslichen Bestandteile des Malzes in der ganzen Masse zu bewirken.
Anzuwendende Mengenverhältnisse: ioo kg Korn, ioo 1 Wasser, 2,5 bis 5 kg Malz, je nach der Güte desselben.
IV. Die Extractbereitung.
a) Verflüssigung.
Die Verflüssigung hat den Zweck, aus der angewendeten Rohsubstanz sä'mmtliche Stärke, welche durch das Malz bei 70 bis 75° C. verflüssigt werden kann, auszuziehen.
Ein Liquefactor (Apparat, worin sich die Verflüssigung vollzieht) besteht aus einem mit kräftigem Rührwerk versehenen horizontalen Cylinder, der von einem Wasserbad, dessen Temperatur man constant auf 75° C. erhält, umgeben ist.
Man beschickt diesen Liquefactor zuerst mit Wasser oder den Waschwässern der Fabrikationsrückstände, beide auf 75° C. erwärmt.
Hierauf läfst man den oben erwähnten Brei portionsweise zufliefsen. Malz und Mehl kommen auf diese Weise in immer gleichen Portionen mit der auf 70 bis 75° C. erhitzten Flüssigkeit in Berührung und verflüssigen sich in demselben Mafse.
Mit diesem System bin ich im Stande, Säfte von sehr hoher Concentration zu erhalten, ohne jede anscheinende Kleisterbildung.
Die anzuwendenden Verhältnisse von Wasser und Korn sind verschieden, je nach der Dichte des Saftes, die man zu erhalten wünscht. Diese Dichte bezieht sich auf den fertigen Saft, nachdem er Dämpfung und Dextrination passirt hat.
Um ι hl klare Maiswürze (Saft) zu erhalten, sind folgende Verhältnisse erforderlich:
-. Dichte Korn (Mais), W a ss e r,
der anzuwenden inbegriffen das
Weich- und
klaren Würze des Gewicht Anrührwasser
8° Baume 20,8 kg 88,4 1
12° - 31JS kg 82,41
15°. - - 4 ij3 kg ' 77* l
·■ 20° -, 57,2 kg 68,7 1
: Die anzuwendenden Gewichtsverhältnisse anderer Körnersorten hängen von ihrem Gehalt an extrahirbarer Substanz ab.
Ich widerlege auf diese Weise eines der schwersten Argumente, das mir von meinen Gegnern betreffs meines früheren Maltose-Fabrikationsverfahrens entgegengehalten worden ist, indem hierdurch die Concentrationskosten völlig unbedeutend werden.
Während der Verflüssigung saugt ein Zerkleinerungsapparat Böhm'scher Construction beständig die Masse auf und wirft sie beständig in den Liquefactor zurück, um eine möglichst absolute Zerkleinerung zu bewirken.
b) Erhitzen unter Druck von 1 Atmosphäre während einer Stunde. Dieses Erhitzen hat den Zweck, alles bei 750C. unverflüssigt gebliebene Stärkemehl aufzulösen. Die verflüssigte Maische wird in einen mit Rührwerk versehenen Hochdruckapparat gepumpt, welcher von einer Doppelwandung behufs Heizung durch Dampf oder eventueller Abkühlung durch kaltes Wasser■ umgeben ist.
Ist das Kochen bei 1 Atmosphäre Druck beendigt, so schreitet man zur Abkühlung der Masse auf 70° C, indem man kaltes Wasser in den Hohlraum der Doppelwandung des Hochdruck-Digestors einfliefsen läfst.
c) Dextrination bei 70° C.
Die »Dextrination« hat den Zweck, die durch Erhitzen unter Druck nachträglich noch in Lösung übergeführte Stärke in Dextrin zu verwandeln.
Für die Dextrination wendet man ausschliefslich Malzinfusion an. 1 bis 2 pCt. möglichst klare Infusion genügen im allgemeinen für diese Operation.
Vor der Dextrination färbt der Saft Jodlösung blau. Nach 1.5 bis 20 Minuten bewirkt Jod eine braungelbe Färbung. Die Operation ist indessen erst nach 2 Stunden vollkommen beendigt, während welcher Zeit die Temperatur streng auf 70° C. zu halten ist. Die Dextrination dauert also genau 2 Stunden.
Der sehr flüssige Saft trennt sich mit Leichtigkeit von den. Trabern. Jede Spur von Stärke ist verschwunden.
Der Saft enthält alsdann 65 pCt. Maltose! und 35 pCt. Dextrin und Nichtzucker. Dieser Saft ist es, welchen ich Extract nenne.
d) Abscheidung des Extractes. ·■ Der Extract scheidet sich seiner Consistenz gemäfs durch Prefsfilter oder hydraulische Pressen leicht ab.
Arbeitet man mit Rohmaterial, welches wenig Rückstand liefert, so kann man dies Auspressen durch Zusatz von Papierbrei, Stroh oder Sägespänen erleichtern. Ich bediene mich häufig dieses Mittels.
Die Traber werden gewaschen, noch einmal in der hydraulischen Presse abgeprefst und die erhaltenen Waschwässer finden dann bei einer nächsten Verflüssigung Verwendung. . .'.

Claims (1)

  1. e) Verzuckerung des Extractes.
    Der Extract wird, wie er aus den Filterpressen kommt, aufgewärmt und siedend über Tuchfilter filtrirt, von denen er vollkommen klar abläuft.
    Um ihn vollständig zu verzuckern, kühlt man ihn auf 48 bis 50 ° C. ab und fügt 15 bis 20 pCt. klare Malzinfusion hinzu.
    Dieser Zusatz geschieht portionsweise, indem man alle 2 Stunden 5 pCt. Infusion hinzufügt.
    Wenn die Verzuckerung beendigt ist, wird der Saft' erhitzt, filtrirt und eingedickt oder direct verschiedentlich angewendet.
    V. Anwendung des Extractes.
    Der auf 40 ° Baume eingedickte Extract kann als concentrirte Bierwürze, deren Zusammensetzung und Eigenschaften er besitzt, verkauft werden. Mit Wasser in erforderlichem Mafse verdünnt, kann er direct zur Darstellung von Bier oder zur Alkoholfabrikation dienen.
    Er kann überhaupt alle Verwendungen finden, welche ich früher unter den Anwendungsweisen der Maltose aufgeführt habe.
    Pat en τ-Anspruch:
    Im Verfahren zur Verzuckerung stärkemehlhaltiger Substanzen mittels Malz die portionsweise Anwendung des Malzes oder der Malzinfusion bei der Verzuckerung der vorher durch Malz verflüssigten' Stärke bei ein und derselben Temperatur, sowohl bei 500 wie bei -700 C.
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DE (1) DE37923C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US6569949B1 (en) 1997-03-31 2003-05-27 Avery Dennison Corporation Pressure-sensitive adhesives for marking films

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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