DE34085C - Verfahren zur Herstellung von Maltose-Syrup aus Stärke und stärkehaltigen Rohstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Maltose-Syrup aus Stärke und stärkehaltigen Rohstoffen

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DE34085C
DE34085C DENDAT34085D DE34085DA DE34085C DE 34085 C DE34085 C DE 34085C DE NDAT34085 D DENDAT34085 D DE NDAT34085D DE 34085D A DE34085D A DE 34085DA DE 34085 C DE34085 C DE 34085C
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SOCIETE ANONYME GENERALE DE MALTOSE in Brüssel
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13KSACCHARIDES OBTAINED FROM NATURAL SOURCES OR BY HYDROLYSIS OF NATURALLY OCCURRING DISACCHARIDES, OLIGOSACCHARIDES OR POLYSACCHARIDES
    • C13K7/00Maltose

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)

Description

33ettcf)ti(jte
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das Verfahren beruht zufolge der Natur der ' zu verarbeitenden Rohstoffe (Körner, Knollen, Stärkemehl) auf folgenden Operationen:
1. Genaue Neutralisation des Wassers, ehe es zur Bereitung der Maische verwendet wird.
2. Vorbereitende Behandlung der stärkemehlhaltigen Rohmaterialien.
3. Besondere Behandlung der Maische vor ihrer Verwandlung in Zucker.
4. Besonderer Filtrationsprocefs, durch welchen man ein absolut klares Product erhält.
Ehe die specielle Verarbeitung eines jeden stärkemehlhaltigen Rohstoffes beschrieben wird, mögen hier zum besseren Verständnifs der später zu beschreibenden Processe zunächst einige Erklärungen über die vorgenannten vier Operationen gegeben werden.
i. Genaue Neutralisation des Wassers vor seiner Verwendung bei der Herstellung von Maische.
Ich habe gefunden, dafs sich das natürliche Wasser um so weniger für die Verflüssigung der Stärke eignet, je gröfser seine durch Lackmus oder ein anderes Reagens erkennbare alkalische Beschaffenheit ist. Diese alkalische Beschaffenheit rührt von der Gegenwart alkalischer Bicarbonate oder alkalischer Erden her.
Die in Frage stehende Schwierigkeit bei der vollständigen Verflüssigung aller stärkemehlhaltigen Stoffe mittelst eines Minimums von Malz verschwindet ganz, wie ich durch Versuche festgestellt habe, wenn man dem Wasser, welches zur Verflüssigung dienen soll, eine Quantität Säure zusetzt, welche die in ihm enthaltenen Bicarbonate der Alkalien oder alkalischen Erden zersetzt, d. h. wenn, man das Wasser so sehr ansäuert, bis rothes Lackmüspapier nicht mehr merklich blau gefärbt wird.
Zum Ansäuern des Wassers kann man alle organischen oder mineralischen Säuren verwenden, welche die Bicarbonate zersetzen; ich verwende vorzugsweise die im Handel käufliche Salzsäure, welche ungefähr 25 pCt. reine Säure, enthält.
2. Vorbereitende Behandlung der Rohmaterialien.
Was die mechanische Zerkleinerung des stärkemehlhaltigen Getreides betrifft, so habe ich gefunden, dafs die vorherige Erweichung des Getreides, welche für die nachherige möglichst vollkommene Zerkleinerung wichtig ist, von welcher ein leichtes Arbeiten und die Extraction des Rückstandes, d. h. die Ausbeute von Maltose pro 100 kg Rohstoff, abhängt, in einem geschlossenen Gefäfs unter der Wirkung der Luftleere geschehen mufs, um ein schnelleres und sicheres Einweichen zu erreichen. Die Luftleere kann durch Condensation von Dampf oder auch durch einen besonderen Apparat hergestellt werden. Ich habe ferner gefunden, dafs es für eine vollständige Ausbeute des Rückstandes an Stärkemehl ganz unerläfslich ist, das zerkleinerte Getreide oder die Rückstände der ersten Verflüssigung bei einer Temperatur über ioo° in einem geschlossenen Gefäfs, d. h. unter Druck zu behandeln.
Was den Geschmack und die Krystallisirbarkeit der Producte, sowie ihren Werth für
einen bestimmten Verwendungszweck betrifft, so habe ich constatirt, dafs bei der Behandlung des stärkemehlhaltigen Getreides und besonders des Maises, welcher aufser Stärke noch Albumin und Salze enthält,- es vortheilhaft ist, mit Hülfe einer vorherigen Auslaugung des zerkleinerten Kornes eine Trennung der in Frage stehenden Stoffe zu bewirken: ich erhalte hierdurch gleichzeitig zwei verschiedene Producte. Das eine Product besteht ausschliefslich aus Stärke und Wasser, und besitzt eine syrupähnliche oder auch stärkere Consistenz, je nach dem Grade der Verzuckerung, der es nachher unterworfen werden soll, und seiner späteren Verwendung in der Liqueurfabrikation, in der Bonbonfabrikation oder in der Bierbrauerei u. s. w. Das andere Product ist ein flüssiger Syrup, der aufser Wasser noch aus einem Theil Stärkemehl des Getreides und des Malzrückstandes der Infusion und aus mineralischen Bestandteilen und Albumin zusammengesetzt ist. Dieser unvollständig verzuckerte Syrup wird bei der Fabrikation mehr oder minder dextrinhaltiger Biere verwendet, und da er alle Bestandteile des Kornes, Salze und Albumin, enthält, welche für eine gute Gährung nothwendig sind, so ist er für diesen Zweck besonders empfehlenswerth.
Die vorherige Extraction gewisser Stoffe, wie der Kartoffeln, kann auch auf dem Wege der Diffusion vor sich gehen, und zwar in ähnlichen Apparaten wie diejenigen, die in der Zuckerfabrikation verwendet werden.
3. Besondere Behandlung der Maische vor ihrer Umwandlung in Zucker.
Der Hauptübelstand bei der 'Verzuckerung durch Malz liegt in der relativ niedrigen Temperatur (480 C. und darunter), bei welcher das zuckerbildende Ferment am wirksamsten ist, und der langen Dauer.
Diese beiden Factoren: Temperatur und Zeit, sind der Entstehung verschiedener Veränderungen, vorzüglich der Entstehung von Milchsäure- und Buttersäuregährung, aufserordentlich günstig.
Man weifs, dafs es unmöglich ist, ein Gemenge von eingeweichtem Getreide und Wasser längere Zeit auf einer Temperatur von 40 bis 500 C. zu erhalten, ohne dafs diese schädlichen Veränderungen eintreten.
Ich habe nun zunächst erkannt, dafs der physische Zustand der Maische, d. h. der Grad ihrer Klarheit und die Anwesenheit von Körneroder Pülperesten oder anderen in ihr suspendirten Stoffen, eine entscheidende Rolle bei den in Rede stehenden Veränderungen bezw. Zersetzungen bildet. Wendet man deshalb die Vorsicht an, die trübe Maische so schnell wie möglich zu filtriren, so dafs nur vollkommen klare oder nur wenig durch feste Bestandtheile verunreinigte Maische zur Verzuckerung gelangt, so kann man die Dauer der letzteren beträchtlich verlängern, ohne Gefahr zu laufen, dafs eine nennenswerthe Veränderung durch Gährungserscheinungen in der Maische eintrete. - Dieses Filtriren geschieht in der Weise, dafs man zuerst die festen von den flüssigen Bestandtheilen mit Hülfe von Filter- oder anderen Pressen trennt und dann nochmals durch ein feines Sieb, ein Gewebe oder einen Filz filtrirt. Um aber absolut klare Maische, zu erhalten, genügt dies nicht, man mufs dann durch Papier filtriren.
Ich habe ferner erkannt, dafs die durchschnittliche chemische Beschaffenheit der Maische, ich will sagen, ihre Reaction auf Lackmuspapier, ein Mittel bietet, sich gegen die erwähnten schädlichen Veränderungen zu schützen, und dafs die Gegenwart freier, mineralischer oder vegetabilischer Säuren in genügender Weise die in Rede stehenden Veränderungen verhütet. Hierbei aber mufs man der Veränderlichkeit der wirksamen Bestandtheile des Malzes durch Säuren Rechnung tragen, da ein zu grofses Quantum freier Säure die Wirkung des Malzes abschwächt oder ganz vernichtet. Ich habe durch meine Versuche festgestellt, dafs sich das Quantum Säure, welches man der Maische zugeben kann, in sehr engen Grenzen bewegt, welche ohne Nachtheil nicht überschritten werden dürfen. Es richtet sich aber das anzuwendende Quantum nach der Stärke der Säuren und ob diese mineralisch oder organisch sind.
Für mineralische Säuren und hauptsächlich für Salzsäure beträgt das Minimalquantum Y2 0 Gay-Lussac pro Liter und das Maximalquantum 2° Gay-Lussac. Für Schwefelsäure können 0,025 bis 0,10 g pro Liter angewendet werden und von der im Handel käuflichen 25 proc. Salzsäure ungefähr 7 bis 29 g pro Hektoliter Maische.
Diese Quantität freier Säure in der verflüssigten und filtrirten Maische . verhindert, ohne die Zuckerbildung zu beeinträchtigen, vollständig den Eintritt der Milchsäure- und Buttersäuregährung.
Als Beweis hierfür sei angeführt, dafs das: Maximum von Milch- und Buttersäure, welches sich unter diesen Umständen bilden könnte, 12° Gay-Lussac pro Liter nicht überschreitet, während das Verhältnifs dieser Säuren, welches sich bei Abwesenheit vorhergehenden Säurezusatzes infolge dieser schädlichen Gährung bildet, 10 bis 12 mal gröfser ist.
Organische Säuren und selbst Tannin haben eine ähnliche Wirkung, das Maximalquantum dieser Körper aber beträgt 40 Gay-Lussac pro Liter, das Minimalquantum ungefähr i° Gay-Lussac.
4· Besondere Filtrirmethode, um ein absolut klares Product zu erhalten.
Um die Maische oder Syrüpe absolut klar, frei von jeglichem festen Stoff zu erhalten, genügen die gewöhnlichen Filtrirmittel, wie Sand, Knochenkohle, Gewebe u. dergl., nicht, vielmehr habe ich als einzig wirksames Mittel Papier gefunden, dessen Verwendung zur Filtration bei der Herstellung von Zuckersäften und Syrupen bisher nicht bekannt war.
Dieses Papier .mufs ungeleimt, gut verfilzt und aus reiner Cellulose zusammengesetzt sein, d. h. es mufs auf alle Fälle frei von Stoffen sein, welche der Maische und dem Syrup einen besonderen Geschmack ertheilen könnten. Ich benutze solche Filter mit möglichst grofser Oberfläche, in ihrer Anordnung den Filterpressen ähnlich.
- Es mag nunmehr die besondere Beschreibung der Herstellung der Malzinfusion und der Bearbeitung der hauptsächlichsten Rohstoffe folgen.
Herstellung der Malzinfüsion.
Um das Malz bestmöglich auszunutzen, bediene ich mich der Infusion. Zu diesem Zwecke wird das Malz mit 2 bis 3 Theilen vorher neutralisirten Wassers zu einem Brei angerührt und während einiger Stunden bei einer Temperatur von etwa 300 C in Maceration gebracht. Da der wirksame Theil des Kornes aufserordentlich löslich ist, so kann man den in Säcke gepackten Brei unter einer Presse auspressen und so den flüssigen Theil des Breies gewinnen. Der Rückstand wird dann ausgelaugt und die durch Druck ausgezogenen Flüssigkeiten durch ein beliebiges Material, Sand, Knochenkohle, Gewebe etc., filtrirt, oder wenn man eine ganz klare Flüssigkeit erhalten will, filtrirt man durch Papier; das Filtrat bildet die Malzinfusion.
In der Folge setze ich den Namen »Infusion« für »Malz« und 5, 10 und 20 pCt. Infusion sind also gleichbedeutend mit 5,' 10 und 20 pCt. Malz. Ich verwende hauptsächlich grünes oder bei möglichst niedriger Temperatur getrocknetes Malz an, da das Darren die Kraft der wirksamen Stoffe sehr beeinträchtigt.
Anwendung reinen Stärkemehles zur
Gewinnung von Maltose.
Man fügt dem Stärkemehl das 2- bis 12 fache seines Gewichtes an neutralisirtem Wasser und ,5 bis 10 pCt. Infusion zu, wobei man das Verhältnifs der Infusion nach Mafsgabe der Verminderung an Wasser erhöht. Das Ganze wird ' dann in einen Mischapparat gebracht, der von beliebiger Form sein kann, der aber mit Rührwerk und mit doppeltem Boden versehen sein mufs, um die Lösung . mittelst Dampfes erwärmen zu können. Die Temperatur wird nur sehr langsam erhöht, damit sich die Lösung gleichmäfsig erwärmt. Auf diese Weise kann man die Temperatur bis auf ■8o° C. erhöhen, ohne irgend welche Kleisterbildung hervorzurufen. Die Erwärmung dauert ungefähr 1 Stunde.
Die verflüssigte Masse wird hierauf in einen Autoclav gebracht, der mit einem Rührwerk versehen ist, und in diesem ungefähr 30 Minuten lang unter einem Druck von ungefähr ι Y2 Atmosphären gehalten. Man kühlt alsdann in einem Kühlapparat bis auf 480 C. ab. Der Kühlapparat ist ein einfacher Osmoseapparat, dessen Pergamentblätter durch dünne Kupferbleche ersetzt sind und bei welchem das Kühlwasser von unten nach oben und die Lösung von oben nach unten fliefst.
Nachdem die Lösung bis auf 48 ° C. abgekühlt ist, setzt man, je nachdem man eine schnellere oder langsamere Verzuckerung des Syrups oder der Zuckermasse wünscht, 5 bis 20 pCt. Infusion hinzu.
Um eine schnelle und genügend weit vorgeschrittene Zuckerbildung zu erreichen, ist eine starke Dosis Infusion anzuwenden, wobei hinsichtlich der Ansäuerung die oben angegebenen Vorsichtsmafsregeln zu nehmen sind. Um Syrup zu gewinnen, genügt eine kleine Dosis Infusion, und für die Gewinnung von Zuckermasse genügen 10 bis 20 pCt. Infusion mit viel Wasser (das 10- bis 12 fache Gewicht des Stärkemehles); hier erfordert die Verzuckerung immer ziemlich viel Zeit. Nachdem die Zuckerbildung eine Stunde gedauert hat, kann man zur Filtration des Saftes übergehen.
Diese Filtration erfolgt durch Filz oder besser mittelst einer Filterpresse mit seitlicher Beschickung, bei welcher die Prefstücher durch auf Leinwand geklebtes Papier ersetzt sind. Dieses letztere Filtrirmittel ist unentbehrlich, wenn man vollständig klare Maltosesäfte erhalten will. Die filtrirten Säfte sind durchsichtig, sie werden, wenn sie einer verlängerten Zuckerbildung unterworfen werden sollen, in tiefe Gefäfse gebracht, um so wenig wie möglich von ihrer Oberfläche mit der atmosphärischen Luft in Berührung zu bringen, und können ohne merkliche Veränderung 60 Stunden und länger aufbewahrt werden, wenn die Temperatur auf ungefähr 480C. erhalten wird.
Nach beendigter Verzuckerung genügt es, den Saft auf 280 B. (dies kann an freier Luft oder unter Luftleere geschehen) einzukochen. Alsdann filtrirt man über Papier oder man mischt dem Syrup ein wenig Papierstoff bei und filtrirt ihn durch einen Filzbeutel, worauf das Einkochen beendet wird (bis auf 380B.); schliefslich wird über Knochenkohle in Filtern gewöhnlicher Art filtrirt. Die hierbei in Be-
tracht kommenden Kosten der Knochenkohle sind ganz unerheblich, wenn, man bedenkt, dafs dieselbe nur dazu dient, die geringen Farbenspuren zu beseitigen, welche sich bei dem Verdampfen gebildet haben.
Ein einfaches Waschen der Knochenkohle mit Natron und darauf mit Salzsäure genügt, um die Kohle wieder zu beleben. Der filtrirte Syrup wird nunmehr in Fässer oder Formen gebracht und abgekühlt, um weiter zu Zuckermasse verarbeitet zu werden.
Directe Verarbeitung von Kartoffeln.
Die directe Verarbeitung der Kartoffeln in der Art, wie sie in folgendem beschrieben wird, ist bestimmt, die Fabrikation von Maltose aus Stärkemehl zu verallgemeinern.,
Nachdem die Kartoffeln in gewöhnlicher Weise gewaschen sind, werden sie auf dem Rübenschneider in dünne Schnitzel geschnitten und sodann in einen Diffusionsapparat gebracht, wie man sie für Rüben verwendet. In diesem Diffusionsapparat werden die Schnitzel einer methodischen Maceration bei einer Temperatur von 40 bis 500, oder auch mehr, unterworfen, um sämmtliche löslichen Bestandteile, die in den Kartoffeln enthalten sind, zu extrahiren. Die Macerationswässer können concentrirt und als Dünger verkauft werden, wenn dies ökonomisch erscheint. Ist der letzte Diffuseur ausgelaugt, so läfst man den Inhalt sämmtlicher Diffuseure in ein gemeinschaftliches Sammelbecken laufen und von hier mittelst eines Becherwerks in eine Quetschmaschine, ähnlich den bekannten Breiquetschen, bringen, woselbst die ausgelaugten Schnitzel in ganz dünnen Brei verwandelt werden. Hierauf fügt man nicht ausgelaugte Prefsrückstände von Malz und aufserdem neutralisirtes Wasser hinzu, beides in passendem Verhältnifs, je nach dem Product, welches man herstellen will, und schreitet nunmehr zur Verflüssigung, wie dies für das reine Stärkemehl beschrieben wurde. Nach der ersten Verflüssigung behandle ich die Lösung noch bei 1 bis 2 Atmosphären Druck ungefähr Y2 Stunde lang im Autoclav, um die Rückstände vollständig auszulaugen; dann kühle ich auf 48 ° C. ab und setze Infusion zu, um unter Ansäuerung, wie oben beschrieben, die Zuckerbildung herbeizuführen. Nachdem der erste Theil der Verzuckerung beendet ist, filtrirt man durch Filz oder besser durch Papier auf Filterpressen, um den Saft einer längeren Verzuckerung zu unterziehen. Der Rest der Arbeit vollzieht sich wie beim Verarbeiten reinen Stärkemehles. Dieses sehr ökonomische Verfahren ist hauptsächlich für die Herstellung sogen. Krystallsyrups bestimmt. Es mag noch hinzugefügt werden, dafs sich dieses directe Verfahren auf ' alle stärkemehlhaltigen Materialien anwenden läfst.
Directe Verarbeitung von Körnerfrüchten.
Das zu beschreibende Verfahren läfst sich auf alle Sorten Körnerfrüchte, Reis, Buchweizen, Roggen, Weizen, Gerste etc. anwenden; im Nachstehenden soll es in Bezug auf Mais beschrieben werden, als demjenigen Material, welches allgemein für Maltosebereitung verwendet wird. Der Mais kann auf die verschiedenste Art und Weise präparirt werden, ehe er für die Verzuckerung geeignet erscheint; je nach Umständen kann man ihn ganz verarbeiten oder einer Sichtung unterwerfen, um die Keime von dem stärkemehlhaltigen Theile zu trennen.
Hierbei verwendet man den stärkemehlhaltigen Theil für die Herstellung von Zuckermasse und die Keime zur Fabrikation von Syrup für Brauerei- und andere Zwecke. Die Verarbeitung des ganzen Mais kann entweder durch Mahlen ohne Beutelung oder durch Verarbeitung in ganzen Körnern erfolgen. Das Mahlen zu Gries geschieht in dem Falle, wo es sich darum handelt, Zuckermasse zu gewinnen, wobei man durch Waschen die 7 bis 10 Procent lösliche Salze und gummiartige Bestandtheile, welche sich in dem Korn vorfinden und welche die Krystallisation der Maltose verhindern , extrahirt. Das Waschen erfolgt kalt oder besser bei 30 bis 40 ° mit dem einfachen oder doppelten Gewicht Wasser; die resultirende Flüssigkeit hat im Mittel 40B., sie ist sehr reich an Salzen und gummiartigen Bestandtheilen. Aufserdem ist sie sehr geeignet für das Flüssigmachen der Stärke, und deshalb verwende ich sie vorzugsweise bei der Fabrikation von Syrup für Brauereizwecke, wo ihre Eigenschaften unter anderem auch für die Hefebildung benutzt werden.
Bei der Verarbeitung ganzer Körner oder wenn dieselben nur grob geschrotet sind, werden dieselben zunächst unter Luftleere eingeweicht. Zu diesem Zwecke leitet man Dampf in einen Autoclav; sobald derselbe geschlossen ist, läfst man den Dampf condensiren, um eine Luftleere zu erzeugen, und weicht nunmehr in Wasser ein, wobei man das Wasser mit oder ohne Druck zuführen kann. Wenn es sich um die Fabrikation im Grofsen handelt, kann man die Körner bei 40 bis 5 o° maceriren; dies geschieht in ähnlichen Gefäfsen wie die Diffusionsapparate in der Rübenzuckerfabrikation. Der Mais dehnt sich hierbei immer mehr und mehr aus, bis die Hülsen platzen und der Inhalt frei wird. Das Einweichen dauert 24 Stunden oder länger, wobei das Wasser, welches in der Fabrikation wieder verwendet werden kann, so oft als nöthig erneuert wird. Die gequollenen Körner werden hierauf in bekannter Weise zu dünnem Brei zerquetscht.
Herstellung von Zuckermasse aus Mais.
Dem so vorbereiteten Brei setzt man 2 bis 10 pCt. Wasser hinzu, welches den gröfsten Theil der in der Stärke befindlichen fremden Stoffe löst. Dieses Wasser wird später bei der Herstellung von Syrup für Brauereizwecke wieder benützt. Man setzt alsdann von neuem 2 bis 10 pCt. neutralisirtes Wasser und Malzinfusion im Verhältnifs von 5 bis 10 pCt. zu. Das Gemisch wird in einem geschlossenen oder offenen Kochapparat verflüssigt und langsam unter energischem Umrühren erwärmt, bis man in 30 bis 40 Minuten eine Temperatur von 8o° C. erreicht hat, ohne dafs eine Verdickung der Stärke eingetreten ist.
Nach beendigter Verflüssigung kühlt man bis auf 480 ab und setzt 10 bis 20 pCt. Infusion hinzu; nach Ablauf einer Stunde trennt man die Treber entweder durch Pressen oder durch Durchseihen durch ein Sieb und nachheriges Pressen der Rückstände in Filterpressen, worauf man dieselben noch in der Syrupfabrikation für Brauereizwecke verwendet, da ihnen noch nicht alle Stärke und stickstoffhaltigen Stoffe entzogen sind.
Der abgeschiedene Saft ist durch den aufgelösten Kleber trübe, welcher durch Papierfilter abgeschieden wird. Der klare Saft wird hierauf mit 20 Gay-Lussac Salzsäure pro Liter angesäuert und einer längeren Zuckerbildung unterzogen.
Herstellung von Syrup aus Mais.
Nach der Verflüssigung wird die Maische im Autoclav während einer Stunde auf iio° erwärmt, um alle noch nicht aufgelösten Bestandtheile bei dieser Temperatur in Lösung zu bringen; hierauf kühlt man auf 480 ab, fügt 5 bis 20 pCt. Infusion hinzu, und nachdem die Zuckerbildung 1 Stunde gedauert hat, trennt man die Treber in Filterpressen, wäscht sie aus und preist sie von neuem.
Die Säfte werden durch Papier filtrirt und hierauf kürzere oder längere Zeit der Zuckerbildung unterworfen; nach beendigter Zuckerbildung concentrirt man den Saft auf 33 bis 400 B., mengt den Syrup mit Papierstoff, filtrirt durch Filzbeutel, und wenn man farblosen Syrup erhalten will, noch durch Knochenkohle.
Fabrikationsrückstände.
Dieselben sind hauptsächlich Treber, welche durch Pressen und Trocknen in einen Zustand gebracht werden können, welcher ihre unbegrenzte Conservirung gestattet. Will man dieselben als Viehfutter verwenden, so läfst man sie feucht, damit sie infolge der eintretenden Milchsäuregährung einen angenehm sauren Geschmack erhalten. Aufserdem erhält man ausden Papierfiltern reichliche Mengen Kleber, welche in verschiedener Weise als Nahrungsmittel verarbeitet werden können. Alle die aus diesen Rückständen geprefsten Kuchen etc. enthalten Maisöl, welches auf bekannte Weise extrahirt werden kann.
Anwendung in der Brauerei.
Die Maltosesyrupe von Mais können direct zur Herstellung von Bier Verwendung finden. Der für die Brauerei bestimmte Syrup kann mit Hopfenessenz concentrirt werden, welche durch Maceration oder Kochen erhalten wird; in diesem Falle wird der so präparirte Syrup vom Brauer einfach mit Wasser verdünnnt, aufgekocht, auf 150 abgekühlt und mit der Hefe dem Bier zugesetzt. Hierbei kann jedoch der Fall eintreten, dafs durch das vorhergehende Versetzen mit.Hopfenessenz das Aroma der letzteren verloren geht, weshalb es vorzuziehen ist, dafs der Hopfen dem Syrup erst dann zugesetzt wird, wenn derselbe schon entsprechend verdünnt ist. 1 kg Syrup von 330 giebt ungefähr 5 bis 6 1 Bier von 4 pCt. Alkohol, und bei Zusatz von 4 pCt. trockenem Extract hat dasselbe alle erforderlichen Eigenschaften. Andererseits kann man die verschiedenen Arten der Zuckerbildung, wie sie oben beschrieben sind, auch direct in der Brauerei anwenden, indem man die Säfte sofort auf den für die Bierbereitung nöthigen Grad concentrirt und somit das umständliche Concentriren des Syrups vermeidet. Aus dem von mir zur Anwendung gebrachten Verfahren für die Bierbereitung resultirt aufserdem der Vortheil, dafs man nach Belieben die Säfte reicher an Maltose oder an Dextrin herstellen kann, und dafs man hiernach dem Bier nach Belieben mehr oder weniger Gehalt an Extract oder an Alkohol geben kann.
Anwendung in der Weinfabrikation.
Die Maltose eignet sich auch sehr gut zum Süfsen von Wein; man verwendet hierfür nur solche Producte, welche sehr reich an Maltose sind, wie Zuckermasse oder sehr stark verzuckerte Säfte; dieselben werden dem Most in dem Mafse zugesetzt, dafs 2,08 kg Maltose auf 1 1 Alkohol kommen.
Um den aus Rosinen gewonnenen Wein zu süfsen, wird man sich vortheilhaft sehr zuckerhaltiger Zuckermasse von Kartoffeln, Mais oder Reis bedienen. Bei Befolgung der gegebenen Vorschriften in Bezug auf die Gährung beim Zusetzen der Trauben wird man für gewöhnlich einen Wein erhalten, der allen Anforderungen eines guten Rosinenweines entspricht. Man kann auf diese Weise den Alkoholgehalt des Weines nach Belieben variiren, ohne auf die bei Anwendung von Glucose zu gleichem Zwecke vorkommenden bekannten Unzuträglichkeiten zu stofsen.

Claims (2)

Anwendung in der Schaumwein- i Fabrikation. Die Säfte, der Syrup und die Zuckermasse von Körnerfrüchten, besonders von Mais und Reis, eignen sich ganz speciell für die Fabrikation süfser moussirender Getränke; man verfährt dabei in folgender Weise: Die Säfte oder die auf den gewünschten Grad erhaltenen Lösungen werden mit Hefe in Gährung gebracht; sobald die Gährung weit genug vorgeschritten ist, filtrirt man unter Druck und Gegendruck den Wein durch Papier-Filterpressen, um den Gasgehalt zu erhalten, und füllt vom Filter sofort auf Flaschen, welche solide verkorkt werden und einige Monate bis zu ihrer Verwendung im Keller aufbewahrt werden müssen. Anwendung in der Spiritusfabrikation. Das beschriebene Verfahren in der Spiritusfabrikation angewendet, führt zu ganz neuen Resultaten in Bezug auf Qualität und Quantität des. fabricirten Alkohols. Hierbei bringen wir nach Mafsgabe der gegebenen Anleitungen nur ganz klare Säfte in Maceration; das sind diejenigen Säfte, welche nach Beginn der Verzuckerung in Gährung übergeführt werden. Die Verzuckerung vollzieht sich während des Gährungsprocesses, wobei sich beide Erscheinungen beinahe gleichzeitig beendigen, und es genügt nunmehr, durch Papier zu filtriren, um die Hefe abzuscheiden, damit man den Destillationscolonnen nur ganz klaren Saft zuführt. Man kann auf diese Weise 58 1 Alkohol aus 100 kg Stärkemehl erhalten. Es ist nicht möglich, alle Fälle aufzuzählen, in denen die Maltose Verwendung finden kann; wir begnügen uns damit, noch darauf hinzuweisen, von wie grofser Bedeutung ihre Anwendung in der Liqueurfabrikation ist, da sich die Syrupe in keinem Falle wieder trüben können. Die Zuckermasse kann eintretendenfalls einem hydraulischen Druck unterworfen werden, bevor sie vollständig fertig ist, um die weniger reichen Theile zu extrahiren. Die erhaltenen Brode werden, wenn sie wieder aufgelöst und durch Knochenkohle filtrirt werden, von einer ebenso grofsen Reinheit und Weifse sein, wie die Brode aus Rohr- oder Rübenzucker. Man kann auch durch starkes Körnen unkrystallisirbaren Maissyrups eine Art Syrup erzeugen, die dem Honig ähnlich ist und in allen Zweigen der Conditorei verwendet werden kann. Pateντ-Ansρrüche:
1. Bei der Verzuckerung der Stärke mit Malzauszug und Anwendung einer Verzuckerungstemperatur von 480C. und einer Verzuckerungsdauer von 12 bis 15 Stunden der Zusatz von Säuren — 7 bis 29 g 25' procentiger Salzsäure auf 1 Hectoliter Maische —■ oder einer entsprechenden Quantität anderer Säuren.
2. Bei der Gewinnung von Maltose aus Stärke oder stärkehaltigen Rohmaterialien die Aufeinanderfolge nachstehender Manipulationen: Verflüssigung der Stärke unter Zusatz von 5 bis 10 pCt. Malzinfusion und Erwärmung auf 800C, Kochen bei 1J/2 Atm. Ueberdruck 30 Minuten lang, Abkühlung auf 48 ° C., Zusatz von 5 bis 20 pCt. Malzinfusion, Zusatz von Säure gemäfs Anspruch 1., Filtriren und Ueberlassung der Verzuckerung bei 48 ° C. während 12 bis 15 Stunden.
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