DE377346C - Verfahren und Vorrichtung zum Waschen, Nachbehandeln oder Faerben von Kunstfasern in offenen, durchschnittenen Straengen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Waschen, Nachbehandeln oder Faerben von Kunstfasern in offenen, durchschnittenen StraengenInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zum Waschen, Nachbehandeln oder Färben von Kunstfasern in offenen, durchschnittenen Strängen. Durch die heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse ist die massenhafte Herstellung und Verarbeitung künstlicher Faserstoffe und die möglichste Verbilligung der Herstellung zu besonderer Bedeutung gelangt. Namentlich gilt es, die teuere Handarbeit durch mechanische Arbeitsvorgäpge und Einrichtungen zu ersetzen. Bekanntlich verursacht bei der Herstellung künstlicher Fasern, wie Stapelfaser, Kunstseide, Roßhaar u. dgl., die meist mittels Handarbeit durchgeführte chemische Nachbehandlung der Rohfaser hohe Kosten.
- Es unterliegt keinem Zweifel; daß das mit der Hand übliche Umziehen von Strähnen oder Docken in den Behandlungsflüssigkeiten vermöge der bald gestreckten, bald lockeren Lagerung des Faserstranges in der Flüssigkeit eine besonders günstige Wirkung ergibt. Dasselbe ist bei den Vorgängen der Färberei der Fall. Auf verschiedene Weise ist es versucht worden, dieselbe Wirkung auf mechanischem Wege zu erzielen.
- Die in der Textilindustrie üblichen Strang-, Wasch- und Färbemaschinen arbeiten so., daß geschlossene Stränge über rundlaufende Walzen gehängt, durch das darunterliegende Bad gezogen werden, mit oder ohne gleichzeitige Berieselung. Die Wirkung dieser Maschinen ist hinsichtlich der Wäsche eine gute. Bei Kunstfasern haften ihnen aber verschiedene Nachteile an. Einreal erfordern sie geschlossene Stränge, d. h. verhältnismäßig umständliche maschinelle Vorrichtungen, und zum andern ist die im feucht gequollenen Zustande äußerst empfindliche Kunstfaser bei diesem Waschvorgang einer starken Beanspruchung ausgesetzt, und der Faserstrang erleidet leicht unerwünschte Verfilzungen.
- Ein anderer Weg, die Behandlung mit Flüssigkeiten durchzuführen, ist der, die ruhend aufgehängte aser mit der Waschflüssigkeit zu berieseln.' Diese Waschart hat aber den doppelten Nachteil, daß einmal in die Auflagestelle des Fasergutes infolge des bedeutenden Stranggewichts die Waschflüssigkeit in nicht genügender Weise eindringt, und daß zum anderen im hängenden Teil des Stranges ein nur langsamer Wechsel der Flüssigkeit stattfindet, da diese zum größten Teil vom Strange abläuft, ohne einzudringen.
- Die Erfindung besteht darin, daß offene, durschschnittene Faserstränge auf mechanischem Wege bis unter die Spiegelfläche des Bades getaucht werden. Hierdurch ist die Flüssigkeit in der Lage, jede einzelne Faser sozusagen zu umspülen, außerdem wird ein völlig gleichmäßiges Fasergut erzielt, und endlich werden die Betriebskosten auf ein Mindestmaß herabgesetzt.
- In der Zeichnung ist eine Vorrichtung schematisch dargestellt, die zur Ausübung des Verfahrens geeignet ist. Abb. i ist ein Querschnitt durch ein Bzdelement, Abb. 2 eine besondere Ausführungsform der Aufhängungsstäbe; Abb. 3 zeigt eine Reihe von hintereinander geschalteten Badc-hmenten mit durchgehenden Aufhängungsrahmen in Seitenansicht und Grundriß.
- Die nach Art eines breitgezogenen »[/« geformten Aufhängestäbe a (Abb. i) sind in beliebiger Anzahl in einem wagerecht liegenden, in senkrechter Richtung auf und ab beweglichen Rahmen b c-ingehängt. Der Hub dieses Rahmens muß um ein gewisses Maß größer sein als die Länge der aufgehängten Faserstränge. Unter dem Rahmen ist ein Bad c mit der betreffenden Flüssigkeit angeordnet, dessen Flüssigkeitshöhe ebenfalls größer ist als die Länge der Stränge. Durch geeignete Begrenzung des Hubes wird also der Faserstrang bald in die Flüssigkeit eingetaucht, bald aus derselben herausgezogen. Bei jedem Eintauchen erfährt die Faser vermöge ihres Auftriebs eine weitgehende Auflockerung bis in die Auflagestellen hinein sowie eine vollkommene Durchtränkung mit der Flüssigkeit. Beim Herausheben aus der Flüssigkeit läßt man durch kurzen Aufenthalt an der Luft möglichst gut abtropfen. Es tritt daher durch abwechselndes Eintauchen und Herausziehen ein ständiger Wechsel der Waschflüssigkeit in dem Faserstrang ein. Diese Wirkung kann dadurch verstärkt werden, daß die Faser während des Aufenthalts in der Luft mit der Waschflüssigkeit aus einer Traufe berieselt wird. Durch diese Traufe kann dem Bad gleichzeitig die durch den Waschvorgang verbrauchte Menge des Waschmittels laufend zugeführt «-erden. Man kann die regelmäßige Erneuerung des Bades auch dadurch erzielrn, daß jeder Hub des Rahmens selbsttätig die selbständige Entleerung eines mit der Erneuerungsflüssigkeit gefüllten Meßbehälters in dem Bade bewirkt.
- Ist der Faserstrang besonders dick oder schwer, so empfiehlt es sich, die Auflagestelle dadurch der Wäsche zugänglicher zu machen, daß der Aufhängestab in seinem unteren Teil drehbar gemacht wird (Abb. 2), so daß es möglich ist, von Hand oder auf mechanischem Wege die Auflagestelle zu verändern.
- Um das geschilderte Verfahren für den laufenden Betrieb möglichst nutzbringend zu gestalten, empfiehlt es sich, die verschiedenen Wasch-, Behandlungs- oder Färbebäder in einer geschlossenen Reihe anzuordnen, wobei der senkrecht bewegliche Rahmen sich über die ganze Badreihe hinweg erstreckt. Die Aufhängestäbe werden alsdann, einzeln oder in Gruppen zusammengestellt, über den Rahmen mechanisch in regelmäßigen zeitlichen Pausen hinwegbewegt. Auf diese Weise erfährt jeder Strang eine beliebige, jedoch stets gleiche Anzahl von Tauchungen in jedem einzelnen Bad.
- Die zeitliche Dauer der Einwirkung jeder einzelnen Waschflüssigkeit wird außer der Geschwindigkeit, mit der die Faser über den Rahmen bewegt wird, durch die Anzahl von Badelen:enten bestimmt, die mit der betreffenden Waschflüssigkeit gefüllt sind. Zweckmäßigerweise läßt man eine Mehrzahl von Badelementen, die mit gleicher Waschflüssigkeit gefüllt sind, im Gegenstrom von der betreffenden Flüssigkeit durchströmen. Voraussetzung ist, daß die Auf- und Abbewegung des Rahmens auf mechanischem Wege bewirkt wird, z. B. durch eine mittels Uhrwerk gesteuerte Winde oder mit Druckflüssigkeit oder Druckluft oder sonstwie.
Claims (3)
- PATENT-ANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Waschen, Nachbehandeln oder Färben von Kunstfasern in offenen, durchgeschnittenen Strängen, dadurch g(-kennzeichnet, daß die auf Garnträgern hängenden Stränge bei jedesmaligem Senken völlig untertauchen und dadurch in der Badflüssigkeit einen Auftrieb erleiden, der eine gute Auflockerung und Durchtränkung des Fasergutes bis in die Auflagestellen bewirkt, sowie dadurch, daß die Faser durch mechanischen Vorschub nacheinander mit verschiedenen Flüssigkeiten in einer größeren Anzahl von Einzelbädern behandelt wird.
- 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Garnträger auf Wagen ruhen, die der Größe eines Badelements angepaßt sind und horizontal auf einem über eine größere Anzahl von gleich großen, hintereinander geschalteten Bädern gleichen oder verschiedenen Inhalts sich erstreckenden, auf- und abwärts beweglichen Rahmen nach einer bestimmten Zahl von Tauchungen in der Hochstellung selbsttätig genau um eine Badlänge vorgeschoben werden.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die bei ihr benutzten, gekröpften Garnträger einen unteren, der Auflage dienenden Stab besitzen, der von Hand drehbar ist.
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