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Kolbenpumpe. Die Erfindung betrifft Kolbenpumpen, insbesondere auch
für ärztliche Zwecke, mit einem beim Wechsel der Bewegungsrichtung des Kolbens sich
selbsttätig öffnenden und selbsttätig schließenden Kolbenventil. Das Hauptmerkmal
der Erfindung besteht darin, daß die Kolbenstange, d. h. dasjenige Glied, welches
die Zug- bzw. Druckverbindung des Handgriffes mit dem Kolben herstellt, aus zwei
um die Länge des Ventilhubes gegeneinander beweglichen Teilen besteht. Der eine
dieser Teile trägt den Ventilsitz, der andere den Ventilkörper. Beide Teile ragen
aus dem Pumpenzylinder heraus, so daß Gelegenheit zur Anbringung einer außerhalb
des Zylinders bedienbaren Vorrichtung zur Einstellung des Ventilhubes gegeben ist.
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Auf der beiliegenden Zeichnung ist eine Pumpe nach der Erfindung in
Verbindung mit Zubehörteilen für den ärztlichen Gebrauch L-eispielsweise dargestellt.
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Abb. r zeigt die Pumpe mit einem Anschlußschlauch und einem Absaugegefäß
in Längsschnitten.
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Abb. 2 und 3 stellen ein Rückschlagv entil in Längsschnitten dar.
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Abb. 4 und 5 sind Längsschnitte von Teilen der Pumpe.
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Zum Verständnis der Abbildungen sei bemerkt, daß in den Abb. 4 und
5 die Bereiche A und B der Abb. i als nebensächlich nicht mit zur Darstellung gelangen,
natürlich al:er als vorhanden zu denken sind.
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Es ist a der Pumpenzylinder, b der aus einem biegsamen Stoff, etwa
Leder, in Muldenform gepreßte Kolben, welcher auf der rohrförmigen Kolbenstange
c mittels Gewinde und der Muttern d und e, zwischen diese eingepreßt,
befestigt ist. Der gleichzeitig mit eingepreßte Teller f soll das Umschlagen des
Kolbens unter Wirkung der Reibung an der Zylinderwand hindern.
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Das den Kolben tragende Rohr c umschließt den Stab g (Abb. 4), welcher
in der Handhabe h befestigt ist. Die Art der Befestigung ist folgende: In den Körper
der Handhabe ist die Metallmutter i fest eingelassen und der kleine Holzzylinder
k eingeleimt. Der Holzkörper 1, bestehend aus den Teilen m und n, schließt sich
an die Handhabe 1a lose an. Über seinen Teil ia ist der Metallüberwurf o geschoben,
welcher die Metallringscheibe p ringförmig umfaßt. Sodann folgen unmittelbar aufeinander
die beiden Muttern q und r, welche sich gegenseitig sichern. Die Mutter
r ist nach dem Kolbenzylinder hin muldenförmig ausgebildet, d. h. es ist ein zvlinderförmiger
Zwischenraum s zwischen der Stange g bzw. ihrem Gewinde und der inneren Wand der
Mutter gebildet, der um weniges stärker ist als die Wandung des Rohres c. In diesem
Zwischenraum endigt das Rohr c. Nur die Teile i, q und r
stehen mit
dem Gewinde des Stabes e in Eingriff, nicht dagegen auch die Teile h, k, in und
n. Die Mutter i einerseits und q und r anderseits pressen also
die aufeinanderfolgenden, auf den Stab g gereihten Teile bei entsprechendem
Angezogensein
so zusammen, daß die Handhabe h mit allen übrigen Teilen als fest verbunden in Erscheinung
tritt.
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Auf das untere Ende des Stabes g ist der Lederkonus t etwa mittels
Schraubenmuttern befestigt. Die konische Fläche dieses Lederkonus t liegt gegen
den Konussitz u in der Schraubenmutter e, und man denke sich das über den Stab g
gezogene und achsial auf ihm verschiebbare Rohr c so lang, daß es nicht bis an das
obere Ende des Zwischenraumes s in der Mutter r reicht, wenn der Konus
t
gegen den Sitz u liegt, wie das die Abb. q. zur Darstellung bringt. Es wird
dann beim Abwärtsbewegen der Handhabe h der Kolben offenbar nicht sofort mitgehen,
vielmehr zunächst lediglich der Stab g innerhalb des Rohres c sich verschieben,
so daß der Konus t sich von dem Sitz u abhebt. Diese Verschiebung erreicht aber
ihr Ende, wenn das obere Ende des Rohres c gegen die obere ringförmige Begrenzungswand
des Zwischenraumes s stößt, worauf bei fortgesetzter Abwärtsbewegung der Handhabe
h auch das Rohr c und mit ihm der Kolben b abwärts bewegt wird, während welcher
Abwärtsbewegung der Konus t von dem Sitz u abgehoben bleibt.
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Der Stab g ist in seinem oberen und mittleren Teil zylindrisch ausgebildet
und so dick, daß er das Rohr c gerade ausfüllt und ohne sonderlichen Widerstand
in ihm achsial verschiebbar ist. Gegen das untere Ende des Stabes g sind jedoch
auf ihm seitliche ebene Flächen v, etwa durch Abfeilen, hergestellt, desgleichen
noch spiralig umlaufende ölrinnen u!. Iin Bereich dieser ebenen Flächen hat das
Rohr c eine Anzahl Löcher x, welche so angebracht sind, daß, wenn der Konus t von
dem Sitz u abgehoben ist, in allen Fällen der Raum vor dem Kolben mit dem Raum hinter
dem Kolhen für den Luftdurchgang in Verbindung steht.
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Die Pumpe wirkt wie folgt: Wird dieHandhabe h hochgezogen,
so legt sich der Konus t
gegen den Sitz u und zieht den Kolben b aufwärts,
indem er gleichzeitig die Räume zu beiden Seiten des Kolbens gegeneinander abdichtet.
Der Kolben saugt demnach. Wird dagegen die Handhabe abwärts bewegt, so entfernt
sich der Konus t von dem Sitz u, so daß die leiden Räume zu beiden
Seiten des Kolbens derart miteinander in Verbindung stehen, daß ein Luftaustausch
stattfinden kann.
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Es ist nun aber die Mutter r auf dein Stab g achsial verschiebbar.
Man kann daher das Maß des Abhebens des Konus t von dein Sitz ic beliebig groß einstellen
und könnte auch völlig verhindern, daß ein Abheben stattfindet, indem die Mutter
r so weit herunterschraubbar ist, daß sie das Rohr c bzw. die Mutter e mit dem Konussitz
u fest gegen den Konus t drückt.
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Die Pumpe bildet mit den dargestellten Zubehörteilen, dem Verbindungsschlauch
y, dem Saugegefäß z aus Glas und dem ein- und ausschaltbaren Rückschlagventil ä
, b' einen für alle medizinischen Absauge- und Massierzwecke anwendbaren
Apparatesatz. Die Einfachheit der Einstellbarkeit des Pumpenventils wird dadurch
erreicht, daß die Einstellvorrichtung ohne weiteres von außen her bedienbar ist,
ohne daß das Ventil selbst zugänglich gemacht zu werden braucht.