DE37459C - Neuerung an Heizungsanlagen - Google Patents
Neuerung an HeizungsanlagenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 36: Heizungsanlagen.
Der nachfolgend beschriebene Vacuum-Dampfentwickler ist für Heizungsanlagen bestimmt und
ist charakterisirt durch die Combination eines direct beheizten, mit offenem Standrohr versehenen
Niederdruckkessels mit einem von demselben umschlossenen und indirect durch denselben
beheizten Centralheizungssystem, welches in sich geschlossen ist, so dafs stets dasselbe
Wasser verdampft und in den Heizkörpern zur Wirkung gelangt, sich abkühlt und in den
indirect beheizten Kessel zurückfliefst.
Es ist durch diese Combination eines offenen, direct beheizten Kessels mit einem von demselben
beheizten, geschlossenen Heizungssystem den Uebelständen abgeholfen, die die bisherigen
Niederdruckdampfheizungen im Gefolge hatten. Jede Explosionsgefahr, die selbst bei
denbisherigenNiederdruckdampfheizungen nicht ausgeschlossen war, soll durch diese indirecte
Erheizung vermieden werden, da durch einen offenen Kessel, dessen Temperatur infolge des
offenen Standrohres nur wenig über ioo° betragen kann, und durch indirecte Beheizung
eines Rohrsystems niemals eine höhere Temperatur erzeugt werden kann, also auch keine
irgendwie gefährliche Dampfspannung, selbst bei übermäfsiger Heizwirkung des Ofens. Es
ist vielmehr durch diese Combination Gelegenheit gegeben, eine Vacuum - Heizwirkung zu
erzielen, d. h. durch Dampf unter ioo° zu heizen.
Die Zeichnung ergiebt die Anordnung des mit schwacher Kochsalzlösung gefüllten Heizkessels
B, der indirect das mit dem Rohrsystem C und dem Heizkörper F in Verbindung
stehende Dampfentwickelungsgefä'fs A heizt und dasselbe umschliefst.
Der Kessel B ist mit offenem Standrohr C1 und Reservoir D versehen, dessen Deckel frei
aufliegt. Jeder Ueberdruck im Kessel B ist also unmöglich. Die Füllung des Heizkessels B
mit einer schwachen Kochsalzlösung geschieht, um den Siedepunkt im Heizkessel B zu erhöhen
und im Dampfentwickelungsgefä'fs A einen momentanen Ueberdruck gegen die Atmosphäre
behufs Entlüftung des Heizsystems zu erhalten.
Gelangt bei der Entwickelung des Feuers der Inhalt des Kessels B zum Sieden, so werden
die sich entwickelnden Dämpfe im Standrohr C1 und Reservoir D condensiren, andererseits
wird der Kessel B den Behälter A erhitzen, und es werden sich Dämpfe in A,
Rohrleitung C und Heizkörpern F bilden.
Die Wärmeübertragung auf die Verdampfungsflüssigkeit in A ist eine fast vollständige; erfahrungsgemäfs
zeigt letztere nur etwa 20C.
weniger, als das vom Feuer erwärmte Wasser im Warmwasserheizkessel B.
Läfst man nun die in dem Heizrohrsystem befindliche atmosphärische Luft durch die Entlüfmngshähne
entweichen, so wird das ganze Heizsystem ziemlich luftfrei und nur von Dampf erfüllt sein. Dies giebt die Möglichkeit,
selbst mit niedrig gespanntem Dampf, d. h. mit Dampf unter ioo° zu heizen, da die Flüssigkeit
von A sich jetzt in einem nahezu luftleeren Raum befindet und nun nach bekannten
physikalischen Gesetzen schon bei 68° C. verdampft.
Es ist also nur nöthig, zu Anfang jeder Erhitzung oder nach Bedarf das Heizsystem zu
entlüften, und man wird dann die Abgabe einer milden Wärme, welche derjenigen bei
Warmwasserheizung ziemlich gleichkommt, erzielen können.
Der Siedepunkt des Behälters A liegt um so
höher, je unvollständiger die Luftleere ist, und man erreicht dementsprechend ein Sieden des
Wassers bei einer Temperatur von 68° G. aufwärts.
Da der Dampfentwickler A nur einmal mit einem geringen Quantum Wasser angefüllt zu
werden braucht und eine Ergänzung in dem geschlossenen System nicht nöthig ist, so bleibt
das Innere frei von Kesselstein und Schlammablagerung.
In dem Warmwasserkessel B ist ein öfteres Nachfüllen von Wasser selten erforderlich, da
das Wasser im Expansionsgefäfs D kalt bleibt und die Verdunstung durch den lose aufliegenden
Deckel nur gering ist.
Ein weiterer Vortheil obiger Combination gegenüber der Niederdruckdampfheizung mit
offenem Standrohr ist der, dafs der atmosphärischen Luft der Zutritt zu den Heizkörpern
unter allen Umständen verschlossen ist. Man kann daher das Feuer unter allen Umständen
ausgehen lassen, ohne bei Inbetriebsetzung einer Heizanlage das Entlüften eines jeden Heizkörpers nöthig zu haben. Auch
ist innere Rostbildung ausgeschlossen.
Es sind bei dieser vorliegenden Combination noch zwei Regelvorrichtungen in der Zeichnung
dargestellt, wovon eine oder die andere dazu dienen kann, die Verbrennungsluft vom
Rost abzuschliefsen.
Es sind dies die beiden lamellenartig aus schwachen Metallscheiben zusammengesetzten
Körper G und X. G ist mit der Leitung des Heizsystems in Verbindung, X mit dem Warmwasserkessel B. X enthält ein für sich eingeschlossenes
Quantum' Wasser, das Aeufsere wird umspült von dem Wasser des Warmwasserkessels,
und eine zu grofse Erhitzung desselben führt durch die Ausdehnung des
eingeschlossenen Wasserquantums und Einwirkung auf den Hebel α den Abschlufs der
Luft be\y herbei. Ebenso bewirkt eine Ausdehnung
von G durch den erhöhten Druck in der Leitung C den Abschlufs dieses Luftventils
bei Y.
Claims (2)
1. Die Anwendung eines mit offenem Expansionsrohr und Expansionsgefäfs versehenen,
direct beheizten Kessels B in Combination mit dem durch denselben indirect beheizten,
ein geschlossenes Heizsystem bildenden Dampfentwickler A zum Zwecke der Erzeugung
beliebig niedrig gespannter Dämpfe im Heizsystem.
2. Bei der unter i. geschützten Combination die Anwendung von lamellenartig zusammengesetzten
Körpern G bezw. X, die unter innerer bezw. äufserer Einwirkung
der entwickelten Dämpfe oder des warmen Wassers der Gefäfse A bezw. B stehen,
zum Zweck der Regulirung der Luftzuführung zum Roste.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE37459C true DE37459C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT37459D Expired - Lifetime DE37459C (de) | Neuerung an Heizungsanlagen |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE37459C (de) |
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