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Sprechmaschine mit eingebautem Trichter. Trotz aller Vervollkommnungen,
welche in den letzten Jahren auf dem Gebiete der Sprechmaschinentechnik gebracht
wurden, werden jedoch einige Mängel noch sehr störend empfunden. Die Aufnahme einzelner
Instrumente, so der Holz- und Blechblasinstrumente, werden in fast naturgetreuer
Wiedergabe reproduziert, dagegen nicht die Aufnahme der menschlichen Stimme, des
Klavieres und der Streichinstrumente, wie das Cello, die Violine usw. Bei der bisherigen
Konstruktion von Sprechapparaten wurde ein wesentlicher Umstand übersehen, nämlich
der, daB bei der Erzeugung und Entwicklung von Geräuschen und Tönen die Resonanz
zum Teil eine ganz untergeordnete, zum Teil eine ganz wesentliche Rolle spielt.
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Von dieser Erwägung bzw. Feststellung geht nun die Erfindung aus.
Es ist bekannt, daB diejenigen Töne, welche erst durch Resonanz
entwickelt
werden, naturgemäß zur Aufnahmemembran einerseits bzw. von der Wiedergabemembran
andererseits durch Schalleitungen geführt werden müssen, welche so ausgebildet sind,
daß sie selbst sehr elastich sind und mitschwingen können. Durch Nichtbeachtung
dieses Umstandes gehen insbesondere die mitschwingenden Obertöne, welche nach Helmholz
den Klangcharakter eines Tones erst erzeugen, verloren. Charakteristisch hierfür
ist die Wi.cdergabe der Violine. Dadurch, daß der Klangcharakter derselben verloren
geht, klingt sie in der Wiedergabe nicht wie eine Violine, sondern die Töne erscheinen
dem Ohr wesentlich härter als beispielsweise die einer Flöte.
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Durch die Erfindung ist auf Grund von langen Versuchen eine für die
Resonanzwirkung besonders günstige Wirkung der s@hallbefördernden Teile geschaffen.
Sie betrifft insbesondere die in den letzten Jahren bevorzugten Kastenapparate.
Die Trichter dieser Apparate wurden für gewöhnlich an die Vorderwand oder die Seitenwände
des Gehäuses angeleimt oder auf irgendeine andere Art befestigt, oder sie wurden
mit ihrem einen Ende an einem eisernen Gußkniestück befestigt, während das andere
Ende frei war. Beide Ausführungen ließen ein Mitschwingen oder Resonieren nicht
zu. Man bediente sich zur Erhöhung der Resonanz dahe_ der verschiedensten Hilfsmittel,
wie solche auch schon in der Form bekannt geworden sind, daß man vor der Schallaustrittsöffnung
des Trichters mitschwingende Saiten spannte oder in den Trichter Klangstäbe oder
Membranen einbaute. Jedoch das Wichtigste, nämlich eine möglichst zweckmäßige Befestigung
des Trichters, die so beschaffen ist, daß derselbe in seiner Resonanzwirkung fast
nicht behindert wird, ist in vorliegender Erfindung geschaffen.
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Der Erfindungsgegenstand ist auf der Zeichnung beispielsweise dargestellt,
und zwar zeigen Abb. i einen Längsschnitt durch Trichter und Resonanzboden, hinter
der Stirnwand des Gehäuses angeordnet, Abb. 2 die Vorderansicht dazu, Abb.3 einen
Längsschnitt durch Trichter und Resonanzboden in der Stirnwand liegend und Abb.
q. eine Ansicht der letzteren in Pfeilrichtung.
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Während man bisher den Trichter an der Kastenwand oder an einer -besonderen
Wand, stets aber an einer Wand, die infolge ihres festen Eingefügtscins in das Ganze
nicht fähig ist, bei den feineren Schwingungen des Trichters mitzuresonieren, befestigte,
ist gemäß der Erfindung der Trichter an einem schmalen, nur seine Mündung einfassenden
Rahmen befestigt, welcher wiederum nur an seinen Ecken oder bei runden Trichtern
an einigen geeigneten Stellen so gering mit der eigentlichen Wand in Verbindung
steht, daß dieser Rahmen sozusagen schwebt und dadurch seine Resonanzwirkung voll
ausüben kann. Eine solche Ausführung ist in Abb. 3 und q. bei einem eckigen Trichter
gezeigt. Die Stirnwand a trägt einen quadratischen, runden oder sonst der Form des
Trichters entsprechenden Ausschnitt, in welchen ein sich der Trichteröffnung anpassender
Rahmen b eingesetzt ist. An diesem Rahmen b ist nun der Trichter c mit seiner vorderen
Kante befestigt. Beim Zusammenbau bringt man den Trichter mit dem daran b: findlichen
Rahmen b, welcher in seinen Außenmaßen etwa; kleiner gehalten ist als dei Ausschnitt
in der Wand a, in den letzteren hinein und verbindet die leiden Teile a und b in
der Weise, daß man an verschiedenen Stellen, in diesem Fall an allen vier Ecken,
kleine Klötzchen d oder dünne, in sich federnde Stege befestigt, welche zum Teil
mit dem Rahmen b, zum Teil mit der Wand a verbunden sind. Die Abb. z und
2 zeigen dasselbe, nur liegt dort der Rahmen e nicht in der Ebene der Wand f, sondern
dicht dahinter und i#< etwas größer als der Ausschnitt in der Wand f. Auch hier
besteht die Verbindung zwischen Rahmen e und Wand f nur aus drei (bei runden) oder
vier (bei eckigen Trichtern) dazwischengeleimten oder sonst in geeigneter Art gehaltenen
Klötzchen g. Auf diese Weise ist, wie die beiden Beispiele zeigen, erreicht, daß
der Trichter mit de-n daran befindlicher Rahvoll resonieren kann und in dieser Wirkung
durch die zur Resonanzwirkung ungeeignete Wand nicht behindert wird. Es ist also
hierdurch ein Mittel geschaffen, durch welches die Schalltrichter an Kastensprechapparaten
ihre Resonanzwirkung wirksam entwickeln können.