DE369560C - Verfahren zur Herstellung roehrenaehnlicher kuenstlicher Faeden aus Zellulose- oder Zelluloseester-Loesungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung roehrenaehnlicher kuenstlicher Faeden aus Zellulose- oder Zelluloseester-LoesungenInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung röhrenähnlicher künstlicher Fäden aus Zellulose-oder Zelluloseester-Lösungen. Die zur Erzeugung von Gebilden mit röhrenförmigem Querschnitt aus gelöster Zellulose gemachten Vorschläge sind wegen der Schwierigkeit der technischen Ausführung ohne "Erfolg geblieben.
- Solche Gebilde waren als Nachahmung des natürlichen Strohes gedacht, dem gegenüber sie den Vorzug der Endlosigkeit und der Herstellungsmöglichkeit in allen Stufen der Breite und Dicke gehabt hätten.
- Man hat sich daher bislang damit begnügt, mit formgebenden Mitteln, so aus mannigfach geformten schlitzförmigen öffnungen, band:-förmige Gebilde zu erzeugen und diese als Strohersatz zu verwenden.
- Nun hat es sich aber gezeigt, daß nach dem bekannten Beispiel dünner Blättchen zugleich interessante und technisch wertvolle Lichteffekte erzielt werden können, wenn mehrere Schichten dünner Zellulosehydratlamellen übereinander gelagert werden. Der Effekt ändert sich natürlich mit der Dicke der einzelnen Lamellen, der Lage derselben zueinander und den in denselben enthaltenen Molekularspannungen. Die Dicke der Lamellen ist durch die Schlitzweite, die Zusammensetzung der Zelluloselösung und die Abzugsgeschwindigkeit bedingt, letztere zugleich mit der Art des Fällbades ist mit von maßgebender Bedeutung für die in der trockenen La, melle auftretenden Spannungserscheinungen. Es hat sich nun gezeigt, daß eine solche Überlagerung und spiralige oder schalenartige Ineinanderlagerung von Lamellen, so daß der Eindruck eines röhrenähnlichen Gebildes erweckt wird, in regelmäßiger und einfachster Weise erreicht werden kann, wenn man die aus entsprechend geformten geraden, gekrümmten, gezackten usw. Schlitzen austretenden Bahnen von Zelluloselösungen irgendwelcher Art durch die bekannten, dem zu erreichenden Zweck angepaßten Fällbäder führt und die entstehenden, mehr oder weniger durchkoagulierten Lamedlen einzeln oder zu mehreren zusammen einer Drehung unterwirft. Diese kann in einfachster Weise z. B. ausgeführt wenden, wenn die Lamellen einem soganannten Spinntopf oder einer Spinnzentrifuge zugeführt werden. Je stärker die Drehung gewählt wind, je steifer und geschlossener pflegen die neuen Gebilde zu sein. Es ist somit sowöhl durch Veränderung der Art der Zelluloselösung (Viskose, Kupferoxydammon:iakzellulose, Nitrozellulose, Zeliluloseazatat) als durch .die bestimmte Form und Weite des Spinnschlitzes (gerade, solche mit Krümmungen aller Art, Zackungen u. dgl.) als auch d 'urch die Wahl dler Art und Energie des Fällmittels, id. h. durch; Beeinflussung der nachträglich beim Trocknen eintretenden Schrumpfungen und Spannungen als endlich auch durch idie Stärke dar auf belielblge Art bewerkstelligten Drahterteilung eine ins Unendliche gehende Abstufung des Effektes möglich, zdie von höchstem Wert ist für .die verschiedenen technischen Verwendungsmöglichkeiten. Je nach der mehr oder weniger großen Ähnlichkeit-kommen .die Erzeugnisse daher als Strohimitat, Hanfimitat, Tagalfaserimitat usw. in den Handel. ä.. Das Verfahren erinnert an die Methoden der Herstellung künstlicher jttte, «-o in- Streifen gesdhn ittene Papiermassen einer spiralförmigen Zusain-. men:rollung und Zwirn.ung zu röhrenartigen Gebilden verarbeitet werden. Ein gleiches kann auch mit den bekannten einfachen bandförmigen Zellulosestreifen geschehen nach vorheriger Netzung. Nach vorheriger Netzung kann man auch bandförmige Zellu- j losehydrate bzw. Zelluloseesterstreifen drehen bzw. zwirnen., wobei das sich ergehende Gebilde natürlich eine der zugrunde liegenden Zelluloselösung entsprechende gewisse Durchsichtigkeit besitzt. Indessen sind die so erreichbaren Effekte den beschriebenen weit unterlegen, die bereits beim sogenanntenNaßspinnen selbst, und zwar noch viel ökonomischer erreichbar sind. Die Behandlung dieser Gebilde erfolgt wie bei den betreffenden Kunstseiden durch entsprechendes Auswaschen der Fällmittel und Trocknen unter Spannung.
- Man kann nach vorliegender Erfindung röhrenähnliche Gebilde auch in iCer Weise erzeugen, daß man diese Gebilde mit bereits fertigen Fäden oder Fadenbündeln oder auch Filmbändchen vereinigt. Beispielsweise kann 1 man beim Verdrehen bzw. Verzwirnen eines oder mehrerer Bändchen einen oder mehrere Fäden oder in sich. verzwirnte Fadenbündel als Seele zwischen ordnen.
- Das Kennze ichnende ist die Erzeugung eines Gespinstes mit wärmeisolierenden, zahlreichen, mehr oder welliger gegeneinander abgeschlossenen Hohlräumen, wie sie in solcher Größe und demgemäß Wirkung, einerseits init Fänden allein, andererseits in solch vollkommenem A.bschluß und verbunden .mit großer Weichheit mit Bändchen allein, nicht erhältlich sind.
Claims (1)
- PATENT-ANsPRÜcHE: r. Verfahren zur Herstellung, röhrenähnlicher künstlicher Fäden aus Zellulpse-oder ZelIiuloseester-Lösungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösungen aus beliebig geformten Spinnschlitzen in Fällbäder austreten und idie entstandenen flachen Streifen ein- oder mehrfach gedreht bzw. gezwirnt und nach etwaigem Auswaschen unter Spannung getrocknet werden. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß d-ie entstandenen Streifen unter Einschaltung von Fäden, Fadenbündeln oder Bändchen als Seele gedreht bew. gezwirnt werden.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL5568D NL5568C (de) | 1915-06-11 | ||
| DEV13108D DE369560C (de) | 1915-06-11 | 1915-06-11 | Verfahren zur Herstellung roehrenaehnlicher kuenstlicher Faeden aus Zellulose- oder Zelluloseester-Loesungen |
| GB752/16A GB100631A (en) | 1915-06-11 | 1916-01-17 | An Improved Process for the Production of Tubelike Objects from Cellulose. |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEV13108D DE369560C (de) | 1915-06-11 | 1915-06-11 | Verfahren zur Herstellung roehrenaehnlicher kuenstlicher Faeden aus Zellulose- oder Zelluloseester-Loesungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE369560C true DE369560C (de) | 1923-02-20 |
Family
ID=7574086
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEV13108D Expired DE369560C (de) | 1915-06-11 | 1915-06-11 | Verfahren zur Herstellung roehrenaehnlicher kuenstlicher Faeden aus Zellulose- oder Zelluloseester-Loesungen |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE369560C (de) |
| GB (1) | GB100631A (de) |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1125147B (de) * | 1958-01-21 | 1962-03-08 | Dow Chemical Co | Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von folienartigen thermoplastischen Streifen mit verschiedenartigem Querschnitt |
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1915
- 1915-06-11 DE DEV13108D patent/DE369560C/de not_active Expired
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1916
- 1916-01-17 GB GB752/16A patent/GB100631A/en not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1125147B (de) * | 1958-01-21 | 1962-03-08 | Dow Chemical Co | Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von folienartigen thermoplastischen Streifen mit verschiedenartigem Querschnitt |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB100631A (en) | 1900-01-01 |
| NL5568C (de) | 1900-01-01 |
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