DE3606397C2 - - Google Patents
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- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
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- C10C1/00—Working-up tar
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Raffinieren von von Kohle
abgeleiteten, schweren kohlenstoffhaltigen Materialien, gemäß dem Oberbegriff
des Hauptanspruchs.
In der Vergangenheit sind verschiedenartige Kohlenstoffwerkstoffe,
qualitativ hochwertige Kohlenstoffwerkstoffe sowie
Aktivkohle, Ruß und isotroper Kohlenstoff, aus einer großen Vielzahl von Ausgangsmaterialien
hergestellt worden, wie aus erdölabgeleiteten Schwerölen,
kohleabgeleiteten Schwerölen, synthetischen Polymeren und Holzcellulose.
Von diesen Ausgangsmaterialien sind die von Erdöl und Kohle abgeleiteten
Schweröle in wesentlich größeren Mengen eingesetzt worden, da sie billig sind
und höhere Verkokungsausbeuten ergeben. Für die Herstellung von Kohlenstoffwerkstoffen
werden diese Schweröle typischerweise in Form von Pechen,
wie Teerpechen oder Erdölpechen, aus denen die Hauptmenge der destillierbaren
Bestandteile entfernt worden ist, eingesetzt.
Im Vergleich zu von Erdöl abgeleiteten Schwerölen sind die von Kohle abgeleiteten
Schweröle von Vorteil insofern, als sie einen sehr niedrigen Schwefelgehalt
aufweisen und noch höhere Verkokungsausbeuten ergeben. Es ist jedoch
bekannt, daß von Kohle abgeleitete Schweröle geringe Mengen von in Chinolin
unlöslichen Materialien enthalten, die überwiegend aus inaktiven oder nicht
in Graphit umwandelbaren kohlenstoffhaltigen Materialien und Aschen bestehen
und daß die Anwesenheit der in Chinolin unlöslichen Materialien selbst in
geringsten Mengen nachteilige Wirkungen auf die Bildung von qualitativ hochwertigen
Kohlenstoffwerkstoffen, wie Nadelkoks, Kohlenstoffasern und dergleichen,
ausüben.
Beispielsweise können bei der Herstellung von Kohlenstoffasern aus Teerpech
die in dem Pech vorhandenen, in Chinolin unlöslichen Materialien ein
Brechen der extrudierten Endlosfäden oder ein Verstopfen der Extrusionsdüse
während des Schmelzspinnvorgangs verursachen. Wenn ein von Kohle abgeleitetes
Schweröl als Imprägnierungsmittel verwendet wird, können die in Chinolin
unlöslichen Materialien die Poren des zu imprägnierenden porösen Körpers
blockieren und dadurch eine weitere Imprägnierung inhibieren oder die Imprägniergeschwindigkeit
verlangsamen. Da weiterhin die in Chinolin unlöslichen
Materialien eine inhibierende Wirkung auf die Graphitbildung von Teerpechen
ausüben, können aus jenen Teerpechen, die in Chinolin unlösliche Materialien
enthalten, keine ohne weiteres graphitierbaren Nadelkokse hergestellt
werden.
Es besteht daher ein Bedürfnis für ein Verfahren zum Raffinieren von aus Kohle
abgeleiteten Schwerölen, welches es ermöglicht, im wesentlichen sämtliche
darin vorhandenen, in Chinolin unlöslichen Materialien zu entfernen, um in
dieser Weise die weitgehende Verwendung dieser Materialien bei der Herstellung
von qualitativ hochwertigen Kohlenstoffwerkstoffen oder Kohlenstoffmaterialien
zu ermöglichen und in dieser Weise die Kosten solcher Kohlenwerkstoffe
oder Kohlenstoffmaterialien zu senken.
Es sind bereits viele Verfahren zur Abtrennung von in Chinolin unlöslichen
Materialien aus von Kohle abgeleiteten Schwerölen vorgeschlagen worden. Die
meisten Methoden dieser Art umfassen eine Wärmebehandlung oder eine Lösungsmittelbehandlung
der Schweröle. Diese herkömmlichen Raffiniermethoden
für von Kohle abgeleitete Schweröle sind im allgemeinen dann nicht zufriedenstellend,
wenn sie in kommerziellem Maßstab durchgeführt werden.
Ein kommerziell durchführbares Raffinierverfahren für von Kohle abgeleitete
Schweröle ist in der US-PS 44 02 824 (die der DE-PS 31 12 004 entspricht) beschrieben,
auf welche Druckschrift hiermit ausdrücklich Bezug genommen sei.
Dieses Verfahren besteht darin, ein von Kohle abgeleitetes Schweröl, wie Kohleteer,
der von leichteren Bestandteilen mit Siedepunkten von bis zu mindestens
200°C und nicht mehr als 270°C befreit worden ist, mit einem Ketonlösungsmittel,
wie Aceton, mit einem Siedepunkt von unterhalb 200°C zu vermischen, um
die in Chinolin unlöslichen Materialien in Form von groben Teilchen auszufällen,
die dann ohne weiteres von der überstehenden Flüssigkeit abgetrennt
werden können. Das Ketonlösungsmittel kann aufgrund seines relativ niedrigen
Siedepunkts ohne weiteres durch Destillation aus dem Schweröl wieder zurückgewonnen
und in die Mischstufe zurückgeführt werden.
Leider läßt sich das Verfahren der US-PS 44 02 824 nicht auf das Raffinieren
von schwereren Ölen oder schwereren Kohlenwasserstoffmaterialien, wie Teerpechen,
aus denen mindestens ein Teil der destillierbaren Bestandteile mit Siedepunkten
oberhalb 270°C, wie Anthracenöl, neben jenen Materialien mit Siedepunkten
von bis zu 270°C entfernt worden sind, anwenden, da es schwierig
ist, diese schwereren Materialien zum Zwecke des Raffinierens gleichmäßig
mit dem Ketonlösungsmittel zu vermischen. Genauer bedarf es, da diese
schwereren Materialien normalerweise bei Raumtemperatur fest sind, längerer
Zeitdauern, um das Ketonlösungsmittel im wesentlichen vollständig einzumischen.
Weiterhin werden während des Mischvorgangs häufig klebrige, gummiartige
Substanzen gebildet, die an den Wandungen des Mischgefäßes oder der
Leitungen anhaften und dadurch ein gutes kontinuierliches Mischen beeinträchtigen.
Weiterhin können diese gummiartigen Substanzen nicht ohne weiteres
mit Hilfe üblicher Abtrennmethoden, wie durch Sedimentieren, Zentrifugieren
oder Filtrieren, abgetrennt werden.
Somit ist das Verfahren der US-PS 44 02 824 im wesentlichen auf das Raffinieren
von von Kohle abgeleiteten Schwerölen beschränkt, aus denen lediglich die
leichteren Bestandteile mit Siedepunkten von höchstens 270°C entfernt worden
sind. Um ein solches raffiniertes Schweröl für die Herstellung von Kohlenwerkstoffen
mit Hilfe eines Carbonisierungsverfahrens einzusetzen, muß
es im allgemeinen vor dem Verkokungsvorgang oder der Carbonisierung im allgemeinen
durch Abtrennen mindestens eines Teils der destillierbaren Bestandteile
mit Siedepunkten oberhalb 270°C (der sogenannten "mittleren und schweren
Destillate") des Öls durch geeignete Methoden, wie durch Destillation oder
durch Polymerisation zu höheren Molekulargewichten in ein wesentlich
schwereres Material, wie ein Pech, umgewandelt werden. Die Destillation oder
Polymerisation verursacht jedoch häufig die Rückbildung von unerwünschten,
in Chinolin unlöslichen Materialien, wobei in diesem Fall das erhaltene
schwerere Material, wie das Pech, erneut raffiniert werden muß, um es von den
in Chinolin unlöslichen Materialien zu befreien.
Aus der DE-OS 30 12 627 ist außerdem ein Verfahren zur Verarbeitung eines isotropen
kohlenstoffhaltigen graphitierbaren Pechs durch Behandlung mit
einem organischen flüssigen Flußmittel unter Bildung eines fließfähigen Pechs
bekannt, bei dem im wesentlichen sämtliche in Chinolin unlöslichen Materialien
suspendiert sind und durch beispielsweise Filtrieren leicht daraus entfernt
werden können. Zu den geeigneten Flußmitteln gehören beispielsweise Tetrahydrofuran,
Toluol, leichtes aromatisches Gasöl, schweres aromatisches Gasöl,
Tetralin und dergleichen. Vor der Vermischung mit dem organischen flüssigen
Flußmittel wird beispielsweise ein isotropes kohlenstoffhaltiges Erdölpech
bei Temperaturen im Bereich von etwa 350 bis 450°C mindestens so lange
einer Hitzebehandlung unterworfen, bis sich unter polarisiertem Licht bei entsprechender
Vergrößerung sichtbare Tröpfchen im Pech bilden. Diese Hitzebehandlung
wird offenbar durchgeführt, um eine Mesophase zu bilden.
Daher ist es erwünscht, ein von Kohle abgeleitetes Schweröl zur Entfernung von
in Chinolin unlöslichen Materialien zu raffinieren, nachdem es von mindestens
einem Teil der destillierbaren Bestandteile mit Siedepunkten oberhalb
270°C befreit worden ist, so daß das raffinierte Material direkt ohne Destillation
oder Polymerisation und ohne weiteres Raffinieren für die Herstellung von
qualitativ hochwertigen Kohlenstoffwerkstoffen oder Kohlenstoffmaterialien
verwendet werden kann.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, ein Verfahren
zum Raffinieren eines von Kohle abgeleiteten, schweren kohlenstoffhaltigen
Materials anzugeben, welches in kommerziellem Maßstab durchgeführt werden
kann und mit Erfolg auf jene von Kohle abgeleiteten schweren kohlenstoffhaltigen
Materialien angewandt werden kann, aus denen sämtliche Bestandteile
mit Siedepunkten von 270°C oder darunter und mindestens ein Teil der Bestandteile
mit Siedepunkten von oberhalb 270°C entfernt worden sind, mit Hilfe
einer Lösungsmittelbehandlung, durch welche die in Chinolin unlöslichen
Materialien in Form von leicht abtrennbaren groben Niederschlägen entfernt
werden können, so daß man ein raffiniertes Material erhält, welches zur Herstellung
von qualitativ hochwertigen, hochreinen Kohlenstoffwerkstoffen geeignet
ist, welches Verfahren ein leicht mit den kohlenstoffhaltigen Materialien
vermischbares Lösungsmittel anwendet, welches sich leicht wieder davon
abtrennen läßt.
Die Aufgabe wird gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des Verfahrens
gemäß Hauptanspruch. Die Unteransprüche betreffen bevorzugte Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Die Erfindung betrifft daher ein Verfahren zum Raffinieren eines von Kohle abgeleiteten,
schweren kohlenstoffhaltigen Materials durch Behandeln des Materials
mit einem unterhalb 200°C siedenden Ketonlösungsmittel zur Ausfällung
unlöslicher Teilchen, Abtrennen der ausgefällten Teilchen von der Mischung
und Entfernen des Ketonlösungsmittels unter Bildung eines raffinierten, von
Kohle abgeleiteten, schweren kohlenstoffhaltigen Materials von der Mischung,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß man ein von Kohle abgeleitetes, schweres
kohlenstoffhaltiges Material, aus dem sämtliche Bestandteile mit Siedepunkten
bei Normalbedingungen von 270°C oder darunter und sämtliche oder ein
Teil der Bestandteile mit Siedepunkten bei Normalbedingungen von 270°C bis
360°C entfernt worden sind, auf eine Temperatur erhitzt, die nicht unterhalb
40°C und ausreichend hoch liegt, um das Material fluid zu machen; das erhitzte
kohlenstoffhaltige Material bei Atmosphärendruck oder erhöhtem Druck mit
dem Ketonlösungsmittel, das in einer solchen Menge verwendet wird, daß das
Gewichtsverhältnis von Ketonlösungsmittel zu kohlenstoffhaltigem Material
im Bereich von 0,5 : 1 bis 3,0 : 1 liegt, während einer Zeitdauer vermischt, die
dazu ausreicht, die groben unlöslichen Teilchen aus der Mischung auszufällen.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren werden kohlenstoffhaltige Materialien
erhalten, die für die Herstellung sogenannter "qualitativ hochwertiger Kohlenwerkstoffe",
wie Nadelkoks (der leicht in Graphit überführt und für die Herstellung
von Höchstleistungs-Graphitelektroden eingesetzt werden kann), Kohlenstoffasern,
hochreinem Kohlenstoff, etc. und als Imprägniermittel oder Bindemittel-
Pech verwendet werden können.
Es hat sich nunmehr gezeigt, daß das Ketonlösungsmittel mit niedriger Viskosität
sich in zufriedenstellender Weise mit einem von Kohle abgeleiteten,
schweren kohlenstoffhaltigen Material, aus dem sämtliche Bestandteile mit
Siedepunkten unterhalb 270°C und ein Teil oder sämtliche Bestandteile mit
Siedepunkten von 270 bis 360°C entfernt worden sind, vermischen läßt, wenn
man geeignete Temperatur- und erforderlichenfalls Druckbedingungen auf die
normalerweise festen, kohlenstoffhaltigen Materialien
lediglich vor oder während des Mischvorganges anwendet.
Es hat sich überraschenderweise gezeigt, daß dann,
wenn die Temperatur der Mischung durch das Vermischen des
erhitzten kohlenstoffhaltigen Materials mit dem kalten
Keton auf Raumtemperatur absinkt oder wenn man die Mischung
auf Raumtemperatur abkühlen läßt, die Mischung aus
dem schweren kohlenstoffhaltigen Material und dem Ketonlösungsmittel
in Form eines Fluids mit niedriger Viskosität
vorliegt, in dem nichtklebende, grobe, unlösliche
Teilchen, die die in Chinolin unlöslichen Materialien
enthalten, ausgefällt vorliegen, und daß bei Raumtemperatur
keine klebenden, gummiartigen Substanzen in der kalten
Mischung gebildet werden. Daher lassen sich die groben
unlöslichen Teilchen ohne weiteres von der in Form
einer Flüssigkeit mit niedriger Viskosität vorliegenden
kalten Mischung abtrennen, ohne daß es erforderlich ist,
während des Abtrennvorgangs Wärme und/oder Druck auf die
Mischung anzuwenden.
Dieses Ergebnis ist völlig unerwartet, da nach der Lehre
des oben angesprochenen Standes der Technik die Durchführung
des gleichen Mischvorganges bei Raumtemperatur zur
Bildung von störenden klebrigen, gummiartigen Substanzen
und nicht zu leicht abtrennbaren, nichtklebenden groben
Teilchen führt. Aus dem genannten Stand der Technik ist
somit zu entnehmen, daß selbst dann, wenn das schwere
kohlenstoffhaltige Material oder dessen Mischung mit einem
Ketonlösungsmitel zur Erleichterung des Mischvorgangs
erhitzt wird, die erhaltene Mischung des kohlenstoffhaltigen
Materials mit dem Ketonlösungsmittel nach
dem Abkühlen auf Raumtemperatur klebrige, gummiartige Substanzen
enthält, die auch beim Mischen bei Raumtemperatur
anfallen. Aufgrund der Tatsache, daß es nach den Erkenntnissen
des Standes der Technik schwierig ist, das gleiche
Material mit dem Ketonlösungsmittel bei Raumtemperatur zu
vermischen, ist es als überraschend anzusehen, daß die erhaltene
Mischung nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur in
Form eines Fluids oder einer Flüssigkeit mit niedriger
Viskosität vorliegt, die die anschließende Abtrennung
der groben Teilchen ohne die Anwendung von Wärme und/
oder Druck ermöglicht.
Die Erfindung sei im folgenden unter Bezugnahme auf die
beigefügten Zeichnungen erläutert. In den Zeichnungen
zeigen:
Fig. 1 und Fig. 2 Fließschemata unterschiedlicher
Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Die im weiteren angesprochenen Siedepunkte sind die bei Normalbedingungen,
d. h. die Siedepunkte bei Atmosphärendruck,
wenn nichts anderes angegeben ist.
Die Erfindung sei im folgenden näher unter Bezugnahme auf
die beigefügten Zeichnungen anhand bevorzugter Ausführungsformen
erläutert.
Wie in der Fig. 1 dargestellt ist, wird ein von Kohle abgeleitetes,
schweres, kohlenstoffhaltiges Material in einen
Heiztank 1 eingebracht und darin beispielsweise mit
Hilfe einer elektrischen Heizeinrichtung 2 auf eine Temperatur
von nicht weniger als 40°C erhitzt, die jedoch
ausreichend hoch liegt, um das Material zu schmelzen oder
fluid zu machen. Wenn die Temperatur unterhalb 40°C liegt,
ist es selbst unter Druck schwierig, das Material vollständig
mit dem Ketonlösungsmittel in der nächsten Stufe
zu vermischen.
Das erhitzte, schwere kohlenstoffhaltige Material wird
dann in einem geschlossenen Mischer, der das Austreten
von Dämpfen des relativ flüchtigen Ketonlösungsmittels
verhindert, mit einem Ketonlösungsmittel vermischt. Bei
der in der Fig. 1 dargestellten Ausführungsform wird das
erhitzte, schwere kohlenstoffhaltige Material in einen
geschlossenen erhitzten, statischen Röhrenmischer 3 überführt,
in dem es mit dem aus dem Lösungsmittelbehälter 4
zugeführten Ketonlösungsmittel unter Zufuhr von Wärme und
Druck vermischt wird. Die Temperatur und der Druck, bei
denen der Mischer 3 betrieben wird, werden derart ausgewählt,
daß man ein niedrigviskoses Fluid erhält, und hängen
dabei von verschiedenen Faktoren ab, wie dem betreffenden
kohlenstoffhaltigen Material, insbesondere dessen
Erweichungspunkt, dem eingesetzten Keton und den relativen
Mengen und den Temperaturen der zugeführten Materialien.
In gewissen Fällen kann man auf die Anwendung von
erhöhten Temperaturen und/oder Drücken in der Mischeinrichtung
3 verzichten.
Die in Form eines niedrigviskosen Fluids erhaltene heiße
Mischung wird dann in einem geschlossenen Rührbehälter 5,
der ohne Erhitzen bei Atmosphärendruck betrieben wird,
bewegt oder gerührt. Die Bewegung der Mischung kann mit
Hilfe eines Rührers oder durch Zirkulieren der Mischung
in dem Behälter 5 erreicht werden. Während des Mischens
in dem Mischer 3 und dem Rührbehälter 5 werden unlösliche
Teilchen, die in Chinolin unlösliche Materialien enthalten,
in der Mischung ausgefällt. Teilchen, die ausreichend
grob sind, um deren leichte Abtrennung zu ermöglichen,
werden im allgemeinen innerhalb weniger Minuten
in der Mischung gebildet.
Wenngleich es nicht bestätigt worden ist, wird angenommen,
daß, wie es in der oben angesprochenen US-PS
44 02 824 diskutiert wird, das Vermischen des schweren,
kohlenstoffhaltigen Materials mit dem Ketonlösungsmittel
anfänglich zu einer Ausfällung der in Chinolin unlöslichen
Materialien in Form von sowohl klebrigen, gummiartigen
Substanzen als auch feinen Teilchen erfolgt.
Mit fortschreitendem Vermischen haften die feinen Teilchen
der in Chinolin unlöslichen Materialien an die klebrigen,
gummiartigen Substanzen an, was zur Folge hat, daß
diese gummiartigen Substanzen zu groben Teilchen wachsen,
an deren Oberflächen die nichtklebrigen, in Chinolin unlöslichen
Materialien anhaften. Die gebildeten groben, unlöslichen
Teilchen sind daher stabil und besitzen keine
klebenden Oberflächen, so daß sie ohne weiteres mit Hilfe
üblicher Techniken, beispielsweise durch Dekantieren, Zentrifugieren
oder Filtrieren von der flüssigen Mischung abgetrennt
werden können.
Während des Rührens in dem Rührbehälter 5 ohne weitere
Wärmezufuhr sinkt die Temperatur der Mischung auf Raumtemperatur
ab. Gewünschtenfalls kann die Mischung nach
dem Vermischen mit Hilfe geeigneter Kühleinrichtungen gekühlt
werden. Die Mischung, welche die groben unlöslichen
Niederschläge enthält, wird dann in eine Zentrifuge 6
überführt, in der die groben Ausfällungen von der fluiden
Mischung abgetrennt werden. Natürlich kann diese
Trennung auch mit Hilfe anderer Einrichtungen erreicht
werden, beispielsweise mit Hilfe einer Dekantiereinrichtung,
eines Absitztanks oder eines Filters.
Die von dem Niederschlag befreite Mischung wird dann einer
Destillierkolonne 7 zugeführt, in der das unterhalb 200°C
siedende Ketonlösungsmittel abdestilliert und als Überkopfstrom
gewonnen und erneut in den Lösungsmittelvorratstank
4 zurückgeführt wird. Gewünschtenfalls kann das rezyklisierte
Ketonlösungsmittel mit Hilfe eines Wasserkühlers
8 oder einer ähnlichen Kühleinrichtung abgekühlt
werden, bevor es mit dem erhitzten, schweren kohlenstoffhaltigen
Material vermischt wird. Die Sumpffraktion der
Destillationskolonne 7 stellt das gewünschte raffinierte,
schwere kohlenstoffhaltige Material dar, welches im
wesentlichen frei ist von in Chinolin unlöslichen Materialien.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform, die in der Fig. 2
dargestellt ist, wird das erhitzte, von Kohle abgeleitete,
schwere kohlenstoffhaltige Material aus einem Heizbehälter
1 mit dem Ketonlösungsmittel aus dem Behälter 4
unter Bewegung in einem Drucktank 9 vermischt, der in ge
eigneter Weise erhitzt wird, beispielsweise mit Hilfe eines
Heizmantels oder einer elektrischen Heizeinrichtung,
und der mit Stickstoff auf überatmosphärischem Druck gehalten
wird. Nachdem die Mischung bewegt oder gerührt
worden ist, wird sie mit Hilfe eines Wasserkühlers 10
oder einer ähnlichen Kühleinrichtung abgekühlt und dann
zur Abtrennung der darin vorhandenen unlöslichen Niederschläge
in eine Zentrifuge 6 überführt. Die von dem Niederschlag
befreite Mischung wird anschließend in der gleichen
Weise weiterbehandelt, wie es oben bezüglich der Fig.
1 beschrieben worden ist. Bei der in der Fig. 2 dargestellten
Ausführungsform wird jedoch im allgemeinen auf
das Kühlen des im Kreislauf zurückgeführten Ketonlösungsmittels
vor dessen Zuführung in den Behälter 9 verzichtet.
Wie bereits erwähnt, stellen die von Kohle abgeleiteten,
schweren kohlenstoffhaltigen Materialien, die erfindungsgemäß
raffiniert werden sollen, im allgemeinen bei Raumtemperatur
feste, nicht-fluide Substanzen dar, die neben
sämtlichen Bestandteilen mit Siedepunkten von 270°C oder
darunter auch mindestens zum Teil von den Bestandteilen
befreit worden sind, die Siedepunkte zwischen 270°C und
360°C aufweisen. Vorzugsweise sind sämtliche Bestandteile
mit Siedepunkten unterhalb 300°C und bevorzugter unterhalb
320°C aus dem schweren kohlenstoffhaltigen Material
entfernt worden, bevor dieses raffiniert wird. Diese
schweren kohlenstoffhaltigen Materialien können von
Kohleteeren, wie Hochtemperatur-Kohleteeren und Tieftemperatur-
Kohleteeren abgeleitet sein, die beide als Nebenprodukte
bei der Verkokung von Kohle bei der Koksherstellung
anfallen, oder können von Kohleverflüssigungsölen
abgeleitet sein, durch Abtrennen jener Bestandteile mit
Siedepunkten von mindestens 270°C und höchstens 360°C
durch Destillation, Abstreifen oder ähnliche Methoden. Alternativ
kann die Abtrennung dieser Bestandteile in der
Weise erfolgen, daß man die Kohleteere oder Kohleverflüssigungsöle
einer thermischen Polymerisation oder einer
Polymerisation in Gegenwart eines Polymerisationspromotors,
wie von Salpetersäure, unterwirft, um in dieser
Weise das Molekulargewicht der niedriger siedenden Bestandteile
unter Bildung eines schwereren Materials zu
steigern. Erforderlichenfalls kann das gebildete polymerisierte,
kohlenstoffhaltige Material in der oben beschriebenen
Weise destilliert werden. Eine solche Polymerisation
wird üblicherweise bei der Herstellung von Bindemittel-
Pechen, die für die Herstellung von Kohlenstoffelektroden
und Koks eingesetzt werden, angewandt.
Wie dem Fachmann bekannt ist, fallen die oben angesprochenen
schweren, kohlenstoffhaltigen Materialien, die bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden, im allgemeinen
in der Kohleteerindustrie als Nebenprodukt, das
auch als Pech bezeichnet wird, an, d. h. in Form des
Rückstands eines Kohleteers, aus dem verschiedene wertvolle
Destillate, wie Naphthalin (Siedepunkt 218°C),
Acenaphthen (Siedepunkt 277°C), Anthracen (Siedepunkt
320°C) und Carbazol (Siedepunkt 355°C) durch Destillation
abgetrennt worden sind. Mit Hilfe des erfindungsgemäßen
Verfahrens kann man irgendwelche Destillationsrückstände
oder Peche aus der Kohleteerindustrie raffinieren, vorausgesetzt,
daß ihre Bestandteile mit Siedepunkten von
oberhalb 360°C nicht in wesentlichem Ausmaß entfernt worden
sind.
Wie oben bereits erwähnt worden ist, werden die bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten, von Kohle abgeleiteten,
schweren kohlenstoffhaltigen Materialien zuvor
von sämtlichen Bestandteilen, die bei 270°C oder darunter
sieden, und zusätzlich von mindestens einigen Bestandteilen
mit Siedepunkten von 360°C oder darunter befreit. Mit
anderen Worten liegt der Anfangssiedepunkt des zu raffinierenden,
kohlenstoffhaltigen Materials im Bereich von
270°C bis 360°C. Die Anwendung eines solchen schweren,
kohlenstoffhaltigen Materials ergibt die folgenden Vorteile:
(1) Wenn das Ketonlösungsmittel nach der Abtrennung
der in der Mischung gebildeten unlöslichen Niederschläge
durch Destillation zurückgewonnen wird, besitzt das zurückgewonnene
Ketonlösungsmittel eine hohe Reinheit wegen
des großen Unterschieds der Siedepunkte des Ketons bzw.
des kohlenstoffhaltigen Materials, so daß das zurückgewonnene
Keton wiederholt und während langer Zeitdauer bei
dem Raffinierungsverfahren verwendet werden kann. Hierdurch
werden die Materialkosten des Verfahrens deutlich
vermindert.
(2) Da die leichteren Ölbestandteile vor dem Raffinieren
aus dem kohlenstoffhaltigen Material entfernt
worden sind, muß lediglich das schwerere Material, welches
üblicherweise als Pech bezeichnet wird, und das
wirksame Ausgangsmaterial für die Herstellung von Kohlenstoffwerkstoffen
darstellt, raffiniert werden. In dieser
Weise läßt sich eine signifikante Verminderung des Volumens
des zu raffinierenden Materials erreichen, wodurch
die Kapazität des Raffinierungssystems gesteigert und die
Wirtschaftlichkeit des Verfahrens weiter erhöht werden.
(3) Wie bereits erwähnt, können vor dem Raffinieren
die leichteren wertvollen Bestandteile mit Siedepunkten
unterhalb 360°C, wie Naphthalin, Acenaphthen, Anthracen
und Carbazol, aus dem Kohleteer oder einem anderen, von
Kohle abgeleiteten schweren Öl gewonnen und für die Synthese
von verschiedenen chemischen Substanzen für andere
Zwecke eingesetzt werden, während der Rückstand als rohes,
schweres kohlenstoffhaltiges Material verwendet wird,
welches mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens raffiniert
wird.
Weiterhin kann das erfindungsgemäße Verfahren auf polymerisierte
Kohleteere oder Kohleverflüssigungsöle angewandt
werden, die durch thermische Polymerisation oder
durch katalytische Polymerisation dieser Öle erhalten worden
sind. Selbst wenn während einer solchen Polymerisation
in Chinolin unlösliche Materialien gebildet werden,
können sie mit Hilfe des sich anschließenden erfindungsgemäßen
Raffinierverfahrens praktisch vollständig entfernt
werden.
(4) Das raffinierte, schwere kohlenstoffhaltige Material
kann direkt ohne die weitere Beseitigung von
leichteren Bestandteilen durch Destillation oder Polymerisation
für die Herstellung verschiedenartiger Kohlenwerkstoffe
oder als Imprägniermittel oder Bindemittelpech
eingesetzt werden. Die oben angesprochene Destillation
oder Polymerisation kann zu einer Rückbildung von
unerwünschten, in Chinolin unlöslichen Materialien führen
und sollte daher nach dem Raffinieren des Materials
vermieden werden, wenn dieses für die Herstellung von
qualitativ hochwertigen Kohlenstoffwerkstoffen eingesetzt
werden soll.
Wenn einige der destillierbaren Bestandteile mit Siedepunkten
von mehr als 360°C neben sämtlichen Bestandteilen
mit einem Siedepunkt von 360°C oder darunter vor dem
Raffinieren aus dem von Kohle abgeleiteten, schweren kohlenstoffhaltigen
Material abgetrennt werden, liegt der
Fließpunkt dieses schweren kohlenstoffhaltigen Materials
derart hoch, daß es erforderlich ist, es bei einer Temperatur
von bis zu 200°C oder darüber zu schmelzen. Selbst
wenn das Ketonlösungsmittel bei erhöhter Temperatur unter
Druck mit dem kohlenstoffhaltigen Material vermischt
wird, ist es schwierig, die Temperatur und den Druck der
gebildeten Mischung abzusenken, so daß die die in Chinolin
unlöslichen Bestandteile enthaltenden, unlöslichen
Niederschläge bei hoher Temperatur unter Druck abgetrennt
werden müssen, was die Trennungseinrichtung und deren Anwendung
kompliziert. Weiterhin führt das übermäßige und
längere Erhitzen der Mischung unter Druck häufig zur Bildung
von unerwünschten, klebrigen gummiartigen Substanzen.
Somit bringt die Abtrennung der Bestandteile mit Siedepunkten
oberhalb 360°C aus dem kohlenstoffhaltigen Material
vor dessen Raffinierung erhebliche Nachteile bei der
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit sich.
Das bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Ketonlösungsmittel
sollte einen Siedepunkt von 200°C oder darunter,
vorzugsweise von 150°C oder darunter, und noch bevorzugter
von 100°C oder darunter aufweisen. Die Anwendung
solcher relativ niedrig siedender Lösungsmittel ermöglicht
die einfache destillative Abtrennung des Lösungsmittels
in reiner Form von dem raffinierten, schweren,
hochsiedenden kohlenstoffhaltigen Material und erleichtert
die Rückgewinnung und Wiederverwendung des Lösungsmittels.
Die für das erfindungsgemäße Verfahren geeigneten Ketonlösungsmittel
schließen gesättigte und ungesättigte Ketone,
wie Aceton, Methylethylketon, Isopropylmethylketon,
Methylpropylketon, Diethylketon, Pinacolon, Isobutylmethylketon,
Diisopropylketon, Methylbutylketon, Butyron
(Dipropylketon), Methylvinylketon, Mesityloxid, Methylheptanon,
Cyclopentanon, Cyclohexanon, Ethylamylketon,
Hexylmethylketon und verschiedene Kombinationen davon ein.
Die bevorzugten Ketone sind Aceton und Methylethylketon.
Wie in den nachfolgenden Vergleichsbeispielen erläutert,
führt die Anwendung von anderen üblichen Lösungsmitteln,
wie aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffen,
nicht zum Wachsen von Niederschlägen unter Bildung von
nichtklebrigen, groben Teilchen, wenn diese Lösungsmittel
mit dem zu raffinierenden kohlenstoffhaltigen Material
vermischt werden.
Das Ketonlösungsmittel wird in einer solchen Menge eingesetzt,
daß das Gewichtsverhältnis von Ketonlösungsmittel
zu schwerem kohlenstoffhaltigem Material im Bereich von
0,5 : 1 bis 3,0 : 1 und vorzugsweise im Bereich von
0,7 : 1 bis 2,5 : 1 liegt. Wenn das Verhältnis weniger
als 0,5 : 1 beträgt, erfolgt das Wachsen der ausgefällten,
in Chinolin unlöslichen Materialien zu groben Teilchen nur
mit Schwierigkeit und das Ketonlösungsmittel ist nicht in
der Lage, den angestrebten Effekt der Verminderung der
Viskosität der Mischung und des Abkühlens in zufriedenstellender
Weise zu ergeben.
Wenn andererseits das oben angesprochene Verhältnis
3,0 : 1 übersteigt, können die ausgefällten, in Chinolin
unlöslichen Materialien sich zu schnell vergröbern, was
zur Bildung von unerwünschten, klebrigen, gummiartigen
Substanzen führen kann. Die in dieser Weise gebildeten
gummiartigen Substanzen haften an den Wandungen der Mischeinrichtung
und der Leitungen, und verursachen in dieser
Weise Betriebsstörungen, wie das Verstopfen der Leitungen.
Man kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren irgendeinen
Mischbehälter oder eine Mischeinrichtung verwenden, vorausgesetzt,
daß diese geschlossen und druckbeständig ist.
Beispielsweise kann man den in der Fig. 2 dargestellten
Rührtank oder eine Kombination aus einem statischen Röhrenmischer
mit einem Tank mit oder ohne Rührer verwenden,
wie es in der Fig. 1 dargestellt ist. Das Mischen kann
mit oder ohne Erhitzen und bei Atmosphärendruck oder bei
erhöhtem Druck erfolgen. Der Kontakt des Ketonlösungsmittels
mit dem kohlenstoffhaltigen Material sollte so lange
aufrechterhalten werden, bis die ausgefällten, in Chinolin
unlöslichen Materialien zu leicht abtrennbaren, groben
Teilchen angewachsen sind, die im allgemeinen einen
Durchmesser von mindestens 0,1 mm und vorzugsweise von
0,2 mm aufweisen. Die für diesen Zweck erforderliche Kontaktzeit
beträgt im allgemeinen höchstens einige Minuten.
Die die in Chinolin unlöslichen Materialien enthaltenden,
groben, unlöslichen Teilchen, die in der fluiden Mischung
gebildet werden, setzen sich aufgrund ihres großen Teilchendurchmessers
schnell in der Mischung ab, so daß sie
durch Sedimentation oder Zentrifugieren vollständig entfernt
werden können. Im Fall einer Filtration kann das
Fluid oder die Flüssigkeit wegen der großen Teilchendurchmesser
ohne weiteres durch das Filter dringen ohne
dieses zu verstopfen, so daß eine schnelle Abtrennung der
ausgefällten Materialien möglich ist. Natürlich kann man
eine Kombination dieser Abtrennmethoden anwenden.
Weiterhin verbleibt, wie bereits erwähnt, die Mischung
aus dem erhitzten, schweren kohlenstoffhaltigen Material
mit dem niedrigsiedenden Ketonlösungsmittel nach dem Abkühlen
auf Raumtemperatur in Form eines Fluids mit niedriger
Viskosität, ohne daß sich klebrige, gummiartige Substanzen
bilden. Daher können die bei dem Mischvorgang gebildeten
unlöslichen Teilchen bei der Temperatur der abgekühlten
Mischung und bei Atmosphärendruck abgetrennt
werden, ohne daß die zusätzliche Anwendung von Wärme und/
oder Druck erforderlich ist. In dieser Weise lassen sich
die Abtrennmaßnahmen und die Vorrichtungen in vorteilhafter
Weise vereinfachen.
Die folgenden Beispiele und Vergleichsbeispiele dienen der
weiteren Erläuterung der Erfindung. Die in den Beispielen
und Vergleichsbeispielen angegebenen Prozentsätze sind,
wenn nichts anderes angegeben ist, auf das Gewicht bezogen.
Unter Anwendung der schematisch in der Fig. 1 dargestellten
Raffiniervorrichtung werden das auf eine vorbestimmte
Temperatur erhitzte, von Kohleteer abgeleitete, schwere
kohlenstoffhaltige Material und das organische Lösungsmittel,
welches sich auf Raumtemperatur befindet, die in
der nachfolgenden Tabelle I angegeben sind, mit einem vorbestimmten
Mischverhältnis in einen statischen Rohrmischer
eingeführt. Nach dem Hindurchtreten durch das Mischrohr
wird die erhaltene Mischung in einen geschlossenen Zirkulationstank
eingeführt und dort während 5 Minuten zum weiteren
Vermischen belassen. Die anderen Mischbedingungen,
d. h. das Mischverhältnis, die Temperatur des erhitzten,
rohen, schweren kohlenstoffhaltigen Materials und der in
dem Mischrohr angewandte Druck sind ebenfalls in der Tabelle
I angegeben. Weder der statische Rohrmischer noch
der Zirkulationstank werden erhitzt. Nach der 5-minütigen
Verweildauer in dem Zirkulationstank wird die Mischung
in eine kontinuierlich betriebene Schnecken-Dekantiereinrichtung
überführt, die bei Atmosphärendruck und
bei einer Drehzahl von 4000 min-1 betrieben wird und wird
während 2 Minuten darin belassen, um die in der Mischung
gebildeten unlöslichen Niederschläge durch Zentrifugieren
zu entfernen.
Die abgetrennten unlöslichen Niederschläge werden dann mit
dem auch bei dem Raffinieren verwendeten Lösungsmittel gewaschen,
um die schweren kohlenstoffhaltigen Materialien
von der Oberfläche des Niederschlags abzuwaschen. Über das
Gewicht des gewaschenen Niederschlags wird die Ausbeute
der durch das Raffinieren abgetrennten unlöslichen Materialien
als Gewichtsprozentsatz, bezogen auf die Anfangsmenge
des als Ausgangsmaterial eingesetzten schweren kohlenstoffhaltigen
Materials berechnet. Diese Ausbeute ist
ebenfalls in der Tabelle I angegeben.
Die nach der Abtrennung der unlöslichen Bestandteile verbleibende
fluide Mischung wird dann zur Entfernung des Lösungsmittels
destilliert und ergibt das gewünschte, raffinierte,
schwere kohlenstoffhaltige Material als Rückstand.
Der Gehalt der in Chinolin unlöslichen Bestandteile in dem
raffinierten, schweren, kohlenstoffhaltigen Material wird
mit Hilfe der Zentrifugationsmethode gemäß der japanischen
Norm JIS-K-2425 bestimmt. Auch dieser Gehalt ist in der
Tabelle I angegeben.
Wie aus den in der nachfolgenden Tabelle I angegebenen Ergebnissen
hervorgeht, sind die raffinierten, schweren kohlenstoffhaltigen
Materialien, die gemäß den Beispielen 1
bis 4 erhalten worden sind, vollständig frei von in Chinolin
unlöslichen Materialien, was darauf hinweist, daß
das erfindungsgemäße Verfahren zur Abtrennung von unerwünschten,
in Chinolin unlöslichen Materialien von den
angesprochenen, schweren, rohen, von Kohle abgeleiteten
kohlenstoffhaltigen Materialien wirksam ist.
Im Gegensatz dazu lassen die Vergleichsbeispiele 1 und 2,
bei denen als Lösungsmittel Benzol bzw. Kerosin eingesetzt
worden sind, erkennen, daß die beim Vermischen gebildeten
unlöslichen Bestandteile entweder in Form von feinen Teilchen,
die sich nicht vergröbern, verbleiben oder in klebrige,
gummiartige Substanzen umgewandelt werden. In diesen
Fällen ist es sehr schwierig, die ausgefällten unlöslichen
Materialien in üblicher Weise abzutrennen, so daß
die kommerzielle Durchführung des Raffinierungsverfahrens
sehr schwierig ist.
Bei dem Vergleichsbeispiel 3, bei dem ein wesentlich
schwereres, rohes, von Kohleteer abgeleitetes, kohlenstoffhaltiges
Material, welches von einigen der Bestandteile
mit Siedepunkten oberhalb 360°C neben jenen mit
einem Siedepunkt von bis zu 360°C befreit worden ist,
raffiniert wird, ist es erforderlich, das Rohmaterial
auf eine sehr hohe Temperatur zu erhitzen, um es ausreichend
fluid zu machen, wobei die Temperatur der erhaltenen
Mischung selbst nach dem Vermischen mit dem kalten
Ketonlösungsmittel noch sehr hoch ist. Aus diesem Grund
ist bei der anschließenden Abtrennung der unlöslichen Niederschläge
ein Verdampfen des Lösungsmittels und eine Verfestigung
des zurückbleibenden Pechs zu beobachten. Somit
lassen sich die unlöslichen Anteile nicht in wirksamer
Weise abtrennen, was die Raffinierung erschwert.
Bei dem Vergleichsbeispiel 4, bei dem das schwere kohlenstoffhaltige
Material bei Raumtemperatur mit dem Ketonlösungsmittel
bei Atmosphärendruck vermischt wird, ohne vorheriges
Erhitzen, um es fluid zu machen, bilden sich klebrige,
gummiartige Substanzen während des Mischvorgangs,
so daß die sich anschließende Abtrennung der Niederschläge
durch Zentrifugieren oder Dekantieren weitgehend unmöglich
ist.
Claims (13)
1. Verfahren zum Raffinieren eines von Kohle abgeleiteten, schweren kohlenstoffhaltigen
Materials durch Behandeln des Materials mit einem unterhalb
200°C siedenden Ketonlösungsmittel zur Ausfällung unlöslicher Teilchen,
Abtrennen der ausgefällten Teilchen von der Mischung und Entfernen des Ketonlösungsmittels
unter Bildung eines raffinierten, von Kohle abgeleiteten,
schweren kohlenstoffhaltigen Materials von der Mischung, dadurch gekennzeichnet,
daß man ein von Kohle abgeleitetes, schweres kohlenstoffhaltiges
Material, aus dem sämtliche Bestandteile mit Siedepunkten bei Normalbedingungen
von 270°C oder darunter und sämtliche oder ein Teil der Bestandteile
mit Siedepunkten bei Normalbedingungen von 270°C bis 360°C entfernt worden
sind, auf eine Temperatur erhitzt, die nicht unterhalb 40°C und ausreichend
hoch liegt, um das Material fluid zu machen; das erhitzte kohlenstoffhaltige
Material bei Atmosphärendruck oder erhöhtem Druck mit dem Ketonlösungsmittel,
das in einer solchen Menge verwendet wird, daß das Gewichtsverhältnis
von Ketonlösungsmittel zu kohlenstoffhaltigem Material im Bereich von 0,5 : 1
bis 3,0 : 1 liegt, während einer Zeitdauer vermischt, die dazu ausreicht, die groben
unlöslichen Teilchen aus der Mischung auszufällen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Bestandteile
mit Siedepunkten von 300°C oder darunter von dem bei dem Verfahren
eingesetzten schweren kohlenstoffhaltigen Material entfernt worden sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Bestandteile
mit Siedepunkten von 320°C oder darunter von dem bei dem Verfahren
eingesetzten schweren kohlenstoffhaltigen Material abgetrennt worden sind.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ketonlösungsmittel,
das einen Siedepunkt von 150°C oder darunter aufweist, verwendet
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ketonlösungsmittel,
das einen Siedepunkt von 100°C oder darunter aufweist, verwendet
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsverhältnis
von Ketonlösungsmittel zu kohlenstoffhaltigem Material im Bereich von
0,7 : 1 bis 2,5 : 1 liegt.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein von Kohleteer
abgeleitetes schweres kohlenstoffhaltiges Material eingesetzt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Kohleteer
zur Bildung des schweren kohlenstoffhaltigen Materials destilliert oder polymerisiert
worden ist.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein von einem
Kohleverflüssigungsöl abgeleitetes schweres kohlenstoffhaltiges Material verwendet
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Kohleverflüssigungsöl
zur Bildung des schweren kohlenstoffhaltigen Materials destilliert
oder polymerisiert worden ist.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Mischvorgang
ohne Erhitzen durchgeführt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Mischvorgang
unter Erhitzen während mindestens eines Teils der gesamten Mischdauer
durchgeführt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischen
unter Druck durchgeführt wird.
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