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Zweitaktverbrennungsmaschine. Der Gegenstand der Erfindung unterscheidet
sich von derMaschine desPatentes336789 dadurch, daß erst Luft zur Vorausspülung
mit einem gewissen hohen Druck in den Zylinder aus dein Kurbelkasten eintritt. Da
bei den bekannten Zweitaktmotoren, bei welchen der Kurbelkasten als Spülpumpe dient,
infolge des grollen schädlichen Raumes bloß ein geringer Druck in der Spülpumpe
erzeugt wird, so gelangt das im Kurbelkasten gelagerte Gemisch niemals bis an die
am Zylinderdeckel angebrachte Zündkerze, die stets von gutem Gemisch umgeben sein
muß. Das Gemisch gelangt bloß bis zu einer gewissen Höhe im Zylinder, und ein Teil
des Gemisches entweicht finit den Auspuffgasen durch die Auspuffschlitze, was Brennstoffverlust
erzeugt. Bei der Erfindung gelangt zunächst reine Luft zur Ausspülung in den Verbrennungsraum
mit einem derartigen Drucke, daß die Luft bis an den Zylinderdeckel, woselbst die
Kerze befestigt ist, getrieben wird. Hierbei wird die Umgebung der Kerze von Abgasen
gereinigt, so daß die Kerze bei der Verbrennung von einem guten Gemisch umgeben
ist, was zur schnellen Fortpflanzung der Verbrennung äußerst wichtig ist. Nachdem
diese Reinigung erfolgt ist, strömt das Gemisch aus dem Pumpenraum in den Verbrennungsraum
ein, wodurch ein Entweichen des Gemisches durch die Auspuffschlitze vermieden wird.
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Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt, und
zwar zeigen Abb. i und z je einen Längsschnitt durch den Motor in verschiedener
Lage des Kolbens. Abb.3 zeigt die durch den in tiefster Stellung befindlichen Kolben
freigegebene Auspuffschlitze.
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Der gezeichnete Motor weist einen Zylinder i mit Kolben 3 und einen
geschlossenen Kurbelkasten z auf. Der zylindrisch ausgebildete Kolben 3 des Motors
bewegt -sich auf einem feststehenden Kolben 24, der den Pumpenraum nach unten abschließt.
In Abb. i ist der Kolben 3 in seiner höchsten Stellung gezeichnet. in dieser Lage
steht das Innere a9 des Kolbens 3 mit der- freien Luft durch Kanäle 25,
a7, 9, 5 und 6, durch einen Kolbenkanal ? und einen Kanal 8 in Verbindung. Der Kanal
9 mündet direkt in den Zylinder,
er liegt seitlich von einem Kanal
4., weshalb Kanal 9 punktiert gezeichnet ist.
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Auf der rechten Seite des Zylinders sind Kanäle zum Einführen von
Luft- und Brennstoff-Luft-Geinisch vorgesehen. Das Gemisch strömt von einem Vergaser
1.4 in die Kanäle 13, i2a, 11, 28 und 26. Nachdem das Gemisch den Kanal 26 vollgefüllt
hat, soll die Aussaugung beendet sein. Zu diesem Zweck läßt man das Ansaugen der
Luft auf der linken Seite des Zylinders früher beginnen als die Gemischansaugung
auf der rechten Seite. Hierdurch wird erreicht, daß am Ende der Ansaugung kein Gemisch
nach den Raum 29 gelangt.
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Beim Niedergang des Kolbens 3 wird nun die im Raum 29 befindliche
Luft komprimiert, ebenso auch die Luft in den Kanälen 25, 27 und q. und das Gemisch
im Kanal 26, 28, 11. Die in den Kanälen 9, 5 und 6 stehende Luft erfährt keine Kompression,
ebenso nicht der Inhalt des Kanals 15.
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Wenn der Kolben 3 seine tiefste Lage erreicht hat (Abb. 2), so steht
der Kolbenkanal 17 mit dem Zylinderkanal 16 und Kolbenkanal i9 mit dem Zylinderkanal
15 in Verbindung. Hierbei ist nun auf beiden Seiten des Zylinders eine Verbindung
vom Pumpenraum 29 nach dem Arbeitsraum geschaffen, und zwar auf der linken Seite
vom Raum 29 durch die Kanäle 25, 27, 4, Kolbenkanal 2o, durch die Kanäle 9, 5,i6,
Kolbenkanal 17, Ansatz 18 nach dem Arbeitsraum i.
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Während nun in den Abb. i und 2 die verschiedenen Zylinderkanäle zum
besseren Verständnis nebeneinander und die Kolbenkanäle dementsprechend senkrecht
gezeichnet sind, so sind tatsächlich die verschiedenen Kanäle im Zylinder, welche
durch die Aussparung bzw. durch die Kanäle im Kolben miteinander verbunden werden,
horizontal nebeneinander angeordnet. Diese Anordnung ermöglicht eine niedrige Bauart
des Motors.
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Abb. 3 zeigt den Kolben in tiefster Stellung, und in dieser Stellung
sind die Auspuffschlitze 2i und 22 durch den Kolben 3 freigelegt.
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Zum Zünden des Gemisches dient eine Zündkerze 23.
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Die Arbeitsweise des Motors ist folgende: Beim .><Lochgehen des
Kolbens 3 wird im Pumpenraum 29 ein Unterdruck erzeugt, so daß bei höchster Stellung
des Kolbens 3 Luft von außen in den Pulnpenraum durch die Kanäle 8, 7, 6, 5,
9,27 und 25 strömt. Auf der rechten Seite gelangt; das Gemisch vom Vergaser
14 durch die Kanäle 13, 12, 11 und 28 in den Kanal 26, woselbst es gelagert bleibt.
Durch früheres Öffnen der Schlitze, welche die Luft einlassen, kann sich der Raum
29 mit Luft vollfüllen, während die Schlitze, die das Gemisch einlassen, so spät
öffnen, daß das Gemisch in den Kanälen i i, 28 und 26 verbleibt. Durch die der Erfindung
gemäß ausgeführte Maschine wird erreicht, daß der Kanal, in welchem das Gemisch
gelagert ist, bedeutend verlängert ist. Während bei einem sackartigen Ansatze am
Gemischkanal behufs Vergrößerung desselben die Gefahr nahe liegt, daß die durchstreichende
Luft nicht alles Gemisch mitreißt, ist hier diese Möglichkeit ausgeschlossen, da
die Kanäle 26, 28 und i i direkt hintereinanderliegen. Weiterhin kann aber bei dieser
Maschine ein Teil des Gemisches ohne nachteilige Folgen in den Pumpenraum 29 selbst
übertreten. Es wird dann dieser Teil auf der rechten Seite des Pumpenraumes liegenbleiben.
Infolgedessen wird dieser Gemischteil auch beim Übergang nach dem Verbrennungsraum
wieder auf der rechten Seite, d. h. durch den Kanal 26, übergedrückt. Die Begrenzung
des Raumes 29 durch einen feststehenden Kolben hat doppelten Wert. Erstens wird
der Druck der Spülluft .erhöht, so daß eine gründliche Ausspülung bewirkt wird,
zweitens werden längere Kanäle geschaffen, um das Gemisch zu lagern. Der Brennstoff
wird dann besser mit Luft durchmengt werden. Selbst wenn das Gemisch aus den Kanälen
in den Pumpenraum29 eintritt, ist nicht zu befürchten, daß ein Mischen der Spülluft
mit dem Gemisch stattfindet. Während beim Kurbelkasten das Gemisch infolge seiner
Schwere das Bestreben hat, zu sinken, sich also vom Gemischkanal zu entfernen, ist
hier das Umgekehrte der Fall. Beim Sinken des Gemisches nähert es sich seinem zugehörigen
Gemischkanal.